Souramont: la jonëza pó tó pert a programs dl‘Euregio.

La junta dl GECT á aprové sot la direziun dl presidënt Kompatscher la proposta da lascé tó pert la jonëza de Souramont ai programs dla jonëza dl’Euregio.

Sön la basa dla deliberaziun sön la colaboraziun culturala sura i confins fora y le sostëgn dl lingaz y dla cultura di ladins di trëi comuns de Souramont dl Vedl Tirol á la junta dla GECT tut la dezijiun dan da püch da lascé  tó pert la jonëza di trëi comuns ladins ai programs dla jonëza dl’Euregio Tirol. „Chësc é n ater vare devers le renforzamënt dla colaboraziun cun i comuns dl Vedl Tirol Fodom, Col y Cortina aladô dl’Euregio“, dij l’assessur provinzial por la scora y cultura ladina Florian Mussner. Proiec fac adöm cun i comuns de Souramont é dantadöt importanc por la jonëza a na moda da renforzé inant le lian cultural y linguistich cun le Tirol, insciö Mussner.

La cuota dles porsones che tol pert di comuns dl Vedl Tirol é de regola de alplü le 5 porcënt y tol ite altamo trëi partezipanc.

Ajentöra stampa (LPA).

Quotation (474): Rücksicht für Rom.

Die Autonomie und einzelne Gesetze, die aufgrund unserer Autonomie erlassen wurden, haben sicherlich nicht den Wert, der immer hochgehalten wird. Diese Bestimmungen haben eine[n] weit geringeren Wert.

Ich glaube, unsere Politiker haben nicht mehr diesen kämpferischen Geist, Autonomiebestimmungen bis aufs Letzte zu verteidigen. Ich sehe eher eine Rücksichtnahme gegenüber Rom.

Heinrich Erhard, ehemaliger Direktor des Landesamts für Jagd und Fischerei, im ‘Salto’-Interview mit Christoph Franceschini.

Erhard war — genauso wie der ehemalige Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) — vom Rechnungshof verurteilt worden, wegen mehrerer Abschussdekrete 600.000 Euro Schadensersatz zu leisten.

Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) wies Erhards Darstellung mit Verweis auf die inzwischen veränderte Gesetzeslage zurück.

Siehe auch: [1] [2]

Salvini, die Roma und der PD.

In einem Land, wo sich selbst angebliche Linke mit brutaler Abfälligkeit über Roma äußern, hat ein rechtsradikaler Innenminister ab Amtsbeginn keine zwanzig Tage gebraucht, um ihre flächendeckende polizeiliche Registrierung anzukündigen. Mit der sinngemäßen Aussage, dass die italienischen Roma »leider« nicht ausgewiesen werden könnten, hat er zudem insinuiert, dass er alle anderen des Landes verweisen möchte.

Sein späteres Zurückrudern — das er mit der Verbreitung weiterer Ressentiments und Vorurteile verband — gehört zum zynischen und brandgefährlichen Spiel, mit dem die Grenzen des Sagbaren ausgelotet und jeden Tag ein Stück weiter verschoben werden. Das schafft ein gesellschaftliches Klima, das Ausgrenzung, Diskriminierung, ja selbst Gewalt fördert und legitimiert.

Schon werden Forderungen — wie jene von Fratelli d’Italia (FdI) — laut, man müsse Roma zum Nomadisieren zwingen, indem man ihren Aufenthalt an ein und demselben Standort auf ein halbes Jahr beschränkt. Das hätte nicht nur deshalb fatale Folgen, weil nur eine Minderheit der Roma überhaupt nomadisch lebt, sondern auch, weil man mit solchen Schikanen ihre Präkarisierung und Ausgrenzung noch weiter zementieren würde.

Der PD versucht zwar, sich — auch mit Slogans wie »siamo altracosa«, wir sind etwas Anderes — von dieser Hetze abzuheben und dagegen anzukämpfen. Er muss sich aber gleichzeitig den Vorwurf gefallen lassen, in all den Jahren an der Regierung kaum Konkretes unternommen zu haben, um dem vorzubauen.

So veröffentlichte der UN-Menschenrechtsausschuss im Mai 2017 einen Bericht, in dem unter anderem Stigmatisierung, Stereotypisierung und rassistische Diskurse über Roma-, Sinti- und Camminanti-Gemeinschaften durch italienische Institutionen und Medien verurteilt werden. Schon 2015 hatte eine Studie konstatiert, dass die ablehnende Haltung gegenüber Roma in Italien weit ausgeprägter ist, als in fünf weiteren großen EU-Staaten. Und der Südtiroler Senator Francesco Palermo (PD-SVP) kritisierte gar, dass Italien die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen auch deshalb nie ratifiziert habe, um die Sprache der Roma nicht anerkennen zu müssen.

Salvinis Planierraupen wurden kaum Hindernisse in den Weg gestellt.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Schicken hier die Post.

Heute komme ich wieder einmal auf den Postdienst zurück.

  • Knapp ein Jahrhundert nach der Annexion,
  • 46 Jahre nach Inkrafttreten des Autonomiestatuts,
  • 30 Jahre nach Erlass der Zweisprachigkeitsbestimmungen (DPR 574/1988) und
  • über ein Jahr nach Unterzeichnung des grandiosen Deals zwischen Landeshauptmann und italienischer Post, der in Sachen Mehrsprachigkeit vor allem den Ankauf eines neuen Poststempels zur Folge hatte

habe ich festgestellt, dass die Beschriftung von Briefkästen folgenden zwei Mustern entspricht:

Entweder die Informationen sind (wie hier in der Brixner Bahnhofstraße) dreisprachig, wobei die deutsche Übersetzung — in Widerspruch zu DPR 574/1988 — mit einer kleineren Schrift versehen ist. »Poste« und »Posteitaliane« wurde gar nicht übersetzt, »spedisci qui la tua corrispondenza« äußerst sorgfältig mit »schicken hier die Post«.

Das zweite Modell ist dieses und folgt (wie hier in der Millander Plosestraße) den stets beliebten Maximen »eh wuascht« und »scheiß drauf«.

Beide Varianten sind illegal und zeugen davon, welch ignorante und nationalistische Mentalität bei diesem Betrieb nach wie vor herrscht. Aber natürlich können wir weitere Jahrzehnte weiterkämpfen und hoffen, dass irgendwann einmal — vielleicht in 30 oder 40 Jahren — Gesetze eingehalten werden.

P.S.: Wo ist eigentlich das Regierungskommissariat, das sich angeblich so toll um die Zweisprachigkeit kümmert?

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

Eklat beim Bozner ‘Brenner Meeting’.
Bisherige Resultate geben dem Buhmann recht

Der Landeshauptmann von Nord-/Osttirol und seine Stellvertreterin, Günther Platter (ÖVP) und Ingrid Felipe (Grüne), stehen in der Kritik, weil sie das gestrige Brenner Meeting in Bozen aus Protest frühzeitig verlassen und die Unterzeichnung des Memorandum of Understanding (MoU) verweigert haben. Angeblich wollte Platter, dass sich Deutschland und Bayern ausdrücklich zur Tiroler LKW-Blockabfertigung bekennen.

Alle anderen Teilnehmerinnen — sowie die beiden Abwesenden, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Infrastrukturminister Dario Toninelli (5SB) — haben das MoU unterschrieben.

Es ist natürlich schwer zu beurteilen, inwieweit die Nord-/Osttiroler Haltung negativ war. Sicher ist, dass bislang nur unsere Nachbarn im Norden Nennenswertes gegen Luft- und Lärmverschmutzung unternommen haben:

  • Einführung des Lufthunderters
  • Funktionierende RoLa
  • Höhere Maut
  • Leistungsstarke LKW-Kontrollstellen
  • Nachtfahrverbote
  • Blockabfertigung

All das existiert südlich des Brenners nicht. Stattdessen jahrzehntelange Ankündigungspolitik, faule Ausreden und Verweise auf die Zukunft (BBT). Es wäre aber an der Zeit, dass auch hierzulande endlich konkrete Maßnahmen zum Schutz von Bevölkerung und Umwelt ergriffen werden.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

Werden so Migrantinnen in die Isolation getrieben?

Bei der Aufnahme Geflüchteter hat die SVP-geführte Südtiroler Landesregierung vor allem auf private Organisationen wie Volontarius gesetzt. Bezüglich Migration ist einer der sehr wenigen positiven Aspekte im Regierungsabkommen von 5SB und Lega, dass sie diese Praxis beenden wollen, wobei man natürlich sehen muss, wie sie das machen.

In Nord-/Osttirol wurden stattdessen von Anfang an eigene, öffentliche Dienste geschaffen und penibel darauf geachtet, dass keine Abhängigkeiten entstehen.

Was mich speziell in Südtirol wieder einmal erschreckt, ist unter anderem die totale Hemdsärmligkeit hinsichtlich der sprachlichen Aspekte. Es sollte diesbezüglich in der institutionell organisierten und geförderten Integrations- und Inklusionsarbeit — um Vorbehalte abzubauen und Chancen zu erhöhen — eine absolute Priorität sein, auch und gerade die deutsche Sprache zu vermitteln.

Ein Blick auf die Homepage von Volontarius reicht, um sich zu vergewissern, dass der Verein dies niemals leisten kann, ja nicht einmal die geringste diesbezügliche Sensibilität besitzt — wiewohl es vereinzelt sicherlich auch Freiwillige gibt, die den Geflüchteten Deutschkurse anbieten.

Wo überhaupt etwas übersetzt wurde, liest es sich so geschmeidig wie hier:

Es ist wirklich erschütternd: Die öffentlich finanzierte Integrationsarbeit nimmt Exklusion, berufliche Präkarisierung und letztendlich die Schaffung von Parallelgesellschaften billigend in Kauf.

Eher noch tragen — salopp gesagt — die Geflüchteten zur Integration von Volontarius in Südtirol bei, als umgekehrt.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] | [5] [6] [7] [8] | [9] [10]

Konkurrenzlose Marketingexpertin?

Wie bekannt hat Francesca Puglisi, nicht wiederbestätigte PD-Senatorin und Lebensgefährtin von PD-Senator Gianclaudio Bressa*, den Wettbewerb als Südtirol-Imagepflegekraft gewonnen, womit das Südtirol-Image weiter angekratzt wurde. Neben ihr gab es noch einen einzigen weiteren Anwärter, der angeblich aus terminlichen Gründen nicht zur Vorstellung kommen konnte.

Jedenfalls soll das Anforderungsprofil übereinstimmenden Berichten zufolge den Zweisprachigkeitsnachweis A vorgesehen haben, den Frau Puglisi nicht ihr Eigen nennt. Ob zur Imagepflege im benachbarten italienischen Ausland tatsächlich Deutschkenntnisse erforderlich sind — ich persönlich denke ja — sei dahingestellt. Aber wenn die Stelle in Ermangelung geeigneter Kandidatinnen auch an eine ehemalige PD-Senatorin ohne Zweisprachigkeitsnachweis vergeben werden kann, frage ich mich ernsthaft, ob das nicht vorher bekannt sein sollte.

Wieviele geeignete(re) Anwärterinnen hätten sich gemeldet, wenn von Anfang an klar gewesen wäre, dass der Zweisprachigkeitsnachweis nicht pflicht, sondern lediglich eines von mehreren Kriterien — wenn möglicherweise auch ein Knock-Out-Kriterium — war?

*) Gianclaudio Bressa sitzt im römischen Senat nicht in der PD-Fraktion, sondern mit der SVP in der Autonomiefraktion

SVP: Unsolidarisch und stolz.

Die Volkspartei, konkret Wirtschaftsvertreter Josef Tschöll, prahlt mit der unsolidarischen Haltung Südtirols in der Migrationskrise. Wie die TAZ berichtet, brüstet Tschöll sich in einem Communiqué damit, dass es »im Verhandlungswege« gelungen sei, die Zahl von Asylwerberinnen in Südtirol »deutlich niedriger als in anderen Regionen Italiens« zu halten — »von einem Vergleich mit dem Land Tirol gar nicht zu sprechen.«

Fakt ist, dass das Land Südtirol sich niemals darum beworben hat, Flüchtlinge aufzunehmen.

Diese Aussagen nehmen im Kontext der neuen italienischen Politik der geschlossenen Häfen und der damit einhergehenden Hilfsangebote europäischer Städte und Regionen einen besonders bitteren Beigeschmack an. Umso mehr, wenn man sich Wohlstand und Arbeitskräftemangel in Südtirol vergehenwärtigt, die die Aufnahme Bedürftiger — im Vergleich zu Städten wie Palermo, Neapel oder València — deutlich erleichtern würden.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]