La soluzione non è il modello ladino.
Quotation 509

Negli ultimi anni la scuola italiana [in Sudtirolo] ha fatto enormi progressi. L’immersione, gli scambi, gli aumenti di ore di lezione. Una situazione non paragonabile col passato. Ma, lo dico con sincerità, la soluzione non è il “modello ladino”. Non ora.

Il nostro modello rispecchia la necessità di una intera popolazione. Come ho detto, un ladino non si basta perché la sua è una lingua minoritaria. È naturalmente portato a conoscere i codici degli altri, della maggioranza. Anche per vivere.

dall’intervista col filologo ladino Paul Videsott apparsa oggi sul quotidiano ‘A. Adige’. Videsott è decano della facoltà di scienze formative della LUB ed è stato insignito del ‘Premio scientifico’ 2018 del Sudtirolo.

Vedi anche:

Bildung Medien Plurilinguismo Scola Wissenschaft | CLIL/Immersion Zitać | Paul Videsott | AA | Ladinia Südtirol/o | Freie Universität Bozen | Italiano

Tagung: Faschismus-Nationalsozialismus.

Am heutigen Donnerstag um 14.30 Uhr beginnt an der Uni Bozen (FUB) eine internationale Tagung der italienischen Gesellschaft für die Zeitgeschichte des deutschen Sprachraums (Società Italiana per la Storia Contemporanea dell’Area di Lingua Tedesca – SISCALT) zum Thema

Ripensare i fascismi
Neue Analysen zu Faschismus und Nationalsozialismus

Das dichte Programm, das sich bis Samstag um 14.00 Uhr erstreckt, kann hier eingesehen werden. Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich und es ist eine Simultanübersetzung (Deutsch-Italienisch und umgekehrt) vorgesehen.

Siehe auch:

Faschismen Geschichte Politik Termin Wissenschaft | Good News | | | | Freie Universität Bozen |

Das geheimnisvolle Institut.

Demnächst soll Lega-Chef und Innenminister Matteo Salvini nach Bozen kommen, um bei einer Studientagung einen Redebeitrag zu leisten. Veranstalter ist ein — jedenfalls mir — bislang unbekanntes Rosmini-Institut mit Sitz in Bozen, das seit Jahrzehnten existiert und jährlich Tagungen zu wechselnden Themen organisiert. Sie fanden an der Eurac, im Pastoralzentrum, an der Universität und in Räumlichkeiten der Gemeinde Bozen statt.

Ich habe mich nun ein wenig in den unübersichtlichen Webauftritt des Instituts eingelesen und bin — durch weiterführende Recherche im Internet — auf ziemlich Erstaunliches gestoßen. Der Versuch einer Zusammenfassung.

Das Institut entsteht in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg. Von Anfang an — und bis heute — verficht es die Causa des sogenannten (klassischen, vormodernen) Naturrechts. Ihm sei das menschliche, nicht notwendigerweise demokratische Recht unterzuordnen. Eine Position, die zum Beispiel auch das Opus Dei vertritt: Nicht »nur« der Kommunismus, sondern auch der Illuminismus wird abgelehnt und bekämpft.

Auf das Naturrecht berief sich auch das Franco-Regime in Spanien.

Personalien

Für längere Zeit heißt der Vorsitzende des Rosmini-Instituts Wolfgang Waldstein, seines Zeichens Professor für Römisches Recht und Rechtsphilosophie in Salzburg, wo er auch kurz Rektor war. Auf eines der Werke dieses bekennenden Naturrechtsverfechters beruft sich Joseph Ratzinger (aka Benedikt XVI) am 22. September 2011 in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag. Dafür erntet er — zum Beispiel hier — Kritik.

Waldstein publiziert im Sarto-Verlag, der dem deutschen Distrikt der (unter Antisemitismusverdacht stehenden) traditionalistischen Piusbruderschaft gehört.

Der jetzige Vorsitzende des Bozner Rosmini-Instituts ist O.Univ.-Prof. DDr. DDr. H.C. Johannes Michael Rainer, der ebenfalls an der Universität Salzburg lehrt.

Weitere (gegenwärtige und ehemalige) Mitglieder und Redner* bei den sogenannten Studientagungen, wobei es zu häufigen Überschneidungen** kommt:

  • Der stv. Vorsitzende des Rosmini-Instituts, Miguel Ayuso Torres (Madrid 1961), ist ein spanischer Jurist und Philosoph. Er gilt als letzter Schüler von Eugenio Vegas Latapié, dem Mitbegründer der reaktionären, elitistischen, antisemitischen und rechtsradikalen Acción Española.
  • Ebenfalls stv. Vorsitzender ist Prof. Danilo Castellano. Die italienische Verfassung bezeichnet er aus naturrechtlicher Perspektive als von einem teuflischen Prinzip (dem freien Willen) inspiriert, an dessen Wurzel nicht die Gerechtigkeit, sondern die Anarchie stehe. Die Säkularisierung habe die Menschenrechte an die Stelle der göttlichen Rechte gestellt. Seit 1993 ist er Direktor der Zeitschrift Instaurare Omnia in Christo***, die 1972 von Gegnern des Scheidungsrechts gegründet wurde.
  • Früherer Vorsitzender war auch Adolfo Muñoz Alonso (Peñafiel 1915 – Santander 1974), Philosoph, Rektor der Universidad Complutense de Madrid, Mitglied der Falange Española de las JONS und des franquistischen Consejo Nacional del Movimiento.
  • Prof. Consuelo Martínez-Sicluna Sepúlveda, einzige Frau, Direktorin des Instituts. Im Netz findet man zum Beispiel dieses Video eines Vortrags von ihr, in dem sie die »spirituellen und kriegerischen« Leistungen der División Azul verherrlicht, die im Dienste der Nazis gegen die Sowjetunion kämpfte.
  • Prof. Giovanni Cordini, Mitglied im Vorstandsrat des Instituts.
  • Michele De Luca aus Bozen ist derzeitiger Generalsekretär des Instituts. Er dürfte gegenwärtig das einzige Südtiroler Mitglied sein.
  • Franco Tamassia, Rechnungsprüfer des Rosmini-Instituts, ist Dozent an der Università degli studi di Cassino e del Lazio Meridionale. Er gehörte dem MSI-nahen Istituto di studi corporativi an. Für den MSI hat er 1979 zum italienischen Abgeordnetenhaus kandidiert.
  • Dr. Gen. Francisco Javier de Mendoza Fernàndez, Rechnungsprüfer des Instituts.
  • Prof. Joaquin Almoguera Carreres, Rechnungsprüfer des Instituts.
  • Prof. Michel Bastit (unbekannter Status).
  • Prof. Mario Bertolissi, einfaches Mitglied.
  • Prof. Claudio Bonvecchio (unbekannter Status).
  • Prof. Gian Piero Calabrò, einfaches Mitglied.
  • Dr. Estanislao Cantero Nuñez, einfaches Mitglied, ist spanischer Rechtshistoriker und Jurist. Er war einer der wichtigsten Mitarbeiter der Zeitschrift Verbo, die aus Acción Española (vgl. bei Miguel Ayuso Torres) hervorgegangen war.
  • Prof. Juan Cayón Peña, einfaches Mitglied.
  • Prof. Giulio Maria Chiodi, einfaches Mitglied.
  • Prof. Mario E.F. Chorão, einfaches Mitglied.
  • Prof. Gilles Dumont (Universität Nantes), einfaches Mitglied. Unter anderem Unterzeichner eines Aufrufs gegen die Homoehe in Frankreich.
  • Prof. Claudio Finzi (Perugia), einfaches Mitglied, Historiker. Er war Redaktionsmitglied von Elementi, Zeitschrift der italienischen Neuen Rechten.
  • Prof. Marcello Maria Fracanzani, einfaches Mitglied.
  • Prof. Giulio Franzese (unbekannter Status).
  • Prof. Michele Gaslini, einfaches Mitglied.
  • Prof. Pietro Giuseppe Grasso (Novara 1930), einfaches Mitglied, früherer Vorsitzender des Instituts.
  • Prof. Felix Adolfo Lamas, einfaches Mitglied.
  • Prof. Ludovico Mazzarolli, einfaches Mitglied.
  • Prof. François Moncondit (unbekannter Status).
  • Prof. Dalmacio Negro Pavón, einfaches Mitglied.
  • RA. Andrea Nobili, einfaches Mitglied.
  • Prof. Jerzy Ochman, einfaches Mitglied.
  • Prof. Péter Paczolay, einfaches Mitglied.
  • Prof. Carlos Pérez del Valle, einfaches Mitglied.
  • Prof. Christophe Réveillard, einfaches Mitglied.
  • Prof. Mauro Ronco, einfaches Mitglied, Jurist. In Vergangenheit unter anderem Verteidiger von: Silvana De Mari, einer Ärztin, die Homosexualität als Krankheit betrachtet; Carlo Maria Maggi, Vertreter von Ordine Nuovo. Präsident des Centro studi Livatino, das gegen die Homoehe kämpft.
  • Dott. Ugo Rossi Merighi, einfaches Mitglied.
  • Prof. Vladik S. Nersessiants (unbekannter Status).
  • Prof. Ugo Pagallo (unbekannter Status).
  • Prof. José Maria Sánchez, einfaches Mitglied.
  • Prof. RA. Alessandro Venturi, einfaches Mitglied.
  • Prof. Luigi Piero Zannini, einfaches Mitglied.
  • Prof. Heinrich Scholler, verstorbenes Mitglied.
  • Prof. Francesco Gentile (Universitäten Padua, Innsbruck), verstorbenes Mitglied. Sein Vater Marino (1906-1991), dessen Stiftung**** er leitete, war an der Ausarbeitung der faschistischen Carta della Scuola von 1939 beteiligt, die unter anderem den Einzug der Rassenpolitik in die Schule bedeutete.
  • Mons. dott. Alfredo Canal, verstorbener Sekretär des Instituts.

Veranstaltungen des Instituts wurden bzw. werden unter anderem von der Gemeinde Bozen, der Region Südtirol-Trentino, dem italienischen Kulturressort des Landes, der Stiftung Südtiroler Sparkasse unterstützt. Laut Artikel 1 der Vereinssatzung hat die Gemeinde Bozen sogar das Patronat für das Institut übernommen.

Siehe auch:

*) die Liste ist öffentlich und wurde von der Webseite des ‘Instituts’ übernommen
**) Mitglieder treten häufig bei den Studientagungen als Redner zu den unterschiedlichsten Themen auf
***) die Homepage von ‘Instaurare Omnia in Christo’ wird auch direkt über den Webauftritt des ‘Rosmini-Instituts’ verlinkt
****) einen Link zur ‘Fondazione Gentile’ gibt es noch immer auf der Homepage des ‘Rosmini-Instituts’

Democrazia Mitbestimmung Politik Recherche Religiun | | Matteo Salvini | | | Eurac Freie Universität Bozen Lega | Deutsch

FUB: ‘Europa und Terrorismus’ mit Salvini.

Am 5. Oktober findet an der Freien Universität Bozen (FUB) eine Tagung über Rechtsextremismus in Südtirol statt. Sie steht unter der Schirmherrschaft derselben Uni.

Gleichzeitig, vom 4. bis 6. Oktober, findet ebenfalls an der FUB — und im Festsaal der Gemeinde Bozen — eine internationale Studientagung zum Thema Europa und Terrorismus statt, bei der unter anderem der italienische Innenminister Matteo Salvini (Lega) einen Redebeitrag leisten wird. Salvini ist unter anderem mit der französischen Front-National*-Führerin Marine Le Pen befreundet, frequentiert die Spitzen der neofaschistischen CasaPound und ist selbst einer der fremdenfeindlichsten Politikerinnen mit Regierungsverantwortung in Europa.

Die Tagung wird vom Internationalen Institut für Europäische Studien ‘A. Rosmini’ mit Sitz in Bozen organisiert. Mit »freundlicher Unterstützung« der Region Südtirol-Trentino und der Stiftung Südtiroler Sparkasse, unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Bozen und der Region. Und in Zusammenarbeit mit der FUB.

Nachtrag: Die Veranstaltung des skurrilen Rosmini-Instituts fand statt, Innenminister Salvini war jedoch nicht zugegen.

Siehe auch:

*) inzwischen in ‘Rassemblement National’ umbenannt

Faschismen Politik Sicherheit Termin | | | | | EU Freie Universität Bozen Lega |

Tagung: Rechtsextremismus in Südtirol.

Am 5. Oktober findet an der Uni Bozen (FUB) ab 14.00 Uhr eine Tagung zum Thema Rechtsextremismus in Südtirol statt. Es laden die Michael-Gaismair-Gesellschaft (MGG) und die italienische Partisaninnenvereinigung ANPI.

Programm:

  • 14.00 Uhr Begrüßung durch Günther Pallaver (MGG)
  • 14.15 Uhr L’estrema destra in Italia (ANPI)
  • 14.45 Uhr Polarizzazione del voto e posizionamento delle destre in A. Adige (Roberto Farneti, FUB)
  • 15.15 Uhr Diskussion
  • 15.30 Uhr Pause
  • 16.00 Uhr Rechtsextremismus in Österreich (Hanna Lichtenberger, Uni Wien)
  • 16.30 Uhr Die deutschnationalen Burschenschaften und ihre Beziehungen zu Südtirol (Bernhard Weidinger, DÖW)
  • 17.00 Uhr Pause
  • 17.15 Uhr Jugend und Rechtsextremismus in Südtirol (Johannes Kramer*, Uni Wien)
  • 17.45 Uhr Südtirol und der Rechtsextremismus (Leopold Steurer)
  • 18.15 Uhr Abschlussdiskussion

Die Veranstaltung findet in Raum D0.03 statt und steht unter der Schirmherrschaft der FUB.

Siehe auch:

*) es scheint sich hierbei nicht um Univ.-Prof. Johannes Kramer aus Trier zu handeln, der als Verteidiger der faschistischen Assimilierungspolitik in Südtirol bekannt ist

Faschismen Politik Termin Ungehorsam+Widerstand Wissenschaft | | | | | Freie Universität Bozen |

Abschreckende Anerkennungsbürokratie.
Auch so wirkt die »nationale Logik«

In einem Community-Beitrag beschreibt der grüne Landtagskandidat Pascal Vullo auf Salto unter anderem die Schwierigkeiten mit der Anerkennung von ausländischen Studienabschlüssen in Italien. Obschon mehr als die Hälfte der Südtiroler Studentinnen in Österreich und in Deutschland studierten, wo

gute, renommierte Unis ohne Studiengebühren und gute Arbeitsperspektiven

lockten, sei die anschließende Anerkennung des Abschlusses für den öffentlichen Dienst »oft ein schwer überwindbares Hindernis«. Eine schnelle Anerkennung über die Uni Bozen sei nur in einigen Fachbereichen möglich, für die es Abkommen mit Universitäten in Österreich gibt.

In seinem eigenen Fall (Diplomingenieur der Fachrichtung Umweltschutztechnik an der Universität Stuttgart) müsste er

für eine fachliche Anerkennung eine Uni in Italien finden, die den genau gleichen Lehrplan anbietet und meine Kurse anerkennt. Unmöglich ohne ein halbes Studium nachzuholen inklusive Studiengebühren, Aufnahmelisten etc.

Für die alternative Einzelanerkennung, die für jede Eintragung in Ranglisten oder Teilnahme an öffentlichen Wettbewerben jedes Mal von neuem beantragt werden müsse, beschreibt Vullo folgenden Weg bei gleich zwei Ministerien in Rom:

  • Eine “Dichiarazione di valore” vom italienischen Konsulat in Deutschland
  • beglaubigte Kopien und eine Menge teurer Stempelmarken und Einschreiben

zusätzlich zu Übersetzungen einer vereidigten Übersetzerin. Dass Deutsch in Südtirol gleichgestellte Amtssprache ist, interessiert in Rom wahrscheinlich niemand.

Mehrere Stellen in der öffentlichen Verwaltung habe er in Südtirol inzwischen ausschlagen müssen, so der Landtagskandidat. Sein wenig erstaunliches Urteil lautet unter anderem, dass man so den Nachwuchsmangel in öffentlicher Verwaltung und Gesundheitswesen nicht bekämpfe.

Wenig attraktive Bezüge im öffentliche Sektor, jedenfalls unterhalb der Führungsebenen, helfen da auch nicht weiter.

Sein sizilianischer Vater versuche bereits, ihn zurück nach Deutschland zu locken.

So schrecken wir durch die überbordende italienische Bürokratie und zu niedrige Löhne Einwanderungswillige ab, während Südtirolerinnen problemlos (nicht nur) in den restlichen deutschen Sprachraum abgeworben werden, wo Arbeitskräften oft der rote Teppich ausgerollt wird.

Siehe auch:

Bildung Bürokratismus Gesundheit Medien Migraziun Politik Recht Service Public Soziales und Arbeit Vorzeigeautonomie Wirtschaft+Finanzen Zentralismus | Landtagswahl 2018 Zitać | | Salto | | Freie Universität Bozen Vërc |

Auf verlorenem Posten.

In einem heute auf Salto erschienenen Beitrag zeichnet Christoph Franceschini nach, wie der PD (Poltronificio Democratico) um Christian Tommasini und Carlo Costa den Eintritt eines fähigen, zweisprachigen Kandidaten italienischer Muttersprache in den neuen Verwaltungsrat der Uni Bozen verhindert habe — um an seiner Statt im Auftrag der Zentralpartei, gegen den Widerstand der Uni selbst, einen einsprachigen neapolitanischen Kandidaten mit zweifelhaftem Profil zu platzieren. Das sind dann dieselben Leute, die bei jeder Gelegenheit von »Plurilinguismo« schwafeln und sich zudem beschweren, dass Italienerinnen in Südtirol bei der Zuweisung öffentlicher Stellen benachteiligt seien. Dabei kann man sich da plastisch vorstellen, wozu ihnen die häufig geforderte Aufweichung des Proporzes vor allem dienen würde.

Es ist genau dieses Verständnis von res publica, das die wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Italiens unterminiert.

Bildung Medien Plurilinguismo Transparenz Vorzeigeautonomie Wissenschaft Zentralismus | | | Salto | | Freie Universität Bozen PD&Co. |

SWZ: Rom trickst mit Millionen.

Die Südtiroler Wirtschaftszeitung widmet sich in ihrer heute erschienen Ausgabe unter anderem den 100 Millionen, die aufgrund des Mailänder Abkommens jährlich vom Südtiroler Landeshaushalt abgezwackt werden. 40 Millionen wandern direkt in den Grenzgemeindenfonds, die restlichen 60 Millionen stehen für die Übernahme staatlicher Zuständigkeiten zur Verfügung. Theoretisch.

Rund die Hälfte ist inzwischen (für Verwaltungsgericht, Rai, Post, Uni Bozen, Konservatorium) einem Zweck zugeordnet, weitere 30 Millionen wurden noch nicht zugewiesen und bleiben deshalb in Rom.

Nun weist der Autor des SWZ-Beitrags, Chefredakteur Christian Pfeifer, auf weitere Tricks des Staates hin:

  • Für die Finanzierung der Post habe der Staat nur 2,3 Millionen »anerkannt«, die somit über das Mailänder Abkommen abgewickelt werden können — der Rest muss vom Landeshaushalt kommen. Angebliche Begründung: Die 60 Millionen sollen für Investitionen dienen und nicht für laufende Ausgaben.
  • Bei der Errichtung des Bozner Gefängnisses habe der Staat Kosten in Höhe von 25 Millionen anerkannt, aus dem 100-Millionen-Topf genommen und dann auf der Ausgabenseite wieder »eingespart«. Sprich: Obschon dieses Geld nicht mehr ausgegeben wird, hat es der Staat bereits in seinen Haushalt überführt.

Kompatscher und [Generalsekretär] Magnago kämpfen zwar um das Geld, aber die Ministerialbeamten argumentieren: “Ja, ihr hättet Anrecht auf das Geld. Aber wir haben es schlicht nicht.”

— SWZ

Das erinnert an die Milliarden, die Südtirol zwar zugestanden hätten, unser Landeshauptmann aber mit dem Argument, dass wir sie sowieso nicht bekommen hätten, mit dem »Finanzabkommen« dem Staat geschenkt hat. Zusätzlich zu weiteren 477 Millionen jährlich.

Siehe auch:

Medien Politik Staat vs Land Wirtschaft+Finanzen Zuständigkeiten | Mailänder Abkommen Zitać | Arno Kompatscher Christian Pfeifer | SWZ | | Freie Universität Bozen SVP | Deutsch