K33: Heiße Diskussionen.

Die gestrige Sitzung verlief spannend, es gab eine Reihe an Diskussionen, die zum Teil recht kontrovers geführt wurden. Das Präsidium hatte eine Liste mit den gewünschten Kompetenzen, die von den drei Arbeitsgruppen ausgearbeitet wurden, erstellt. Es sind sage und schreibe annähernd 120 Stück, dabei wurde in der Liste auch vermerkt, wie sie abgeändert werden sollten und wenn abweichende Meinungen bestanden, wurden diese aufgelistet. Riccardo dello Sbarba (Grüne) hat einen recht leidenschaftlichen Bericht über die gestrige Sitzung verfasst, der leider wieder einmal versucht, die Anliegen der Konventteilnehmer ins Lächerliche zu ziehen — schade, denn Riccardo ist sehr aktiv dabei und bringt auch viele interessante Aspekte ein, wieso wird dann immerzu dieses Spiel in den Medien betrieben?

Los ging es mit dem Punkt Statuthoheit, d. h. Südtirol sollte die Kompetenz erhalten, eigenmächtig das Autonomiestatut abzuändern, so wie es auch andere autonome Gebiete haben. Dello Sbarba stellte sich diesem Ansinnen entgegen, denn laut ihm würde damit das Autonomiestatut den Verfassungsrang verlieren und auf eine Ebene zu den anderen Regionen mit Normalstatut herabgestuft werden. Dieser Punkt sollte aus meiner Sicht von den Rechtsexperten vertieft werden.

Heiß diskutiert wurde der Punkt Toponomastik, unter anderem wegen des in den Arbeitsgruppen zum Teil erarbeiteten Kompromisses, das Durnwalder-Fitto-Abkommen als Grundlage für die Regelung heranzuziehen. Die Schützen waren ganz und gar nicht einverstanden und möchten diesen Punkt zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal diskutieren.

Ein weiteres heißes Eisen war das Thema Arbeitssicherheit, wo vor allem Toni Tschenett, aber auch Claudio Correrati sich vehement für eine Übernahme dieser Kompetenz aussprachen; derselben Meinung war gefühlt der gesamte Konvent mit Ausnahme von Dello Sbarba, der eine Statistik zitierend, wonach Südtirol hier besonders schlecht abschneidet, sich gegen eine autonome Regelung aussprach. Allerdings macht er dabei einen Denkfehler, denn diese Statistik basiert doch auf Zahlen, welche sich auf die aktuelle, gesamtstaatliche Regelung beziehen und somit kein Beweis sind, dass eine autonome Lösung schlechter wäre. Dieser Faden zieht sich durch viele Diskussionspunkte, offensichtlich haben die Grünen es immer noch nicht geschafft, Vertrauen in dezentrale und lokale Initiativen zu setzen und leisten damit einem versteckten Nationalismus und Zentralismus Vorschub. Selbe Argumentationsweise bei der Telekommunikation: Obwohl Rai Südtirol in vielen Punkten Defizite aufweist und fast alle Konventteilnehmer eine eigene Sendeanstalt fordern, besteht bei Dello Sbarba grundsätzliches Misstrauen. Ich frage mich nur, für welche redaktionelle Qualitäten die nationale Rai steht — mir wäre zumindest in dieser Hinsicht nichts aufgefallen.

Wieder einmal waren keine Medienvertreter anwesend, mir wären zumindest keine aufgefallen. Trotzdem wird zum wiederholten Male negativ über den Konvent berichtet und Dello Sbarba zitiert, der hinsichtlich der Kompetenzen zum Rundfunk gar von sowjetischen Zuständen spricht und den K33 als gescheitert ansieht.

Serie: 12345678910111213-14

Bolzano come Koper.

Maurizio Tremul, presidente dell’Unione degli Italiani di Slovenia e Croazia, nel 2015 era venuto in Sudtirolo su invito di Süd-Tiroler Freiheit per parlare di doppio passaporto. I membri della minoranza italiana nei due paesi ex iugoslavi, infatti, hanno diritto al passaporto italiano, mentre sembra che Roma sia intervenuta per evitare che cittadine e cittadini sudtirolesi potessero ricevere quello austriaco.

Lo scorso 30 novembre invece Tremul è tornato a Bolzano su invito di Alessandro Urzì (AAnC) per parlare di toponomastica. Nel corso del convegno «I nomi contesi» ha sostenuto — imperniandovi il suo discorso — che il nome sloveno di Capodistria, Koper, sarebbe stato inventato nel secondo dopoguerra, ma oggi nessuno si sognerebbe di cancellarlo.

Quando si parla di toponimi si citano vari criteri, più o meno validi, per decidere quali denominazioni debbano avere carattere ufficiale e quali no. Ne cito alcuni fra quelli a cui più comunemente si fa riferimento in Sudtirolo:

  • La stratificazione storica: secondo questa interpretazione, i nomi che si sono evoluti storicamente mediante l’uso da parte delle popolazioni autoctone (endonimi) e quelle vicine (esonimi) hanno diritto a venire mantenuti, mentre i nomi inventati a tavolino allo scopo di assimilare e snazionalizzare gli abitanti di questa terra non dovrebbero avere status ufficiale;
  • La consistenza dei gruppi linguistici: la comunità linguistica che raggiunge una determinata percentuale di abitanti (spesso si parla del 10%, a volte del 20%) sul totale della popolazione in un comune avrà diritto all’ufficializzazione dei toponimi da essa usato;
  • L’uso: attraverso precise ricerche scientifiche si verifica quali toponimi vengano effettivemente utilizzati dalla popolazione per decidere quali mantenere e quali no.

Anche le Nazioni Unite (l’ONU) raccomandano di affidarsi a simili criteri il più possibile oggettivi per dirimere le controversie legate alla toponomastica. E a tal proposito va da se che si possono immaginare anche combinazioni delle ipotesi elencate.

Ad ogni modo: se Tremul intendeva difendere la toponomastica del Tolomei, l’esempio di Koper/Capodistria è assolutamente inservibile. Infatti:

  • La denominazione slovena sarà anche stata ufficializzata solo nel dopoguerra, ma si tratta di un toponimo stratificatosi storicamente e in uso da secoli.
  • La popolazione di lingua slovena a Koper/Capodistria rappresenta la maggioranza.
  • E dunque è abbastanza evidente che il toponimo viene usato quotidianamente dagli abitanti della città.

Un nome di luogo che corrispondesse agli stessi requisiti di Koper in Sudtirolo (come Bolzano, Bronzolo o Salorno) non rischierebbe certo di perdere l’ufficialità, anche se Alessandro Urzì vuol far credere il contrario.

Vedi anche: [1] [2] [3] [4]

Lleida, Widerstand bis nach dem Tod.

Antonio Cantano war ein angesehener katalanischer Gewerkschaftsführer. Die Provinzhaupstadt Lleida, seine Heimatgemeinde, hat nun beschlossen, ihm eine Straße zu widmen — doch seine Familie lehnt dies vehement ab.

Die Begründung ist einfach: Cantano sei im Franco-Widerstand tätig gewesen, wofür er zwischen 1973 und 1974 auch zehn Monate im Gefängnis verbracht hatte. Solange es in Lleida insgesamt acht Straßen und Plätze gebe, deren Benennungen mit dem damaligen Regime in Verbindung stehen, sei eine Cantano-Straße unvorstellbar.

Da nützt es auch nichts, dass Bürgermeister Àngel Ros versichert, fast alle — nämlich die »schlimmsten« — franquistischen Benennungen seien bereits in den 80er Jahren ersetzt worden.

Im Gegenteil: Inzwischen haben katalanische PolitikerInnen von ERC, Podem, PDECAT, CUP und Grünen, aber auch antifaschistische Organisationen und Gruppen ein Manifest unterzeichnet, mit dem sie die Familie des Gewerkschafters unterstützen und die sofortige Entfernung aller franquistisch belasteten Bezeichnungen in Lleida fordern.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

K33: Wo sind die Italiener?

Die gestrige Arbeitssitzung war die zweite, wo wir uns in drei Gruppen aufteilten und konkret an Vorschlägen für das Autonomiestatut arbeiteten. Nachdem wir lange im Plenum zusammengesessen haben, hätte ich mir erwartet, dass sich nun alle Seiten verstärkt in den Prozess einbringen. Leider mussten wir gestern feststellen, dass ein guter Teil der italienischsprachigen Teilnehmer abwesend war. Bizzo, Corrarati, Vezzali (der auch letztes Mal fehlte) und Sassi (die sich ansonsten engagiert) fehlten. Bizzo verließ die letzte Sitzung auch bereits nach der Pause. Roberto Toniatti war auch nicht da, zeigt sich aber ansonsten von einer sehr konstruktiven Seite. Ärgerlich an dem ganzen Verhalten ist die Tatsache, dass sich rund um die „Disagio-Diskussion“ zeigt, dass von bestimmten Seiten lieber polemisiert als konkret gearbeitet wird. Ich habe den Eindruck, dass vorrangig in den Medien gejammert wird, anstatt dass echte Initiative und Engagement gezeigt werden. Stattdessen werden wieder einmal Vorwürfe gegen die engagierten Teilnehmer gerichtet, wie es beispielswiese Franceso Palermo im A. Adige (vom 26. November) macht:

[La] Convenzione per l’autonomia [è stata] lanciata e poi lasciata andare da sola. Gli italiani sono rimasti largamente alla finestra, mentre altri (la destra tedesca) la stanno prendendo sul serio. sono errori anche tattici. Si accarezza il pelo agli estremismi, ma gli Schützen, volendo, potrebbero rovesciare Kompatscher.

Wenn die Italiener allein gelassen sind, dann wohl in erster Linie aufgrund des eigenen Versagens und nicht weil sich beispielsweise die Schützen engagieren. War der Konvent nicht auf Bürgerengagement ausgerichtet? Ich habe die Schützen bisher als sehr konstruktiv, aber natürlich auch entschlossen erlebt, was meiner Meinung nach ihr gutes Recht ist. Ist Engagement etwas Negatives?

In meiner Arbeitsgruppe war nur Laura Senesi als italienischsprachige Teilnehmerin vertreten, die sich für viele Reformvorschläge offen zeigte. Insgesamt herrschte ein gutes Klima vor. Im Wesentlichen wurde gestern in unserer Arbeitsgruppe den 33 Punkten Luis Durnwalders gefolgt, meist herrschte Konsens. Diskussionen gab es beim Thema Toponomastik, wo vereinbart wurde, dass eine Regelung auf der Basis angestammter und heute allgemein gebräuchlicher italienischer Namen angestrebt werden sollte. Damit würde eine Vielzahl der von Tolomei erfundenen Orts- und Flurnamen abgeschafft. Bezüglich der Toponomastik in Ladinien wurde mein Vorschlag angenommen, nur mehr ladinische Namen zu verwenden; damit würde die Sichtbarkeit erhöht und eine asymmetrische Förderung zugunsten der kleinsten Sprachgruppe gewährleistet. Weitere Punkte waren auch die Finanz- und Steuerhoheit, wo wir noch keinen Konsens erzielt haben, auch die Statuthoheit müsste noch weiter vertieft werden. Nächste Woche gehen die Arbeiten im Plenum weiter, wo die Vorschläge der drei Arbeitsgruppen diskutiert werden.

Serie: 1234567891011-12-13

Benvenuto, comun de Sèn Jan.

Questo finesettimana le cittadine e i cittadini dei comuni fassani di Vich, Poza, Mazin e Soraga hanno deciso sulla fusione delle loro rispettive amministrazioni, e dalle urne è uscito un responso molto chiaro: Vich e Poza si uniranno, mentre Mazin e Soraga per ora preferiscono rimanerne fuori.

Le fusioni sono un progetto della vicina provincia di Trento per ridurre il numero dei comuni, che ora ammontano a 277 (mentre in Sudtirolo se ne contano 116).

Dall’unione di Vich e Poza nascerà il nuovo comune ladino di Sèn Jan, il cui nome non avrà traduzione in «italiano». D’altronde, l’orientamento in Trentino da anni è quello di rendere visibili i toponimi storici e/o minoritari: dalla Comunità Rotaliana-Königsberg all’Alta Valsugana e Bersntol (e non più «Valle dei Mocheni») passando per il Comun General de Fascia (in sostituzione del vecchio comprensorio «Ladino di Fassa»).

E ora… diamo il benvenuto a Sèn Jan!

Vedi anche: [1] [2] [3]

Vielfältig und autofrei durch Südtirol.

Liedesc zënza auto.Die Landesmobilitätsagentur hat unter dem Titel »Autofrei durch Südtirol« eine neue Broschüre herausgegeben, die umfassend über das Tarifsystem, die Abonnements, die Vergünstigungen im Südtiroler Nahverkehr informiert. Eine handliche und nützliche Unterstützung für BürgerInnen und Gäste, die auf umweltfreundliche Mobilität setzen wollen.

Einmal mehr erweist sich dabei die zuständige Landesabteilung (gemeinsam mit dem Landeswetterdienst) als Vorreiterin, wenn es um den Respekt für die kleinste Sprachgemeinschaft im Lande geht: Unter dem Titel »Liedesc zënza auto tl Südtirol« ist die gesamte, 60 Seiten starke Publikation auch auf Ladinisch verfügbar.

Dazu drei Hinweise:

  • Dass uns als erwähnenswert erscheint, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist eigentlich kein gutes Zeichen. Dennoch: Lob, wem Lob gebührt.
  • Zahlreiche Weblinks in der ladinischen Broschüre führen auf eine anderssprachige Version des Internetauftritts, obschon der Auftritt von SüdtirolMobil auch auf Ladinisch verfügbar wäre.
  • In der Broschüre werden auch für Ortschaften außerhalb der ladinischen Gemeinden die ladinischen Exonyme benutzt. Das ist gut — und beweist, dass Toponyme nicht zwangsläufig offiziell sein (auf dem Ortsschild stehen) müssen, um öffentlich gebraucht werden zu können.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Toponimi: Bene collettivo o compimento dell’opera colonialistica del Tolomei?

di Sandro BX

Quando mi è stato chiesto di scrivere due righe sul tema della toponomastica in Sudtirolo, ho pensato cosa dire di nuovo su un tema così inflazionato specialmente nelle ultime settimane.

L’Alto Adige e qualche media locale ha dato ampio spazio al disagio di qualche bolzanino di lingua italiana, ma non so quanti di essi frequentino le valli e le terre alte. Penso che non sia un problema esistenziale per quegli altri che abitano nelle valli. Dall’altro canto, vista l’immobilità e l’irrigidimento della componente italiana a cercare un compromesso ragionevole, essi danno spazio a posizioni estremiste nel mondo di lingua tedesca.

Sono cresciuto in una famiglia bilingue e perciò nel pieno rispetto di entrambe le culture. La mia passione per la montagna la ho sempre condivisa con amici di entrambi gruppi linguistici o di amici provenienti dal vicino Trentino o dall’Austria.

Ho condiviso le battaglie di Alex Langer per una pacificazione tra i due gruppi linguistici, in fondo mi sento ancora di sinistra, anche se con molti distinguo.

Mentre settanta anni fa la Valle d’Aosta e il Friuli abolivano la toponomastica fascista, De Gasperi e Gruber non ci riuscirono per molteplici ragioni. Le posizioni di chi sostituì il regime sul tema della toponomastica non differiva di molto dai loro predecessori. La battuta che allora girava sul CNL, “camicie nere lavate”, calzava a pennello su questo tema e questo me lo raccontò spesso mio padre che durante il secondo conflitto mondiale lavorò alla Lancia di Bolzano.

Il tema del prontuario del Tolomei e della sua applicazione è stato affrontato nel modo tipico italiano, ignorandolo senza intaccarlo. Chi mai utilizza ancora toponimi sconosciuti persino ai più affannati nazionalisti, nessuno!

Vorrei sentire chi chiama la Leierspitze nella valle di Scaleres/Schalders: Monte Lira (Euro?); il Gabler Monte Forca oppure la Gitsch il Monte Cuzzo?

Sui segnavia lungo le mete meno battute, cioè quelle più selvagge, neppure durante il ventennio fascista sono comparsi toponimi del Tolomei, ora se non gli si dà un taglio, si dà compimento all’opera colonialistica del Tolomei.

Non si tratta di mettere in discussione il bilinguismo, qui si tratta di binomi e cioè nomi propri imposti che spesso sono diventati nomi comuni, quelli comuni bisogna individuarli con spirito pragmatico e chiudere la controversia. Tutti i nomi del prontuario, come affermano i firmatari dell’appello dell’Accademia della Crusca, non sono un bene collettivo! Quei pochi vanno individuati e salvaguardati.

Toponomastik: Landtag antwortet »48 Professoren«.

Vier von fünf Punkten eines Antrags der Süd-Tiroler Freiheit (beschließender Teil) zum Thema Ortsnamen wurden heute vom Landtag mit 23 Ja-, 6 Neinstimmen und einer Enthaltung (Paul Köllensperger) gutgeheißen:

  1. Der Südtiroler Landtag bekennt sich zur Position der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1985, laut der aufgezwungene Namen einen „kulturellen Übergriff und Aggressionsakt“ darstellen!
  2. Der Südtiroler Landtag begrüßt die historisch fundierte Mehrsprachigkeit in der Südtiroler Orts- und Flurnamengebung.
  3. Der Südtiroler Landtag missbilligt jede Initiative, mit der die Wissenschaft, insbesondere die Sprachwissenschaft, für politische Zwecke instrumentalisiert wird.
  4. Der Südtiroler Landtag missbilligt Versuche, faschistische Orts- und Flurnamen als entfaschistisiertes Kulturgut zu reinterpretieren.
  5. Der Südtiroler Landtag beauftragt den Landtagspräsidenten, den vorliegenden Beschlussantrag denselben Institutionen zur Kenntnis zu bringen, denen der Appell der „Accademia della Crusca“ zugeschickt wurde (dem italienischen Staatspräsidenten, sämtlichen Institutionen der italienischen Regierung und des italienischen Verfassungsgerichts).

Durchgestrichen und verlinkt von BBD.

Ferner wurden die ausführlichen Prämissen des Antrags abgelehnt.

Mit der Ablehnung des ersten Punktes distanziert sich der Landtag, nach der (inzwischen revidiertenHaltung zum Selbstbestimmungsrecht, ein weiteres Mal unnötig von internationalen Standards.

Trotzdem ist erfreulich, dass der Arroganz ideologisch durchtränkter Wissenschaft ein demokratisches Votum entgegengesetzt wurde.