Befahrbare Fußgängerzonen.

Mit Artikel 1, Absatz 103 des Haushaltsgesetzes hat sich die gelb-grüne Mehrheit im römischen Parlament erneut einen schlechten Scherz erlaubt: Eine Änderung der Straßenverkehrsordnung macht verkehrsberuhigte und sogar Fußgängerzonen für alle elektrischen und Hybridfahrzeuge frei zugänglich. Nimmt man den Text beim Wort, dürfen künftig am Bozner Waltherplatz, unter den Brixner Lauben oder in der Brunecker Stadtgasse wieder Autos verkehren. Weitere Einschränkungen durch die Kommunen sind nicht erlaubt — und nachdem allein in Südtirol schon heute mehrere Tausend entsprechender Fahrzeuge (Tendenz steigend) zugelassen sind, wäre das Chaos vorprogrammiert.

DiscoverEU: Bis morgen bewerben.
Gratis-Travelpass für 18-Jährige

Seit Donnerstag, dem 29. November und noch bis morgen Dienstag, den 11. Dezember (12.00 Uhr MEZ) können sich 18 Jahre alte EU-Bürgerinnen* für die zweite Runde von DiscoverEU bewerben. Mindestens 12.000 junge Menschen erhalten einen EU-Travelpass, mit dem sie zwischen dem 15. April und dem 31. Oktober per Zug, Bus und Fähre andere EU-Mitgliedsstaaten bereisen können.

Anwärterinnen können sich im Jugendportal der EU bewerben, dabei einige Personendaten ausfüllen, Angaben zur geplanten Reise machen und fünf Quizfragen beantworten. Eine weitere Stichfrage dient — für den Fall, dass es mehr Bewerbungen mit richtigen Antworten als Travelpässe gibt — der Erstellung einer Rangfolge.

An der ersten Runde von DiscoverEU hatten sich gut 100.000 junge Menschen beteiligt, wovon mindestens 15.000 einen Pass erhielten.

Die Gewinnerinnen verpflichten sich, als Botschafterinnen über DiscoverEU zu berichten.

All jene, die bereits im Rahmen der ersten Runde verreist sind, sind diesmal von der Teilnahme ausgeschlossen.

Siehe auch: [1] [2]

*) Stichtag ist der 31. Dezember: wer an diesem Datum 18 Jahre alt sein wird, ist teilnahmeberechtigt

Angaben ohne Gewähr. Es gelten die offiziellen Ausschreibungsbedingungen.

Weiterer Euregio-Zug.

Mit dem heutigen Fahrplanwechsel kommt der Euregio-Zug, der Innsbruck und Trient über Bozen verbindet. Dabei handelt es sich um keine Neuheit im eigentlichen Sinne, sondern um eine Evolution: Die bisherige Tagesrandverbindung von Innsbruck nach Bozen wird fortan bis Trient durchgebunden und fährt morgens um 6.40 Uhr nach Innsbruck zurück. Somit gibt es in der Früh und am Abend jeweils eine umstiegsfreie Verbindung zwischen den drei Landeshauptstädten.

Die Abfahrten des Kurspaares sind (ohne Gewähr):

6.40 Trient – 6.53 Mezzocorona – 7.06 Neumarkt-Tramin – 7.11 Auer – 7.32 Bozen – 7.48 Waidbruck-Lajen – 7.55 Klausen – 8.03 Brixen – 8.15 Franzensfeste – 8.27 Freienfeld – 8.33 Sterzing-Pfitsch – 8.39 Gossensass – 9.02 Brenner – 9.17 Steinach – 9.21 Matrei – 9.38 Innsbruck (an)

und

21.00 Innsbruck – 21.18 Matrei – 21.23 Steinach – 21.43 Brenner – 21.55 Gossensass – 22.02 Sterzing-Pfitsch – 22.07 Freienfeld – 22.20 Franzensfeste – 22.30 Brixen – 22.38 Klausen – 22.45 Waidbruck-Lajen – 23.08 Bozen – 23.16 Leifers – 23.19 Branzoll – 23.24 Auer – 23.29 Neumarkt-Tramin – 23.33 Margreid-Kurtatsch – 23.38 Salurn – 23.44 Mezzocorona – 23.59 Trient (an).

Die Strecke wird mit einer ÖBB-Zuggarnitur bestritten.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Fünf Sterne wollen Autobahn zentralisieren.

Auf offiziellem Briefapier des Ministeriums für Infrastruktur und Verkehr hat sich Danilo Toninelli (5SB) — bzw. sein Sekretariat — an »Filippo, Alex und Diego« gewandt, um sich für deren Hinweise und Forderungen zu bedanken. Gemeint sind die Landtagsabgeordneten Filippo Degasperi, Alex Marini (Trentino) und Diego Nicolini (Südtirol), drei Parteikollegen des Ministers, die ihm kürzlich einen Appell zur Brennerautobahn A22 geschickt hatten.

Im Schrieb aus Rom wird unter anderem behauptet, es gehe bei der anstehenden Neuvergabe der Autobahnkonzession — als erste von drei Prioritäten — darum, die lokale Klientelpolitik einzudämmen. Die starke Vertretung des Staates im paritätischen Komitee solle verhindern, dass die Verwaltung der Autobahninfrastruktur zu einem Werkzeug der (partei-)politischen Machtausübung werden könnte.

Auch die als große Föderalistinnen angetretenen Grillini kennen also, wenn es zur Sache geht, nur eine Zauberformel für wie auch immer geartete Probleme: mehr Zentralismus. Als ob Rom nicht für einen schier unaustrockenbaren Korruptionssumpf stünde, sondern für Zucht und Transparenz. Den Teufel mit dem Beelzebub…

Minsterkollege Riccardo Fraccaro (Beziehungen zum Parlament und direkte Demokratie) setzte in der Sendung Agorà von Rai3 noch eins drauf, indem er die Neuvergabe der Autobahnkonzession — die bis 2100 laufen wird — als ersten Schritt zur vollständigen Nationalisierung der Autobahnen bezeichnete.

Nichts dagegen, öffentliche Infrastruktur unter die direkte Kontrolle der öffentlichen Hand zu bringen. Doch ein immer stärker werdender Einfluss des Zentralstaats zu Lasten der Lokalkörperschaften ist nicht als Verstaatlichung, sondern als Verschiebung zu verstehen, die die Autobahn noch weiter vom Einfluss der betroffenen Bevölkerung entfernt.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Der neue Landtag nach Themen.

Nach der Landtagswahl vom 21-O habe ich mir — in Erwartung einer Regierungsbildung — angesehen, wie viele Mandate die Parteien und Listen (nach vorläufigem amtlichen Endergebnis) nach Themen aufgeschlüsselt errungen haben.

Anders ausgedrückt: Wie viele Abgeordnete stellen Parteien, die laut eigenen Angaben ein bestimmtes Anliegen unterstützen?

Als Vorlage hat mir auch diesmal (auszugsweise) der Fragenkatalog gedient, den der Jugendring den Wahlberbenden fürs Wahllokal vorgelegt hat.

Der Vergleich mit 2013 zeigt, wie viele Abgeordnete die jeweiligen Parteien und Listen bei der letzten Landtagswahl errungen hatten*.

Zum Ergebnis: Es ist zu erkennen, dass die Aufwertung der Landeshauptstadt im neuen Landtag die meisten Unterstützerinnen (31) hat, die Abhaltung eines Selbstbestimmungsreferendums, das BGE und der Flughafenausbau hingegen am wenigsten.

Zumindest auf dem Papier eine Mehrheit hätten neben der Aufwertung von Bozen auch die Möglichkeit, Problemwölfe und -bären zu erlegen, die Schaffung einer eigenen Region Südtirol, die Schaffung einer Landespolizei und die doppelte Staatsbürgerschaft.

Die Parteien und Listen, die die Beibehaltung der flächendeckenden Zweinamigkeit, die Einführung der mehrsprachichen Schule und die Senkung der Politikerinnengehälter wünschen, stellen heute doppelt soviele Abgeordnete, wie bis vor wenigen Tagen — auch wenn diese Positionen im Landesparlament (noch) nicht mehrheitsfähig zu sein scheinen.

Parteien, die den Tourismus einschränken wollen, haben die Anzahl ihrer Abgeordneten mehr als vervierfacht; solche, die eine darauf ausgerichtete Politik unterstützen, dass Nicht-EU-Bürgerinnen möglichst bald das Land verlassen, sind von acht auf sechs Mandatarinnen geschrumpft.

Von zehn auf vier Sitze zusammengeschrumpft sind wie bereits angedeutet jene Parteien, die eine Abstimmung über die Loslösung Südtirols von Italien wollen.

Für die genauen Fragestellungen und für die detaillierten Antworten: siehe Fragenkatalog des ‘Jugendrings’.

*) Elena Artioli habe ich nach bestem Wissen und Gewissen den jeweiligen Positionen zugewiesen. Das war ein kleiner, aber nötiger Handgriff, um die Vergleichbarkeit mit 2013 zu retten, wenngleich das Ergebnis dadurch leicht verfälscht sein könnte.

‘Wahllokal’: Limitare il turismo?

Secondo una statistica pubblicata recentemente da Südtiroler Wirtschaftszeitung, il Sudtirolo sarebbe la quarta regione dell’Unione Europea per pernottamenti turistici, dopo l’Egeo Meridionale, le Isole Ionie e le Baleari*.  Siamo dunque in testa alla classifica di tutte le zone non marittime.

Le voci che chiedono una limitazione del turismo per limitare l’antropizzazione del territorio e proteggere l’ambiente si fanno sempre più insistenti. E anche Wahllokal, iniziativa di Südtiroler Jugendring per aiutare i giovani a orientarsi in vista delle elezioni sudtirolesi del 21 ottobre, ha chiesto alle singole liste che cosa pensano di un’eventuale giro di vite.

Solo quattro di loro — Team Köllensperger (TK), Noi A. A. Südtirol, Verdi e Lega Nord — si dicono favorevoli alle limitazioni. TK, che ritiene «importante» la questione, si dice favorevole allo sviluppo qualitativo e contrario a quello quantitativo, «la tutela del paesaggio e il controllo del traffico hanno la priorità». Anche Noi specifica «più qualità meno quantità», mentre Verdi e Lega Nord (entrambi ritengono la questione «molto importante») non danno ulteriori spiegazioni.

Contrari a «limitare lo sviluppo dell’industria turistica» si dicono invece tutti gli altri: da Süd-Tiroler Freiheit (STF) alla Sinistra Unita passando per AAnC/FdI («molto importante»); BürgerUnion, Forza Italia e M5S («importante»); Freiheitliche, SVP** e PD («meno importante»).

Mentre STF si dice favorevole a trovare un giusto equilibrio (senza spiegare come, visto che ci si dice contrari a qualsiasi limitazione), i Freiheitlichen in perfetto stile neoliberale si dichiarano del tutto contrari a interventi di questo tipo nella libera economia, con BürgerUnion che invece chiede meno letti e maggiore qualità.

La Sinistra Unita punta su «sostenibilità e regionalità» mentre i Cinque Stelle propongono una riconversione dell’industria turistica «secondo modelli ecosostenibili» con «sostegno all’agroturismo e all’eco bio turismo con mobilità dolce».

Vedi anche: [1] [2] [3] [4] [5] [6] | [7] [8] [9] [10] [11]

*) pernottamenti rapportati al numero di abitanti, dati 2016 relativi alle regioni NUTS-2
**) risposta elaborata dal comitato scientifico di ‘Wahllokal’ sulla base del programma SVP

Das Autoveicolo fährt mit Gasolio.

Soeben habe ich die KfZ-Steuer für mein Auto bezahlt. Und so sieht die Quittung des Landes aus:

Von fünf »sprachrelevanten« Angaben sind drei — nämlich all jene, die das Fahrzeug selbst betreffen — einsprachig italienisch. Gern beschweren wir uns über die Einsprachigkeit von staatlichen Behörden (wie der Einnahmenagentur), doch auch das Land kriegt das mit der gesetzlich vorgeschriebenen Gleichstellung keineswegs hin. Wie viele Jahre ist Südtirol nun für das Kraftfahrzeugamt und die KfZ-Steuer zuständig? Jedenfalls lang genug, um dieses Problem mit etwas gutem Willen zu lösen.

Vielleicht sollte nun aber der Landtag aktiv werden, um auch diesbezüglich die… ähm… offensichtliche Notwendigkeit zu unterstreichen, die italienische Sprache besser zu schützen.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

App-Empfehlung: ‘Magic Earth’.

Sie kann alles, was man von einer Kartenapp erwartet: Satelliten-, Karten- und 3D-Ansicht, Turn-by-Turn-Navigation, aktuelle Verkehrslage, Offlinekarten und Öffi-Fahrpläne.

Doch vor allem beruht die kostenlose Magic-Earth-App auf dem »offenen« Kartenmaterial des Crowdsourcingprojekts OpenStreetMap (OSM). Das hat nicht nur den (ideellen) Vorteil, profitorientierten Konzernen wie Google, Apple & Co das Monopol über die Geografie — oder wenigstens die Kartografie — streitig zu machen und Informationen über unseren Aufenthaltsort vorzuenthalten. OSM ist meiner Erfahrung nach auch in Bezug auf Berücksichtigung der leider nach wie vor nicht amtlichen historisch gewachsenen Ortsnamen in Südtirol*, sowie in Präzision und Informationsreichtum unerreicht.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Hinweis: Dies ist keine bezahlte Werbung und BBD zieht keinen wie auch immer gearteten Nutzen aus dieser App-Empfehlung.

*) wobei auch die Reihung (in ganz Südtirol, einschließlich Ladinia) offensichtlich nicht dem Zufall überlassen wurde