Francesco Palermo e la Catalogna.
Secessione da negoziare

Il senatore Francesco Palermo (PD/SVP) ha concesso un’intervista al quotidiano catalano ElPunt Avui, che vi è stata pubblicata il 16 dicembre scorso. Ne riproponiamo alcuni stralci:

Che dice della convocazione del referendum d’indipendenza catalano?

Credo che sia una cosa del tutto naturale e incontestabile consultare un territorio sul proprio futuro. Gli stati nascono, crescono, muoiono continuamente, non c’è nulla di strano. Ciò che mi suscita delle perplessità è la modalità di conseguire l’indipendenza, che il tutto implichi solamente un referendum. Bisognerebbe insistere sull’aspetto negoziato della secessione.

E se la controparte non vuole negoziare?

È un errore enorme di Madrid, come anche la giudizializzazione della politica. Dall’esterno risulta incomprensibile. Prima o poi il governo spagnolo dovrà capire che bisogna dialogare veramente, anche nel proprio interesse.

Quale sarebbe la miglior via per conseguire l’indipendenza?

Il referendum dovrebbe essere parte di un processo consultivo che comprenda un’eventuale dichiarazione di indipendenza accompagnata da negoziati. Il referendum deve far parte di un processo più ampio.

Ciò di cui è accusata Carme Forcadell [presidente del parlamento catalano accusata di aver permesso un dibattito sull’indipendenza, n.d.t.] in Italia potrebbe venir considerato un reato?

In Italia abbiamo ancora un Codice Penale fascista, del 1930, anche se modificato, ed esiste il reato di attentato all’unità nazionale. La questione giuridica è molto simile a quella spagnola, da questo punto di vista. Con la grande differenza che in Italia si possono fare i referendum.

Almeno ora [in Italia] non si fanno più paragoni sbagliati [della situazione catalana] con la Lega Nord.

È vero, almeno questo, visto che non c’entra nulla. È stato d’aiuto che la Lega Nord abbia smesso di parlare di secessione.

Traduzione: BBD

Quotation (343): Kaum mehr Italiener…?
»Alternative Fakten« setzen sich durch

Außerhalb der größeren Städte gibt es ja kaum mehr Italiener, und daher ist dieser italienische »disagio« in den Tälern nicht wahrnehmbar.

— Senator Francesco Palermo (PD/SVP)

In den städtischen Gebieten und in vielen Ämtern ist Südtirol tatsächlich ein zweisprachiges Land. Weniger in der Peripherie, denn dort gibt es kaum noch Italiener.

— Landtagsabgeordneter Pius Leitner (F)

Beide Aussagen sind in ff Nr. 7 vom 16. Februar 2017 enthalten.

Laut der letzten Volkszählung von 2011 hat der Anteil italienischsprachiger MitbürgerInnen im Vergleich zu 2001 in 62% der Gemeinden (72 von 116) und in 6 Bezirksgemeinschaften von 8 zugenommen.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Autonomie im Tarnanzug.
Angst vor römischen Querschüssen

Bewegt euch nicht, lasst alles wie es ist, sonst wird noch jemand auf uns aufmerksam und kippt die »autonomen« Befugnisse. So oder ähnlich könnte man die Warnung von Manfred Schullian (SVP) in einem Salto-Interview zusammenfassen.

Der Parlamentarier und Rechtsanwalt habe im Landwirtschaftsausschuss seiner Partei von einer Reform des Landschaftsschutzes abgeraten, weil damit das Risiko einer Anfechtung vor dem römischen Verfassungsgericht einhergehe, welches eine Einschränkung der autonomen Regelungsmöglichkeiten dekretieren könnte.

»Querschnittkompetenz« nennt Schullian eine Erfindung der Verfassungsrichter, mit der sie ihre Zentralisierungswut rechtfertigen. Und diese Querschnittkompetenz könnte noch weitere Zuständigkeiten des Landes gefährden.

Regungslosigkeit und Unauffälligkeit sind schon länger zwei wichtige Maximen der Südtiroler Autonomiepolitik: So hatte Senator Karl Zeller (SVP) vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass er fast nie im Plenum des Senats spreche, um andere nicht auf Südtirol aufmerksam zu machen. Auch vor Bestrebungen, Südtirol und Trentino in Regionen zu verwandeln, warnte Zeller — aus Angst vor Verschlechterungen.

Wahrlich ermutigende Voraussetzungen für die Zukunft der Autonomie.

Toponimi: meglio aggiungere…?

In Sudtirolo quasi tutti sanno che in Val d’Aosta alla fine del fascismo (nel 1946) i toponimi furono ripristinati nella loro forma originale, storicamente stratificata e fondata. Porta Littoria tornò allora a essere La Thuile, Cortemaggiore ridivenne Courmayeur e via dicendo.

In Sudtirolo invece una parte importante della comunità di lingua italiana non è mai riuscita a emanciparsi da questa eredità fascista, neanche parzialmente e/o limitatamente alle più grossolane aberrazioni (come la cosiddetta Vetta d’Italia). Anzi.

Si ricorre al mantra che un torto fascista, col tempo, perde la sua connotazione negativa. E che quindi «ora è troppo tardi»: basta opporsi alla riparazione per alcuni decenni, magari mettendo in campo anche un partito neofascista, e il gioco è fatto.

Oppure che — sempre e comunque — «è meglio aggiungere che rimuovere»… e allora, probabilmente, fece bene l’ultranazionalista Ettore Tolomei. Tanto bene fece che nel 21° secolo un esponente di spicco della «sinistra» italiana auspica la moltiplicazione della sua opera.

Ciò che fu buono e giusto in Val d’Aosta (o in Trentino) pare impossibile in Sudtirolo, con media e politici (anche a livello statale) sempre pronti a dare prova di arretratezza culturale e attaccamento all’eredità fascista. Basta che suoni «italiana».

Meno conosciuta ma forse più emblematica della questione aostana, comunque, è quella piemontese. Anche lì, infatti, il regime fascista pensò bene di «italianizzare» quei toponimi che potevano suonare «stranieri». Una situazione che non fu sanata automaticamente alla fine del ventennio, come in Val d’Aosta, ma i nomi storici furono comunque ripristinati (e quelli inventati rimossi) su richiesta dei comuni interessati. Così Esille tornava Exilles nel 1953, Ulzio tornava Oulx nel 1960, Venalzio tornava Venaus nel 1967, Roreto Chisone tornava Roure nel 1975. Niente regione autonoma, niente «troppo tardi» e niente «meglio aggiungere che rimuovere». Semplice democrazia e giustizia storica.

Si dirà: quei nomi sono più facili da pronunciare di un toponimo «tedesco». Sarà — ma non è detto. Ad ogni modo però chi ammette che l’italianità (o la latinità) sia un criterio non si è mosso, non di molto perlomeno, rispetto a 80 anni fa.

Vedi anche: [1] [2] [3] [4] [5]

Scatà und Movio sympathisieren mit dem Faschismus.
Sie stellten und töteten Anis Amri

Letzen Dezember hatten die beiden italienischen Polizisten Luca Scatà und Cristian Movio internationale Bekanntheit erlangt, als sie in der Nähe von Mailand den mutmaßlichen Berlin-Attentäter Anis Amri stellten und erschossen.

Unter den ersten Gratulanten befanden sich neben italienischen Amtsträgern auch die Berliner Polizei sowie die deutsche Bundesregierung. Letztere hatte offenbar vor, den beiden Beamten einen Orden zu verleihen, eine Absicht, die jedoch schnell wieder verworfen wurde.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sollen die deutschen Behörden im Zuge routinemäßiger Überprüfungen Hinweise gefunden haben, dass Scatà und Movio mit dem Faschismus und dem Nationalsozialismus sympathisieren.

So soll Scatà auf Instagram ein Foto veröffentlicht haben, auf dem er mit römischem Gruß posiert. Am Jahrestag der Befreiung (25. April) soll er in sozialen Medien außerdem eine Mitteilung veröffentlicht haben, in der er seine Trauer um den Tod Benito Mussolinis zum Ausdruck brachte.

Movio soll auf Facebook eine Fotomontage mit Hitler und dem einer Werbung nachempfundenen Slogan share a Coke with Adolf geteilt haben.

Einmal mehr kommt so der lasche Umgang italienischer Institutionen mit dem Faschismus ans Tageslicht.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Scotland would be most welcome.

Der ehemalige Vizepräsident des EU-Parlaments, Jacek Saryusz-Wolski (EVP), hat sich in einem Tweet zur Aufnahme Schottlands in die Europäische Union geäußert.

Er teilte einen Beitrag von Politico mit Äußerungen von Jacqueline Minor, ihres Zeichens Repräsentantin der EU im Vereinigten Königreich, die gesagt hatte, dass Schottland (nach einer etwaigen Staatswerdung) einen Wiederaufnahmeantrag stellen müsste.

Saryusz-Wolski kommentierte, dass die Entscheidung Schottland obliege, das Land aber in der EU sehr willkommen wäre.

Nachdem der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union immer konkretere Züge annimt, spitzt sich auch der Konflikt zwischen Schottland und Westminster zu. Während die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon (SNP) ein weiteres Selbstbestimmungsreferendum ins Spiel brachte, behauptete Ministerpräsidentin Theresa May (Tories), dass ein unabhängiges Schottland die EU verlassen müsste.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Aufforderung zum Rechtsbruch.

Die leidige Geschichte der beiden Südtiroler, die in Thailand wegen Fahnenschändung verhaftet wurden, ist noch in guter Erinnerung.

Die Helden von unsertirol24.com nahmen im Zuge der Diskussion um gebührliches Verhalten im Ausland ein Posting dreier Pusterer, die in Singapur eine Tiroler Flagge mit dem Spruch „Ein Tirol“ hochhalten, alsdann zum Anlass, um zu zeigen „wie es im Ausland richtig geht“. Mit der Aufforderung „Solche Fahnen-Aktionen dürfen gerne nachgemacht werden“ wird der Artikel beendet.

Dumm nur, dass in Singapur die öffentliche Zurschaustellung fremder Flaggen und politischer Symbole laut National Emblems (Control of Display) Act (CHAPTER 196) verboten ist und mit bis zu 500 Dollar bzw. sechs Monaten Gefängnis bestraft wird.

Ans Kreuz mit ihr!

Brigitte Foppa wurde von einem Redakteur der Neuen Südtiroler Tageszeitung zum Thema religiöse Symbole im öffentlichen Raum befragt. Laut eigener Aussage habe sie gesagt, dass

wenn sich die Gesellschaft wandelt und nicht mehr nur eine Religion ihre von der Verfassung verbrieften Rechte leben will, werden wir uns über die Präsenz von religiösen Symbolen im öffentlichen Raum neu verständigen müssen.

Eine Entfernung der Kruzifixe aus den Schulklassen habe sie nicht explizit gefordert. Und selbst wenn sie das getan hätte, wäre das in einer liberalen Demokratie ein völlig legitimer Ausdruck von Meinungsfreiheit und eine Forderung, die man teilen kann oder auch nicht.

Was dann – vor allem auf diversen Social-Media-Plattformen – passierte, zeichnet ein erschreckendes Bild vom Zustand unserer demokratischen Diskussionskultur und unserer Achtung voreinander (vulgo Anstand), wie ein Artikel auf salto.bz dokumentiert.

Foppa richte sich mit ihren Aussagen (was auch immer diese genau waren) gegen „unsere Religion, unser Land und unsere Leute“, war noch das harmloseste, was die selbsternannten Retter des Abendlandes mit Deutungshoheit so von sich gegeben haben. Jemand, der so denkt wie Foppa, ist also kein Teil unserer Gemeinschaft in Südtirol, die ja bekanntlich 100 Prozent homogen ist. Und „die linken miaset manmit den gonzn gsindl mit oschiabn !“ schlägt ein gewisser Moritz I. vor. Andersdenkende des Landes verweisen – das hatten wir schon mal.

Einen Schritt weiter geht Walter F.: „i tat di Foppa afn Kreiz auinogln“. Ungeachtet dessen, dass eine solche Aussage ungeheuerlich dumm ist und einen Straftatbestand darstellt, der streng verfolgt gehört, ehe derartige Hassbotschaften noch salonfähiger werden, als sie es bereits sind und irgendwann tatsächlich Handlungen nach sich ziehen, ist der Sager auch noch paradox. Jemand, der die Anbringung des christlichen Kreuzes mit solchen Worten verteidigt, hat ganz offensichtlich vom heutigen Selbstverständnis des Christentums und der Botschaft Jesu Christi nicht wirklich viel verstanden. Zudem hängt der Schreiber einer Ideologie an, die sich von jener der militanten Islamisten kaum unterscheidet. Auch diese wünschen Andersdenkenden und Andersgläubigen den Tod.

Desweiteren wird Foppa die Beleidigung der christlichen Religion vorgeworfen. Inwiefern es jedoch eine Beleidigung ist, wenn jemand die konsequente Durchsetzung eines laizistischen Staates fordert, erschließt sich mir nicht ganz. Da ist es schon beleidigender, wenn Kommentatoren die Beibehaltung der Kreuze mit „Tradition“ begründen und somit die religiöse Überzeugung Gläubiger zur reinen Folklore degradieren.

Generell scheinen viele ein Problem damit zu haben, den Unterschied zwischen öffentlicher und privater Verwendung religiöser Symbole zu verstehen. „Is Kopftuach verteidign, obr die Kreize oheng welln“, heißt es in vielen Kommentaren sinngemäß. Wir leben in einem (mittlerweile) laizistischen Staat, in dem Kirche und Staat getrennt sind und Religionsfreiheit garantiert ist. Der Staat verhält sich den unterschiedlichen Religionen gegenüber neutral. Das ist einer der Grundpfeiler unserer auf freiheitlichen Grundwerten basierenden Demokratie. Das Tragen eines Kopftuches oder einer jüdischen Kippa (auch im öffentlichen Raum und sofern kein Zwang dahinter steckt), eine Fronleichnamsprozession, das Ordensgewand einer Nonne, ein Kreuz-Tattoo auf dem Oberarm sind ein privater Ausdruck religiöser Überzeugung, der durch Religions- und Meinungsfreiheit gedeckt ist. Wenn in Schulen und Gerichten allerdings religiöse Symbole (nur einer Religion zumal) vorhanden sind, kann man durchaus argumentieren, dass der Staat seine Neutralität und laizistische Ausrichtung verletzt, wenngleich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte durch das Anbringen des Kruzifixes in Schulklassen mit 2011 keinen Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention sieht. Zwei Jahre zuvor hatte er noch gegenteilig befunden. Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat hingegen entschieden, dass verpflichtende Kruzifixe in bayerischen Schulklassen verfassungswidrig seien.

Interessant ist auch, wenn Foppa nahegelegt wird, dass sie in Saudi-Arabien oder dem Iran einmal solch blasphemische Forderungen erheben und zusehen möge, was dann passiert. Diese Staaten, die zu jeder Gelegenheit – zurecht – als Beispiel für Rückständigkeit zitiert werden, wenn es um religiöse Toleranz geht, sollen auf einmal der Maßstab dafür sein, was man in einer westlichen Demokratie fordern darf und was nicht.

Aber was rede ich da. Die Diskussion ist sowieso beendet und jedes weitere Wort überflüssig. Das sage nicht ich, sondern das verordnet Günther Heidegger in einem Kommentar im Tagblatt Dolomiten: „Unsere Kreuze bleiben!“

Recht hat er. Sachlich argumentieren und auf Augenhöhe diskutieren ist ja so 20. Jahrhundert. Wo kämen wir hin, wenn wir jede Häresie einfach so zuließen? Wahrscheinlich raus aus dem Mittelalter.