San Giovanni? No, grazie.

Potrebbe non concretizzarsi mai la richiesta della corte costituzionale italiana di aggiungere il nome di San Giovanni a quello di Sèn Jan. Si parla del comune nato dalla fusione di Vich e Poza (Fascia) il 1 gennaio 2018, e lo si evince da un’intervista col segretario comunale Luigi Chiocchetti pubblicata sulla Usc di Ladins del 30 novembre.

Giulio Florian, sindaco di Sèn Jan, infatti, preferirebbe un cambio totale del nome piuttosto che adeguarsi al dettato della Consulta. A tal fine — spiega Chiocchetti — sarebbe necessario un nuovo referendum o, in alternativa, una maggioranza dei tre quarti in consiglio comunale e nel consiglio regionale.

Non è invece chiaro se l’orientamento del primo cittadino (ombolt) sia quello di trovare una nuova dizione «bilingue» oppure un nome ladino «intraducibile». Ad ogni modo per ora la questione rimane interessante.

Sèn Jan, la sentenza lascia uno spiraglio.

Pochi giorni fa la corte costituzionale depositava la sua vergognosa sentenza sul comune ladino di Sèn Jan. Ma davvero, come alcuni vorrebbero far credere, oltre a rivelare un’incredibile sciovinismo di stato, tale decisione mette una pietra tombale su un’eventuale soluzione per la toponomastica sudtirolese? Può darsi, almeno finché la nostra terra fa parte dell’Italia. Tuttavia mi risulta che la via della norma d’attuazione, di rango costituzionale, rimanga percorribile. Lo stesso dicasi per un’eventuale aggiornamento dello statuto di autonomia, ben più difficile da conseguire.

Qui però vorrei far notare soprattutto che la stessa sentenza, in un unico punto, lascia uno spiraglio, ove reca:

Né può ritenersi che l’utilizzo, nella denominazione del nuovo Comune, delle parole italiane «San Giovanni» avrebbe determinato, come adombrato dalla difesa regionale, una forzosa italianizzazione di un toponimo storicamente e tradizionalmente radicato sul territorio. Va osservato, in primis, che il toponimo «Sèn Jan di Fassa-Sèn Jan» – espressione d’una «scelta politica» (sentenza n. 2 del 2018) che, sentite le popolazioni interessate, il Consiglio regionale ha compiuto con la legge impugnata – adopera il nome di un santo, ovviamente non sconosciuto alla lingua italiana, di modo che l’uso della locuzione «San Giovanni» non sarebbe stato il frutto di una traduzione coatta di un toponimo in verità intraducibile.

La corte dunque riconosce — almeno! — che possono esistere nomi che, diversamente da quelli dei santi*, sono intraducibili e/o frutto di una traduzione coatta. Non sappiamo come i giudici avrebbero deciso se Sèn Jan non fosse, appunto, un santo, ma affermare che questo giudizio pregiudicherebbe qualsiasi forma di superamento del Tolomei sarebbe quantomeno affrettato.

*) la stessa cartina del Sudtirolo «con toponimastica storicamente fondata», edita da alcune associazioni sudtirolesi, partiva dal presupposto che i comuni intitolati a una santa o a un santo andassero comunque tradotti.

Sèn Jan muss San Giovanni sein.
Beschämender Entscheid

Mit gestern veröffentlichtem Urteil (Nr. 210/2018) hat das italienische Verfassungsgericht beschlossen, dass die Gemeinde Sèn Jan künftig auch eine italienische Ortsbezeichnung (San Giovanni) braucht. Der Entscheid geht auf eine Anfechtung der angeblich weltoffenen und autonomiefreundlichen Mittelinksregierung von Paolo Gentiloni (PD) Ende Dezember 2017 zurück, über die sich im Regionalrat vor allem einer gefreut hatte: Postfaschist Alessandro Urzì (AAnC). Über die nach meinem Dafürhalten teils wirklich guten Argumente der Region Südtirol-Trentino, wie zum Beispiel

  • der Verweis auf die Situation im Aostatal und in Teilen des Piemont, wo einnamig französiche bzw. frankoprovenzalische Ortsbezeichnungen existieren sowie
  • auf die faschistische Zwangsitalianisierung;
  • der Hinweis darauf, dass sich die italienischsprachige Gemeinschaft vor Ort mit dem Namen Sèn Jan (di Fassa) voll identifiziert und
  • dass die Ortsbezeichnung von der Stimmbevölkerung direktdemokratisch abgesegnet worden sei;
  • das Aosta geltende Zitat des Präsidenten der verfassunggebenden Versammlung, Terracini: »die Ortsnamen und die Eigennamen sind nicht Teil der anderen Sprache, sondern sie sind was sie sind« — ergo: Mehrsprachigkeit ist nicht Mehrnamigkeit;

fährt das Gericht mit einer Argumentationsweise drüber, die fassungslos macht. So dürften die Vorherrschaft der italienischen Sprache — als alleinige Staatssprache und alleinige Sprache des Verfassungssystems (!!) — durch den Minderheitenschutz nicht infrage gestellt und die italienische Mehrheitsbevölkerung nicht benachteiligt werden. Dies gelte ausdrücklich auch für die Ortsnamengebung und dürfe niemals dazu führen, dass eine Minderheitensprache alternativ zur italienischen benutzt wird. Außerdem sei das Primat der italienischen Sprache — Achtung Brechreizgefahr — entscheidend für die fortwährende Weitergabe des historischen Erbes und der Identität der Republik, zudem Gewährleistung für den Fortbestand der italienischen Sprache an sich.

Was ist das für ein »Verfassungssystem«, das solche Urteile hervorbringt? Was soll das für eine bemitleidenswerte Identität sein, die sich von einer kleinen Minderheit wie der ladinischen und einem Ortsnamen gefährdet sieht? Und was können wir uns von einem Staat erwarten, der gleichberechtigte Mehrsprachigkeit so fürchtet und daher vehement bekämpft?

Nachbemerkung vom 27. November 2018: Auch in Frankreich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Zweisprachigkeit nicht Zweinamigkeit ist — weshalb ein öffentliches Büro in der Bretagne den Gemeinden ausdrücklich bretonische Einnamigkeit empfiehlt. Aber was selbst im jakobinischen Frankreich möglich ist, geht in Italien offenbar ganz und gar nicht.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7]

Euregio-Lawinenbericht ist da.

Pünktlich zum Start der neuen Wintersaison ist unter der Internetadresse www.avalanche.report der schon länger angekündigte gemeinsame Lawinenwarndienst der Euregio Tirol gestartet. Auf Deutsch, Italienisch und Englisch — aber leider nicht auf Ladinisch — sind dort für Nord-/Süd-/Osttirol und Trentino Lawinenvorhersagen, Schnee- und Wetterkarten (mit Informationen zur aktuellen Schneehöhe, Neuschneeprognose, Schneehöhendifferenz, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind) sowie Wissenswertes zu Prävention und Ausbildung abrufbar.

Erstellt wurde das Service in Zusammenarbeit der Lawinenwarndienste des Bundeslandes Tirol, des Landes Südtirol und des Trentino sowie der Universität Wien, Institut für Geographie und Regionalforschung. Die jeweiligen Sprachversionen sind auch unter www.lawinen.report und www.valanghe.report erreichbar.

bu,press: Gleichgewicht der Sprachen verbessert.

Im April 2012 hatte ich eine Statistik über die beim Bozner Universitätsverlag bu,press verfügbaren Publikationen* nach Sprachen veröffentlicht. Anlass war ein von mir besuchter Vortrag mit Buchvorstellung an der Uni Bozen — bei dem mir aufgefallen war, dass nur ganz wenige Bücher (auch) auf Deutsch oder Ladinisch verfügbar waren. Das Ergebnis meiner Zählung war denn auch ernüchternd.

Wie eine erneute Überprüfung ergeben hat, scheint sich aber inzwischen etwas getan zu haben. Das Ungleichgewicht ist deutlich geschrumpft.

Zwar sind noch immer am meisten Publikationen* in italienischer Sprache (35) verfügbar, jene in deutscher (31) und ladinischer (25) Sprache konnten jedoch aufholen. Inzwischen sind sogar 24 rein ladinische Bücher verfügbar — 2012 war es kein einziges.

*) ohne Zeitschrift »Zona«

Samstag: ‘European Balcony Project’.
Festliche Verlesung des Manifests auf Deutsch, Italienisch und Ladinisch

Im Rahmen des European Balcony Project wird morgen — hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs — auf dem ganzen Kontinent symbolisch die Europäische Republik ausgerufen. In Bozen beteiligen sich die Vereinigten Bühnen Bozen (VBB) an dem Projekt, doch es haben sich nun auch das Netzwerk für Partizipation (NWP) und die Initiative für mehr Demokratie angeschlossen.

Von Balkonen am Obstplatz werden morgen Samstag um 16.00 Uhr Schauspielerinnen das Manifest in deutscher, italienischer und ladinischer Sprache verlesen.

Wahlzettelwirtschaft.

Heute wird ein neuer Südtiroler Landtag gewählt. Die erste eigentliche Landtagswahl hatte Südtirol im Jahr 2003, denn bis zur Verfassungsreform von 2001 — die auch eine Reform des Autonomiestatuts war — setzte sich das Landesparlament aus den Südtiroler Mitgliedern des Regionalrats zusammen. Die Wahl war eine Regionalratswahl.

Während der Ära Durnwalder war klar, dass die Sprachreihung auf den (amtlich »Stimmzettel« genannten) Wahlzetteln Deutsch-Italienisch ist. Das war 2003, 2008 und 2013 so.

In der Ära Kompatscher ist das anders: die Sprachreihung wurde umgekehrt, die Landtagswahl(en) zudem in eine »Wahl des Landtages« umbenannt:

Und was ist mit der dritten Landessprache? Ladinisch wurde nicht vergessen, ist aber den Wählenden in Gherdëina und Badia vorbehalten, als lebten viele Ladinerinnen nicht auch auf dem restlichen Landesgebiet.

Einer der Gründe für diese bedauerliche Entscheidung dürfte wohl sein, dass die ladinische Sprache hierzulande künstlich in zwei Varianten getrennt gehalten wird, obwohl es längst eine gemeinsame Schriftsprache gäbe. So sind die Wahlzettel (vgl. Abbildung) in den beiden Tälern unterschiedlich beschriftet — als ob es im Deutschen gesonderte Vorlagen für Puster-, Eisack- oder Etschtal gäbe. Divide et impera.

Man hätte dann aber, wenn Ladinisch schon auf die ladinischen Täler beschränkt bleiben muss, wenigstens auf diesen Wahlzetteln in der Reihung Ladinisch an die erste Stelle setzen können.

Migranc y speculanc.

de Pablo Palfrader

Al m’á fat morvëia, cun ci impëgn che ladins á porvé da se paré da n pér de migranc. Valgügn se damanâ cinamai referendums, dijon che la jënt dess podëi dí sce ai ó bëgn i avëi. Le medemo impëgn foss d’öga da ti jí pormez ala svenüda de nüsc paisc a foresć. Iló n’él degügn che damana sce la jënt ó che sü paisc vëgnes venüs fora, sce ara é a öna cun i rolôs stlüc jö döt l’ann, o che jënt ne vá nia plü te nüsc hotí, o tl piec di caji cun vijins che te fej problems pornanche na iarina ciapa te so urt. Iló vëgnel dit che “al é mio y cun mi privat feji ci che i ó”. FALZ! La ciasa venüda sará privata, mo les conseguënzes paia düc. La svenüda á porté i prisc di grunc ales stëres, contribuësc da petoné pro nüsc paisc y compromët le dagní de nüsc mituns, che ará de gran dificoltés da se fá sö n’abitaziun. Chësta n’é nia fantasia, i l’odun te d’atri posć: de chi da Cortina á messü chirí n tët a San Vito dal Ciadura, gherdënes a Laiun y dla Val Badia foran Puster. So paisc é gnü massa cer. Y chësc nia dainré por gauja de speculanc che ne n’á mai assá, sfrüta y vënn vigni cubatöra sciöche sce ai foss i ultims. Chisc é danns che restará, cotan piec co na man de migranc. Les aministraziuns ne pó nia plü sté a bazilé y ciaré pro. Ares messass se paré cun pîsc y cun mans da chësc svilup che vá cuntra süa jënt. La Provinzia de Balsan á sëgn fat fora che i cuatiers nüs mëss gní convenzioná al 100%. Odarun sce chësc provedimënt portará davëi früc. Le todësch dij che “Not macht erfinderisch”! Mo indere: ince l’ingordia.

La Usc di Ladins.