Verkehrte Welt.

von Harald Knoflach

Der pazifistische Linkspolitiker oder der durchschnittliche Linksintellektuelle in Europa hegt meist eine gewisse Distanz bis Apathie zum Militarismus oder sieht das Militär zumindest nur als irgendwann vielleicht überwindbare Notwendigkeit an. Und je höher der Bildungsgrad, desto skeptischer steht man für gewöhnlich uniformiertem Gleichschritt gegenüber. Martialisches Machogehabe und Chauvinismus sind einem suspekt. Normalerweise. Denn das Alpini-Treffen in Bozen im vergangenen Jahr schuf eine verkehrte Welt.

„Auf die Alpini war der aufgeklärte [sic] italienische Südtiroler höchstens heimlich stolz, seit der Bozner Adunata durfte man auf deutsch- wie italienischsprachiger Seite ganz offen seine Sympathien erklären,“ beobachtet Christine Helfer auf Salto.bz. Wie wahr! Vor wenigen Tagen ging die Adunata 2013 in Piacenza zu Ende. Dort schmückte sich der Landeshauptmannstellvertreter der „Mitte-links“-Partei PD, Christian Tommasini, für eine Photo-Op mit Alpinihut und der grüne (!?) Kammerabgeordnete Florian Kronbichler ließ sich von den Gebirgsjägern auszeichnen, da er – noch als Journalist – „mit intellektueller Redlichkeit den tieferen Sinn des Alpini-Festes herausgearbeitet habe.“ Das heißt übersetzt: „Er hat kritiklos und wohlwollend im Sinne der Alpini berichtet.“ Wer weiß; vielleicht geben schon bald Grünpolitiker „Gummi-Gummi“ beim GTI-Treffen in Reifnitz am Wörthersee und fungieren PD-Exponenten als Juroren beim Wettmarschieren der Schützen. Alles scheint möglich angesichts obiger Kuriositäten.

alpini

Hans Heiss hat in seinem bemerkenswerten Vortrag „Zweierlei Federn“ anlässlich der Adunata in Bozen Schützen und Alpini verglichen und dabei den wirklich „tieferen Sinn des Alpini-Festes“ herausgearbeitet. Eine Gleichsetzung von Alpini und Schützen ist zwar nicht zielführend, ein Vergleich zwischen den beiden „Einheiten“ kann bisweilen aber durchaus erhellend sein. Die Gleichsetzung ist deswegen nicht legitim, da die Alpini nach wie vor Teil der offiziellen Streitkräfte eines demokratischen Staates sind und somit sogar eine höhere moralische Verpflichtung allen gegenüber haben als die Schützen, die ein Privatverein sind. Letztere dürfen sich ideologisch positionieren und die Grenzen der Meinungsfreiheit ausloten. Streitkräfte dürfen das nicht. Dessen ungeachtet sind Heiss’ Ausführungen enorm treffsicher und zugleich entlarvend was Selbstbild und Geschichtsverständnis der Alpini betrifft.

Die Alpini verkörpern genau jenes Gesellschaftsbild (martialisch, patriarchal, hierarchisch), das in einem tirolerischen Kontext von oben erwähnten „Alpini-Sympathisanten“ zumeist als rückwärtsgewandt und ewiggestrig bezeichnet wird. Hans Heiss stellt fest, dass „Schützen und Alpini […] mit ihren Aufmärschen bewusst und wirkungsvoll Territorien [besetzen], mehr noch – sie überschreiten absichtsvoll symbolische Grenzen, um mittels massiver Präsenz Fülle und Macht zu demonstrieren. […] Alpini-Adunate und Auftritte der Schützen marschieren […] den Weg zurück: In ihrer Formation wächst nicht die persönliche Verantwortung, hier wird nicht an die Fähigkeit zu individuellem Bürgersinn und Bürgermut appelliert, sondern die Gewissheit vermittelt, dass in der Unterordnung […] ein Gutteil allen Heils liegt.“ Für eine zweifelhafte Appeasement-Haltung werden also ansonsten wie eine Monstranz vorangetragene Grundsätze über Bord geworfen. Südtiroler Intelligenzija und die linke Reichshälfte marschieren im Gleichschritt und stimmen in die Alpini-Huldigung mit ein. Als Rechtfertigung dient meist der Sager: „Die Alpini tun auch viel Gutes und haben sich in Bozen ordentlich aufgeführt.“ Die Selbstverständlichkeit wird einfach zur herausragenden Tugend erhoben. „Ist es wirklich eine staunenswerte Großtat, wenn eine aus Steuermitteln finanzierte Truppeneinheit, eine mit öffentlichen Mitteln reich dotierte Vereinigung wie ANA eine anerkennenswerte, aber auch pflichtgemäße Leistung vollführt?“ fragt sich daher auch Hans Heiss.

Ein weiteres, noch viel gravierenderes Manko der Alpini ist jedoch ihr anachronistisches Geschichtsverständnis. Wie der Teufel das Weihwasser scheuen für gewöhnlich Intellektuelle und Linkspolitiker zu Recht Organisationen, die auch nur im Verdacht von Geschichtsrevisionismus oder Nazi-Faschismus-Apologie stehen. Das Ulrichsbergtreffen wäre für Kronbichler, Tommasini und Co. wohl ein Tabu. Bei den Alpini wird eine Ausnahme gemacht.

Freilich sind die Alpini von heute nicht für die furchtbaren Verbrechen verantwortlich, die ihre Vorgänger begangen haben. Als offizieller Teil der Streitkräfte wären die Alpini jedoch zu einer modernen Erinnerungskultur und Geschichtsaufarbeitung – im Sinne der historischen, nicht der individuellen Verantwortung – verpflichtet. Diese ist aber nicht einmal in Ansätzen vorhanden. Stattdessen suhlt man sich im Opfermythos und negiert jedwede historische Schuld. „Der Blick auf eigene, oft genug sinnlose und durch falsche Unterordnung bewirkte Opfer müsste eigentlich dazu veranlassen, Traditionen in kritischer Schärfe zu durchleuchten. Das Gegenteil ist der Fall: Geschichte und Tradition entfalten eine legitimierende, ja sogar lähmende Macht, die alle Zweifel aus dem Weg räumt. Und in der Fixierung auf den eigenen Opferstatus verschwinden die eigene Verantwortung und Täterschaft“, bestätigt Hans Heiss den befremdlichen Umgang der Alpini mit ihrer Vergangenheit. Eine derartige Verweigerung müsste für gewöhnlich genügen, um Distanz zu halten oder wenigstens politischen und gesellschaftlichen Druck aufzubauen, aufdass die Alpini sich ihrer Verantwortung stellen. Stattdessen regiert nach wie vor das anachronistische und in einem europäischen Kontext befremdliche Geschichtsverständnis. Journalisten wie Kronbichler werden zu „Mittätern“. Sie üben sich im Ausbreiten des Mantels des Schweigens und im Verharmlosen. „Die Beteiligung von Alpinitruppen an kolonialen Expansionskriegen in Übersee […] wird bagatellisiert und flüchtig übergangen. Die aktive Teilnahme von Alpinisoldaten an den Mordbrennereien deutscher Gebirgsjäger in Griechenland, ihre systematische Vernichtung von Dörfern in Widerstandsgebieten […] ist dem Vergessen anheim gefallen. Die brutale Kälte eines Alpini-Generals wie Gastone Gambara, der am Balkan als Lagerkommandant zu traurigem Ruhm gelangt ist, bleibt unerwähnt. Und dass die Alpini in der Russlandkampagne […] energisch an Repression und Judenmord beteiligt waren, schwindet hinter ihrem Opferstatus“, fasst Heiss die unaufgearbeiteten Kriegsverbrechen zusammen. Kritiker und Mahner werden dann auch leicht zu Spielverderbern und Spaßbremsen, die eine gute Party nicht zu schätzen wissen.

Es ist abstoßend und beklemmend, wie im Zusammenhang mit den Alpini doppelte Standards angelegt werden. Das Ausblenden des zweifelhaften Umgangs mit der Vergangenheit, die Verklärung martialisch zur Schau getragener Männlichkeit in Oktoberfestatmosphäre und die Erhöhung der Selbstverständlichkeit zum herausragenden Merkmal sind Taktiken, die nicht in ein vereintes, demokratisches und gleichberechtigtes Europa passen. Die „Alpiniphilie“ ist kein Beispiel für „convivenza“ sondern eine bedenkliche Abkehr von modernen, weltoffenen Prinzipien zum Zwecke der Anbiederung.

»Flügge – und dann?«

von Bardo Fassbender

Falsch ist […] die Ansicht Barrosos, Katalonien oder Schottland müsse sich um einen Beitritt zur EU “wie jeder andere Staat” nach den Regeln des EU-Vertrags bemühen. Denn diese Regeln, niedergelegt in Artikel 49 des EU-Vertrags, wurden mit Blick auf den Beitritt eines “echten” Drittstaates, das heißt eines bisher außerhalb der Union stehenden Staates, entworfen.

Das EU-Recht bietet für eine […] Sanktionierung keine Grundlage, weil es eine Loslösung nicht verbietet. Es verhält sich zur Trennung einer Region von einem Mitgliedsstaat gar nicht, so wie es auch zur Frage eines Zusammenschlusses von Mitgliedsstaaten schweigt.

Im Ergebnis wäre ein unabhängiges Katalonien oder Schottland zwar nicht “automatisch” Mitglied der EU, sondern müsste einen Beitritt beantragen. An der Beschlussfassung im Rat und den Verhandlungen über ein Beitrittsabkommen müssten aber auch Spanien und Großbritannien in gutem Glauben mitwirken. Sie würden rechtsmissbräuchlich handeln, wenn sie der Bevölkerung ihrer früheren Region zum Zweck einer “Bestrafung” die Vorteile der EU-Mitgliedschaft (einschließlich der Unionsbürgerschaft) vorenthalten wollten. Mit dem “Prozess der Schaffung einer immer engeren Union der Völker Europas”, zu dem sich die Mitgliedstaaten in der Präambel des EU-Vertrags bekannt haben, ist ein bestrafender Ausschluss eines Volkes, das sich in einem demokratischen und rechtsstaatlichen Verfahren für seine Unabhängigkeit entschieden hat, aus der Union unvereinbar. Die “Aufforderung an die anderen Völker Europas”, sich der Union anzuschließen (Präambel des Vertrags über die Arbeitsweise der EU), richtet sich auch und gerade an ein solches Volk.

Professor Dr. Bardo Fassbender lehrt Internationales Recht an der Universität der Bundeswehr München.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2013, Nr. 79, S. 7

Danke an Joachim Prackwieser für den Hinweis.

Siehe auch: [1]

Quotation (LXXIX): Reflexe.

Nein, das hatte ihm niemand zugetraut. Ausgerechnet er, typisch deutsch, immer treu und folgsam auf dem Platz, der von oben zugewiesen ist, wie ein Wehrmachtssoldat: bis zum bitteren Ende –, ausgerechnet dieser staubtrockene Studierzimmerpapst schlägt allen ein Schnippchen und macht etwas, was noch nie ein Papst gewagt hatte zu tun: Er tritt zurück.

Aus dem Leitartikel von Chefredakteur Norbert Dall’Ò in der aktuellen Ausgabe des Wochenmagazins ff (Nr. 07/2013).

In Südtirol steht man in der Kritik, wenn man Parallelen zwischen den Alpini und der Wehrmacht zieht. Wenn es aber um einen Deutschen geht, selbst wenn’s der Papst ist, ist es zum nächsten Nazivergleich nicht weit. Jedenfalls haben derbe Verunglimpfungen inzwischen Tradition.

Siehe auch: [1]

Der Unbelehrbare.

Im Rahmen der Militär-Skimeisterschaften CaSTA, bei denen sich das italienische Heer im Hochpustertal — pardon: Alta Pusteria — Jahr für Jahr als Hausherr und Gastgeber präsentiert, legen die Alpini regelmäßig einen Kranz am faschistischen Beinhaus ab, dessen erklärter Zweck es war, die heiligen Grenzen der italienischen Patria zu markieren. Und somit Süd- von Osttirol, Bruneck von Lienz, Pustertal von Pustertal zu trennen.

Absoluter Tiefpunkt auch in diesem Jahr: Die Anwesenheit des Innichner Bürgermeisters Werner Tschurtschenthaler (oder laut Tolomei: Dallepigne) bei der Kranzniederlegung. Mit umgehängter Trikolore-Schleife und trotz massiver Kritik im Vorjahr, auch aus den eigenen Reihen. Dies, während seine Partei, die SVP, landesweit stark an Glaubwürdigkeit und Zustimmung einbüßt.

Die CaSTA-Skimeisterschaften wurden 1931 vom faschistischen Regime eingeführt und finden seit 1995 ausnahmslos in Südtirol statt.

Italiani — e stranieri.

L’edizione di Veci e Bocia, periodico dell’ANA milanese, dedicata all’adunata di Bolzano, è una doccia fredda per chi voleva — voleva — far credere ai sudtirolesi che la manifestazione non avesse nulla di politico o di militare. Ad esempio l’articolo in prima (!) pagina. Alcune perle:

[...] c’era il rischio che [le bandiere tricolori] non venissero esposte per far spazio a quelle del Sud-Tirolo. Invece i bolzanini si sono dimostrati per ciò che sono: italiani prima ancora d’essere sud-tirolesi.

E dunque il messaggio che è passato è questo. Si diceva inoltre che gli alpini non avrebbero collegato il nostro territorio al passato bellico, e che invece sarebbero venuti «solamente per festeggiare». Scrive l’autore dell’articolo, Dario Bignami:

A come Amore: inteso come amore per la Patria Italia per la quale moltissimi alpini, e non solo, diedero la loro vita in questo territorio per difendere i confini nella Prima e nella Seconda Guerra Mondiale.

Ma tutto questo è nulla in confronto al contenuto di alcune lettere dei membri ANA, pubblicate senza alcun commento:

…e là sul confin tien sempre alta la bandiera. Sentinella allerta per il suol nostro italiano dove amor sorride e più benigno irradia il sol”. Così cita l’inno degli Alpini ed è questa l’immagine più bella che mi rimane dell’85a Adunata nazionale degli Alpini. Il sole ha reso la giornata molto piacevole; il panorama del Trentino Alto Adige, luogo difeso e fatto proprio dai nostri Alpini caduti, rendeva ancora più alto il sentimento che ogni Alpino possiede per le bellezze montane.

In Alto Adige potrebbe sembrare un’eresia ma è stato proprio così: dopo il consueto pranzo con i colleghi della Missione Albatros abbiamo ordinato il dessert locale e ci siamo sentiti rispondere un gelido: “Szkuzate mah è ffinito!” [...] La mancanza dello strudel era quasi una conferma ai dubbi alla partenza: “Ci vorrà il passaporto? In dogana ci controlleranno la macchina? Bisognerà dichiarare le bustine di zucchero come a Livigno? Che lingua parlano?” [...] Come ai tempi dell’Albatros si passeggiava dubbiosi sul pavé cercando di intravedere se avessero seminato mine antiuomo, guardavamo nel mirino a destra, a sinistra, colpo d’occhio in giù, in su, curiosi in giro e ad un certo punto quel residuo di intelligenza risparmiato dell’acquavite ha partorito la dura sentenza: “Ragazzi, manca il Tricolore!” Manca il Tricolore? In tempo zero Gallino, pancia a terra al passo di leopardo, si ripara dietro un cespuglio, io estraggo il FAL e vado in copertura di Trabono, Morelli sale in torretta su un monumento e apponta l’MG, Palmieri tira fuori il lucido degli anfibi e si mimetizza il viso, Adorni contatta subito il Comando Brigata con l’Iphone e restiamo in attesa, gli altri in movimento tattico presidiano il perimetro. Dopo alcuni attimi brevi ma intensi, in perfetto alfabeto morse Adorni ci comunicava che era tutto a posto. Allarme rientrato: il sacro vessillo nazionale c’era, eccome se c’era. Anche se parevano di più le bandiere dei vucumprà di quelle esposte alle abitazioni, ai balconi e ai lampioni. Triste notarlo, più triste descriverlo. Abbiamo avuto la sensazione che non ci volessero sopportandoci a malapena, sorridendo sotto i baffi e intascando i nostri schei (i danè). Abbiamo percepito l’evidente disagio creato alla sonnecchiosa e teutonica Bolzano, entshuldigung (scusate) Bozen. [...] Insomma, come fossimo stati stranieri a casa
nostra. Ed è proprio di casa nostra che si deve parlare; in Alto Adige i nostri nonni hanno versato il sangue e lasciato, letteralmente, le penne. Nessuno mi farà cambiare idea: anche quella terra è Italia e per quelli che non si sentono italiani, dico che il problema, se c’è, è solo e solamente loro. Ma veniamo anche alle note positive: il primo raduno in “terra straniera” è andato (come al solito) bene. Nessun danno, nessun disagio, forse qualche zolla di prato non rimessa a posto per sbadataggine e qualche lattina messa sotto e non dentro i cestini solo perché erano pieni. Ma tutto è filato liscio. Adesso che ci siamo fatti le ossa siamo pronti per un altro raduno … all’estero. A … Parigi? Zurigo? Monaco? Londra?


Vedi anche:
[1] [2] [3] [4]

Quotation (LXX): Ein Bild spricht Bände.

ff Alpini.Zum Vergrößern anklicken.

Nachdem das Wochenmagazin ff in der letzten Ausgabe zum wiederholten Mal ein Lob auf die Alpini angestimmt hatte, legt Chefredakteur Dall’Ò in der aktuellen Doppelnummer (51-52) noch einmal nach — mit einem vielsagenden Bild zum Text. So darf man sich also ein gelungenes Fest vorstellen.

Siehe auch: [1] [2]

Trennung von Militär und Politik.

In Spanien werden noch Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit hochgehalten, die sich hierzulande nie durchgesetzt haben: Ein General des spanischen Heeres, Ángel Luis Pontijas Deus, wurde vom Verteidigungsminister der Rechtsregierung um Mariano Rajoy, Pedro Morenés, entlassen, weil er sich zur Abwesenheit des katalanischen Präsidenten Artur Mas beim diesjährigen Dia de la Hispanidad (Tag der Hispanität) geäußert hatte. In einem Artikel für die Heereszeitschrift Ejercito bedauerte Pontijas Deus einige »Umstände«, die den Feiertag begleitet hätten: Die Wirtschaftskrise, aufgrund derer die Feierlichkeiten weniger pompös als gewünscht ausgefallen seien, und

andererseits die Unhöflichkeit des Präsidenten der Generalitat, der einen derart wichtigen Tag nutzte, um eine mehr als zweifelhafte separatistische Absichtserklärung des katalanischen Volkes zu unterstreichen, welche die nationale Einheit brechen würde, die so stabil ist, dass man den spanischen Staat als eine der ältesten Nationen des europäischen Kontinents betrachten kann.

[im Original: »por otra parte, la descortesía de la presidencia de la Generalidad, que aprovechó día tan señalado para acentuar una más que dudosa proclamación de intenciones sobiranistas del pueblo catalán, que rompería la unidad nacional, tan estable, que se puede considerar al Estado español como una de las naciones más antiguas del continente europeo.«]

Der Artikel wurde von der Homepage der Zeitschrift entfernt. Laut Verteidigungsminister Morenés war für die Absetzung nicht der spezielle Inhalt des Artikels ausschlaggebend, sondern die Tatsache, dass ein Vertreter der Militärs eine politische Meinung veröffentlicht habe.

Zum Vergleich: Die Abwesenheit des Südtiroler Landeshauptmanns bei den 150-Jahr-Feierlichkeiten der italienischen Einheit wurden auf’s Schärfste kritisiert. Die Militärs mischen sich in Südtirol immer wieder in die Politik ein; so werden zum Beispiel in Brixen von den (offiziellen) Militärvereinigungen ANA und UNUCI Unterschriften für die Benennung einer Straße nach der Brigata Tridentina gesammelt. Vertreter dieser Organisationen kritisierten auch die freie und demokratische Entscheidung des Brixner Gemeinderats, eine Alpinistraße einzuführen und zu diesem Zwecke einen Teil der Vittorio-Veneto-Straße umzubenennen, die an den vermeintlichen Sieg von Italien über Österreich erinnert.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Brixen hat eine Alpinistraße.

Auch der Zeitpunkt passt… wie die Faust auf’s Auge: Während Rom unsere Autonomie Stück für Stück zerlegt und einmottet, beschließt eine SVP-regierte Stadt in Südtirol, dem Heer dieses Staates eine Straße zu widmen. Demnächst soll dann auch noch Staatspräsident Napolitano den höchsten Verdienstorden des Landes bekommen, als Dankeschön für die Autonomie (und vielleicht für seine Aussage, auch wir Südtiroler seien Italiener).

Brixen hat weder eine Schützen-, noch eine Kaiserjägerstraße, obwohl beide wohl im positiveren Sinne prägend für die Stadt und — meines Wissens — auch nicht in Kriegsverbrechen verstrickt waren. Und ich bleibe der Meinung, dass wir im 21. Jahrhundert auch keine Neubenennungen nach Militäreinheiten benötigen, zu Ehren von Schützen und Kaiserjägern genausowenig, wie zu Ehren der Alpini und der Tridentina.

Offensichtlich ist die Alpinistraße ein Zugeständnis an den Koalitionspartner PD, der sich ja eigentlich als linke und zudem sprachgruppenübergreifende Kraft verkauft. Wenn es wirklich darum ging, den italienischen Bürgern auch mittels Straßennamen zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen — wäre nicht die Möglichkeit viel naheliegender gewesen, Straßen nach Persönlichkeiten der italienischen Kultur zu benennen, zumal einer Frau? Wäre es ferner nicht angebracht, verstärkt italienischsprachige Südtiroler und Trentiner zu berücksichtigen? Und schließlich: Wäre das nicht eine wirklich sprachgruppenübergreifende, versöhnliche Geste gewesen? Nach meiner Auffassung hätte eine Autonomiepartei darauf bestehen müssen, anstatt die Alpinistraße mit fadenscheinigen Argumenten als Kompromiss zu verkaufen — gefordert sei ja schließlich eine Tridentinastraße gewesen, wobei sich mir der Unterschied nicht erschließt.

Wer aber glaubt, die Forderungen seien jetzt wenigstens erfüllt, hat sich geirrt. Schon vor Tagen hat der Militärverein ANA mitgeteilt, er sei mit der Benennung nicht zufrieden. Er fordert jetzt eben noch zusätzlich eine Brigata-Tridentina-Straße. Und: Dass gerade ein Teil der Vittorio-Veneto-Straße in Alpinistraße umbenannt wird, sei ein Affront. Schließlich ist Vittorio Veneto der symbolische Ort des »Siegs« über die Österreicher; soviel zur Versöhnung und zum friedlichen Miteinander.

Dass auch noch »Linke«, Grüne und Arbeitsnehmer für diese Benennung gestimmt haben, bleibt völlig unverständlich.

Stablum e gli Alpini.

Il quotidiano A. Adige (edizione di ieri) riferisce di un battibecco fra Hartmuth Staffler (STF) e Dario Stablum (Insieme), entrambi consiglieri comunali a Brixen. La diatriba nasce attorno alla probabile intitolazione di una via cittadina agli Alpini, concessa dalla SVP agli interetnici (si fa per dire) del PD, ma rifiutata dall’Associazione Nazionale degli Alpini. Infatti, secondo gli ex militari, a) non sarebbe ammissibile cambiare il nome a un tratto di via Vittorio Veneto (la via della vittoria brissinese) e b) la strada dovrà venire intitolata alla Brigata Tridentina. Il PD, inginocchiandosi alla volontà degli Alpini, ha già fatto sapere che l’intitolazione di una via agli Alpini non impedisce la futura intitolazione di un’ulteriore via alla Tridentina. In questo contesto si inserisce l’accusa di Stablum, secondo cui Staffler avrebbe definito gli Alpini conquistatori del Tirolo. Staffler, a sua volta, nega, affermando che gli Alpini, in Tirolo, non avrebbero mai conquistato alcunché.

Secca la risposta di Stablum, secondo l’A. Adige:

Sono affermazioni folli che si commentano da sole.

Orbene, visto che siamo in tempi di materiale didattico comune e di storia condivisa, sarebbe interessante sapere come mai le affermazioni di Staffler sarebbero folli. Nelle scuole pubbliche della città, ai tempi in cui Stablum era vicesindaco, si insegnava che gli Alpini avessero sì occupato parte del Tirolo, ma solo dopo l’armistizio del 3 novembre 1918.

Vedi anche: [1] [2] [3]

Avaaz: La NATO in Siria.

Ricevo e volentieri pubblico questo appello di Thomas Benedikter:

Cari amici,

Ho appena creato una nuova petizione e spero vorrete firmarla, si chiama:
Un intervento umanitario della NATO per fermare la violenza in Siria

E’ una questione molto importante per me e insieme possiamo fare la differenza! Se la firmerete e poi la condividerete con i vostri amici e contatti, riusciremo presto a ottenere il nostro obiettivo di 100 firme e potremo cominciare a fare pressione per ottenere il risultato che vogliamo.

Clicca qui per saperne di più e per firmare.

Campagne come questa partono sempre in piccolo, ma crescono se persone come noi si attivano: ti prego di prenderti un momento per dare una mano firmando e spargendo la voce proprio ora.

Grazie mille,
Thomas