Quotation (401): Provinzielle Aufregung.

Die Aufregung über das spanische Vorgehen sei eher ein Ausdruck des Südtiroler Provinzialismus. “Jeder will sich aufgrund der Probleme anderer profilieren. Und sieht dabei nur, was ihn interessiert.”

Senator Francesco Palermo (SVP/PD) über die Lage in Katalonien, zitiert in ff 39/2017

Man muss vermutlich äußerst weltgewandt sein, um die Durchsuchung von Zeitungsredaktionen, die Beschlagnahme von Urnen und Stimmzetteln, die Festnahme von Politiker- und Funktionärinnen, die Anklage von Bürgermeisterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft mitten im Europa des 21. Jahrhunderts zu verstehen. Ich muss zum Beispiel gestehen, dass ich leider den Provinzialismus und die Aufregung mehrerer dänischer, britischer, Schweizer und EU-Abgeordneter, von Amnesty International, Fundació Miró, den Bürgermeisterinnen von Barcelona und Dublin, mehrerer italienischer Persönlichkeiten oder des gesamten sardischen und aostanischen Regionalrats teile. In Zukunft werde ich mich aber anstrengen, auch nur ein wenig vom Niveau derer zu erhaschen, die der Einsatz der Polizei gegen einen demokratischen Wunsch der eigenen Bevölkerung kalt lässt — es scheint mir notwendig.

Siehe auch: [1] [2]

La Sardegna al fianco della Catalogna.

Durante la seduta che ha avuto luogo nella giornata di ieri il Consiglio regionale della Sardegna su proposta del Partito Sardo d’Azione ha approvato — all’unanimità — un ordine del giorno unitario per esprimere la propria solidarietà alla Catalogna e rivolgere un appello alla comunità internazionale:

CONSIGLIO REGIONALE DELLA SARDEGNA
XV LEGISLATURA

Ordine del giorno n. 71

approvato il 21 settembre 2017

ORDINE DEL GIORNO SOLINAS Christian – TEDDE – CONGIU – USULA – DESSÌ – LEDDA – GALLUS – TUNIS – PITTALIS – ANEDDA – OPPI – TOCCO – PERU – SATTA – CONTU – MARRAS – PINNA Giuseppino – DEDONI – RUBIU – CHERCHI – DESINI – MANCA Pier Mario – UNALI sul diritto all’autodeterminazione del Popolo Catalano.

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IL CONSIGLIO REGIONALE

a conclusione della discussione del disegno di legge n. 449/A,

VISTO il travaglio vissuto dal popolo catalano nel percorso democratico di affermazione del proprio diritto all’autodeterminazione, alla libertà e alla felicità collettiva;

VISTA altresì la reazione repressiva e di chiusura al dialogo da parte del Regno di Spagna, che ha condotto all’arresto di funzionari ed esponenti politici della Generalitat de Catalunya;

CONSIDERATI i rapporti di amicizia tra la Sardegna e la Generalitat de Catalunya, consacrati con l’apertura ad Alghero dell’unica sede di rappresentanza in Italia;

RIAFFERMATO il diritto naturale ed inviolabile degli individui e dei popoli alla propria libertà ed autodeterminazione, e il dialogo e il rispetto come strumenti pacifici di composizione dei conflitti, ripudiando l’uso della forza e delle prevaricazioni;

SOTTOLINEATO che proprio in questa Legislatura del Consiglio regionale, e proprio all’insegna del principio di autodeterminazione dei popoli, sono stati raggiunti risultati importanti sul piano delle relazioni e accordi internazionali finalizzati proprio a rivendicare in sede di Unione europea quei benefici e prerogative legati all’insularità e mai riconosciuti a livello italiano benché legittimati in plurime pronunce degli organismi sovranazionali,

esprime

la propria solidarietà al Popolo Catalano, confermando la propria vicinanza e sostegno morale e spirituale al loro insopprimibile anelito alla libertà,

chiede

alla Comunità internazionale ogni utile intervento al fine di garantire il diritto di esprimersi sull’autodeterminazione della Catalogna, attraverso il regolare e democratico referendum del 1° ottobre 2017.

Cagliari, 21 settembre 2017

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Il presente ordine del giorno è stato approvato dal Consiglio regionale nella seduta del 21 settembre 2017.

Confindustria und die regionale Steuermoral.

Der italienische Arbeitgeberverband Confindustria hat eine Studie zur Steuerhinterziehung in den Regionen veröffentlicht, die unter anderem mithilfe der Interpretation von Istat-Daten erstellt wurde. Wichtigster Faktor für die Schätzung war die sogenannte »nicht beobachtete Wirtschaft« (NOE: Non Observed Economy) in Relation zum erwirtschafteten Mehrwert. Je geringer der entsprechende Prozentsatz ausfällt, desto weniger Steuern werden hinterzogen, so — verkürzt dargestellt — die Überlegung.

Die Region Südtirol-Trentino ist dabei jene mit dem geringsten NOE-Anteil, Kalabrien jene mit dem höchsten. Im nordwestitalienischen und im nordostitalienischen Raum werden demnach im Durchschnitt weniger Steuern hinterzogen, als in Mittel- und Süditalien.

Wie Confindustria errechnete, wären die Gesamtsteuereinnahmen bei gleichbleibendem Steuerdruck um mehr als 40 Milliarden Euro höher, wenn Steuern in allen Regionen so fleißig gezahlt würden, wie in Südtirol und Trentino. Dann könnte man die Steuern für alle spürbar senken.

Nochmal: Mehreinnahmen von über 40 Milliarden wären laut Confindustria also garantiert, wenn der NOE-Wert in allen Regionen bei 11,3% läge wie in Südtirol-Trentino — und nicht im Idealfall (gar keine Steuerhinterziehung).

Wie man dem Fließtext der Studie entnehmen kann, ist der NOE-Wert für das Land Südtirol noch einmal geringer, als für die Region Südtirol/Trentino. Das Land wurde jedoch in den Tabellen nicht gesondert berücksichtigt, weil es sich offiziell um eine »Provinz« und nicht um eine »Region« handelt. (Ein Grund mehr für die Umwandlung der Länder Südtirol und Trentino in zwei eigenständige Regionen?)

Zurück zum eigentlichen Thema: Dass Steuern hierzulande zwar nicht vollständig, aber immerhin im Vergleich mit Italien offenbar »ehrlicher« entrichtet werden, kommt vor allem dem Landeshaushalt (und somit uns selbst) zugute. Aber eben auch dem Staat, dem ein wachsender Anteil unserer Gelder zufließt.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]

Als Sarde bei der Tour de France.

Der erfolgreiche sardische Radrennprofi Fabio Aru hat es für einmal geschafft, aus der »nationalstaatlichen Logik« auszubrechen und sich bei der offiziellen Präsentation der diesjährigen Tour de France erstmals vor der Regionalflagge abbilden zu lassen — während alle anderen Athleten mit den Nationalfarben dargestellt wurden:

Wie genau es dazu kam, ist unklar. Es wird vermutet, dass die OrganisatorInnen mit der Darstellung einfach Arus starke Verbundenheit zu seiner Heimatinsel honorieren — und zum Ausdruck bringen — wollten.

Die rotweißen Farben mit den charakteristischen vier Mohrenköpfen zieren Arus Fahrradhelm, außerdem erschien er bei der Siegerehrung der von ihm gewonnenen Vuelta de España 2015 mit der sardischen Flagge. Kleine Zeichen, die Südtiroler SportlerInnen selten wagen.

Im Internet soll sardischen Medien zufolge die Tatsache, dass Aru nicht mit einer Trikolore abgebildet wurde, bereits Shitstorms ausgelöst haben. Die Toleranz mancher NationalstaatlerInnen hat eben ihre enggesteckten Grenzen. Doch es ist davon auszugehen, dass sich der selbstbewusste Athlet davon nicht wird beeindrucken lassen.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]

L’Alguer für mehrsprachige Etikettierung.

In Alguer/Alghero (Sardinien) haben die Region Sardinien, die Generalitat de Catalunya und die Gemeindeverwaltung gemeinsam ein Projekt — namens MenjAlguerés — initiiert, um den Lebensmittelhandel für die Produktauszeichnung und -etikettierung auf Katalanisch zu sensibilisieren. Begonnen wurde mit der Obst- und Gemüsesparte, doch die Initiative soll nach und nach auf sämtliche Bereiche ausgeweitet werden.

Am Projekt beteiligen sich neben den amtlichen Trägern auch der Handwerkerverband (Confartigianato), der Handelsverband (Confcommercio), die Landwirtschaftsvereinigung CIA, die beiden Märkte von Alguer sowie die Supermarktketten Eurospin und Conad.

In Südtirol wird die einsprachige Etikettierung in der Staatssprache dagegen schon mal im protektionistischen Sinn als Wettbewerbsvorteil angesehen.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Nach bald zwei Jahren: Wieder Sardisch in der Rai.

Seit Mitte 2015 gab es im öffentlichen Rundfunk der Rai keine Sendungen in sardischer Sprache mehr, weil der PD das Sardische in seiner Rundfunkreform nicht mehr berücksichtigen wollte. Erst letzten Montag, den 6. März kehrte die Sprache der Insel nach bald zwei Jahren in den öffentlichen Rundfunk zurück. Doch aufgrund der PD-Reform musste die sardische Regierung eine Sonderübereinkunft mit der Rai aushandeln und wird die Sendungen in sardischer Sprache (mit 200.000 Euro) selbst finanzieren müssen. Dementsprechend spärlich fällt die Ausbeute aus: Nur 144 Stunden pro Jahr (im Durchschnitt nicht einmal eine halbe Stunde am Tag) wird Radiorai in sardischer Sprache ausstrahlen.

Wäre Sardisch (wie Deutsch, Französisch, Ladinisch und Slowenisch) im Rai-Gesetz enthalten, würde der Staat die Sendungen mit bis zu 2 Millionen fördern.

Übrigens: Großen Einsatz für die Mehrsprachigkeit zeigen italienische Parteien traditionell vor allem in der einzigen (verbliebenen) Provinz — Region gibt es keine — mit nicht italienischsprachiger Mehrheitsbevölkerung. Ein Schelm…

Siehe auch: [1] [2] [3]

Il testo della «Carta di Udine».

La presidente del Friuli-Venezia Giulia, l’assessore alle riforme della Sardegna, il governatore del Trentino e il Landeshauptmann del Sudtirolo, nell’ambito di una riunione congiunta hanno firmato e consegnato al ministro per gli affari regionali, Enrico Costa, la cosiddetta «carta di Udine», il cui testo riproduciamo qui di seguito (senza, per ora, aggiungere un nostro giudizio):

La carta di Udine

RIFORMA COSTITUZIONALE E AUTONOMIE SPECIALI

Le Autonomie Speciali nel tessuto profondo della Carta Costituzionale

Le Autonomie Speciali sono uno dei tratti essenziali e distintivi della nostra Carta fondamentale, un patrimonio intangibile che ancora oggi ha un valore specifico nell’ampio quadro del nostro regionalismo. “L’autonomia non è un’esigenza sentita solo in Sardegna: essa è un’esigenza generale che investe tutto il problema della ricostruzione dello Stato italiano”, così Emilio Lussu in un discorso pronunciato a Parigi, nel 1931. Lo stesso Lussu, in tempi di libertà negate, sottolineava che “l’autonomia deve essere l’idea animatrice della rivoluzione antifascista democratica”.

Il modello che viene delineato nella Costituzione del 1948 tiene conto di condizioni particolari, storiche, geografiche, linguistiche e culturali: valorizzare le differenze per mantenere in equilibrio tutto il sistema e dare concretezza a un progetto generale e diffuso di sviluppo sociale ed economico.

Il dibattito in Assemblea Costituente – ha scritto Livio Paladin – si muoveva dalla constatazione di una sorta di “fatto compiuto” – gli statuti di Sicilia, Sardegna, Valle d’Aosta e dell’accordo De Gasperi-Gruber – del quale la Costituente avrebbe dovuto prendere atto. Questo atteggiamento si trova esplicitato non solo nella relazione scritta di Gaspare Ambrosini alla conclusione dei lavori del Comitato da lui presieduto, ma già prima, nell’agosto 1946, nell’ordine del giorno presentato da Attilio Piccioni sulle situazioni particolari esistenti (Sicilia, Sardegna, Valle d’Aosta / Vallee d’Aoste e Trentino – Alto Adige / Südtirol).

Così, l’Assemblea Costituente, richiamato l’art. 116 della Costituzione, approvò, nel 1948, gli statuti di autonomia della Regione Sardegna, della Valle d’Aosta / Vallee d’Aoste e del Trentino – Alto Adige / Südtirol e convertì, in legge costituzionale, il preesistente statuto della Regione Sicilia. Lo statuto del Friuli Venezia Giulia verrà approvato successivamente con legge costituzionale, a seguito degli accordi internazionali degli anni ’50 su Trieste.

Per il loro carattere costitutivo dell’ordinamento repubblicano le Autonomie speciali mantengono intatto tutto il loro valore nel contesto della cruciale stagione di riforma costituzionale in atto.

Il tormentato percorso delle riforme costituzionali ad un punto di svolta

Il tema della riforma della seconda parte della Costituzione Repubblicana, nel corso di questi ultimi trent’anni (a partire dal progetto di riforma della Commissione Bozzi) ha assunto caratteri di particolare urgenza. Era ed è necessario, allora, portare a completamento e piena approvazione, con la collaborazione dei diversi sistemi istituzionali e con il decisivo apporto dei cittadini, attraverso il voto al referendum confermativo, la recente legge costituzionale per il superamento del bicameralismo paritario e la riforma del Titolo V della Costituzione. Le Autonomie speciali intendono fornire un contributo di modernizzazione istituzionale per valorizzare un modello di regionalismo naturalmente asimmetrico e differenziato.

La riforma del Titolo V nell’ambito della complessiva riforma

Concentrare l’attenzione, peraltro, solo sulla riforma del Titolo V e, ancora di più, limitare tutta l’analisi sul tema delle autonomie speciali rischia di compromettere la visione di insieme. Le Autonomie Speciali devono essere sempre considerate come parte del tutto e mai come corpo separato.

In questo senso, anche il percorso di riforma costituzionale in esame, che riguarda il superamento del bicameralismo paritario e la riduzione dei parlamentari, con un più chiaro distinguo tra Camera politica e Senato delle Regioni e delle Autonomie, rappresenta un salto di qualità nella piena applicazione dei principi costituzionali fissati nell’art. 5 della Costituzione.

Il Senato delle Regioni e delle Autonomie Locali, al di là dell’esercizio pieno delle funzioni legislative in alcune materie fondamentali in particolare per le leggi costituzionali che viene mantenuto, svolge indubbiamente un ruolo di riequilibrio istituzionale nella possibilità di richiamare ogni provvedimento legislativo approvato dalla Camera, nel rapporto con l’Unione europea e nell’attività di valutazione dell’impatto delle politiche pubbliche e comunitarie sul territorio.

Un elemento non secondario, proprio per dare maggiore equilibrio al sistema, è dato dalla forte incidenza del Senato delle Regioni e delle Autonomie nei processi di nomina degli organi di garanzia (elezione del Presidente della Repubblica e nomina di 2 giudici costituzionali sui 5 di nomina parlamentare).

Di particolare rilievo il ruolo dei senatori-consiglieri regionali, espressione di assemblee elettive strettamente legate ai territori. La loro presenza rende concreta l’idea di un nuovo Senato in cui viene realizzato il principio di sussidiarietà.

Le Autonomie Speciali: una conferma, un rafforzamento, uno stimolo al cambiamento

Il legislatore costituente ha pienamente confermato, nel nostro ordinamento, il valore delle Autonomie Speciali. Resta la differenziazione, non viene messa in discussione la specificità come si evince dall’art. 39, comma 13, della legge costituzionale di riforma che esplicitamente esclude l’applicabilità, alle Regioni e Province autonome, delle nuove norme costituzionali salvo intesa (con esplicito riferimento alle norme relative al Capo IV della legge).

L’articolato iter parlamentare ha anche consentito di salvaguardare gli Statuti di Autonomia, introducendo il principio dell’intesa nel processo di revisione, il mantenimento delle norme più favorevoli introdotte con la riforma costituzionale del 2001 e la possibilità del trasferimento di ulteriori competenze attualmente statali con la procedura semplificata dell’articolo 116 c. 3 della Costituzione.

Proprio una corretta applicazione del principio dell’intesa consentirà alle Autonomie speciali di divenire laboratorio, magari attraverso una strategia costituzionale comune, per la sperimentazione di altre forme avanzate di autonomia a geometria variabile e virtuosamente competitive.

La costituzionalizzazione dell’intesa nel rapporto Stato/Autonomie Speciali

Vi è un dato, come sopra ricordato, che costituisce tratto distintivo, nel rapporto Stato / Autonomie Speciali del processo di riforma costituzionale, ora al vaglio del referendum confermativo, ed è rappresentato proprio dalla costituzionalizzazione della “intesa”, fermo restando evidentemente le garanzie internazionali derivanti dall’accordo De Gasperi – Gruber e dal Pacchetto.

Anche la modifica testuale, intervenuta nel corso del lungo iter parlamentare, da “adeguamento” del primo progetto a “revisione” del testo definitivo, consente di chiarire la ratio del processo in esame e costituisce elemento di conferma del citato rafforzamento dell’autonomia speciale, nel novellato ordinamento costituzionale.

Aver quindi costituzionalizzato, all’art 39 comma 13 della legge costituzionale di riforma, l’intesa come modalità di relazione fondamentale, proprio perché attuata a partire dal processo di revisione degli Statuti di Autonomia, costituisce un utile parametro nelle relazioni complessive tra Stato e sistema delle Autonomie Speciali, anche sul delicato terreno della finanza pubblica.

Va inoltre ricordato l’avvio di un percorso particolarmente rilevante in relazione all’ampliamento dell’ambito di competenza delle norme di attuazione statutaria e alla disciplina dei procedimenti deliberativi delle Commissioni paritetiche. E’ evidente che gli esiti di questo confronto potranno essere utilmente integrati e rivisti anche in tema di normative attuative degli Statuti di autonomia.

In un quadro di relazioni Stato-Autonomie speciali caratterizzato dal principio dell’intesa e dal metodo negoziale improntato alla leale collaborazione, diviene esigenza funzionale il rafforzamento del ruolo delle Commissioni paritetiche, sede istituzionale del confronto e della sintesi, come peraltro già emerso anche nella relazione conclusiva dell’indagine conoscitiva condotta dalla Commissione parlamentare D’Alia.

Le Autonomie Speciali alla sfida delle regioni europee e dell’Unione Europea

Un indubbio salto di qualità nella riforma costituzionale è dato dall’ingresso a pieno titolo dell’istituzione Europea, non più per i soli limiti alla sovranità statuale, ma proprio per un vero percorso di integrazione delle istituzioni nazionali e regionali con quelle comunitarie.

Le Regioni e Province ad Autonomia Speciale trovano formidabili opportunità, nelle rispettive sfere geografiche, con i processi di costituzione ed integrazione delle regioni europee, snodo fondamentale verso un processo di costruzione compiuta dell’Unione Europea.

Le Autonomie Speciali, regionali e provinciali, possono svolgere un ruolo propulsivo per creare l’Europa dei popoli, delle regioni, dei cittadini nel solco dei principi di democrazia e sussidiarietà e nella prospettiva di un “nuovo” Continente che sia finalmente e definitivamente una casa comune.

Sottolineato da BBD.

Vedi anche: [1] [2] [3] [4] [5]

Als autonomes Land sich selbst ein Statut geben.

von Thomas Benedikter

Für die meisten autonomen Regionen der Erde eine Selbstverständlichkeit: das direkt gewählte Regionalparlament — oder manchmal eine eigene statutgebende Versammlung — erarbeitet, diskutiert und verabschiedet selbst das Grundgesetz für ihre Autonomie. Danach wird dieses Statut dem Parlament zur Ratifizierung zugeleitet, kann vom Staat abgeändert oder vom Verfassungsgerichtshof angefochten werden, doch entscheidend ist die Hauptzuständigkeit der autonomen Region für die Grundregeln seiner Autonomie. Es ist Ausdruck der demokratischen Souveränität ihrer Bürger, zumindest im Rahmen des jeweiligen Staats. Was in Bundesstaaten Verfassungshoheit der Bundesländer genannt wird, könnte bei autonomen Regionen Statutshoheit genannt werden. Alle Regionen mit Normalstatut Italiens haben dieses Recht, doch ihr Statut ist bloßes Regionalgesetz ohne Verfassungsrang. Diese Macht der Regionen wird mit »autonomia statutaria« umschrieben, zu Deutsch besser wiedergegeben mit »Statutshoheit«.

Warum haben nun Italiens Regionen mit Sonderstatut keine Statutshoheit? Vordergründig deshalb, weil diese Statuten Teil der Verfassung sind und somit zwangsläufig vom Parlament verabschiedet werden müssen. Doch so zwingend ist das nicht. In Spanien verabschiedet jede Autonome Gemeinschaft ihr Statut selbst, kann es auch einer Volksabstimmung unterwerfen (wie in Katalonien zweimal geschehen), bevor es dem Parlament zur endgültigen Ratifizierung zugeleitet wird. Dort wird es mit einer besonderen »ley organica« in Kraft gesetzt, erhält also quasi Verfassungsrang. Entscheidend ist die politische Legitimation durch das Regionalparlament und die gesamte betroffene Bevölkerung. Dabei wird in Verhandlungen vorab die Frage gelöst, wie sich Staat und »Autonome Gemeinschaft« die Macht und Zuständigkeiten aufteilen.

In Italien werden die Statuten der Regionen mit Sonderstatut allein vom Parlament beschlossen, während die gewählte politische Vertretung der fünf betroffenen Regionen nur ein Vorschlagsrecht hat, also nur Änderungen an diesem Statut beantragen kann. Das Parlament kann diese Vorschläge annehmen oder verwerfen, aber auch einfach ignorieren und unbehandelt liegen lassen. Dies ist im Fall der Region Friaul Julisch Venetien geschehen, die sich 2004 mit partizipativem Verfahren (Konvent) ein neues Autonomiestatut gegeben hat. Seit 2005 wartet dieses Statut im Parlament auf bessere Zeiten bzw. gnädige Parlamentarier.

In eklatanter Weise zeigt das Beispiel Sardinien den Mangel an Statutshoheit auf. In einer Volksabstimmung haben die Sarden im Mai 2012 mit deutlicher Mehrheit dafür gestimmt, dass eine »statutgebende Regionalversammlung« direkt zu wählen sei: sie sollte ein neues Statut ausarbeiten, das der Regionalrat anschließend hätte verabschieden sollen. Welche Illusion. Mit verfassungsrechtlichen Winkelzügen wurde dieses urdemokratische Ansinnen vereitelt, und Sardinien hat immer noch kein neues Statut.

Grund dafür ist die mangelnde Zuständigkeit der fünf autonomen Regionen für ihr eigenes Statut. In Trentino-Südtirol wird dieser Mangel noch dadurch erschwert, dass Südtirol nicht eigenständig Abänderungen am geltenden Autonomiestatut einbringen kann, sondern nur der Regionalrat. Das führt dazu, dass in der laufenden Statutsrevision unserer Region nichts durchgehen wird, was Trentiner Interessen zuwiderläuft. Demokratie und Autonomie mit engen Grenzen.

Die Forderung nach Statutsautonomie ist weder utopisch noch zu weit hergeholt. Sie wäre nichts anderes als die konsequente Weiterentwicklung des Grundprinzips des Verhältnisses zwischen Staat und autonomen Regionen, nämlich des sogenannten »principio pattizio«. Heute wird die Anwendung der Statuten in paritätischen Kommissionen ausgehandelt, die Finanzbestimmungen werden zwischen Ministerium und Regionalregierungen ausgehandelt, selbst Verfassungsreformen werden zwischen Regierung und autonomen Regionen abgestimmt. So geschehen im Fall der famosen Schutzklausel für die Sonderstatutsregionen bei der Renzi-Verfassungsreform. Warum nicht das Autonomiestatut selbst, das nur ein umfassenderes Gesetz mit rund 100 Artikeln ist? Es kann bezüglich der Aspekte, die auch den Staat betreffen (Zuständigkeiten, Grenzen der Gesetzgebung, Organe des Staats in der Region) mit Rom ausgehandelt werden, den Rest kann der »Autonomen Gemeinschaft« mit möglichst viel Partizipation selbst überlassen bleiben. Wen der 99,2% der übrigen Bevölkerung Italiens kümmert es, wie Südtirol seine interne Organisation regelt?

Statutshoheit — die Bayern und Schweizer würden Verfassungshoheit sagen — ist keine abwegige Idee, sondern ein Grundanspruch von Regionen und Ländern mit Gesetzgebungsmacht. Südtirol ist mit anderen 73 Regionen und Bundesländern Mitglied der Konferenz der Europäischen Regionalen Gesetzgebenden Parlamente CALRE, zu deren erklärten Grundzielen auch Verfassungshoheit bzw. Statutshoheit gehört, als die demokratische Freiheit einer regionalen Gemeinschaft, sich ihr Grundgesetz selbst zu geben. Auch mit Eigenstaatlichkeit hängt Statutshoheit in gewissem Sinn zusammen. Wie will ein Land oder eine Region beanspruchen, in freier Abstimmung über seine (ihre) Souveränität und nachfolgend über eine Verfassung zu befinden, wenn es (sie) vorher nicht gemeinschaftlich Statutshoheit ausüben konnte?

PS: Mehr dazu gibt’s in der jüngsten POLITiS-Publikation »Mehr Eigenständigkeit wagen — Südtirols Autonomie heute und morgen«.

POLITiS: Mehr Eigenständigkeit wagen.