Grönland ist nicht dänisch.
Quotation 565

Ich bin mit [dem grönländischen Premierminister] Kim Kielsen völlig einer Meinung, dass Grönland selbstverständlich nicht zum Verkauf steht. Grönland ist übrigens nicht dänisch, Grönland ist grönländisch. Kim Kielsen hat sehr klar gesagt: »Grönland wird nicht verkauft.«

Zum Glück sind die Zeiten, in denen man andere Länder und Bevölkerungen verkauft, vorbei. Lassen Sie es uns dabei bewenden.

Mette Frederiksen, dänische Premierministerin, im Zuge ihres gerade beendeten Grönlandbesuchs. Quelle: ABC News, Übersetzung:

Ob wir irgendwann von einer italienischen Ministerpräsidentin hören werden, dass Südtirol nicht italienisch, sondern südtirolerisch ist?

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Donald Trump will Grönland kaufen.

US-Präsident Donald Trump soll ernsthaft daran interessiert sein, Grönland zu erwerben und — in welcher Form auch immer — in die Vereinigten Staaten von Amerika einzugliedern. Die größte Insel der Erde gehört derzeit noch zu Dänemark, hat aber jederzeit das Recht, seine Unabhängigkeit zu proklamieren und somit ein souveräner Staat zu werden.

Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg hatte schon die damalige US-Regierung unter Harry Truman versucht, Dänemark die Insel abzukaufen. Die Idee beruhte wohl auf der strategischen Lage von Grönland zwischen Amerika und Europa und somit auf militärischen und geopolitischen Überlegungen. Angeblich hatten die USA aber schon kurz nach dem Erwerb von Alaska (1867) erstmals konkret den Ankauf von Grönland anvisiert.

Neben Alaska haben die Vereinigten Staaten auch Louisiana (1803), die Philippinen (1898) und die Virgin Islands (1917) gekauft — letztere waren zuvor ebenfalls unter dänischer Herrschaft.

Für den neuerlichen Kauf eines bewohnten Landes kommt Donald Trump aber (hoffentlich) ein paar Jahrzehnte zu spät. Es sei denn, die Mehrheit der knapp 56.000 Einwohnerinnen von Kalaallit Nunaat — wie die Insel offiziell heißt — erklären sich mit dem Wechsel einverstanden.

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Unionistische Färöer, separatistisches Grönland.
Folketingwahl 2019

Am 5. Juni haben in bekanntlich Wahlen zum dänischen Folketing stattgefunden. Von den 179 Sitzen werden 175 in Dänemark selbst und je zwei an Kandidatinnen aus Grönland und der Färöer-Inseln vergeben. In den beiden Gebieten fielen die Ergebnisse sehr unterschiedlich aus.

  • Färöer: Hier ging ein Sitz an die Volkspartei (Fólkaflokkurin) und einer an die liberale Union (Sambandsflokkurin). Beides sind unionistische Parteien, die einen Verbleib der rund 51.000 Einwohnerinnen zählenden Inseln im dänischen Königreich befürworten. Die sozialistische Tjóðveldi, die die Eigenstaatlichkeit der Inselgruppe befürwortet, büßte ihren bisherigen Sitz im Folketing ein.
  • Grönland: Ein Sitz wurde hier von der sozialistischen Inuit Ataqatigiit, der andere von der sozialdemokratischen Siumut erobert. Beide Parteien befürworten die staatliche Unabhängigkeit der weltgrößten Insel mit rund 56.000 Einwohnerinnen. Aleqa Hammond konnte ihren Sitz nicht verteidigen. Die Parlamentarierin, die 2015 für Siumut ins dänische Parlament eingezogen war, hatte 2017 die Bewegung Nunatta Qitornai gegründet, die jedoch den Einzug in den Folketing verpasste.

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Grönland: Sezessionistische Kräfte am Ruder.
Bestätigung der bisherigen Regierungskoalition

Die sozialdemokratische Siumut (‘Vorwärts’, 9 Sitze), die linke Inuit Ataqatigiit (8 Sitze) und die Zentrumspartei Partii Naleraq (4 Sitze) konnten bei der Wahl zum grönländischen Parlament (Inatsisartut) vom 24. April die Mehrheit verteidigen und werden aller Voraussicht nach die bisherige Koalition fortsetzen. Insgesamt besteht das Inatsisartut aus 31 Sitzen.

Die nunmehr bestätigte Koalition steht für eine mittelfristige Loslösung der größten Insel der Welt (mit rund 56.000 Einwohnerinnen) vom Königreich Dänemark.

Drittstärkste Kraft (6 Sitze) wurde die Mitterechtspartei Demokratiit, die sich genauso wie Atassut (2 Sitze) und Suleqatigiissitsisut (‘Partei der Zusammenarbeit’, 1 Sitz) für einen Beibehalt der Union einsetzt.

Nunatta Qitornai, die als einzige Partei eine sofortige Abspaltung befürwortet, erlangte ebenfalls nur einen Sitz.

Mit insgesamt 22 Abgeordneten verfügen die sezessionistischen Kräfte über eine Zweidrittelmehrheit.

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Landtag gegen Landessendeanstalt.

Der Südtiroler Landtag hat heute mit 22 zu 8 Stimmen den Beschlussantrag der STF versenkt, mit dem unter anderem die Umwandlung von Rai Südtirol in eine von der Rai unabhängige, öffentlich-rechtliche Sendeanstalt gefordert wurde. Die sogenannte »Vollautonomie« der SVP umfasst also — wie so vieles anderes — auch den öffentlichen Rundfunk nicht.

Postfaschist Alessandro Urzì (FdI/AAnC) und Riccardo Dello Sbarba (Grüne) gaben an, mit ihrer Gegenstimme unter anderem die Unabhängigkeit, die Trennung von öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Politik, bewahren zu wollen — als wäre die Rai nicht eine der wohl politisiertesten Sendeanstalten Europas*.

Dello Sbarba behauptete ferner, ein Landessender sei nicht finanzierbar. Das ist sonderbar, wo Staaten, die ähnlich klein sind wie (das reiche) Südtirol neben allen erforderlichen »Staatsstrukturen« auch einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanzieren können. Zum Beispiel:

  • Ràdio i Televisió d’Andorra (77.000 Einwohnerinnen) verfügt über einen Fernseh- und einen Radiosender.
  • Die isländische RÚV produziert für die 348.000 Einwohnerinnen der Insel ein TV- und zwei Radioprogramme.
  • San Marino (33.000 Einwohnerinnen) betreibt mit Rtv einen Fernseh- und zwei Radiosender. Rtv gehört je zur Hälfte der staatseigenen ERAS und der Rai.
  • Mit pbs verfügt Malta (450.000 Einwohnerinnen) über zwei TV- und drei Radiokanäle.
  • Zypern (850.000 Einwohnerinnen) betreibt über CyBC drei Fernseh- und vier Radioprogramme.

Darüberhinaus haben auch zahlreiche autonome Gebiete und Sprachgemeinschaften eigene (und vollwertige) öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten:

  • Das Baskenland (2,2 Mio. Einwohnerinnen) leistet sich mit EITB eine Sendeanstalt mit sechs Fernseh- und fünf Radiosendern.
  • Die italienische Schweiz (350.000 Einwohnerinnen) verfügt mit RTSI über zwei Fernseh- und drei Radioprogramme.
  • Die Finnlandschwedinnen (290.000) haben einen Fernseh- (yle Fem) und zwei Radiosender (yle X3M und Vega).
  • Die Färöer (50.000 Einwohnerinnen) verfügen mit Kringvarp Føroya über eine eigene gebührenfinanzierte Sendeanstalt mit einem TV- und einem Hörfunkprogramm.
  • Grönland (56.000 Einwohnerinnen) hat einen Fernseh- und einen Radiokanal (KNR).
  • Katalonien (7,5 Mio. Einwohnerinnen) betreibt über die CCMA fünf TV- und vier Radiostationen.

Richtig aufgestellt und organisiert hätte eine eigene öffentlich-rechtliche Südtiroler Sendeanstalt (etwa mit einem vollwertigen Fernsehprogramm und ein-zwei vollwertigen Radiostationen) ein Hort unabhängiger Berichterstattung und guten Journalismus’ werden können. Schade, dass der Landtag vor dieser Perspektive vorauseilend kapituliert hat.

Siehe auch:   

*) Seit der sogenannten ‘Gasparri-Reform’ werden alle Verwaltungsratsmitglieder von Regierung und Parlament ernannt.

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Democratic problem.
Quotation 438

I think that the European Union and Europe has a democratic problem if we are not understanding minorities’ right for self-determination. And I think that this problem and crisis is […] not only a question between Catalonia and Spain. This is for all indigenous people and minorities in all states, that have to see this problem as a serious matter where our democratic rights are put aside.

Aleqa Hammond, former Prime Minister of Greenland (‘Siumut’ social democratic party) and currently representing Greenland at the Danish Parliament, after today’s meeting between danish MPs and catalan president Carles Puigdemont.

See also:

Minderheitenschutz Politik Recht Selbstbestimmung | Zitać | | | Catalunya Grönland | EU | English

Der Regional Authority Index.

Der niederländische Wissenschafter Arjan H. Schakel befasst sich seit Jahren mit der akribischen Erforschung und dem systematischen internationalen Vergleich von regionaler Selbstverwaltung. Sein einschlägiger Regional Authority Index (RAI), der aktuell das Ausmaß an regionaler Autonomie von 1950 bis 2010 in 81 Staaten berücksichtigt, beruht auf der Erfassung und Wertung von zehn Faktoren, die in einen aggregierten Gesamtwert münden.

Ich habe hier beispielhaft aus den öffentlich verfügbaren Rohdaten den RAI-Wert (2010) für einige »subnationale« Verwaltungseinheiten in einem Diagramm verarbeitet:

*) außer Südtirol-Trentino · Hinweis: Die grauen Balken beziehen sich auf Verwaltungsebenen, die hierarchisch jeweils unterhalb der vorangehenden schwarz eingefärbten anzusiedeln sind.

Eine über die Wiedergabe hinausgehende finale Interpretation erlaube ich mir dabei zum jetzigen Zeitpunkt nicht, da mir noch einiges unklar erscheint.

Trotzdem scheint aufgrund der Daten klar, dass (gewöhnliche) deutsche Länder — weltweit, in Bezug auf die 81 analysierten Staaten — das größte Ausmaß an »subnationaler« Autorität auf sich vereinen. Auch die hierarchisch darunterliegende Ebenen (Kreise, Bezirke…) haben noch ein hohes Ausmaß an Selbstverwaltung.

Knapp dahinter folgen die Schweizer Kantone (die aber zum Beispiel 2009 noch an erster Stelle lagen) und der Reihe nach die autonome Gemeinschaft Nafarroa (ex-æquo mit den australischen Bundesstaaten), Åland, Färöer, Grönland und Québec.

Die Länder Südtirol und Trentino befinden sich in der Reihung weiter unten, hinter spanischen autonomen Gemeinschaften (einschließlich Katalonien), österreichischen Bundesländern und kanadischen Provinzen — aber knapp vor den italienischen Regionen mit Normalstatut. Letztere haben wiederum ein höheres Ausmaß an »regionaler Autorität«, als die (ausgehöhlte) Region Südtirol-Trentino.

Siehe auch:

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Una brutta figura, davvero!
Lettera aperta a Christian Pfeifer

Naturalmente rispetto la sua opinione secondo cui in Sudtirolo ogni cumulo di talpa oltre a un esonimo abbia bisogno di un secondo nome, anche se inventato. E sono contento di vivere in una terra in cui la sua e la mia opinione possono confrontarsi pacificamente. Perché devo ammettere che il suo punto di vista — e anche il suo modo di agire con la sua lettera aperta — per molti aspetti mi ha sommamente irritato.

Della sua lettera mi disturba l’aspetto postfattuale, che purtroppo però sembra essere abbastanza in voga (vedasi Trump, Erdoğan ecc.). Mi disturba che con la sua opinione lei incarni lo stereotipo del Sudtirolo arretrato e concentrato sul proprio ombelico senza la capacità  di guardare oltre il proprio naso. Mi disturba che in quanto alla soluzione di questioni di toponomastica lei metta da parte tendenze e prassi all’avanguardia a livello internazionale, come le direttive delle Nazioni Unite (ovvero l’United Nations Group of Experts on Geographical Names, UNGEGN), dipingendo invece la sua propria opinione come un’opinione maggioritaria (citazione: “[…] perché cerca di spiegare come la pensiamo veramente, noi altoatesini di lingua tedesca”), se non già  come se si trattasse della verità  assoluta. E infine mi disturbano il dilettantismo e l’etnocentrismo delle sue affermazioni.

Mi permetto di corroborare quanto finora affermato.

Col suo testo vuol far credere che la sua sia un’opinione largamente condivisa, anche e soprattutto fra la popolazione di lingua tedesca. Esistono però dati statistici — gli unici a riguardo, se non erro — che contraddicono questa sua pretesa e ne smascherano l’inesattezza, lontana dalla realtà  dei fatti. Secondo il barometro linguistico del 2014, infatti, il 71,4% delle cittadine e dei cittadini di lingua tedesca sono dell’avviso che le località  in Sudtirolo non debbano avere, capillarmente, due/tre nomi. E pur sempre un quarto degli italofoni è dell’opinione che i nomi di Tolomei non siano necessari sempre e ovunque. Recentemente poi alcuni esponenti in vista della comunità  italiana del Sudtirolo (tra gli altri Carlo Bertorelle, Enzo Nicolodi e anche Alberto Stenico) hanno espresso le loro perplessità  nei confronti del prontuario di Tolomei, che lei invece difende. In tutto, il 58,1% delle e dei sudtirolesi non sono d’accordo con lei. Inoltre il barometro linguistico evidenzia una chiara tendenza: il numero di coloro che non pretendono il mantenimento dei toponimi del Tolomei, nel corso di 10 anni (rispetto al barometro linguistico del 2004) è aumentato fra i 3 e i 7 punti percentuali, in tutti i gruppi linguistici.

Se guardiamo un po’ oltre i confini della nostra terra vediamo che tale opinione maggioritaria non è appannaggio di un’eventuale arretratezza sudtirolese, bensì corrisponde alla prassi internazionale per dirimere le questioni di toponomastica ispirata alle specifiche direttive dell’ONU. Se dunque lei, per il Sudtirolo, vuol proporre una soluzione anacronistica e fuori dal mondo questo è suo pieno diritto, ma deve accettare la resistenza che si formerà  nei confronti della logica nazionalistica intrinseca alle sue idee. In molti paesi del mondo — imprimis, naturalmente, quelli in cui governano o hanno governato forze socialdemocratiche e liberali — si osserva una tendenza a rielaborare il proprio passato colonialista e totalitario, non solo per quanto concerne la toponomastica. Barack Obama ha restituito il nome originale — Denali — al monte più alto dell’America settentrionale, conosciuto per decenni come Mt. McKinley. Non penso che con tale passo abbia sminuito il diritto di sentirsi a casa degli abitanti di provenienza europea in Alaska. Il monolite sito nell’Australia centrale dopo un breve episodio (150 anni) è tornato a chiamarsi Uluru (e non più Ayers Rock). In Groenlandia, Sudafrica, Spagna, Francia, Canada e perfino in Cina si è dato il giusto peso agli endonimi, togliendo lo status di ufficialità  ai nomi di dubbia storicità  — cosa che ovviamente non vieta a nessuno di continuare a usare tali denominazioni. Così come, senza alcun problema, possiamo usare l’esonimo Mt. Everest per quello che in Cina ufficialmente ha il nome tibetano (!) di Qomolangma e sul lato meridionale porta il nome nepalese di Sagarmatha.

Solo qui da noi evidentemente l’ufficialità  della Vetta d’Italia è sacrosanta. Secondo l’ONU le condizioni che hanno portato all’introduzione di un nome sono da tenere in considerazione quando decidiamo quali toponimi debbano essere ufficiali, un aspetto che indubbiamente va a sfavore del mantenimento delle invenzioni del protofascista Ettore Tolomei. Ancor più significativo però è l’effettivo utilizzo locale di un nome e il suo status di endonimo o di esonimo. Ragione per cui ad esempio non capisco perché gli esonimi di St. Ulrich/Ortisei o Stern/La Villa debbano essere ufficiali, nonostante si tratti, se vogliamo, di nomi stratificatisi storicamente. Va da se che gli italofoni potranno comunque continuare a chiamare Ortisei il paese di Urtijëi e La Villa il paese di La Ila.

Il fatto che ci si ostini a parlare quasi esclusivamente di toponimi tedeschi e italiani e solo raramente ci si riferisca agli endonimi e agli esonimi dimostra il basso livello e l’etnocentrismo di un dibattito poco scientifico e poco oggettivo. Kastelbell, Tscherms, Naturns ecc. non sono nomi “tedeschi”. Così come gran parte dei toponimi in Sudtirolo sono di origine retica, celtica o romana. Al contempo quasi mai si distingue fra bilinguismo e binomismo.

Evidentemente non si possono nemmeno “abolire” dei nomi. Gli si può solo togliere lo status di ufficialità , e questo a sua volta può ma non deve per forza influenzarne l’utilizzo. Altrimenti non esisterebbero Flazpis (Latzfons), Fochina (Ahornach), Mailand (Milano) o Monaco (München).

E mentre molti nella nostra terra, anche e soprattutto sudtirolesi di lingua italiana, si battono per un’identità  comune lontana dai gruppi linguistici (scuola plurilingue) dovremmo davvero percepire il nostro territorio come un’entità  etnicamente separata? Non vorrà  mica questo?

Questa lettera (versione originale in tedesco) è la risposta a un articolo di Pfeifer apparso su Südtiroler Wirtschaftszeitung.

Vedi anche:   

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