Franquistischer Adler in Lleida verdeckt.
Und faschistischem Beinhaus in Innichen gehuldigt

Bild: ACN

Der sozialistische Bürgermeister der katalanischen Provinzhauptstadt Lleida, Àngel Ros, hat die vorläufige Verdeckung eines franquistischen Adlers auf einem verlassenen Militärgebäude in der Stadt angeordnet. Nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung soll das Bauwerk in ein Hotel umfunktioniert werden, wofür bereits eine öffentliche Ausschreibung vorliegt. Demnach wird der künftige Hotelbetreiber von der Gemeinde dazu verpflichtet, das nunmehr von einer Kunststoffplane abgeschirmte Relikt abzutragen und zu entsorgen.

Bild: STF

In Südtirol ist der Umgang mit faschistischen Bauwerken grundlegend anders: Wie ihr Vorgänger Werner Tschurtschenthaler (SVP) beteiligte sich nun auch die neue Bürgermeisterin von Innichen, Rosmarie Burgmann (Bürgerliste), an einer Kranzniederlegung des — um die Huldigung des Totalitarismus nie verlegenen — italienischen Heeres vor dem faschistischen Ossarium in ihrem Gemeindegebiet. Die vielzitierte »Historisierung« ist unter diesen Vorzeichen höchstens ein Feigenblatt.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]

Aragonien gegen franquistische Relikte.

Das Parlament der spanischen Region Aragonien (Cortes de Aragón) hat heute einstimmig einen Antrag der linken, aus der Empörtenbewegung hervorgegangenen Podemos bezüglich franquistischer Relikte angenommen.

Von der Vereinigten Linken (IU) bis zur Spanischen Volkspartei (PP) waren sich alle einig, dass Aragonien ein Register der im öffentlichen Raum befindlichen franquistischen Symbole erstellen, die jeweiligen EigentümerInnen ermitteln und sie zur Entfernung auffordern soll. Öffentliche Institutionen und Private, die dieser Verpflichtung nicht nachkommen, sollen mit empfindlichen Bußgeldern belegt werden.

Der Inhalt des Antrags wird nun in das geplante »Gesetz der demokratischen Erinnerung« (Ley de Memoria Democrática) einfließen, das das Parlament vor Ende 2017 verabschieden will.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Zerschlagenes Porzellan.

Eigentlich ist jede Zeile zuviel, die man über die „Goldener Benito“-Aktion der Süd-Tiroler Freiheit schreibt, da man diesem Kasperltheater dadurch Aufmerksamkeit schenkt, welche es nicht verdient.

Foto: Süd-Tiroler Freiheit

Es ist evident, dass die faschistischen Umtriebe – vor allem der Casa Pound – in Bozen erschreckend sind und die Erinnerungskultur Aufholbedarf hat. Dennoch wurden in den vergangenen Jahren zaghafte Fortschritte gemacht. Und Bürgermeister Renzo Caramaschi (PD) in die Nähe des Faschismus zu rücken ist trotz der Renovierung der Statuen völlig absurd. Ebenso absurd wie der Vorwurf, Caramaschi habe im Zuge der Provokation sein wahres Gesicht – jenes eines faschistischen Podestà – gezeigt. Caramaschi hätte freilich souveräner reagieren können.

Es entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die STF, die in jüngster Zeit immer weniger Berührungsängste mit dem rechtsnationalen Rand Europas zeigt, sich als Speerspitze im Kampf gegen den Faschismus aufspielt.

Jedenfalls scheint der Süd-Tiroler Freiheit wenig daran gelegen zu sein, dass sich – vor allem – bei den italienischsprachigen Bürgern im Lande langsam ein neuer Umgang mit der faschistischen Vergangenheit entwickelt, denn sonst müsste Kollmann und Co. klar sein, dass solche Aktionen absolut kontraproduktiv sind. Im Zuge der unbeholfenen Provokation ging nicht bloß der Mini-Duce kaputt, es wurde unnötigerweise auch reichlich Porzellan zerschlagen.

Dass politischer Aktionismus auch intelligent und humorvoll statt peinlich und geschmacklos sein kann, haben einmal mehr die Schotten bewiesen. Während der Brexit-Abstimmung im Unterhaus pfiffen die SNP-Abgeordneten die Europahymne.

P.S.: Könnte man der STF auf Basis des Mancino-Gesetzes eigentlich nicht „Verherrlichung des Faschismus“ vorwerfen, nachdem sie mit einem goldenen Duce durch den Stadtratssaal paradiert sind?

Bruno Kreisky und die Südtirolfrage.

Wie der Tiroler Geschichtsverein bekanntgibt, wird am Freitag, den 27. Jänner (17.00 Uhr) das zweisprachige Buch

Bruno Kreisky und die Südtirolfrage

vorgestellt. Es laden das Südtiroler Landesarchiv, das Kreisky-Archiv Wien sowie Edition Rætia. Bei der von Gustav Pfeifer und Maria Steiner herausgegebenen Publikation handelt es sich um den Sonderband Nr. 4 der »Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs«.

Aus der Einladung:

Die Südtirolfrage bildete die zentrale politische Agenda des Staatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten im Bundeskanzleramt und ersten Außenministers der Zweiten Republik, des späteren österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky (1911–1990). Aus Anlass der fünfundzwanzigsten Wiederkehr seines Todestages veranstalteten das Südtiroler Landesarchiv und das Wiener Kreisky-Archiv im Juni 2015 in Bozen ein gemeinsames Kolloquium, dessen Akten in diesem Band im Druck vorgelegt werden. Der Band enthält zudem ein von Maria Steiner erarbeitetes, mit Namenregistern versehenes Spezialfindbuch zu den südtirolrelevanten Unterlagen im Kreisky-Archiv, das einen für die unsere [sic] neuere Zeitgeschichte zentralen Bestand im Detail erschließt.

Die Buchvorstellung findet im Ansitz Rottenbuch, Bozen/Gries, A.-Diaz-Straße 8 statt.

»Völkerkerker« Nationalstaat.
Eine Neubetrachtung des Habsburgerreiches

Am kommenden Freitag, den 20. Jänner (19.30 Uhr) wird im Alten Rathaus (Stadtarchiv) von Bozen das Buch

The Habsburg Empire. A New History.

des us-amerikanischen Historikers Pieter Judson vorgestellt. Auf Einladung des Vereins Geschichte und Region sowie des Kompetenzzentrums für Regionalgeschichte der FUB wird dabei der persönlich anwesende Autor des Buches mit Marco Bellabarba (Uni Trient) diskutieren.

Aus der Einladung:

Pieter Judson nimmt es in seinem neuen Buch „The Habsburg Empire. A New History“ gleich mit mehreren Meisterzählungen [sic] auf. Die Vorstellung der Habsburgermonarchie als unzeitgemäßem „Völkerkerker“, der die nationalen Rechte seiner Untertanen unterdrückte und deshalb nicht nur den Ersten Weltkrieg verlieren, sondern früher oder später zwangläufig kollabieren musste, lässt sich spätestens mit Judsons elegantem wie überzeugendem Buch nicht mehr halten. Es lehrt uns die provokante Einsicht, dass nicht die Habsburgermonarchie, sondern die Staaten, die ihr Erbe antraten, als eigentliche „Völkerkerker“ zu bezeichnen sind: Indem sie sich als National-Staaten definierten, hatten auf ihrem Boden sprachlich-kulturelle Minderheiten kein Existenzrecht mehr. Dass diese Staatsräson nach 1919 nur schwer haltbar, ja absurd war, zeigt sich nicht nur an der Geschichte Südtirols, sondern an beinahe jeder Region der ehemaligen Habsburgermonarchie. So sprachen etwa im tschechoslowakischen Nationalstaat zwei Millionen Menschen Deutsch als Muttersprache – deutlich mehr als Slowakisch.

[D]ie Konflikte zwischen religiösen Gruppen und territorialen Minderheiten waren etwa in den beiden Parade-Nationalstaaten, im Deutschen Kaiserreich oder im Italienischen Königreich, wesentlich heftiger und gewaltsamer. Vielmehr gelang es der Habsburgermonarchie, bzw. nach 1867 der Österreich-Ungarischen Monarchie, soziale, ethnische und kulturelle Konflikte kreativ zu bewältigen und ausgleichende Maßnahmen zu setzen. Staat und Dynastie blieben bewusst neutral und übernational.

Das Buch erinnert uns daran, dass Nationalstaaten nicht der Zielpunkt und das Ende der Geschichte sind, sondern vielmehr deren Produkt, das in Mitteleuropa das schwierige Erbe der Habsburgermonarchie angetreten hat: Die Nationalismen befreiten die Bürger der Habsburgermonarchie keineswegs, sondern drängten sie nach 1919 vielmehr gewaltsam in neue staatliche Käfige.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Meran auf den Spuren seiner jüdischen Gegenwart.

Meran war und ist Heimat von Juden. Ohne ihre wirtschaftlichen Investitionen und geistig-kulturellen Impulse ist die Entwicklung Merans vom „Kuhstädtchen“ zum internationalen Kurort und zur liberalen Kulturstadt nicht vorstellbar.

Mit verschiedenen Bildungsformaten wie Plakat- und Postkartenaktionen (Ein Stück Meran?), der Beflaggung von Gebäuden, welche früher in jüdischem Besitz waren, Stadtspaziergängen und Filmabenden begeben wir uns auf Spurensuche und möchten die Meranerinnen und Meraner auf dieses wichtige Stück Stadtgeschichte aufmerksam machen.

— urania meran

Am Dienstag, den 20. Dezember findet am Sitz der Urania Meran  ab 19.00 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema

Alle Opfer? Meran und seine Juden

statt. Es beteiligen sich am Podium und aus dem Publikum:

  • Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems
  • Sabine Mayr, Philologin und Buchautorin
  • Joachim Innerhofer, Direktor des Jüdischen Museums Meran
  • Leopold Steurer, Historiker
  • Arnaldo Loner, Rechtsvertreter der Gde. Bozen im Mischa-Seifert-Prozess
  • Federico Steinhaus, ehem. Präsident der Jüdischen Gemeinde Meran
  • Mirko Wenter, Vizepräsident der Jüdischen Gemeinde Meran
  • Marko Feingold, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, KZ-Überlebender und Zeitzeuge
  • Paul Rösch, Bürgermeister der Gde. Meran

Musikalische Einleitung und Ausklang durch die Gruppe Stellerranti:
Cinzia Bauci, Vokal – Lydia Cevidalli, Geige – Pierantonio Gallesi, Ziehharmonika.

In der Podiumsdiskussion wollen wir die Vergangenheit lebendig werden lassen und wichtige Kapitel der Meraner Stadtgeschichte neu erzählen. Gemeinsam mit Historikern,Zeitzeugen und Politikern wollen wir aber auch Täterschaft, Schweigen und Passivität der Meraner Bevölkerung thematisieren und die Frage nach der Zukunft der jüdischen Gemeinde Meran stellen.

Moderation: Markus Lobis.

Le vergognose celebrazioni di El Alamein.

Anche nel 2016, come ogni anno, le forze armate ufficiali di un paese democratico, l’Italia, hanno festeggiato una battaglia — persa, ma «eroicamente» a quanto pare — dell’Asse nazifascista: quella di El Alamein in Egitto.

Da un paio d’anni le celebrazioni si svolgono a Pisa dove, nonostante le proteste delle associazioni antifasciste al grido di «niente da commemorare», continuano tranquillamente a sfilare alte autorità civili, religiose (!) e militari; per la felicità dei nostalgici fascisti che si danno appuntamento in città, esibendo impunemente simboli del ventennio e saluti romani, mischiandosi alle famiglie attratte dall’esposizione di armamenti bellici e dagli show dei paracadutisti.

Nella stessa data, il 25 ottobre di ogni anno, l’ambasciata italiana d’Egitto organizza una commemorazione presso un grande «sacrario» appositamente eretto dall’Italia nel 1955 nei pressi della località di El Alamein. Prima dell’ingresso, su di un cippo, si trova una pietra marmorea con un’iscrizione divenuta un mantra: «mancò la fortuna, non il valore».

[La] Battaglia di El Alamein […] vide 3500 paracadutisti italiani battersi strenuamente contro preponderanti forze avversarie, mostrando dedizione, abnegazione ed amor di Patria.

La cerimonia testimonia i valori quali l’onore, il sacrificio e la fedeltà propri del soldato Italiano e che hanno contribuito a rendere grande il nostro Paese.

dal sito internet del «Capo di Stato Maggiore dell’Esercito»

In realtà la seconda battaglia di El Alamein (dal 23 ottobre al 4 novembre 1942), che vide fronteggiarsi le forze nazifasciste comandate da Erwin Rommel e l’Ottava armata britannica, fu il punto di svolta decisivo nella «campagna d’Africa», quindi verso l’invasione della Sicilia e la liberazione del continente dalle dittature totalitarie e dai campi di concentramento.

Targa apposta nel sacrario di El Alamein (foto: difesa.it)
Targa affissa nel sacrario di El Alamein (foto: difesa.it)

Sarà vero, come narrano gli storici, che i paracadutisti della Folgore, in una battaglia che costò migliaia di vite, riuscirono a opporsi (inutilmente) per vari giorni agli attacchi delle forze alleate; e che, come piace ricordare nei festeggiamenti, al momento della resa ricevettero «l’onore delle armi» dagli inglesi. Ma questo non giustifica che un paese democratico commemori — acriticamente — le forze armate al servizio di due dittatori aguzzini.

Vedi anche: [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11]

Vall-de-roures, eliminata la «croce» franchista.

Il comune di Vall-de-roures, località catalana nella regione a maggioranza castigliana dell’Aragona (provincia di Teruel), in ossequio alla Legge sulla Memoria Storica, ha fatto abbattere la Croce dei Caduti sita sul proprio territorio urbano. Eretta nel 1942 su preciso ordine di Francisco Franco, la croce ricordava le vittime della guerra civile e includeva il simbolo del giogo e delle frecce.

L’abbattimento del monumento, definito «fascista» e «anacronistico» dalla mozione approvata in consiglio comunale, fu deciso a gennaio dai due partiti regionalisti (Chunta e Partido Aragonés) con il sostegno del Partito Socialista spagnolo (PSOE).

Undici mesi più tardi, nel giro di 48 ore, il monumento è sparito. La croce, che dava il nome all’intero manufatto (e che era posta in cima ad esso) è stata spostata al cimitero del paese assieme a uno scudo di Vall-de-roures scolpito in pietra, mentre tutto il resto è stato asportato. Il terreno sul quale era stato eretto il monumento sarà presto restituito ai suoi precedenti proprietari.

Vedi anche: [1] [2] [3] [4] [5] [6]