WDR widmet sich CasaPound in Bozen.

In der vierten und letzten Folge der WDR-Reportage

Der Aufstieg der Rechten — Antworten auf rechtsextreme Aktionen

beschäftigen sich die Autoren Diana Löbl und Peter Onneken unter anderem mit den Faschisten des dritten Jahrtausends im Gemeinderat der Südtiroler Landeshauptstadt.

“Kein Fußbreit den Faschisten!” Michael wehrt sich dagegen, dass ausgerechnet in seiner Heimatstadt Bozen, Italien, die extrem rechte “Casa Pound” in den Gemeinderat eingezogen sind [sic] und nun mit breiter Brust und SS-Pullovern an den Sitzungen teilnehmen [sic]. Doch was kann man dagegen tun?
In Großbritannien tüfteln zwei Werber an ihrem Abwehrkampf gegen die Hetze. Mit “Stop funding hate” wollen sie dafür sorgen, dass Unternehmen nicht mehr in Blättern werben, die offen gegen Flüchtlinge wettern und das gesellschaftliche Klima vergiften – mit Erfolg.

— aus der Programmübersicht des WDR

Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen ist am

Mittwoch, den 10. Mai 2017 um 22.55 Uhr.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]

Vor 80 Jahren wurde Gernika zerstört.

Heute vor genau acht Jahrzehnten begannen die deutsche (nationalsozialistische) und die italienische (faschistische) Luftwaffe unter der Führung der Legion Condor ein unangekündigtes Flächenbombardement auf Gernika, Symbolstadt der BaskInnen, um sie auszulöschen und Terror in der Zivilbevölkerung zu säen.

Bei dem brutalen Angriff im Rahmen des spanischen Bürgerkriegs wurden fast ausschließlich ZivilistInnen getötet, während Ziele von militärischer Bedeutung (mehrere Waffenfabriken, Kasernen der rechtmäßigen republikanischen Armee) größtenteils unversehrt blieben.

Die besondere symbolische und spirituelle Bedeutung Gernikas als »Heilige Stadt« ergab sich für Euskadi dadurch, dass die kastilischen Könige hier geschworen hatten, die Freiheiten des Baskenlandes und somit seine Selbstverwaltung zu gewährleisten und zu verteidigen.

Dem abscheulichen Bombardement vom 26. April 1937 und seinen tragischen Folgen widmete Pablo Picasso im Auftrag der rechtmäßigen republikanischen Regierung noch im selben Jahr eines der wohl bekanntesten und ergreifendsten Gemälde des 20. Jahrhunderts.

Späte Aufarbeitung

Obschon der deutsche Generalkonsul in Bilbo (Euskadi) 1987 zum ersten Mal an der jährlichen Gedenkveranstaltung für die Opfer des Angriffs teilnahm, bat erst 1997 — zum 60. Jahrestag — ein deutscher Bundespräsident (Roman Herzog) um Verzeihung. Ein Jahr später schloss sich der Bundestag den Worten des Bundespräsidenten mit der Verabschiedung eines Antrags an, der auch die inzwischen umgesetzte Aufforderung enthielt, Mitgliedern der Legion Condor kein ehrendes Gedenken mehr zuteil werden zu lassen.

Die spanische Asociación para la Recuperación de la Memoria Historica forderte Italien noch im Februar 2017 dazu auf, ebenfalls endlich Verantwortung zu übernehmen und sich für den Angruff zu entschuldigen. Sie wies außerdem darauf hin, dass Gernika — entgegen landläufiger Meinung — nicht das erste Beispiel für die Zerstörung ganzer Ortschaften durch die nazifaschistische Allianz sei, denn die italienischen Luftstreitkräfte hätten bereits wenige Tage vor Gernika die ebenfalls baskischen Städte Durango und Eibar ausgelöscht.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

Wichtiger als Fakten.

Gerhard Mumelters Beitrag über die Toponomastikdiskussion ist auch auf Deutsch – in leicht abgeänderter Form – in der Online-Ausgabe des Standard erschienen.

Interessant ist darin vor allem ein Satz, der in der italienischen Version nicht vorkommt.

Da in den ländlichen Gegenden kaum Italiener leben, werden die Täler immer einsprachiger, die Sprachkenntnisse dürftiger.

Wenige Zeilen darunter schreibt Mumelter dann noch dies:

Befindlichkeiten scheinen wichtiger als Fakten […]

Die Fakten, die belegen, dass die Täler einsprachiger und die Sprachkenntnisse dürftiger werden, bleibt Mumelter aber selbst schuldig. Die einzigen Erhebungen diesbezüglich – die Sprachbarometer – lassen nämlich eher einen gegenteiligen Schluss zu. Die Sprachkenntnisse der jeweils anderen Landessprache(n) nehmen innerhalb aller Sprachgruppen zu.

“Kaum” lässt sich natürlich schwer quantifizieren und es ist eine Tatsache, dass in den ländlichen Gegenden Südtirols weniger Italienischsprachige leben als in den Städten. Fakt ist aber auch, dass der Anteil der Italienischsprachigen in 72 von 116 Gemeinden und sechs von acht Bezirksgemeinschaften zwischen den Volkszählungen von 2001 und 2011 zugenommen hat.

Mumelter krönt seine Analyse dann noch mit einem kapitalistischen Sahnehäubchen.

Ihre patriotische Rhetorik vernebelt allerdings die Antwort auf die essenzielle Frage, welche Ketten die Wohlstandsprovinz Südtirol eigentlich sprengen soll. Mit einem Pro-Kopf-BIP von fast 40.000 Euro übertrifft sie Deutschland und gehört zu den reichsten Regionen Europas. Die Arbeitslosenrate beträgt magere 3,7 Prozent. Der Fremdenverkehr boomt mit einer Rekordzahl von 30 Millionen Übernachtungen, das öffentliche Budget für die 530.000 Einwohner beträgt 6,4 Milliarden Euro.

Völlig klar. Solange das Geld passt und es Südtirol wirtschaftlich gut geht, braucht man sich über so Nebensächlichkeiten wie Teilhabe, Eigenverantwortung und Demokratisierung keine Gedanken machen. Warum denn auch? Geld allein ist das was zählt. Sonst nichts. Es läuft doch, ihr Häretiker!

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]

Peccato per lo sfondo.

60 Jahre Römische Verträge ist aus BBD-Sicht ein Grund zum Feiern. Wenngleich die heutige EU das Hauptziel der Gründerväter — nämlich die Schaffung eines dauerhaften Friedens in Europa durch die Überwindung des Nationalismus bzw. der Nationalstaaten — etwas aus den Augen verloren hat, ist das europäische Projekt nach wie vor eines, das zukunftsweisend ist.

Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa. Mit mehr Demokratie, mehr Partizipation, mehr Solidarität, mehr Subsidiarität. Ein Europa, so wie es Robert Menasse in seiner Rede beim Festakt “60 Jahre Römische Verträge” im Brüsseler Europaparlament skizziert hat.

Auch die Südtiroler Grünen begingen heute das Jubiläum. Mit einem Flashmob. Vor dem Siegesdenkmal.

Gegen den logisch-argumentativen Spagat, den man reißen muss, um eine Europafeier im totalitären Ambiente der steingewordenen Verkörperung des Nationalismus zu rechtfertigen, sind Jean-Claude Van Dammes Splits ein Kindergeburtstag.

Vielleicht haben die Grünen aber auch Anleihe bei den Goldkehlchen vom “Volk der Freiheit” genommen, die ihr Liedchen für den “Presidente” auch völlig zufällig vor einem römischen Faschotempel trällern.

Jedenfalls wäre die Aktion etwas für die Tagespresse oder den Postillon: “Grüne Aktivisten halten Siegesdenkmal für Triumphbogen auf Fünf-Euro-Schein”.

Siehe auch: [1]

Quotation (355): «Pazzesca» realtà.

Il dibattito si anima poi su una via di Bolzano in particolare, via Vintola, “che è la traduzione di un nome tedesco”, puntualizza Margheri, “se questo nome in italiano è ormai entrato in uso non possiamo certo cambiarlo ora”, ribatte Zeller. “Cristian Kollmann lo farebbe”, provoca Di Luca. “Ma Kollmann è un estremista pazzo”, replica serafico il senatore.

Dal riassunto di Sarah Franzosini (Salto) di un dibattito sulla toponomastica con Karl Zeller (SVP), Maurizio Ferrandi e Guido Margheri (SEL) presso l’OstWestClub di Merano.

L’unica vera «pazzia» è forse che «via Vintola» anni fa è stata sostituita — non certo ad opera di Kollmann — da «via Vintler» e nessuno, nemmeno Margheri (che fino a pochi mesi fa sedeva in consiglio comunale), sembra essersene reso conto. Un esempio di quanto indolore potrebbe essere, volendo, una soluzione sensata.

Quotation (354): Esasperazioni linguistiche.
Scuola paritetica o nazismo?

Anche la Svp, che per anni ha rimosso il ricordo di un uomo “scomodo”, adesso è favorevole all’intitolazione [a Josef Mayr Nusser, nota] del liceo scientifico di via Fago.
Mi fa molto piacere, perché finalmente ci si confronta con un pezzo della nostra storia. Ma…
Ma?
Mi piacerebbe vedere che alle parole seguono i fatti e non parlo solo dell’intitolazione della scuola.
A cosa si riferisce?
Vorrei che in nome dell’abbattimento di muri e divisioni si provasse anche a superare l’articolo 19 dello Statuto che pervede scuole separate per il gruppo italiano e tedesco. […]

Cornelia Brugger (ex PD, presto nei Verdi?) nell’intervista pubblicata oggi dall’A. Adige. Ora la scuola paritetica e il superamento dell’articolo 19 vengono reinterpretati perfino in chiave «antifascista». Come se la scuola bilingue non fosse, al contrario, nata come reazione ai torti fascisti. E invece qui si insinua che «per dimostrare che davvero non siete dei nazisti dovete abolire l’articolo 19. Un’esasperazione inaccettabile del discorso sull’apprendimento linguistico.

Vorrei inoltre ripetere che già da anni la scuola media di Vintl porta il nome di Mayr-Nusser. Personalmente sono favorevole a dedicare ulteriori scuole e strade a un personaggio che è un grande esempio per noi tutti, specie in questi frangenti. Ma è ben difficile affermare che la Svp o il mondo di lingua tedesca negli ultimi decenni abbiano sistematicamente «rimosso» il ricordo della resistenza. Piuttosto è il capoluogo a dimostrare un forte deficit in tal senso.

Vedi anche: [1] [2] [3] [4]

Gli antifascisti degli altri.

Il quotidiano A. Adige ha iniziato una campagna (con tanto di raccolta firme) per intitolare a Josef Mayr-Nusser il liceo di lingua tedesca ex «von Klebelsberg». Ottima idea, da sostenere!

Ma mi viene da dire che all’A. Adige e al suo direttore piace molto l’antifascismo «per interposta persona.» Alberto Faustini si era già speso per la condivisibilissima causa della cancellazione di Wenter come intitolazione di una scuola a Merano, mentre sembra assente un analogo impegno contro la toponomastica del Tolomei, l’odonomastica e i monumenti fascisti a Bolzano o contro i «fascisti del terzo millennio» attivi nel capoluogo (e regolarmente «pubblicizzati» dallo stesso quotidiano).

A Mayr-Nusser è dedicata anche la scuola media di Vintl.

Non di rado sull’A. Adige si legge che ogni gruppo linguistico dovrebbe decidere per se, ad esempio sulla toponomastica. Una posizione che non condivido, ma cui lo stesso quotidiano sembra non attenersi. Più comodo limitarsi a fare gli altrui antifascisti.

I tempi che ancora ci umiliano.

Arnaldo Di Benedetto* per BBD

Nel novembre del 2016, sul «Dolomiten» l’antropologo e ex presidente del CAI Annibale Salsa è intervenuto sulla polemica di alcuni professori e politici sull’eventuale cancellazione d’una serie di nomi italianizzati di località sudtirolesi. Condivido la posizione di Salsa. L’eventuale cancellazione di quelli che sono, per lo più (non tutti), microtoponimi già ignorati a suo tempo dal «boia del Tirolo» (come lo definì l’antifascista Gaetano Salvemini) Ettore Tolomei – il quale peraltro, per evitare al territorio il nome «Tirolo», non seppe che ricorrere al banale e fasullo francesismo «Alto Adige» risalente all’età napoleonica e modellato sugli usi appunto francesi –, ha messo in attività la geniale politica bolzanina M. Biancofiore e altri destrorsi.

Quanto a Tirol, il fatto che già Dante e Giovanni Villani italianizzassero il nome con Tiralli non equivale certo a dire che la sede originaria dei signori del Tirolo fosse italiana; erano italianizzazioni non diverse da quelle tuttora in uso di Lione, Parigi o Londra. Anche Francesco Vettori, l’amico di Machiavelli, nel suo Viaggio in Alamagna elogia gli osti di Marano (così scrive), cioè di Merano; ma la città era parte dell’«Alamagna». Ma c’è chi non la pensa così, anche quando si tratti di pseudotoponomastica imposta neanche un secolo fa, o addirittura pochi decenni fa.

Tolomei, si sa, ebbe e ha, tra i linguisti italiani, prosecutori. Certo è assurdo rispolverare vecchi nazionalismi polemizzando contro l’eventuale sparizione di certa irrilevante e a volte comica toponomastica pseudoitalica. Giustamente dopo la seconda guerra mondiale in Valle d’Aosta l’incredibile Cormaiore, ad esempio, fu ricondotto all’autentico Courmayeur. Vogliamo regredire a tempi che ancora ci umiliano?

L’8 marzo 2017 il quotidiano «La Repubblica» ha pubblicato un articolo dal titolo Se tocca al giudice difendere l’italiano, dove tra l’altro l’autore se la prende, oltre che con le richieste di usare l’inglese come lingua della didattica in alcune università italiane, anche col progetto di eliminazione di una serie di nomi italiani nel territorio sudtirolese. Le questioni in realtà sono diverse. La «Vetta d’Italia», scrive il pubblicista fingendo di scandalizzarsi, «il punto più a nord della penisola, d’ora in poi si chiamerebbe Glockenkarkopf». D’ora in poi? A chi risale il nome Vetta d’Italia? Al fanatico, al «boia» Tolomei, che infatti nel 1937 si guadagnò il buffo titolo di «conte della Vetta» conferitogli da quell’altro genio di Vittorio Emanuele III. Ben più antico è il nome tedesco Glockenkarkopf. Per di più la cosiddetta «Vetta d’Italia» non è affatto «il punto più a nord della penisola»; così si credeva un tempo – e così evidentemente vuol continuare a credere l’autore dell’articolo. Nel quale tra l’altro la lingua “nazionale” è elencata tra i «beni culturali» dello Stato, come «le sinfonie di Verdi» e «la Pietà di Michelangelo». La lingua “nazionale” è infatti posta dalla normativa generale tra il «beni culturali immateriali». Ma proprio il concetto di «beni culturali», quale è attualmente in prevalenza inteso, è stato di recente messo in discussione. La «Pietà di Michelangelo» e le sinfonie verdiane sono appiattibili sul pur legittimo affarismo del turismo e del made in Italy?  

Non solo. A quale Pietà allude l’attivo pubblicista di «Repubblica», visto che di Pietà michelangiolesche ce n’è più d’una? (E una è proprietà dello Stato del Vaticano). E perché citare «le sinfonie di Verdi» come se in esse fosse l’esclusivo vertice dell’arte del musicista di Busseto? Legga il recente Verdi ritrovato di Paolo Gallarati.

*) Arnaldo Di Benedetto, nato in Sudtirolo nel 1940, critico letterario, è professore emerito dell’Università degli Studi di Torino, ha insegnato presso le università di Berna, Parigi (Sorbona), Chambéry, Lione (École Normale Supérieure) e all’Indiana University. Fra gli altri, è membro del centro italo-tedesco «Villa Vigoni», dell’Accademia di studi italo-tedeschi di Merano ed è direttore responsabile del «Giornale storico della letteratura italiana».