Wo sind die Grenzen der Demokratie?

Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen — abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.

— Ausgelutschtes Zitat von Winston Churchill

Ich war heute Abend beim Treffen der Initiative für mehr Demokratie zum Thema »Besser Wählen«. Eine dort stattgefundene Teildiskussion, die sich — kurz — zwischen Vertretern des Vereins diverkstatt (insbesondere dem Ex-PDler Gianluca Da Col) und mir entfacht hat, nehme ich zum Anlass für diesen Artikel. Doch eine ähnliche Auseinandersetzung hatte ich bereits mit Herrn Zeno Christianell (SVP) im Rahmen des Südtirolkonvents.

Konkret erwähnte Herr Da Col (der angab, mit Flüchtlingen zu arbeiten) das Beispiel einer nicht näher benannten Gemeinde in der Schweiz, wo sich die Bevölkerung in einer Abstimmung gegen die Errichtung eines Flüchtlingsheims ausgesprochen habe, um seine Zweifel an der direkten Demokratie zum Ausdruck zu bringen. Jemand anderes erwähnte die späte Einführung des Frauenwahlrechts in der Eidgenossenschaft.

Während daraufhin einige in Bezug auf das Flüchtlingsheim Grenzen für direktdemokratische Entscheide postulierten, vertrat ich die Meinung, dass Demokratie nicht »gute« oder »richtige« (bzw. unseren Vorstellungen entsprechende) Entscheidungen garantieren könne, sondern lediglich solche, die den Mehrheitswillen der Bevölkerung widerspiegeln.

(Übrigens gibt es allein in Italien zahlreiche Gemeinderatsbeschlüsse gegen die Aufnahme von Flüchtlingen — ohne, dass deswegen jemand die Abschaffung der repräsentativen Demokratie gefordert hätte.)

Jedenfalls antwortete Herr Da Col auf meinen Einwand, indem er ankündigte, nicht mehr mitdiskutieren zu wollen, denn so (also mit meiner Sichtweise) würde man auch den Nationalsozialismus ermöglichen.

Ja! Klar! Aber mal davon abgesehen, dass Adolf Hitler eh weitgehend legal und demokratisch an die Macht gekommen war, frage ich mich: Was anderes bleibt DemokratInnen übrig, als ein ziemlich uneingeschränkter Relativismus? Wer soll bitte — und wie? — die Grenzen der Demokratie festlegen? Wer soll die Menschenrechte und die Verfassung schreiben? Technokratinnen? Diktatoren? Gott?

Ob ich denn wisse, was die [italienische] verfassungsgebende Versammlung war, fragte mich Herr Da Col süffisant. Ja… was war sie denn? Ein demokratisches Gremium, nehme ich an, und kein übermenschlicher Weisenrat.

Natürlich sehe ich ein, dass das ein großes Dilemma ist. Ich befürworte die »wehrhafte Demokratie« — doch auch Gesetze, mit denen verfassungsfeindliche Umtriebe, Handlungen, Gesten oder Symbole unter Strafe gestellt werden, müssen demokratisch beschlossen werden und ebenso demokratisch abschaffbar sein. Gegen die »nationalsozialistische« (oder: antidemokratische) Gefahr gibt es letztendlich keine Versicherung. Nur mühevolle kulturelle und Bildungsarbeit kann uns davor schützen.

Zu allem Überfluss hielt dann noch ein Herr Enrico Santoro ein Plädoyer für Diktaturen (denn in Bruneck [!] müsse man endlich mal aufräumen) — während ein anderes Mitglied von diverkstatt (aka Arci Bruneck) behauptete, die Schweiz sei das rassistischste Land, das er kenne.

Die Diskussion ist eröffnet!

Venetisch ist lächerlich (sagen die Herrenmenschen).

Denn ob das Venetische eine eigenständige indogermanische Sprache ist oder ein Gemisch aus Latein und Italienisch, mag sprachwissenschaftlich interessant sein, ist aber eigentlich völlig egal. Es klingt wie eine Kindersprache. “Man muss lachen, wenn man sie hört”, schreibt der entsandte Reporter der römischen Zeitung “La Repubblica”. Man spräche dort, als hätten kleine Kinder gerade Kastanien im Mund und redeten gleichwohl drauflos. Nun wäre das ja nicht schlimm, wenn die Veneter untereinander Veneter Platt reden. Aber sie wollen diese sprachliche Eigenart nun zur zweiten Amtssprache erheben.

— Hans-Jürgen Schlamp, Spiegel Online, 11. Dezember 2016

Man kann viel auszusetzen haben am alles andere als einschließenden Nationalismus der venetischen Rechten. Aber diese herablassende Verhöhnung einer Sprache zeigt einmal mehr: Vertreter nationaler Mehrheiten gerieren sich als Herrenmenschen, Minderheiten sind qua Definition rückständig und lächerlich. Das erinnert an das koloniale Zeitalter, als Eingeborene zur Belustigung auf Jahrmärkten vorgeführt und ihre Kulturen als minderwertig ausgerottet wurden. Heute weiß jedeR, dass das falsch war, aber »Platt« darf weiterhin verunglimpft werden.

Übrigens: Ob Herr Schlamp denn weiß, dass Plattdeutsch in Schleswig-Holstein Amtssprache ist?

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]

Meran auf den Spuren seiner jüdischen Gegenwart.

Meran war und ist Heimat von Juden. Ohne ihre wirtschaftlichen Investitionen und geistig-kulturellen Impulse ist die Entwicklung Merans vom “Kuhstädtchen” zum internationalen Kurort und zur liberalen Kulturstadt nicht vorstellbar.

Mit verschiedenen Bildungsformaten wie Plakat- und Postkartenaktionen (Ein Stück Meran?), der Beflaggung von Gebäuden, welche früher in jüdischem Besitz waren, Stadtspaziergängen und Filmabenden begeben wir uns auf Spurensuche und möchten die Meranerinnen und Meraner auf dieses wichtige Stück Stadtgeschichte aufmerksam machen.

— urania meran

Am Dienstag, den 20. Dezember findet am Sitz der Urania Meran  ab 19.00 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema

Alle Opfer? Meran und seine Juden

statt. Es beteiligen sich am Podium und aus dem Publikum:

  • Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems
  • Sabine Mayr, Philologin und Buchautorin
  • Joachim Innerhofer, Direktor des Jüdischen Museums Meran
  • Leopold Steurer, Historiker
  • Arnaldo Loner, Rechtsvertreter der Gde. Bozen im Mischa-Seifert-Prozess
  • Federico Steinhaus, ehem. Präsident der Jüdischen Gemeinde Meran
  • Mirko Wenter, Vizepräsident der Jüdischen Gemeinde Meran
  • Marko Feingold, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, KZ-Überlebender und Zeitzeuge
  • Paul Rösch, Bürgermeister der Gde. Meran

Musikalische Einleitung und Ausklang durch die Gruppe Stellerranti:
Cinzia Bauci, Vokal – Lydia Cevidalli, Geige – Pierantonio Gallesi, Ziehharmonika.

In der Podiumsdiskussion wollen wir die Vergangenheit lebendig werden lassen und wichtige Kapitel der Meraner Stadtgeschichte neu erzählen. Gemeinsam mit Historikern,Zeitzeugen und Politikern wollen wir aber auch Täterschaft, Schweigen und Passivität der Meraner Bevölkerung thematisieren und die Frage nach der Zukunft der jüdischen Gemeinde Meran stellen.

Moderation: Markus Lobis.

Konvent: Luis Durnwalders 33 Punkte.

Der ehemalige Südtiroler Landeshauptmann, Luis Durnwalder (SVP), hat dem Südtirolkonvent ein Dokument zukommen lassen, das unter anderem »einige Gedanken für die Abänderung oder Ergänzung des zweiten Autonomiestatuts oder einiger Durchführungsbestimmungen« enthält. Die unter diesem Punkt angeführte Liste geben wir hier wieder:

  1. Regelung Selbstbestimmungsrecht — im Rahmen der UNO Richtlinien (sic)
  2. Hinweis auf die Sondersituation unter den Sonderautonomien (internationale Verträge) Eigener Verhandlungstisch mit Regierung
  3. Grundsatz, dass all das was Regionen mit Normalstatut bekommen automatisch auch auf Südtirol übergeht
  4. Ausschaltung der AKB (Allgemeine Koordinierungsbefugnis, Anm.) des Staates: Bei Landesgesetzgebung nur 3 Ausnahmen
    • Verfassung
    • EU Richtlinien (sic)
    • Internationale Verträge
  5. Abschaffung des Nationalen Interesse (sic)
  6. Recht auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Europaregion und Recht mit anderen Regionen und Minderheiten zusammen zu arbeiten (sic) und diesbezügliche Verträge abzuschließen; Entwicklungsprogramme.
  7. Alle sekundären und tertiären Kompetenzbereiche müssen in primäre umgewandelt werden.
  8. Übertragung aller Kompetenzen im Bereich Umweltschutz, Raumordnung, Landschaftsschutz, Arbeitssicherheit, Sanität (sic); Hygiene. Abschaffung paralleler Kontrollen des Staates im Bereich Sanität (sic), Arbeitssicherheit, Umwelt und in allen Bereichen, wo das Land die Zuständigkeit hat.
  9. Gesamte Schule und Lehrer zum Land — Anerkennung Studientitel (sic) + Befähigungen; Festlegung Berufe;
  10. Zuständigkeit im Bereich der Telekommunikation-Frequenzen (sic)
  11. Zuständigkeit Verteilung der Post
  12. Zuständigkeit eigenen Rai Betrieb (sic) für alle 3 Volksgruppen
  13. Recht auf Mitsprache und Organisation bei der Feststellung, Einhebung und Kontrolle der direkten und indirekten Steuern.
  14. Durchführungsbestimmung für Regelung der Ortsnamengebung auf Grundlage des Abkommens Fitto-Durnwalder
  15. Abschaffung Regierungskommissariat und Übertragung der diesbezüglichen Kompetenzen an das Land bzw. Landeshauptmann
  16. Ersetzung des Begriffes “Autonome Provinz Bozen” durch den offiziellen Namen “Südtirol und Sudtirolo” (sic)
  17. Umwandlung der autonomen Provinzen Trient und Bozen in “Autonome Region Trient” und “Autonome Region Südtirol – Sudtirolo”
  18. Abschaffung der Region und Übertragung der diesbezüglichen Kompetenzen an die beiden Autonomen (sic) Regionen “Trient” und “Südtirol”
  19. Übertragung der Zuständigkeit der öffentlichen Ordnung d.h. des Polizeiwesens auf Ort- und Landesebene und Klärung der beim Staat verbleibenden Polizeidienste
  20. Übertragung sämtlicher Verwaltungszuständigkeiten des CONI an das Land und Festlegung der Pflicht zur Zweisprachigkeit
  21. Recht der Ladiner, alle Ämter bekleiden zu können unabhängig von ihrer zahlenmäßigen Stärke (z.B. LH)
  22. Übertragung Zuständigkeiten im Bereich der Rentenregelung (Vorsorge–Zusatzrente)
  23. Übertragung der gesamten Zuständigkeiten im Bereich der Motorisierung und des Transportwesens z.B., Kollaudierungen Register (sic), Führerscheine, Strafgelder usw.,
  24. Zuständigkeiten im Bereich des Öffentlichen (sic) Vergabewesens
  25. Alle Zuständigkeiten im Bereich des Personals für öffentliche Angestellte der Gemeinden und des Landes und deren Konsortien: Wirtschaftliche und rechtliche Behandlung, Kollektivverträge usw.
  26. Volle Zuständigkeiten im Bereich der Energie: Konzessionen, Produktion, Transport und Verteilung
  27. Zuständigkeiten im Bereich von Forschung und Entwicklung
  28. Valorisierung (sic) der lokalen Produkte sowie Regelung des Marktes und Werbung im In-und Ausland
  29. Tierärztlicher Dienst: Grenztierarzt, CITES-Bescheinigungen usw.
  30. Übertragung der Zuständigkeit der Anas-Straßen und des damit zusammenhängenden Eigentums: Straßenrelikte, Anas-Häuser, Wohnungen, Büros. Zuständigkeiten für Genehmigungen und Konzessionen
  31. Gerichte: Überführung der “Außenstellen” des Staates in effektive Sitze mit allen Zuständigkeiten.
  32. Klärung der Zuständigkeiten im Bereich des Lokaltransports bei Bahn (sic)
  33. Kostenloser Übergang aller Militärareale, soweit sie nicht mehr für institutionelle Zwecke gebraucht werden, an das Land.

Luis Durnwalder

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

The Restoration of Minority Toponyms.

In my former post I cited some relevant paragraphs contained in the United Nations’ “Manual for the standardization of geographical names”, in order to give an understanding of how toponymy is generally considered by the international scientific community. However, there are more specific views about the situation in South Tyrol, which can be found in the Training Course on Toponymy forming part of the “documents and literature” of the United Nations Group of Experts on Geographical Names (UNGEGN) and which I’d like to publish here:

In the northern part of Italy, up in the Alps, is the region of South Tyrol. It is a strategic region as it controls the mountain passes onto Vienna and Germany. It belonged to the Austrian Empire, but when Austria lost the First World War Italy annexed it. It had been a German-speaking area for over a thousand years, but the Italians next imposed their language on the area. In the middle of the capital Bozen or Bolzano they erected a triumphal arch with the Latin text on it: “We have brought culture to the barbarians”. And from one day to another they changed the place names. As a matter of fact they changed all names, they even changed family names and names on tombstones in cemeteries. They did so because they did know the power of names. In figure 1 [not shown here, ed.] you will see names like Sterzing, Wiesen, Deutschhaus (or Lichtenberg, Schlanders and Laas). These names have connotations of German dishes like Bratwurst, or Schinken or roasted chestnut. The figure is taken from an Italian map made of this Austrian area before the First World War.

In figure 2 [not shown here, ed.] you will see exactly the same area, but instead of Sterzing, Wiesen and Deutschhaus (Lichtenberg, Schlanders and Laas) the map bears the names Vipiteno, Prato and La Commenda (or Montechiaro, Silandro and Lasa) for the same localities. And these names bring memories of Italian dishes like pasta and prosciutto con melone. But, more important, these names on the map make the area look like an Italian area. That is the power of names. Naming things conveys power to the one who bestows the names! A comparison of figures 1 and 2 will show that it is indeed the same area. Imagine that from one day to another your hometown and the street on which you live would be re-baptized and receive a name in a foreign language! In 1945 South Tyrol was again assigned to Italy by the Allied forces, on the condition that it would respect the German culture and language of the area. Well, place names are part of the language and of culture, but up till now no German place names have entered any official Italian maps of South Tyrol. There is only one commercial publisher, the Italian Touring Club, which publishes atlases and maps with bilingual names for the area. It does so either because it wants to reflect the local situation that has bilingual road signs now, or because it also publishes the maps for a German-speaking clientele.

The use of names on maps is nearly as important as the use of boundaries. Naming things conveys power to the one who bestows the name. Reversely, if one is in control over something one can name it: one’s children or one’s house. Italian names show they have been bestowed by Italians, they show Italian sovereign rights. So if names are in Italian, it is an Italian region. Vice versa, if it is part of Italy, it should have Italian names. That is the reasoning, at least. It is the reasoning of nationalism, a very important force, last century, in Western Europe. As topographic mapping is considered to be some sort of sovereign right, just like taking censuses, and as topographic mapping is usually performed by the state’s civil servants, there is a tendency for minority language toponyms to be represented on the map in some transformed way, adapted to the state languages or to the raison d’etat, that is to reasons of state.

From the cultural viewpoint it should be a nation’s prerogative to preserve the cultural heritage of its population, its minority language population included. Toponyms are parts of this cultural heritage and should therefore be preserved in their minority language versions. The national authorities should also act as a go-between and allow foreign cultural communities to take cognisance of its minority language communities, toponyms included. By paying taxes the members of minority language communities share in the costs of national topographic surveys and the production of topographic maps. They should have the right therefore to see their home area represented on these maps as they know it, and not disguised in an unfamiliar onomastical cloak.

Based on this European experience a package of measures has been established that should ensure the restoration of minority toponyms: it consists of the following steps

a) Delimitation of minority language area boundaries
b) Introduction of bilingual transitional periods on the map: so after a majority names edition a bilingual edition is published which precedes a monolingual minority language edition
c) Official restoration of minority language name versions
d) Exclusive minority language rendering
e) Accompanied by the rendering of marginal information also in minority language

In Europe we have developed the feeling that recognition of their language and culture is an important contribution to the strengthening of the identity of minority language communities. The official use of their toponyms in the minority language is part of that recognition. The rendering of toponyms on maps might seem an insignificant aspect of this official recognition, but it should be stressed that these names often are the first and only representation by which the minority language community can manifest itself to outsiders. The acknowledgement of minority language toponyms on the map can be considered as an official recognition and acceptance of the minority language community.

A national state is nowadays considered responsible for the cultural heritage of all minority language communities, and minority language names also belong to this cultural heritage.

in Ferjan Ormeling, Jörn Sievers and Hans Stabe (eds.), Training Course on Toponymy, Enschede, Frankfurt and Berlin 2002.

See also: [1] [2] [3] [4] [5]

Toponymy: What do the United Nations say?

Few days ago, we were confronted with the incredibly reactionary call made by mainly — but not exclusively — italian linguists and professors, aimed at maintaining the complete toponymic “patrimony” artificially translated and imposed to South Tyrolean places during fascism. In return, we are now publishing some pertinent excerpts from the “Manual for the standardization of geographical names” edited by the United Nations Group of Experts on Geographical Names (UNGEGN). This can be useful to understand, directly or allusively, what place names are and how they should be treated, according to this international scientific board.

The types of information needed when names problems and proposals are being considered are:

(a)  Current local oral usage, its amount and extent;
(b)  Current and historical usage on maps and in official documents;
(c)  Circumstances of naming;
(d)  Name duplication within the area;
(e)  Offensive or derogatory word(s) in a name;
(f)  Name length and acceptability;
(g)  Regional government and advisory committee recommendations;
(h)  Social, cultural and political concerns;
(i)  Clear application of the name to a feature/area.

A newly organized authority needs to consider two basic questions when establishing official standard names.

The first concerns the basis on which names are selected for standardization. It is possible, for example, to choose names arbitrarily without reference to existing usage. However, this procedure is not recommended because it would introduce conflict and confusion into the naming process by creating two naming systems in a country: one based on local usage and the other on government usage. Instead, it is recommended that precedence be given to those names in established local/public use. It is good policy to integrate administrative and academic judgements with the preferences of local people. Exceptions will occur when particular names cannot be adopted because of conflict with other principles or policies, or when public/local usage is variable or ephemeral.

The second question relates to the meaning and purpose of names standardization. Univocity, the principle whereby one standard name is assigned to each geographical entity (place, feature or area) at any point in time, represents the ideal toponymic standardization. Every effort should be made to adhere to that principle so as to avoid ambiguity. It can sometimes be difficult to achieve this one name/one feature ideal, especially in multilingual areas where name usage is divided along language lines. In those cases, the names authority could:

(a)  Choose only one name, based on specific criteria, as the official form;
(b)  Recognize and make available for use in other languages, one or more names (that is to say allonyms […]), not equal to the official form in rank, but chosen for use in specified contexts; or
(c)  Choose two or more forms as official on an equal basis (multiple names would thus most likely be shown on maps where scale permitted) […].

A national authority may adopt more than one official name for a geographical entity. It is suggested, however, that one of the names be recommended for international usage.

The best procedure seems to lie between standardizing names one at a time and standardizing large numbers of names at one time. For example, established nationally known names found on official maps can be standardized as a group, and local names and the names of minor features can be collected, reported, researched and standardized individually.

The latter paragraph shows there obviously is a notion of “local names and … names of minor features”, something to which is often referred to as “micro toponymy” in South Tyrol.

A good researcher will attempt to gain a full understanding of the nature of each name being considered by reviewing the:

(a) Toponymic history of the geographical entity involved;
(b) Languages involved and their written forms;
(c) Sources of all variant names and spellings;
(d) Special ethnic, cultural and political interests;
(e) Local usage and local preferences;
(f) Degree and reliability of name usage;
(g) Options with regard to standardization.

Translation can be employed as a method of names conversion only if the source toponym, wholly or in part, has semantic or lexical meaning, in other words, only if it can be found in an ordinary dictionary.

When is translation resorted to in names conversion? Chiefly when the toponym includes a “translateable” generic term. Naturally, toponyms are often translated when one deals with topographic features outside one’s own linguistic region.

Underlining made by BBD.

Toponomastica: La carica dei retrogradi.

Quarantotto professori italiani e tedeschi hanno inviato una lettera al Presidente della Repubblica Italiana, Sergio Mattarella, al Governo italiano, alla Corte Costituzionale (!) e alla Provincia autonoma di Bolzano in difesa della «toponomastica italiana» in Sudtirolo. Sorvoliamo su chi siano (come Carlo Alberto Mastrelli, che prosegue il «lavoro» di Tolomei) — o sul fatto che non ci sia alcun professore sudtirolese — ed entriamo direttamente nel merito:

Al Signor Presidente della Repubblica, Sergio Mattarella

A tutte le Istituzioni del Governo, della Corte Costituzionale e della Provincia autonoma di Bolzano

«Venuti a conoscenza che è in esame da parte della Commissione paritetica Stato/Provincia autonoma di Bolzano detta dei Sei una ipotesi di norma di attuazione che prefigura la messa in discussione del pieno diritto dei cittadini italiani di riconoscersi, utilizzare e tramandare il proprio ricco e vasto patrimonio di migliaia di nomi di luogo in lingua italiana in Alto Adige, così come hanno fatto finora e per decenni.

La norma di attuazione in esame non riguarda il «pieno diritto dei cittadini italiani di riconoscersi, utilizzare e tramandare il proprio ricco e vasto patrimonio di migliaia di nomi di luogo in lingua italiana», bensì l’ufficialità di una parte, probabilmente ridotta, di quel «patrimonio» inventato da un pazzo e imposto da un regime totalitario. Nessuno vieterà mai, come invece avvenne al contrario con i toponimi originari, «il pieno diritto» di chicchessia «di riconoscersi, utilizzare e tramandare» qualsiasi nome.

Tale norma di attuazione violerebbe gravemente i principi della Costituzione e l’obbligo del bilinguismo italiano-tedesco sancito da leggi costituzionali, da sentenze della Corte Costituzionale e dall’Accordo De Gasperi / Gruber del 1946. Un Accordo che è alla fonte dell’autonomia speciale in Alto Adige, basata sul principio di assoluta e inderogabile parità linguistica fra i gruppi conviventi;

  • È veramente strano che siano dei professori, quasi tutti linguisti, ad affermare che i nomi c’entrano col bilinguismo, mentre l’organo delle Nazioni Unite che si occupa di geografia (no, non il consiglio comunale di una recondita località sudtirolese) afferma l’esatto opposto.
  • L’assoluta e inderogabile parità linguistica fra i gruppi conviventi (e delle lingue), con buona pace dei professori, nella realtà non esiste e non è mai esistita. Se veramente la si volesse difendere… ma no, non è il caso.

preso atto che è già avviato un contestuale e controverso iter legislativo nel Consiglio provinciale di Bolzano, che si uniformerà ai criteri già all’esame della suddetta Commissione dei Sei, i quali criteri risulterebbero palesemente contrari alla lettera e allo spirito della Costituzione;

Dove e come la Costituzione, nella lettera e nello spirito, afferma che i nomi (i nomi!) debbano essere tradotti? Che un torto perpetrato dal regime fascista non possa venire almeno attenuato? E dunque quel che è avvenuto in Val d’Aosta o in Trentino sarebbe incostituzionale?

rilevato che lo Statuto di autonomia altoatesino definisce con chiarezza il quadro normativo entro cui riconoscere la potestà legislativa provinciale sulla toponomastica, ossia “fermo restando l’obbligo della bilinguità nel territorio della Provincia di Bolzano”; e ancora: “Nella Provincia di Bolzano le amministrazioni pubbliche devono usare, nei riguardi dei cittadini di lingua tedesca, anche la toponomastica tedesca, se la legge provinciale ne abbia accertata l’esistenza ed approvata la dizione”. Alla Provincia spetta dunque il compito (art. 101 e 102 dello Statuto) di dare ufficialità ai toponimi tedeschi e ladini, come espressamente stabilito dalla norma, e non già di sopprimere o limitare i toponimi italiani esistenti e in vigore da quasi 100 anni. Oltretutto l’italiano è “la lingua ufficiale dello Stato”, secondo quanto ribadito proprio e sempre dallo stesso Statuto di autonomia altoatesino;

Ora qui la cosa diventa veramente paradossale: visto che la legge dice X non si può fare una legge che dica qualcos’altro. Oppure: Visto che la legge oggi vieta i matrimoni fra omosessuali non si può fare una legge che li renda possibili. Stendiamo un velo.

i Sottoscritti si rivolgono con urgenza alle massime autorità della Repubblica italiana e alle Istituzioni della Provincia autonoma di Bolzano consapevoli del valore insopprimibile del bilinguismo paritario, affinché fermino in tempo il tentativo che si rivela di esclusiva natura politica e privo di qualsiasi serio appiglio storico.

Privo di qualsiasi serio appiglio storico? Fa piacere notare che anche ai professori non manca il senso dell’umorismo.

Un tentativo gravemente lesivo della Costituzione e dei principî dell’ordinamento, nonché del ruolo della lingua italiana, lingua della Repubblica, e del suo valore culturale e comunicativo riconosciuto, studiato e insegnato anche a livello internazionale.

Se veramente il ruolo e il valore culturale e comunicativo della lingua italiana dipendesse da qualche toponimo inventato e imposto… povera, poverissima lingua italiana. Forse allora sarebbe meglio chiudere baracca.

I toponimi, tanto italiani quanto ladini e tedeschi, costituiscono un “bene collettivo” che deve potere essere condiviso e salvaguardato come espressione più alta della cultura e delle identità presenti in Alto Adige.

Questo «bene collettivo» è composto da migliaia di «falsi storici» scientificamente ridicoli. In tutto il mondo ormai ci si sta adoperando per sanare le situazioni anche lontanamente paragonabili alla nostra: [1] [2] [3] [4] [5]

Il bilinguismo grafico ed esteriore non solo aiuta la convivenza, ma è anche un mezzo efficace nel favorire una reale ed effettiva intercomprensione fra le comunità presenti nel territorio, sollecitandole alla mutua conoscenza linguistica, e con ciò assolve pienamente a una funzione civica, istituzionale e pedagogica. La civiltà del bilinguismo paritario è un ponte esemplare nell’Europa dei nuovi muri.

  • Il bilinguismo paritario — che nei fatti, come si accennava, non esiste — non viene per nulla scalfito dall’abolizione di alcune centinaia (o anche migliaia) di nomi, perché la toponomastica col bilinguismo c’entra come i cavoli a merenda.
  • L’Europa dei nuovi muri, invece, si nutre esattamente del nazionalismo (e dell’imperialismo culturale) di cui la presente lettera è espressione.

Ogni soppressione totale o parziale di toponimo in lingua italiana, ogni ipotesi di cancellare in parte o pesantemente nomi protetti dalla Costituzione rappresenterebbe, inoltre, anche la negazione del diritto alla libertà di parola e di espressione dei cittadini italiani e di chiunque al mondo desiderasse liberamente continuare ad indicare e a pronunciare in italiano nomi di luogo che fanno parte della Repubblica italiana e della sua radicata storia plurilingue in Alto Adige».

Già, come Venezia che ufficialmente si chiama solo Venezia, per cui in tedesco «non» la si può certo chiamare Venedig. Ma per piacere.

La Bretagna. E… la toponomastica.

La Francia è sovente considerata il «mangiaminoranze» fra gli stati europei, un giudizio che probabilmente non si discosta molto dalla realtà. Eppure anche lì, considerato il contesto estremamente sfavorevole, si osservano sviluppi sorprendenti in relazione alla varietà delle lingue regionali.

La Corsica, complice anche la situazione geografica, è certamente la regione più attenta alle proprie peculiarità linguistiche e culturali. Dalle ultime elezioni l’isola è governata da una coalizione di autonomisti e indipendentisti. Nelle parti della Catalogna e dei Paesi Baschi che si trovano sotto giurisdizione francese sono le relative sorelle «spagnole» (Catalogna meridionale e Hegoalde), che dispongono di forme di autogoverno molto più evolute, a far da traino.

Tuttavia anche in Bretagna al più tardi dagli anni 1990 si registra un certo movimento. La lingua bretone (tradizionalmente parlata solamente nella parte occidentale della Bretagna) era già stata quasi totalmente estirpata, ma attualmente sta conoscendo una pur flebile rinascita.

Vi contribuisce fra gli altri l’Ofis Publik ar Brezhoneg, massima istanza di promozione linguistica, che dalla sua istituzione nel 1999 ha portato a termine numerose iniziative, in parte molto creative — e che, fra parentesi, sfoggia il nuovo suffisso internet autonomo della Bretagna (.bzh).

Fra le pubblicazioni dell’Ofis si trova anche una guida molto chiara, ad uso di amministrazioni pubbliche e imprenditori privati, contenente regole e consigli sull’impostazione di cartelli e insegne bilingui.

Dal nostro punto di vista invece possono essere interessanti soprattutto le raccomandazioni sulla toponomastica, in quanto il Sudtirolo in questo campo sembra aver qualcosa da imparare perfino dalla Bretagna:

Toponomastik Bretagne.
Estratto guida (Ofis Publik ar Brezhoneg)

Accanto all’illustrazione grafica (a destra) già di per sé molto chiara, con la quale si spiega che non è consigliata l’apposizione né della sola denominazione francese (o francesizzata) né di un’indicazione doppia, bensì solamente di quella bretone, nel testo si fa riferimento al Gruppo di Esperti delle Nazioni Unite sulle Denominazioni Geografiche (UNGEGN ovvero GENUNG). Inoltre viene specificato espressamente (in grassetto) che il patrimonio toponomastico non va confuso col bilinguismo.

Queste indicazioni sono particolarmente sorprendenti se si pensa che la guida in questione è edita con la collaborazione del Ministero della Cultura e delle Comunicazioni di Parigi.

Chi avesse avuto l’occasione di muoversi nella Bretagna occidentale avrà certamente notato che un numero elevatissimo di località (frazioni, borghi, torrenti, colline…) sono effettivamente indicate solo in versione bretone.

Anche in Bretagna, come in Sudtirolo, si distingue fra macrotoponomastica e microtoponomastica, con quest’ultima di competenza esclusiva dei comuni, mentre la prima (la macro, cioè i nomi dei comuni stessi) è di competenza di livelli di governo superiori.

Vedi anche: [1] [2] [3] [4] [5] [6][DE]