Quotation (469): Mediazione al rialzo.
La risemantizzazione dei relitti fascisti

In Italia esiste una città-laboratorio dove da tempo si conducono esperimenti di questo tipo. Si tratta di Bolzano/Bozen, dove i monumenti del ventennio sono comunemente chiamati «relitti fascisti» (in tedesco faschistische Relikte). Lo ha raccontato su Giap Flavio Pintarelli già nel 2013. Nel frattempo, la situazione si è ulteriormente evoluta.

Il percorso che ha portato alla musealizzazione del Monumento alla Vittoria può essere di grande ispirazione, ed è di pochi giorni fa l’avvio della nuova installazione che risemantizza uno dei più ingombranti monumenti fascisti d’Italia, il fregio marmoreo di Hans Piffrader col duce a cavallo, di cui ho scritto anche su Internazionale. Oggi sul grande bassorilievo appare, tradotta nelle principali tre lingue dell’Alto Adige/Südtirol, la massima di Hannah Arendt: «Nessuno ha il diritto di obbedire».

Una soluzione bella e suggestiva, forse un po’ criptica. E troppo facilmente reversibile: basta spegnere l’installazione. Basta che alle prossime elezioni vinca un’amministrazione ostile a quel percorso e faccia un’ordinanza per pigiare il bottone. La pietra è durevole, la luce no.

Intanto, però, quella luce ha fatto imbufalire i neofascisti: «Bolzano, i nuovi talebani tentano di oscurare il bassorilievo di Mussolini», ha titolato Il Primato Nazionale, quotidiano on line di CasaPound. È la conferma che si sta seguendo una buona strada.

Bolzano/Bozen è al momento la realtà dove il dibattito è più avanzato. Ciò avviene, sia chiaro, per via di peculiarità non riproducibili altrove, prodotte dalla coesistenza di due comunità distinte, quasi due mondi accostati uno all’altro. Per semplificare al massimo: gli eredi degli invasori e gli eredi degli invasi. Tale situazione rende impossibile a chiunque blaterare con superficialità di «memoria condivisa». Nell’impossibilità di smussare, appianare, edulcorare, si è dunque spinti a cercare nuove soluzioni, in quella che noi Wu Ming chiamiamo da sempre «mediazione al rialzo».

Estratto da ‘La leggenda dell’«architettura fascista»: un dibattito distorto su memoria e spazio urbano’, pubblicato il 29.12.2017 su ‘Giap’ a firma di ‘Wu Ming 1’.

Vedi anche: [1] [2]

Demo gegen Faschismus und Rassismus.
‘Schluss mit der Gleichgültigkeit’

Bildquelle: Bürgerliste Eppan.

Nach dem Einschüchterungsversuch vom letzten Wochenende bei der ehemaligen Kaserne* in St. Michael (Eppan), die derzeit als Geflüchtetenunterkunft dient, ist nun in der Überetscher Gemeinde eine antifaschistische Demo geplant.

Treffpunkt ist unter dem Motto Schluss mit der Gleichgültigkeit am Sonntag (27. Mai) um 15.00 Uhr am Eppaner Albertus-Magnus-Platz. Eingeladen sind alle, die den rassistisch motivierten Angriff verurteilen und den Geflüchteten und ihren Helferinnen ihre Solidarität zeigen wollen.

*) Der nach wie vor prominent am Eingang des Gebäudes (das auch als ‘Carabinieri’-Station dient) prangende Name ist übrigens der eines leitenden faschistischen Ministerialbeamten, der als Freiwilliger im Angriffs- und Eroberungskrieg gegen Abessinien den angeblichen »Heldentod« starb. Wie passend.

Feiger Anschlag in Eppan.

In der Nacht von Samstag auf den Pfingstsonntag ist vor der ehemaligen Mercanti-Kaserne*, die heute Geflüchteten als Unterkunft dient, eine selbstgebastelte Bombe explodiert. Verletzt wurde niemand. In unmittelbarer Tatortnähe wurde außerdem ein Zettel mit dem Spruch »Refugees not welcome« sowie einem Kelten- und einem Hakenkreuz gefunden.

Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrätin Martha Stocker (beide SVP) reagierten prompt und bezeichneten — genauso wie Bürgermeister Wilfried Trettl im TAZ-Interview — den feigen Einschüchterungsversuch als gegen die Geflüchteten, aber auch gegen die Einheimischen gerichtet, die sich haupt- und ehrenamtlich um die 39 Asylbewerberinnen kümmern.

Wie damals in Vintl formiert sich zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen den Anschlag, bald soll eine Solidaritätsveranstaltung stattfinden.

*) Der Namensgeber der Kaserne, Arturo Mercanti, war zunächst Generaldirektor für zivile Luftfahrt in der Regierung Mussolini, ab 1923 Generaldirektor des faschistischen Luftfahrtministeriums und später Freiwilliger im Angriffs- und Eroberungskrieg gegen Abessinien, wo er starb.

Antifaschistisches Meran.

Am 8. Mai hat der Meraner Gemeinderat — mit 25 zu 2 Stimmen bei 5 Enthaltungen — einen Beschlussantrag von David Augscheller (Ökosoziale Linke) genehmigt, mit dem die Gemeinde verpflichtet wird, kulturelle Initiativen zu fördern, die die Bedeutung des Antifaschismus vermitteln. Außerdem sollen sich Gesuchsstellerinnen fortan bei der Besetzung öffentlichen Grundes, der Anmietung von Räumlichkeiten der Gemeinde etc. ausdrücklich dazu verpflichten müssen, demokratische und antifaschistische Werte zu achten.

Siehe auch: [1] [2]

Muss eine ‘Cantore’-Schule sein?

Während der letzten Jahre konnten in Südtirol mehrere Umbenennungen von Straßen und Schulen (Klebelsberg, Wenter, Ploner…) erreicht werden. Neben der Umgestaltung faschistischer Relikte (Siegesdenkmal, Piffraderrelief…) ist dies ein wichtiger Beitrag zur Geschichtsaufarbeitung und zur Etablierung einer zeitgemäßen, demokratischen Erinnerungskultur.

Andere Bezeichnungen (Aufschnaiter, Bruder Willram, Amba Alagi, Sieg, Cadorna…) harren weiterhin einer Lösung. Doch einen Namen habe ich bislang noch nie gehört — den von Generalmajor Antonio Cantore.

Der ligurische Vollblutsoldat war als Anführer des 8. Alpini-Regiments (auch Cantoreregiment) ab 1912 in den italienischen Angriffskrieg gegen das osmanische Reich (Libyenkrieg) verwickelt. Im ersten Weltkrieg wurde er dann vom berüchtigten General Luigi Cadorna persönlich an die Dolomitenfront beordert, um den — für Cadornas Geschmack — zu vorsichtigen Kommandanten Saverio Nasalli Rocca zu ersetzen. Doch schon kurz nach seiner Versetzung wurde der für seine Gnadenlosigkeit gefürchtete Cantore bei einem seiner ersten Frontbesuche an der Tofana di Rozes tödlich getroffen.

Bis heute hält sich dabei das Gerücht, dass Cantore nicht von einem Scharfschützen der Kaiserjäger, sondern von jemandem aus den eigenen Reihen getötet worden sei, weil er kurz zuvor einen heftig umstrittenen Plan angekündigt hatte, eine nahegelegene Feindsstellung trotz zu erwartender umfangreicher Verluste um jeden Preis erobern zu wollen. Eine neuere Untersuchung ergab, dass das Einschussloch in seinem Hut eher zu einem italienischen, denn zu einem österreichisch-ungarischen Projektil passen könnte.

Wie dem auch sei: Die 1923 von den Faschisten gegründete italienische Oberschule von Bruneck trägt bis heute den Namen des erbarmungslosen Generalmajors Cantore. Selbst wenn man seine brutalen Methoden unbeachtet ließe, sollte man meines Erachtens überlegen, ob es im 21. Jahrhundert — zudem in einem sensiblen Land wie dem unseren — nicht geeignetere Namensgeberinnen für eine Schule gäbe, als einen im Krieg gefallenen Berufssoldaten. Wenn nach Cantore Straßen oder Kasernen benannt sind, ist das immerhin noch erträglicher.

‘CasaPound’ darf Park benennen.
Neuer Tiefpunkt in der Landeshauptstadt

Augen zu. Im Stadtrat von Bautzen schlägt die NPD vor, einen Stadtpark in »Park der Dresdner Märtyrer« umzubenennen. Den Bombardements der Alliierten seien Hunderttausende Deutsche zum Opfer gefallen. Seriöse Schätzungen sprechen jedoch von 20.000-25.000. Bei Enthaltung der CDU nimmt die rot-grüne Ratsmehrheit den NPD-Vorschlag an, auch die AfD stimmt dafür.

Augen auf — es war ein klein wenig anders. Im Stadtrat von Bozen schlägt CasaPound (CPI) vor, einen Stadtpark in »Park der Karsthöhlen-Märtyrer« umzubenennen. Den Partisaninnen seien 20.000 Italienerinnen zum Opfer gefallen. Seriöse Schätzungen sprechen jedoch von 5.000-10.000. Bei Enthaltung der SVP nimmt die rot-grüne Ratsmehrheit den CPI-Vorschlag an, auch die übrigen Rechtsparteien stimmen dafür.

Erst vor wenigen Jahren wurde in der Landeshauptstadt ein Denkmal für Norma Cossetto errichtet. Auch eine Straße ist nach ihr benannt.

Währenddessen wurden in anderen Südtiroler Städten — etwa Meran und Sterzing — umstrittene Namen gestrichen (wofür Bozen angeblich nicht bereit ist).

Nachtrag: Von 41 anwesenden Gemeinderatsmitgliedern haben 32 für den Vorschlag gestimmt. Vizebürgermeister Christoph Baur, Judith Kofler Peintner, Stephan Konder (alle SVP) und Claudio Volanti (PD) haben sich enthalten. Dagegen gestimmt haben Sylvia Hofer, Johanna Ramoser, Sebastian Seehauser, Luis Walcher und Peter Warasin (alle SVP).

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

Quotation (468): Retorica della guerra.

I giorni dell’adunata a Trento sono stati giorni di esaltazione della guerra. Sui quotidiani, nell’informazione è solo un lungo inseguirsi di mostre che hanno messo e mettono in vetrina armi, che inneggiano all’eroismo degli alpini, al sacrificio dei soldati, alla grandezza – cent’anni fa – di una vittoria voluta fortemente da tutto un popolo.

Perché? Perché cent’anni dopo ci siamo raccontati ancora le balle degli eroi che morirono in trincea, senza ricordare che morirono squartati, tenendosi le budella, avvolti nella loro merda, mangiati da topi e pidocchi, costretti a ripararsi con i cadaveri dei compagni appena uccisi? Perché dobbiamo raccontare agli alpini di oggi che i loro nonni-commilitoni sono morti inneggiando la patria e il Re, senza dire delle bestemmie, delle morti terribili per il freddo, tra i ghiacci, in una guerra senza senso, travolti dalle slavine, uccisi dalla polmonite e dalla fame, prima che dal nemico?

Cent’anni dopo siamo ancora a confrontarci con la grezza, stupida, arrogante retorica della guerra e della Prima Guerra Mondiale. Non diciamo che quei milioni di morti ci furono perché avevamo aggredito un altro Paese per strappargli della terra. Noi applaudiamo gli alpini che sfilano nella retorica dei “baluardi che hanno difeso la Patria”. Cantiamo la canzone del Piave spiegando che “l’esercito marciava per far contro al nemico una barriera”. Noi quel 24 maggio del 1915 abbiamo mandato migliaia di italiani a morire invadendo un territorio, varcando l’Isonzo – non il Piave, diciamolo per favore – per occupare pezzi d’Austria. In 157 anni di storia nazionale, non abbiamo mai, mai combattuto una guerra difensiva.

Abbiamo sempre attaccato briga, andando a conquistare pezzi di imperi, pezzi d’Africa o pezzi di Balcani. Sempre all’offensiva, sempre a casa d’altri. L’unica guerra difensiva della nostra storia è stata la Guerra di Liberazione partigiana: guarda caso è quella che vogliamo dimenticare. In questa retorica da straccioni, ci siamo dimenticati di pensare un solo momento dedicato a chi è stato ed è contro la guerra. Non c’è stata una mostra ufficiale, a Trento o altrove, che ricordi i disertori, quelli che scelsero di morire per non uccidere. Non c’è un momento dedicato alle donne che tentarono di fermare le tradotte carichi di figli, mariti e fratelli destinati al macello. Niente, nulla.

tratto da un commento di Raffaele Crocco, direttore ‘Atlante delle Guerre e dei Conflitti nel Mondo’, apparso su ‘il Dolomiti’.

Vedi anche: [1] [2] [3]

Beschmierte Wanderschilder.

Die Tageszeitung (TAZ) widmet sich dem Umstand, dass in Südtirol — konkret: in der Umgebung von Brixen — Wanderschilder beschmiert und immer wieder die großteils vom Faschismus eingeführten Übersetzungen von Ortsnamen durchgestrichen werden.

Bild: TAZ.

Dazu wird neben dem für Wanderwege zuständigen Brixner Stadtrat Josef Unterrainer (SVP) auch Georg Lezuo aus Bozen zitiert, der den Gegnerinnen der Ortsnamenübersetzungen zwar zubilligt, demokratisch ihren Standpunkt darzulegen, das »Geschmiere« jedoch scharf als

klägliche, bemitleidenswerte Unfähigkeit, Argumente zu vertreten und andere davon zu überzeugen

verurteilt. Eine Auffassung, die Unterrainer laut TAZ teilt.

Hierzu sollte aber vielleicht daran erinnert werden, dass im Landtag, dem Hort der Südtiroler Demokratie, vor nunmehr sechs Jahren ein Gesetz beschlossen wurde, das wenigstens die Überprüfung faschistischer Ortsnamenerfindungen gestattet und in Teilen ihre Abschaffung in Aussicht gestellt hätte. Es wurde von der Regierung Monti auf Zuruf aus dem faschistischen Eck angefochten und harrt seitdem einer Entscheidung vor dem Verfassungsgericht. Selbst angeblich »autonomiefreundliche« Regierungen haben sich geweigert, den Rekurs zurückzuziehen.

Man kann also getrost behaupten, dass die von Lezuo geforderte demokratische Auseinandersetzung im Lande bereits stattgefunden hatte und deren Ergebnis von außen »sabotiert« wurde.

Dass die mit dieser Demokratieverweigerung zusammenhängende Frustration sich Wege bahnt, um Widerstand sichtbar zu machen, ist eigentlich nicht erstaunlich. Selbstverständlich muss sie friedlich sein — und natürlich haben die »Schmierfinken« mit den rechtlichen Konsequenzen ihrer Taten (hier wohl: Sachbeschädigung) zu rechnen.

Unterrainers Feststellung

Wir leben alle direkt oder indirekt von den Touristen, daher muss die zweisprachige Beschilderung akzeptiert werden.

ist in seiner Position als Stadtrat zwar verständlich, muss aber meiner Meinung nach zurückgewiesen werden. Ein Tourismusland zu sein, darf niemals dazu führen, Konflikte (hier: Widerstand gegen ein faschistisches Unrecht, aber auch gegen die Aushebelung eines überparteilich demokratisch beschlossenen Ortsnamengesetzes) unter den Teppich zu kehren oder aber Überzeugungen zu verleugnen.

Wenn der ausufernde Tourismus nicht bald auf ein verträgliches Maß reduziert — oder zumindest zeitlich und geographisch besser verteilt und schonender gestaltet — wird, könnte es außerdem wohl schon bald zu expliziten Protesten auch dagegen kommen, wie das in anderen europäischen Regionen schon der Fall ist.

Denn: Auch den Gästen unseres Landes darf man die Auseinandersetzung mit den hiesigen politischen Gegebenheiten durchaus zumuten. Man sollte sich davor hüten, ein reines Friede-Freude-Eierkuchen-Image zu konstruieren.

Im Übrigen konnte man während der letzten Jahre eine entscheidende »Verbesserung« in der Zielsicherheit solcher Aktionen feststellen: Vielfach wird nicht mehr pauschal alles »Italienische« durchgestrichen, was tatsächlich als ethnische Intoleranz gewertet werden könnte, sondern die faschistischen Ortsnamen, während Hinweise wie »parcheggio«, »passeggiata« oder »malga« außen vor bleiben.

Ein Nachtrag: Auch die Tourismustreibenden selbst sind mitunter für die  Demokratieverweigerung verantwortlich.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]