Quotation (LXXV): Voltaire.

Oriol Junqueras, Chef der sezessionistischen Linksrepublikaner (ERC), wandte sich während der Parlamentsdebatte über die katalanische Souveränitätserklärung direkt an Alicia Sánchez-Camacho, Vorsitzende des unionistischen Partit Popular de Catalunya (PPC).

Das Video ist nur 50 Sekunden lang und verfügt über deutsche Untertitel:
Deutsche Untertitel: BBD.

Siehe auch: [1]

Das Gleichgewicht der Geschichte(n).

von Harald Knoflach

Wir können nicht ohne Stereotypen und Vorurteile überleben. Sie bewahren uns davor, jede Erfahrung auf’s Neue machen zu müssen. (Es ist nichts weiter als ein Vorurteil, dass eine rot glühende Herdplatte auch heiß sein muss und ich mir daran die Finger verbrenne.) Wir müssen generalisieren um die Welt in ihrer Komplexität auch nur annähernd beschreiben, erklären und begreifen zu können. Dennoch müssen wir uns stets vergegenwärtigen, dass Stereotype und Vorurteile Reduzierungen sind, die wir ständig mit der Realität abgleichen müssen. »The problem with stereotypes is not that they are untrue but that they are incomplete«, sagt Chimamanda Adichie, eine Igbo-Schriftstellerin aus Nigeria, in ihrem beeindruckenden TED-Vortrag »The Danger of the Single Story«. Wenn wir es verabsäumen, unsere Vorurteile als mitunter notwendige Vereinfachungen zu begreifen, ja wenn diese Vorurteile und Stereotypen zur alleinig möglichen »Wahrheit« über eine Person, ein Land, ein Konzept werden, dann wird’s gefährlich. Wir sind dann in der Gefahr der »Single Story«, von der Adichie spricht. Wenn ich mir den politischen Diskurs in Südtirol ansehe, fallen mir viele »Single Stories« ein und ich bekomme Angst.

Introduzione poco riverente…

Introduzione poco riverente nel mondo dei Sudtirolesi.

Ignorati da molti italiani, conosciuti da molti altri attraverso stereotipi ridicoli o grotteschi, i 300.000 germanofoni del Sudtirolo sono diventati finalmente oggetto di un ritratto accurato e impietoso grazie a Benedetto Masi, autore del libro Introduzione poco riverente nel mondo dei Sudtirolesi (Arca, Lavis [Trento] 2012, pp. 238, € 12).

Opera insolita e stimolante, il volume guida il lettore attraverso un viaggio che tocca tutte le caratteristiche della società sudtirolese, senza dimenticare quelle poco note al di fuori dei confini regionali.

Dalle annose questioni linguistiche allo sport, dalle amministrazioni locali allo sfruttamento delle risorse ambientali e paesaggistiche, Masi demolisce in modo garbato ma deciso i tanti luoghi comuni che circolano su questa regione e sulla minoranza germanofona che la abita. Un libro acuto, intelligente, indispensabile per capire questa realtà socioculturale di confine.

Benedetto Masi, nato nel 1957, vive a Bolzano, dove lavora come ricercatore.

Per altre informazioni:
Edizioni Arca, tel. 0461-245540

Das Schweinebucht-Syndrom.

von Wolfgang Niederhofer

Die Zeit Nr. 28, vom 5. Juli 2012, analysiert im Artikel „Gefährliches Schweigen – Eine sozialpolitische Erklärung für das Debakel bei der Euro-Rettung“ (S. 29) ein hochinteressantes Phänomen. Ausgangspunkt der Analyse ist das Schweigen des Harvard-Professors und Historikers Arthur Schlesinger jr. bei der entscheidenden Sitzung als die Kuba-Invasion geplant wurde. Schlesinger hat nicht widersprochen, deshalb plagten ihn schwere Selbstzweifel.

Wie konnte das nur passieren? Schlesinger rechtfertigte sein Schweigen im Kabinettssaal: „Widerspruch hätte wenig mehr bewirkt, als mir den Ruf einer Nervensäge einzubringen“. Der amerikanische Sozialpsychologe Irving Janis hat analysiert, wie außenpolitische Katastrophen der USA zustande kamen. Er fand immer wiederkehrende Verhaltensmuster der Entscheider, die ihnen den Blick auf die Realität verbogen. Eines davon lautet: Wer fürchtet, vom Kollektiv in die Ecke gestellt zu werden schweigt lieber. Wer schweigt, hat in der Wahrnehmung des Kollektivs aber zugestimmt. Gruppendenken (groupthink) nannte er seine Theorie des selbstgewissen Scheiterns, von vielen auch salopp „Schweinebucht-Syndrom“ getauft.

Es ist nicht Inhalt dieses Beitrages, der Frage nachzugehen, ob in der Eurorettung Ähnliches abläuft. Vielmehr gilt es der Frage nachzugehen, ob wir in Südtirol im Zusammenhang mit der Diskussion um die Unabhängigkeit von einem ähnlichen Syndrom geleitet werden. Die Mehrheitspartei, aber in letzter Zeit auch sehr häufig sogenannte „Autonomie-Patrioten“ und die Mainstream-Medien ersticken ja alle Diskussionen über Alternativen zum derzeitigen Autonomiekurs im Keim. Unschwer lassen sich ähnliche Vorgangsweisen, wie im Artikel von Hennerkes erkennen.

  1. Potentielle Abweichler werden wieder auf Kurs gebracht. Unbedingte Loyalität wird eingefordert. Parteien verfügen hier über ein großes Repertoire, Druck auszuüben. Die eigene Karriere setzen dann Mitglieder der Gruppe nicht in Frage, besonders wenn es sich um finanziell nicht völlig unabhängige Mitglieder handelt. Wer verliert schon gerne einen gut bezahlten Job?
    Auch im vorpolitischen Bereich lässt sich dieses Phänomen beobachten: Ein allzu unabhängigkeitsfreundlicher Artikel wurde in der Wirtschaftszeitung vor einem Jahr schnell wieder vom Netz genommen. Und im Falle von linksliberalen Kreisen kommt in Südtirol häufig ein psychologisches Moment dazu, da das Thema traditionell von Rechtsparteien besetzt wird. Ökosoziale UnabhängigkeitsbefürworterInnen dürften aus Angst vor moralischer Ächtung ein Outing vermeiden bzw. lange vermieden haben.
  2. Und damit wären wir schon bei einem der effektivsten Mittel, das Hennerkes beschreibt, um Abweichler auf Kurs zu bringen: Der Gruppenglaube an die eigene moralische Überlegenheit. Wenn die Argumente brüchig werden und von der Realität überholt werden, dann schlägt die Stunde der Moral. Wer für die Unabhängigkeit ist, ist für einen Krieg, zumindest aber ein Zündler. Unabhängigkeit bedeutet raus aus der EU. Unabhängigkeit wird mit Einsprachigkeit gleichgesetzt oder mit Einigelung. Eine Loslösung von Italien ist utopisch, niemand würde Südtirol unterstützen. Die Unabhängigkeit führt in die Kleinstaaterei. Innerhalb der EU gibt es eh keine Grenzen mehr, warum neue aufbauen? Die Liste ließe sich fortsetzen, die wenigen Beispiele zeigen die Fallhöhe.

Jedenfalls ist es aus rationellen Gründen nicht mehr erklärbar, dass nicht längst auch innerhalb der Mehrheitspartei, einflussreichen Verbänden und Organisationen, also den eigentlichen Machtzentren Südtirols, eine ergebnisoffene Diskussion über die Zukunft des Landes, einschließlich der Option auf Unabhängigkeit, geführt wird.

Die neuen Schutzhütten.

Rund um die drei geplanten neuen Schutzhütten in Südtirol hat sich — ob ihrer Architektur — eine breite Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern entwickelt. Zivilgesellschaftliches Engagement ist stets erfreulich und die öffentliche Auseinandersetzung kann, solange sie fair geführt wird (und nicht etwa in Beleidigungen oder Zensurwünsche ausartet), für beide Seiten nur gewinnbringend sein.

Vom Reflex, auf die langjährige Ausbildung der Architekten zu verweisen — weshalb sie schon wüssten, was sie da machen — halte ich wenig. Einerseits ist das Vertrauen in die Ausbildung verständlicherweise angeschlagen, da bei weitem nicht jeder Architekt so baut, wie es sein Fachwissen und das Berufsethos von ihm erwarten ließen. Und andererseits ist ein derartiger Verweis undemokratisch: Schließlich wird die Ausbildung vorausgesetzt, entbindet aber nicht von der besonderen Verantwortung, welche durch die Bebauung öffentlichen Raums — noch dazu in einer so außerordentlichen Lage — gegenüber der Öffentlichkeit entsteht. Ich glaube an die Vermittlerrolle des Architekten, die jedoch durch den Rückzug auf das Argument der eigenen fachlichen Überlegenheit umgangen wird.

In ihrer Stellungnahme zur gegenwärtigen Diskussion hat die Südtiroler Architektenkammer richtigerweise auf die Entwicklung hingewiesen, die zum Beispiel die Ausstattung von Bergsteigern während der letzten Jahrzehnte durchlaufen hat. Genauso wie niemandem einfallen würde, im Sinne der Tradition zu fordern, wir sollten die Dolomiten mit Schuhwerk aus dem 19. Jahrhundert erklimmen, wäre es unverständlich, so zu bauen, wie damals. Die Erfordernisse an eine Berghütte haben sich seit damals ebenfalls verändert.

Gleichzeitig erfordert das Bauen am Berg jedoch auch eine hohe Sensibilität und viel Zurückhaltung. Vor Moden sollten wir uns in Acht nehmen. Eine Hütte soll nicht einen Wanderer in greller Bergbekleidung mimen, der am Ende seiner Anstrengungen wieder nach Hause zurückkehrt: Die Hütte bleibt.
Es besteht aber kein Zweifel, dass wir zeitgemäß bauen müssen. Zeitgemäß ist nicht gleichbedeutend mit gut, denn auch zeitgemäße Architektur kann, wie alles andere, gut oder schlecht, schön oder unschön sein. Sicher falsch wäre aber unzeitgemäßes Bauen: Wir könnten dem historischen Bestand keine größere Respektlosigkeit erweisen, als ihn nachzuäffen, mit anderen Worten ausgedrückt, mit den uns zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten so zu tun, als habe es keinen Fortschritt gegeben. Die »Wahrheit« des Bauens liegt darin, dass zu jeder Zeit so gebaut wurde, wie es am Effektivsten und Effizientesten war, was freilich nicht bedeutet, Bewährtes zu verwerfen, sondern behutsam abzuwägen, was auch heute noch gut ist und was hingegen sinnvollerweise verändert, ergänzt und verbessert werden kann. Mit Ästhetik hat das nur am Rande was zu tun.

Deshalb ist es völlig irreführend, in der derzeitigen Debatte zwischen Bewahrern (den Gegnern der neuen Hütten) und Erneuerern (ihren Befürwortern) zu unterscheiden. Wer zeitgemäß baut und auf die Überheblichkeit verzichtet, auch Gutes aus missverstandener Fortschrittlichkeit zu verwerfen, ist nämlich der eigentliche Bewahrer einer bewährten Bautradition.

Die konkreten Projekte kenne ich — wie vermutlich fast alle, die sich an der Diskussion beteiligen — nur aus der Presse und kann deshalb kein endgültiges Urteil fällen. Doch den veröffentlichten Bildern lässt sich meiner Einschätzung nach nichts entnehmen, das den Schluss zuließe, Planer und Juroren hätten ihre Aufgabe nicht ernstgenommen, eine möglichst gute Antwort auf die Problematik öffentlichen Bauens in einer so besonderen Lage zu suchen.

Die norwegische Lektion.

Auf Hinweis und Betreiben von Harald Knoflach und mit freundlicher Genehmigung des Autors (ich danke beiden) veröffentliche ich einen offenen Brief, mittels dessen Thomas Moser (diagōgē.com) das Bild eines erstrebenswerten Politik- und Gesellschaftsmodells zeichnet. Er warnt vor der um sich greifenden Tendenz, das Spannungsverhältnis von Freiheit und Sicherheit stets zugunsten letzterer aufzulösen:

Sehr geehrte Frau Innen­mi­nis­ter Mikl-Leitner, sehr geehr­ter Herr Bun­des­prä­si­dent, sehr geehrte Regierungsvertreter,

die Funk­tion des Innen­mi­nis­te­ri­ums ist, die innere Sicher­heit der Repu­blik zu gewähr­leis­ten. Das ist eine der wich­tigs­ten Funk­tio­nen eines moder­nen öffent­li­chen Gemein­we­sens. Aller­dings muss man dabei im Auge bewah­ren, dass innere Sicher­heit kein Selbst­zweck an sich ist, son­dern dadurch etwas ande­res »ver­si­chert« werden soll; dieses andere ist die frei­heit­li­che Grund­ord­nung, eine prin­zi­pi­ell so weit wie mög­lich aus­ge­dehnte (nega­tive) Frei­heit des Indi­vi­du­ums vom Staat. Kurz gesagt: so viel bür­ger­li­che Frei­heit gegen­über dem Staat wie mög­lich, so viel staat­li­che Begren­zung dieser Frei­heit der Bürger wie nötig.

Wir alle sind betrof­fen von den Ereig­nis­sen — möge man die Tat nun Ter­ror­an­schlag oder Amok­lauf nennen — vom 22. Juli in Nor­we­gen. Doch wäh­rend Men­schen auf der ganzen Welt ihr Bei­leid bekun­den, und der nor­we­gi­sche Minis­ter­prä­si­dent Stol­ten­berg ankün­digt, dass »unsere Ant­wort (…) mehr Offen­heit und mehr Demo­kra­tie sein« wird, sehen die öster­rei­chi­schen Regie­rungs­par­teien offen­sicht­lich den rich­ti­gen Zeit­punkt gekom­men, um die Anti­ter­ror­ge­setze aber­mals zu ver­schär­fen. Dieses anlass­be­zo­gene Vor­ge­hen finde ich nicht nur in einem gewis­sen Sinne pie­tät­los, son­dern vor allem poli­tisch falsch. Als Gewährs­mann führe ich Bun­des­prä­si­dent Fischer an, der sich eben­falls gegen Anlass­ge­setz­ge­bung aus­ge­spro­chen hat.

[Update: Auch Joa­chim Gauck, bekann­ter deut­scher Bür­ger­recht­ler und Nomi­nier­ter für das Amt des deut­schen Bun­des­prä­si­den­ten im Jahr 2010, mahnte bei seiner heu­ti­gen (27.07.) Eröff­nungs­rede der Salz­bur­ger Fest­spiele: »Die Poli­tik ist schlecht bera­ten, für mehr Sicher­heit Frei­heits­rechte zu beschnei­den. (…) Wir dürfen uns von den Fana­ti­kern und Mör­dern nicht unser Lebens­prin­zip dik­tie­ren lassen.« Europa sei mehr als die Summe seiner Ängste.]

Poli­zei­tech­nisch gese­hen, wird sich ein Anschlag, wie der von Brei­vik ver­übte, ohne­hin kaum ver­hin­dern lassen; jemand der moti­viert genug ist solche Taten zu bege­hen, der wird einen Weg finden. Doch selbst wenn man eine gewisse Chance in der Ver­schär­fung der staat­li­chen Über­wa­chung sähe, bleibt die Frage im Raum, um wel­chen Preis erkauft man sich diese? Wie fein­ma­schig soll das Netz sein, das wir aus­wer­fen? Wo ver­läuft die Grenze zwi­schen wehr­haf­ter Demo­kra­tie und Über­wa­chungs­staat? Wenn wir uns durch Ter­ro­ris­mus dazu brin­gen lassen, unsere bür­ger­li­chen Frei­heits­rechte so weit zu beschnei­den, dass wir eine hyper­sta­bi­li­sierte Gesell­schaft mit einem glä­ser­nen Bürger schaf­fen, dann haben wir das ver­lo­ren, was zu ver­tei­di­gen ursprüng­lich die Inten­tion war.

Die meiner Mei­nung nach ange­brachte Reak­tion auf die Anschläge in Oslo und Utøya sei­tens der Regie­rung wäre — nach dem Vor­bild des selbst von diesem Anschlag betrof­fe­nen Nor­we­gen — gewe­sen, eine Offen­sive zu mehr Zivi­li­tät und sozia­lem Zusam­men­halt zu star­ten: mehr Geld für Bil­dung; Auf­klä­rung gegen und klare Abgren­zung gegen­über (auch von Vor­for­men) Extre­mis­mus aller Art; wirk­li­che Ange­bote (nicht nur Appelle, son­dern Öffnung der Par­tei­ma­schi­nen) an die Bürger, an der Demo­kra­tie aktiv (auch außer­halb der Wahl­zelle) teil­zu­neh­men; (nicht zuletzt) die sozio-ökonomischen Chan­cen der Men­schen zu ver­bes­sern etc. Wir brau­chen eine Ent­wick­lung hin zu mehr mün­di­gen — nicht nur als ver­stan­des­mä­ßige Urteils­kraft, sondern auch im Sinne von Fähig­keit zur ökono­mi­schen und sozia­len Teil­habe ver­stan­den — Bür­gern und keinen pater­na­lis­ti­schen Staat.

Im Innen­mi­nis­te­rium wurde Anfang des Jahres ein neu­ge­grün­de­tes Inte­gra­ti­ons­staats­se­kre­ta­riat ange­siedelt. Inte­gra­tion der Gesell­schaft bedeu­tet schlicht gesagt, das Maß an Ver­trauen inner­halb einer Gesellschaft zwi­schen unter­schied­li­chen Men­schen und Grup­pen zu stei­gern. Doch der Ver­such, der Bevölke­rung weißzumachen, man brau­che schär­fere Über­wa­chungs­maß­nah­men — also anders for­mu­liert: ein höhe­res Maß an staat­li­chem Miss­trauen gegen­über den Bür­gern — wirkt dieser Bemü­hung genau kon­trär ent­ge­gen: die vor­der­grün­dige Ver­stär­kung der Staats­si­cher­heit führt in Wahr­heit unter­schwel­lig zu einer Ver­meh­rung der »Ver­un­si­che­rung« in der Zivil­be­völ­ke­rung selbst.

Ich bitte Sie höf­lichst, über diese Argu­mente nach­zu­den­ken. Danke.

Mit freund­li­chen Grüßen
Thomas Moser

Le colpe degli altri.

di Fabio Rigali

Quanto è di moda parlare delle colpe degli “altri”: ci permette di tacere su noi stessi e ci attribuisce una legittimità morale superiore a loro. “Altri” possono essere gli odiati vicini, i colleghi antipatici, gli avversari politici; in quest’ultimo caso in Sudtirolo dietro la mera appartenenza politica si maschera quasi sempre anche quella linguistica, creando il gruppo del noi e degli altri.

Così è spontaneo che chi voglia affermare la superiorità morale di un presunto gruppo debba ingigantire gli errori altrui e nascondere o negare i propri. E’ uno schema comportamentale pervicacemente radicato: vi ricorrono persino i bambini allorché debbano render conto alla maestra  del proprio comportamento; chi non ha mai sentito giustificazioni cominciare con un “ma lui”? Il “fanciullo” di oggi, Alessandro Bertoldi, ha invece qualche anno in più e sembra ben avviato al cursus honorum nel partito di Berlusconi; l’argomento del contendere sono in questo caso le infami torture in carcere dei terroristi. Tralasciando l’interessante argomento di come questa destra si comporti con sconcertante indulgenza verso casi di maltrattamento ben più recenti, voglio concentrarmi sul caso specifico: a dire di Bertoldi si sarebbe trattato di  “due sberle” in carcere, come afferma in un commento sul sito di ST-F. Le “torture”, “se mai vi siano state, sono state poco e sempre troppo poco”, secondo il suo comunicato ufficiale, che sembra pervaso dal rammarico di non aver usato maggiore brutalità; in più “i terroristi non hanno scontato un giorno soltanto di carcere”, sostiene il giovane “berluschino”.

Si tratta di argomenti inauditi, che tradiscono una sconcertante immaturità ed una fondamentale ignoranza dei fatti in questione. Tutti sanno che si tratta di palesi falsità, che le torture ci furono eccome ed ebbero conseguenze croniche per alcuni e fatali per altri; non occorre quindi addurre prove in questa sede: a noi, di fronte a cotanta incompetenza, interessa solo smascherare e confutare la logica sottesa a queste dichiarazioni:

-In primo luogo la responsabilità è personale, non di gruppo, e Bertoldi potrebbe tranquillamente continuare a parteggiare per lo Stato anche condannandone i soprusi dei singoli.

-Seconda cosa: nego che chi si consideri genuinamente democratico possa in questo caso parteggiare per le forze dell’ordine, che hanno infranto quello stato di diritto, che erano chiamate a difendere: si può non essere d’accordo sui metodi ed anche sui fini degli attivisti e si può finanche giudicarli gli “assassini e i terroristi degli anni ’60”, come fa Bertoldi, ma non si può non condannare l’uso della tortura perché è fuori da ogni principio giuridico.

-Terzo, chi ripudia la gli attentati in modo così deciso ed inappellabile non si capisce come possa tollerare invece la violenza nel carcere.

-L’ultimo principio che mi preme rovesciare è quello che ci impedisce rigidamente di individuare colpe nel nostro gruppo linguistico o che ci porta, anche in casi conclamati, a sminuirle. La vogliamo dire finalmente una cosa: io non sento per me di avere proprio nulla in comune con chi umilia e distrugge con tortura la dignità (propria e) altrui.

Cosa avrei fatto io negli anni ’60? Pur comprendendo ed appoggiando le motivazioni profonde della protesta, non avrei probabilmente preso parte agli attentati, perché troppo pericolosi per l’incolumità propria ed altrui (esattamente come fece la maggioranza della popolazione); avrei quindi deprecato ogni vittima civile e militare e mi sarei sicuramente indignato di fronte al perpetrare di azioni tanto vigliacche come la tortura di prigionieri.

Quotation (XVIII).

Es ist [...] zu erwarten, daß die Idee der Freiheit erst im Verlauf jener Handlungen klar wird, die nötig sind, um die Freiheit zu schaffen. [...] Ich kann nicht glauben, daß Ereignisse wie die Französische Revolution »im vollen Bewußtsein der Menschen- und Bürgerrechte« geschehen sein sollen, [...] oder daß die Kopernikanische Revolution im vollen Bewußtsein ihrer Folgen, ja auch nur der Bedeutung der in ihrem Verlauf gemachten Aussagen erfolgt sein sollte. In allen diesen Fällen schafft das zufällige Zusammentreffen verhältnismäßig unabhängiger Ereignisse eine Struktur, die den Ereignissen erst lange nach ihrem Eintreten eine Bedeutung verleiht und das Verständnis ermöglicht, das anfangs fehlte. Das Verstehen kommt immer erst nach dem Ereignis und ist kaum je eine der Ursachen seines Eintretens.

Feyerabend, Paul, »Wider den Methodenzwang«,
Suhrkamp 1986, Frankfurt am Main