WDR widmet sich CasaPound in Bozen.

In der vierten und letzten Folge der WDR-Reportage

Der Aufstieg der Rechten — Antworten auf rechtsextreme Aktionen

beschäftigen sich die Autoren Diana Löbl und Peter Onneken unter anderem mit den Faschisten des dritten Jahrtausends im Gemeinderat der Südtiroler Landeshauptstadt.

“Kein Fußbreit den Faschisten!” Michael wehrt sich dagegen, dass ausgerechnet in seiner Heimatstadt Bozen, Italien, die extrem rechte “Casa Pound” in den Gemeinderat eingezogen sind [sic] und nun mit breiter Brust und SS-Pullovern an den Sitzungen teilnehmen [sic]. Doch was kann man dagegen tun?
In Großbritannien tüfteln zwei Werber an ihrem Abwehrkampf gegen die Hetze. Mit “Stop funding hate” wollen sie dafür sorgen, dass Unternehmen nicht mehr in Blättern werben, die offen gegen Flüchtlinge wettern und das gesellschaftliche Klima vergiften – mit Erfolg.

— aus der Programmübersicht des WDR

Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen ist am

Mittwoch, den 10. Mai 2017 um 22.55 Uhr.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]

Quotation (361): Radikale Demokratie statt Nationalstaat.

Wie kann die nachhaltige Revolution gelingen?

Der Nationalstaat mit seinen monopolisierenden nationalen Gedanken — eine Heimat, eine Sprache… — das funktioniert nicht. In der Türkei hat das sogar dazu geführt, dass nach dem Zusammenfall des Osmanischen Reiches eine Republik ausgerufen wurde. Vorab wurde noch der Genozid an den Armenieren verübt, danach wurden Kurden und Griechen umgebracht. Das hat alles mit der Idee Nationalstaat zu tun, die nur eine Identität für gültig erachtet.
Ich komme einfach zum Schluss, dass eine radikale Demokratie und Rätestrukturen viel eindeutiger die gesellschaftliche Realität widerspiegeln, als das System des Nationalstaates.

Dilar Dirik, Aktivistin der kurdischen Frauenbewegung, im Salto-Interview von Martin Hanni.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Quotation (360): Facharztausbildung.

Ich stelle auch fest, dass viele Südtiroler Ärzte im Ausland sind. Das hat viel mit den Arbeitsbedingungen zu tun und fängt bei der Facharztausbildung an und die ist in Südtirol ein Desaster — nicht zuletzt wegen des italienischen Ausbildungssystems. Jungärzte gehen, lernen woanders und bleiben dort.

Univ. Prof. Johann Pratschke, Direktor der chirurgischen Abteilung an der Berliner Charité, ehem. Leiter der Chirurgieabteilung an der Uniklinik Innsbruck, »Dolomiten« vom 22.04.2017

Das »autonome« Südtirol hat nicht die Zuständigkeit, ein eigenes Ausbildungssystem festzulegen. Ein unabhängiges Südtirol könnte dies jederzeit tun.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Erste »Tour of the Alps«.

Am morgigen Ostermontag startet in Kufstein die Tour of the Alps, die den traditionsreichen Giro del Trentino (40 Austragungen seit 1962) beerben wird. Die neue Rundfahrt wird sich über die gesamte Euregio (Nord-, Süd-, Osttirol und Trentino) erstrecken — als einer der diesjährigen Höhepunkte gilt die Überquerung der Europabrücke.

Die fünf Etappen führen

  1. von Kufstein nach Innsbruck
  2. von dort nach Innervillgratten
  3. von Niederdorf nach Villnöß
  4. von Bozen nach Cles und
  5. von Smarano zur Zieleinfahrt am Trientner Domplatz (am 21. April).

Das Rennen wird unter anderem von Eurosport, RaiSport und BikeChannel übertragen und ist somit die erste Sportveranstaltung auf Euregio-Ebene mit einer größeren internationalen Projektion.

Wichtiger als Fakten.

Gerhard Mumelters Beitrag über die Toponomastikdiskussion ist auch auf Deutsch – in leicht abgeänderter Form – in der Online-Ausgabe des Standard erschienen.

Interessant ist darin vor allem ein Satz, der in der italienischen Version nicht vorkommt.

Da in den ländlichen Gegenden kaum Italiener leben, werden die Täler immer einsprachiger, die Sprachkenntnisse dürftiger.

Wenige Zeilen darunter schreibt Mumelter dann noch dies:

Befindlichkeiten scheinen wichtiger als Fakten […]

Die Fakten, die belegen, dass die Täler einsprachiger und die Sprachkenntnisse dürftiger werden, bleibt Mumelter aber selbst schuldig. Die einzigen Erhebungen diesbezüglich – die Sprachbarometer – lassen nämlich eher einen gegenteiligen Schluss zu. Die Sprachkenntnisse der jeweils anderen Landessprache(n) nehmen innerhalb aller Sprachgruppen zu.

“Kaum” lässt sich natürlich schwer quantifizieren und es ist eine Tatsache, dass in den ländlichen Gegenden Südtirols weniger Italienischsprachige leben als in den Städten. Fakt ist aber auch, dass der Anteil der Italienischsprachigen in 72 von 116 Gemeinden und sechs von acht Bezirksgemeinschaften zwischen den Volkszählungen von 2001 und 2011 zugenommen hat.

Mumelter krönt seine Analyse dann noch mit einem kapitalistischen Sahnehäubchen.

Ihre patriotische Rhetorik vernebelt allerdings die Antwort auf die essenzielle Frage, welche Ketten die Wohlstandsprovinz Südtirol eigentlich sprengen soll. Mit einem Pro-Kopf-BIP von fast 40.000 Euro übertrifft sie Deutschland und gehört zu den reichsten Regionen Europas. Die Arbeitslosenrate beträgt magere 3,7 Prozent. Der Fremdenverkehr boomt mit einer Rekordzahl von 30 Millionen Übernachtungen, das öffentliche Budget für die 530.000 Einwohner beträgt 6,4 Milliarden Euro.

Völlig klar. Solange das Geld passt und es Südtirol wirtschaftlich gut geht, braucht man sich über so Nebensächlichkeiten wie Teilhabe, Eigenverantwortung und Demokratisierung keine Gedanken machen. Warum denn auch? Geld allein ist das was zählt. Sonst nichts. Es läuft doch, ihr Häretiker!

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]

Mumelter, un po’ di confusione sul Sudtirolo.

I media a livello statale (e troppo spesso gli stessi media «statali», ovvero la Rai) hanno grandi difficoltà a raccontare la realtà sudtirolese con un minimo di serietà, se già non in maniera oggettiva.

Può dunque essere un’ottima idea — un contrappeso? — che a raccontare il Sudtirolo all’Italia, a volte, sia un giornalista sudtirolese.

Oppure no, come si nota facilmente leggendo un articolo di Gerhard Mumelter (traduzione di Nicola Vincenzoni) apparso su Internazionale e ripreso da Salto. Vediamone alcuni stralci.

Scrive Mumelter che Ettore Tolomei nel 1904 avrebbe scalato il Klockerkarkopf

al confine con l’Austria

senza specificare che, all’epoca, un confine lì non c’era. Poco male. Prosegue però raccontando che nel suo testamento, il senatore

chiese di essere sepolto con la testa rivolta a nord, per “vedere anche l’ultimo tedesco ricacciato oltre il Brennero”. Questa sua volontà alla fine non fu rispettata.

Ma questo non è vero. Il desiderio di cacciare i tedeschi dal Sudtirolo effettivamente non si è avverato, ma la volontà del feroce assimilatore di venire sepolto con la testa verso nord fu, eccome, rispettata. Per farlo, si dovette abbattere, parzialmente, il muro di cinta del cimitero.

Ma la più dura sconfitta del senatore fascista è postuma: quasi tutti i nomi di luogo che aveva introdotto stanno per essere cancellati.

La contesa sui toponimi va avanti da decenni e in futuro i fantasiosi nomi italiani spariranno […].

Quasi tutti? Stanno per essere cancellati? Spariranno? Forse Mumelter ha la sfera di cristallo, ma al momento pare che non se ne faccia nulla, e comunque i nomi più importanti, fra cui tutti i nomi dei 116 comuni sudtirolesi, sembra che verranno mantenuti.

Palermo, 47 anni, laureato all’università di Innsbrück

Su «Innsbrück» stendiamo un velo pietoso. Ad ogni modo Francesco Palermo si è laureato a Trento, mentre a Innsbruck ha fatto un dottorato di ricerca (come si evince dal suo blog).

In Alto Adige, infatti, i conflitti etnici si ripresentano con un’inversione delle parti: ora sono gli italiani a sentirsi in svantaggio. E non del tutto a torto, dato che il loro numero diminuisce costantemente. Mentre la popolazione di lingua tedesca è cresciuta quasi del 20 per cento dal 1971 a oggi, quella italiana è calata del 16 per cento.

Scrivere questo, senza spiegare che il 1971 rappresenta l’apice del gonfiamento artificiale del gruppo linguistico italiano (ad opera dei fascisti prima e di una specifica politica migratoria messa in atto dalla Repubblica poi) equivale a una chiara disinformazione.

In dieci anni il numero dei consiglieri regionali di lingua italiana è passato dal 23 al 14 per cento: oggi nel consiglio siede un solo italiano. In molti comuni anche i carabinieri parlano tedesco.

Qui si fa confusione fra consiglieri provinciali e regionali. E non si spiega (a) che i carabinieri sarebbero tenuti a parlare tedesco in tutti i comuni e (b) che dire che parlano il tedesco non significa (come qualcuno potrebbe interpretare) che non parlano anche l’italiano.

Inoltre alle ultime elezioni regionali la lista di CasaPound, il gruppo di estrema destra, ha ottenuto quattro seggi registrando qui il suo record nazionale.

Alle regionali CasaPound non ha ottenuto nessun seggio. Ne ha ottenuti nel consiglio comunale di Bolzano (ma sono tre).

Il conflitto culturale è seguito da molti altoatesini. Tra questi ci sono gli imprenditori, le famiglie plurilingue e gli elettori dei partiti non etnici, come Verdi, Pd e Movimento 5 stelle.

Definire il PD un partito non etnico [1] [2] sinceramente fa sorridere. Ma vabbè.

Vedi anche: [1] [2]

Landesjournalistenkammer: Mayr kontert Kronbichler.

Der Chefredakteur von Rai Südtirol, Wolfgang Mayr, antwortet dem Kammerabgeordneten Florian Kronbichler (Grüne/MDP), der in Bezug auf die Schaffung einer autonomen Südtiroler Journalistenkammer von »provinzieller Einigelung« und »ethnischer Trennung« geschrieben hatte.

Die bevorstehende Umwandlung der Journalistenkammer Trentino-Südtirol in zwei eigenständige Landeskammern wurde von Senator Karl Zeller (SVP) erreicht.

Mayr erinnert daran, dass JournalistInnen von Rai Südtirol, Athesia und Südtirol 1 bereits im Herbst 2015 von der regionalen Journalistenkammer gefordert hätten, Fortbildungskurse endlich auch in deutscher und ladinischer Sprache anzubieten. Ein entsprechender offener Brief sei an alle Südtiroler ParlamentarierInnen, also auch an Florian Kronbichler verschickt worden — doch weder Kronbichler, noch die Journalistenkammer selbst hätten je darauf reagiert.

Dass es sich bei der Schaffung einer Südtiroler Journalistenkammer um »ethnische Trennung« handle, verneint Mayr. Alle anderen Berufskammern seien schon heute auf Landesebene organisiert — und auch die Führung der Südtiroler Journalistenkammer würde dann eben von deutschen, italienischen und ladinischen JournalistInnen gewählt.

Warum dürfen wir nicht machen, was in anderen Berufen schon lange gilt?

— Wolfgang Mayr

Eine ähnliche Position wie jetzt hätte Kronbichler bereits zum Zeitpunkt der Rai-Reform eingenommen, so Mayr, als der grüne Kammerabgeordnete gar prognostiziert hatte, dass die italienischsprachige Redaktion von Bozen nach Trient übersiedeln müsste. Dies sei jedoch nicht eingetreten.

Noch einen weiteren Vorwurf weist der Rai-Chefredakteur zurück: Eine Schutzklausel für Sprachminderheiten, die ihre Vertretung im staatsweiten Kammerrat sicherstellt, hatte Kronbichler scharf kritisiert. Schließlich sei schon bisher — ohne Schutzklausel — schon immer »ein deutscher Südtiroler« im Kammerrat verteten gewesen. Mayr weist darauf hin, dass das Gremium bisher aus 156 Mitgliedern bestanden hatte, nunmehr jedoch auf 60 Sitze verkleinert werden soll. Somit hätte tatsächlich die Gefahr bestanden, dass die Minderheiten nicht mehr angemessen vertreten gewesen wären.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Quotation (359): Natürlich Blödsinn!

Wer die deutschsprachigen Tageszeitungen liest oder auch die Internetforen, der sieht immer wieder Texte von Leuten — ob das dann repräsentativ ist, ist eine andere Frage — die […] feststellen, es würde inzwischen alles fast italianisiert werden. Was natürlich ein völliger Blödsinn ist […].

Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) am Runden Tisch von Rai Südtirol, 3. April 2017

Dann verbreitet vermutlich auch das Landesstatistikinstitut (Astat) völligen Blödsinn.