Quotation (477): Wer will…?

Welches sind die Identitätszeichen der katalanischen Kultur?

Es ist eine Kultur, die sich zusammen mit den jeweiligen Bedingungen verändert. Vor hundert Jahren gab es zum Beispiel in Katalonien eine weitgehende Akzeptanz des Stierkampfs. Heute gilt er als etwas Verabscheuungswürdiges. Und ich denke, darin liegt gerade die Stärke des Charakters, in der Fähigkeit, sich an die verschiedenen Einflüsse anzupassen und auch den Einwanderungswellen der letzten Jahrhunderte gegenüber offen zu sein. Das hat zum Glück auch das Entstehen eines ethnischen Nationalismus verhindert, der im 19. und 20. Jahrhundert teilweise in Mode war. Wir fragen ja nicht: Wer ist Katalane? Sondern: Wer will Katalane sein?

Der ehemalige katalanische Präsident, Carles Puigdemont (PDeCAT), im Interview mit der Berliner TAZ.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Quotation (475): Storiografia e cultura diffusa.

Il problema non riguarda la storiografia, visto che si contano molti studi importanti dedicati al razzismo e al colonialismo fascista. Piuttosto è nella cultura diffusa che sembra non esserci alcuna consapevolezza del nostro passato coloniale. E su questa base si sono andati costruendo i nuovi stereotipi. Anni fa un collega afroamericano che lavorava in Italia mi fece notare inorridito come sui nostri canali televisivi passassero in continuazione spot pubblicitari che negli Stati Uniti, non certo un paese esente dal razzismo, non sarebbero mai apparsi. Rappresentazioni grottesche o mercificanti di uomini e donne nere o delle donne più generale.

Tratto da un’intervista con Brunello Mantelli apparsa ieri sul ‘manifesto’. Mantelli è studioso dei fascismi europei e della deportazione verso i campi di sterminio nazisti e insegna Storia dei conflitti internazionali all’Università della Calabria.

Vedi anche: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

Baden im ‘Triveneto’.

Athesia macht Werbung für eine Tourismusregion, die vor allem für Revisionistinnen und Faschistinnen existiert. Seit letztem Donnerstag — und wohl solange der Vorrat reicht — kann mit dem Tagblatt A. Adige der Seenführer des Triveneto (original: Guida ai Laghi del Triveneto) erworben werden, der zur weiteren Verbreitung dieses zweifelhaften geographischen Begriffs beiträgt.

Die Erfindung des Begriffs der »Drei Venetien« geht auf den Görzer Graziadio Isaia Ascoli (1829-1907) zurück, der damit die angebliche Italianität des Gebietes der Venezia Euganea (Venetien und Teile Friauls), der Venezia Giulia (Julisch Venetien und Teile Friauls) und der Venzia Tridentina (Trentino und Südtirol) unterstreichen wollte.

Aus historisch-geographischer Sicht hat die damit suggerierte Verbindung zwischen Südtirol und Venetien und/oder Italien keinerlei Fundament. Dafür schafft sie einen politischen Denkrahmen für nationale Assimilierung.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Quotation (469): Mediazione al rialzo.
La risemantizzazione dei relitti fascisti

In Italia esiste una città-laboratorio dove da tempo si conducono esperimenti di questo tipo. Si tratta di Bolzano/Bozen, dove i monumenti del ventennio sono comunemente chiamati «relitti fascisti» (in tedesco faschistische Relikte). Lo ha raccontato su Giap Flavio Pintarelli già nel 2013. Nel frattempo, la situazione si è ulteriormente evoluta.

Il percorso che ha portato alla musealizzazione del Monumento alla Vittoria può essere di grande ispirazione, ed è di pochi giorni fa l’avvio della nuova installazione che risemantizza uno dei più ingombranti monumenti fascisti d’Italia, il fregio marmoreo di Hans Piffrader col duce a cavallo, di cui ho scritto anche su Internazionale. Oggi sul grande bassorilievo appare, tradotta nelle principali tre lingue dell’Alto Adige/Südtirol, la massima di Hannah Arendt: «Nessuno ha il diritto di obbedire».

Una soluzione bella e suggestiva, forse un po’ criptica. E troppo facilmente reversibile: basta spegnere l’installazione. Basta che alle prossime elezioni vinca un’amministrazione ostile a quel percorso e faccia un’ordinanza per pigiare il bottone. La pietra è durevole, la luce no.

Intanto, però, quella luce ha fatto imbufalire i neofascisti: «Bolzano, i nuovi talebani tentano di oscurare il bassorilievo di Mussolini», ha titolato Il Primato Nazionale, quotidiano on line di CasaPound. È la conferma che si sta seguendo una buona strada.

Bolzano/Bozen è al momento la realtà dove il dibattito è più avanzato. Ciò avviene, sia chiaro, per via di peculiarità non riproducibili altrove, prodotte dalla coesistenza di due comunità distinte, quasi due mondi accostati uno all’altro. Per semplificare al massimo: gli eredi degli invasori e gli eredi degli invasi. Tale situazione rende impossibile a chiunque blaterare con superficialità di «memoria condivisa». Nell’impossibilità di smussare, appianare, edulcorare, si è dunque spinti a cercare nuove soluzioni, in quella che noi Wu Ming chiamiamo da sempre «mediazione al rialzo».

Estratto da ‘La leggenda dell’«architettura fascista»: un dibattito distorto su memoria e spazio urbano’, pubblicato il 29.12.2017 su ‘Giap’ a firma di ‘Wu Ming 1’.

Vedi anche: [1] [2] [3]

Muss eine ‘Cantore’-Schule sein?

Während der letzten Jahre konnten in Südtirol mehrere Umbenennungen von Straßen und Schulen (Klebelsberg, Wenter, Ploner…) erreicht werden. Neben der Umgestaltung faschistischer Relikte (Siegesdenkmal, Piffraderrelief…) ist dies ein wichtiger Beitrag zur Geschichtsaufarbeitung und zur Etablierung einer zeitgemäßen, demokratischen Erinnerungskultur.

Andere Bezeichnungen (Aufschnaiter, Bruder Willram, Amba Alagi, Sieg, Cadorna…) harren weiterhin einer Lösung. Doch einen Namen habe ich bislang noch nie gehört — den von Generalmajor Antonio Cantore.

Der ligurische Vollblutsoldat war als Anführer des 8. Alpini-Regiments (auch Cantoreregiment) ab 1912 in den italienischen Angriffskrieg gegen das osmanische Reich (Libyenkrieg) verwickelt. Im ersten Weltkrieg wurde er dann vom berüchtigten General Luigi Cadorna persönlich an die Dolomitenfront beordert, um den — für Cadornas Geschmack — zu vorsichtigen Kommandanten Saverio Nasalli Rocca zu ersetzen. Doch schon kurz nach seiner Versetzung wurde der für seine Gnadenlosigkeit gefürchtete Cantore bei einem seiner ersten Frontbesuche an der Tofana di Rozes tödlich getroffen.

Bis heute hält sich dabei das Gerücht, dass Cantore nicht von einem Scharfschützen der Kaiserjäger, sondern von jemandem aus den eigenen Reihen getötet worden sei, weil er kurz zuvor einen heftig umstrittenen Plan angekündigt hatte, eine nahegelegene Feindsstellung trotz zu erwartender umfangreicher Verluste um jeden Preis erobern zu wollen. Eine neuere Untersuchung ergab, dass das Einschussloch in seinem Hut eher zu einem italienischen, denn zu einem österreichisch-ungarischen Projektil passen könnte.

Wie dem auch sei: Die 1923 von den Faschisten gegründete italienische Oberschule von Bruneck trägt bis heute den Namen des erbarmungslosen Generalmajors Cantore. Selbst wenn man seine brutalen Methoden unbeachtet ließe, sollte man meines Erachtens überlegen, ob es im 21. Jahrhundert — zudem in einem sensiblen Land wie dem unseren — nicht geeignetere Namensgeberinnen für eine Schule gäbe, als einen im Krieg gefallenen Berufssoldaten. Wenn nach Cantore Straßen oder Kasernen benannt sind, ist das immerhin noch erträglicher.

‘CasaPound’ darf Park benennen.
Neuer Tiefpunkt in der Landeshauptstadt

Augen zu. Im Stadtrat von Bautzen schlägt die NPD vor, einen Stadtpark in »Park der Dresdner Märtyrer« umzubenennen. Den Bombardements der Alliierten seien Hunderttausende Deutsche zum Opfer gefallen. Seriöse Schätzungen sprechen jedoch von 20.000-25.000. Bei Enthaltung der CDU nimmt die rot-grüne Ratsmehrheit den NPD-Vorschlag an, auch die AfD stimmt dafür.

Augen auf — es war ein klein wenig anders. Im Stadtrat von Bozen schlägt CasaPound (CPI) vor, einen Stadtpark in »Park der Karsthöhlen-Märtyrer« umzubenennen. Den Partisaninnen seien 20.000 Italienerinnen zum Opfer gefallen. Seriöse Schätzungen sprechen jedoch von 5.000-10.000. Bei Enthaltung der SVP nimmt die rot-grüne Ratsmehrheit den CPI-Vorschlag an, auch die übrigen Rechtsparteien stimmen dafür.

Erst vor wenigen Jahren wurde in der Landeshauptstadt ein Denkmal für Norma Cossetto errichtet. Auch eine Straße ist nach ihr benannt.

Währenddessen wurden in anderen Südtiroler Städten — etwa Meran und Sterzing — umstrittene Namen gestrichen (wofür Bozen angeblich nicht bereit ist).

Nachtrag: Von 41 anwesenden Gemeinderatsmitgliedern haben 32 für den Vorschlag gestimmt. Vizebürgermeister Christoph Baur, Judith Kofler Peintner, Stephan Konder (alle SVP) und Claudio Volanti (PD) haben sich enthalten. Dagegen gestimmt haben Sylvia Hofer, Johanna Ramoser, Sebastian Seehauser, Luis Walcher und Peter Warasin (alle SVP).

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

Il PP non abolisce il titolo nobiliare di Franco.

Il ministro della Giustizia spagnolo, Rafael Catalá, ha dichiarato che il governo di Mariano Rajoy (PP) non intende abolire il titolo nobiliare di Duque de Franco, con Grandeza de España, introdotto dal re Juan Carlos I nel 1975 su esplicita richiesta dello stesso dittatore spagnolo.

La questione era stata posta da Fuensanta Lima, senatrice del Partito Socialista (PSOE), dopo l’attivazione della procedura di passaggio del titolo a María del Carmen Martínez-Bordiú y Franco, primogenita dell’unica figlia di Francisco Franco recentemente deceduta.

Catalá, nel comunicare che non si sarebbe opposto al mantenimento del titolo, ha comunque fatto notare alla senatrice socialista che lo stesso PSOE non si era mai attivato per l’abolizione quando era al governo e che, ad ogni modo, il titolo non conferisce alcun privilegio.

Vedi anche: [1] [2]

Gegen den Alpiniaufmarsch in Trient.
Anarchistische Szene nimmt Stellung

Trientner Anarchistinnen machen gegen den fürs Wochenende vom 11. bis 13. Mai geplanten Alpiniaufmarsch in ihrer Stadt Stimmung. In einem Blogbeitrag bezeichnen sie die Veranstaltung als eine Invasion von »besoffenen, handgreiflichen und sexistischen Männern«.

»Willkommensbanner, Tricolori, Flaggen und ähnliche Abscheulichkeiten« würden überall aufgehängt, um ein verhältnismäßig kleines Gebiet auf die Ankunft von 600.000 Männern vorzubereiten. Dabei hätten Unbekannte während der letzten Nächte Dutzende von Flaggen und sogar ein Transparent verschwinden lassen. Es sei offensichtlich, dass die Anwesenheit der Alpini in der Stadt nicht allen passe.

Auch wenn der Alpini häufig als Helden gedacht wird oder als Menschen, die der Gemeinschaft Dienste (welche?) erweisen, vergisst man immer ihre wahre Rolle in der Geschichte. Man vergisst die Vergewaltigungen in Russland, Albanien, Griechenland; dass der Korps dem Faschismus und der Monarchie treu war; und all die Gewalt und die Frevel der weltweiten »Friedensmissionen« (Somalia, Irak, Afghanistan, Libanon); stets mit jener verfluchten Feder am Hut, die aber mit unschuldigem Blut getränkt ist, das nicht vergessen werden darf.

— aus dem Blog ‘romperelerighe’

Übersetzung:

Abschließend bezeichnen die Anarchistinnen die Alpini noch als »ein Rudel von Mördern«, denen man — klar ironisch — einen warmen Empfang wünsche.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]