Tajani: Wer ist der Weggefährte der SVP?

Der Obmann der Südtiroler Volkspartei gibt also an, dem EP-Präsidenten Antonio Tajani (FI) zu glauben, wenn der sich von seinen eigenen, den Faschismus verharmlosenden Aussagen über Diktator Benito Mussolini wieder distanziert. Man schätze Tajani sehr und halte seine Aussagen für »verwunderlich«, so Philipp Achammer laut TAZ.

Aber wer wird da von der SVP sosehr geschätzt und wie verwunderlich ist Tajanis Interview wirklich?

  • Schon als Jugendlicher soll der heutige EP-Präsident mit der extremen Rechten sympathisiert und sich an Straßenschlachten gegen Linke beteiligt haben.
  • Zudem hat er angeblich an Solidaritätsdemonstrationen für den Carabinieri-General und späteren MSI-Abgeordneten Giovanni De Lorenzo teilgenommen, als aufgeflogen war, dass der einen Putsch geplant hatte.
  • Tajani trat der monarchistischen Partei Stella e Corona bei, die dann in der neofaschistischen MSI aufging; zudem war er Mitglied der monarchistischen Vereine Gioventù Monarchica Italiana und (anschließend) Unione Monarchica Italiana. Von Anfang an und bis zuletzt setzte er sich für die Rückkehr der Mitglieder des italienischen Königshauses ein, obwohl die Monarchie einen wesentlichen Beitrag zu Aufstieg und Bestand des Faschismus geleistet hatte.
  • Noch vor wenigen Tagen (nach dem umstrittenen Interview mit Radio24!) behauptete Tajani, er könne als Monarchist gar kein Faschist sein, da es der König gewesen sei, der den Faschismus zu Fall gebracht habe. Allerdings tat der Monarch dies erst, als es zu spät war — und nicht, als Mussolini die Demokratie abschaffen oder die Rassengesetze beschließen ließ.
  • Am diesjährigen Gedenktag für die — italienischen — Opfer der Karsthöhlen sorgte Tajani in Basovizza/Bazovica (Triest) mit Aussagen für Aufsehen, die mit seiner Rolle als Präsident des Europäischen Parlaments nur schwer vereinbar sind:

    Viva Trieste, viva l’Istria italiana, viva la Dalmazia italiana, viva gli esuli italiani, viva gli eredi degli esuli italiani e viva coloro che, in ogni momento, indossando un’uniforme, difendano la patria, ma difendono soprattutto i valori della nostra Italia. Viva sempre la nostra patria, viva l’Italia.

    Hoch lebe Triest, hoch lebe das italienische Istrien, hoch lebe das italienische Dalmatien, hoch leben die italienischen Geflüchteten, hoch leben die Erben der italienischen Geflüchteten und hoch leben jene, die zu jedem Zeitpunkt, eine Uniform tragend, das Vaterland, aber vor allem die Werte unseres Italien verteidigen. Hoch lebe immer unser Vaterland, hoch lebe Italien.

    Übersetzung:

  • A propos Uniform: Tajani selbst hatte zunächst eine Karriere beim italienischen Militär begonnen und schaffte es bis zum Offizier der Luftstreitkräfte. Er zog dann aber den Journalistenberuf vor. Ab 1983 war er in der besonders weit rechts anzusiedelnden Hauptstadtredaktion des konservativen Giornale von Silvio Berlusconi tätig — deren Leitung er 1991 übernahm. Dort veröffentlichte er unter anderem Artikel gegen den Antimafiastaatsanwalt Giovanni Falcone.
  • In einer Aufstellung, die die European Parliament Intergroup on LGBTI Rights Anfang 2017 auf der Grundlage des Abstimmungsverhaltens im EU-Parlament erstellt und publik gemacht hat, erreichte Tajani nur einen von fünf Sternen, da er zu fünf LGBTIQA-Themen nur eines unterstützte, nämlich die Ächtung der Todesstrafe für Homosexuelle.
  • Im unmittelbaren Anschluss an das katalanische Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 ließ er wissen, welches (turbo-)nationalistische EU-Bild er hat:

    L’unità delle patrie nazionali è garanzia di stabilità, e senza stabilità non possiamo assicurare un futuro all’Europa. […] Non si difende la bandiera europea distruggendo quella nazionale.

    Die Einheit der nationalen Vaterländer ist eine Garantie für die Stabilität, und ohne Stabilität können wir Europa keine Zukunft sichern. […] Man verteidigt die Flagge Europas nicht, indem man die Nationalflagge zerstört.

    Übersetzung:

  • Im Oktober 2018 kritisierte Tajani das Bürgerinnengeld der 5SB und der blaugelben Regierung in Italien damit, dass das Geld in den Brieftaschen von Roma und Ausländerinnen landen werde.

Alles in allem scheint die Verharmlosung des italienischen Faschismus — die auch seinem politischen Ziehvater Silvio Berlusconi keineswegs fremd ist — in diesem biographischen Kontext nicht sehr »verwunderlich«. Nach der Koalition mit der Lega und dem Wahlbündnis mit Michaela Biancofiore werden die SVP-Wählerinnen nun aber schon auch diese Kröte schlucken.

Wer Herbert Dorfmann (SVP) wählen will, muss dann halt auch die Einheit der nationalen »Vaterländer« unterstützen.

Siehe auch:

Democrazia Faschismen LGBTQIA Medien Militär Nationalismus Politik Racism Recherche Roma+Sinti Transparenz | Europawahl 2019 Zitać | Antonio Tajani Herbert Dorfmann Michaela Biancofiore Philipp Achammer Silvio Berlusconi | l'Espresso TAZ | Europa Italy Südtirol/o | 5SB/M5S EU EVP Lega PDL&Co. SVP | Deutsch Italiano

Frau Gudrun und die Blauen.

Gestern wurde in Bozen die Kandidatenliste der Freiheitlichen für die kommende Landtagswahl vorgestellt. Bisher haben sich die Medien vor allem auf die Rückkehr von Pius Leitner, den Ausschluss von Roland Tinkhauser und den Einstieg von Anna Pitarelli (als unabhängige Kandidatin) konzentriert. Es gibt da aber noch eine weitere Kandidatin, die etwas Aufmerksamkeit verdient hätte: Auf Platz 7 der 35 Namen umfassenden Liste finden wir Gudrun Ceolan aus Salurn. Wer ist das?

Im Jahr 2008 schrieb L’Espresso über die aus NRW stammende Lehrerin:

Quest’anno nella delegazione bolzanina è stata notata anche Gudrun Sprenger Ceolan, che insegna storia e lettere alla scuola media di Salorno. In passato è stata intercettata mentre diceva di avere brindato in onore del Führer. E nella sua abitazione gli inquirenti trovarono bandiere, busti e altri cimeli hitleriani. L’insegnante è moglie del capo degli Schützen di Salorno.

Und im Oktober 2016 widmete ihr auch Christoph Franceschini auf Salto ein paar Zeilen:

In der Operation „Runa“ wurden acht Südtiroler Neonazis verhaftet, die sich zum Südtiroler Kameradschaftsring zusammengeschlossen hatten. Gudrun Sprenger-Ceolan war mit den Verhafteten im engem [sic] Kontakt. In abgehörten Telefongesprächen und SMS („Heil und Sieg“) kam heraus, dass die Familie Ceolan nicht nur zu Wintersonnwendfeiern eingeladen wurde, sondern dass die Pädagogin auch zu Hitlers Geburtstag mit Sekt anstieß. Bei einer Hausdurchsuchung in Salurn beschlagnahmte die Polizei einschlägiges rechtsextremistisches Material. Offiziell gehörte es den älteren Kindern.

Noch Fragen?

Nachtrag: Die Kandidatur wurde zurückgezogen.

Siehe auch:

Faschismen Medien Politik Recherche | Landtagswahl 2018 Zitać | Christoph Franceschini Pius Leitner | l'Espresso Salto | Deutschland Südtirol/o | Freiheitliche | Deutsch Italiano

Mussolini come il Minotauro.

su richiesta dell’autore volentieri pubblico:

di Valentino Liberto

Avete la capacità di conservare tutto, persino i monumenti fascisti, con Dux scritto sopra e davanti ai vostri ministeri. Qui in Germania l’avrebbero subito fatto saltare in aria. Molti scrittori ed editori stranieri mi chiedono di visitare a Berlino edifici del nazismo: li devo deludere, del poco che rimase in piedi nel dopoguerra abbiamo fatto tabula rasa. Io invece sono convinto che si debbano lasciare in piedi gli edifici del passato: i padri devono avere il coraggio di esibire ai figli le proprie vergogne.

Klaus Wagenbach, “L’espresso”, 29 dicembre 2010.

In merito all’editoriale di Gabriele Di Luca (Bolzano senza Duce) sul fregio di Hans Piffrader in piazza Tribunale, mi permetto di sottolineare alcuni passi falsi in esso contenuti. Un crescente cinismo da Realpolitiker, infatti, ha portato ad una diffusa “febbre da cavallo (col Duce)” anche sul fronte idealista degli interetnici, ovvero di quanti – nel variopinto panorama sudtirolese – non si piegano a una convivenza a senso unico, prigioniera d’un labirintico etnocentrismo. Fermo restando la dubbia moralità del “voto di scambio” tra PdL e SVP (l’Autonomia dinamica e il relativo passaggio di competenze, come ad es. l’ottenimento dello Stelvio, non c’entrano) occorre domandarsi se il depotenziamento di un’opera marmorea risalente al fascismo passerà per la sua rimozione forzata. Ma soprattutto: diverrà occasione per consolidare una più autentica convivenza? Bolzano/Bozen, dopo, sarà veramente migliore?

Lo status perennemente spaesato degli italiani sudtirolesi incarna il nodo irrisolto dell’Autonomia. D’altra parte, gli stessi interetnici danno per scontato che gli “altoatesini” si identifichino nei monumenti fascisti. Lo si accetta come dato di fatto incontestabile, tanto che – appena scoppia il caso – ribadiscono le ragioni di tale nesso storico. Una distorsione macroscopica è affermare che l’intero ethos del gruppo linguistico italiano si materializzi nelle pietre del Ventennio; meno il sospetto che nell’allontanare queste ultime dalla visione di chi giunge nel capoluogo, s’intenda in realtà nascondere sotto il tappeto una spiacevole polvere, depositata da tempo immemore sulla superficie dell’eden sudtirolese. Il dovere di ragionare su quel pericoloso legame col fascismo dei simboli non toglie però il diritto (del tutto o in parte inconsapevole) di vedersi garantita la possibilità di un esame di coscienza. Non sottovalutiamo perciò il valore (a sua volta simbolico!) della rimozione del bassorilievo, da un lato per il significato d’una rivincita “tedesca” e dall’altro perché strumentalizzato dai partiti italici, descritta come ennesima disfatta “italiana”. Né sopravvalutiamo – come avvenne per il fallito (e precipitoso, nel metodo) cambio di nome a piazza Vittoria – il presunto beneficio prodotto da un atto simile sullo stato di salute della convivenza, spacciandolo come panacea di tutti i mali. Quale dunque l’utilità di una demolizione fisica? Non è il percorso piuttosto che il risultato in sé (non giocoforza positivo) il fulcro di un lavoro di tessitura?

Il mezzo s’è trasformato in mero fine: lo strumento per depotenziare le radici negative della comunità italiana (cioé attraverso il confronto consapevole con i “propri” ingombranti relitti fascisti) è finito per essere demolito di conseguenza, divenendo un obiettivo inutile in quanto fine a sé stesso. Se anziché demordere, si fosse perseverato nella direzione d’un impegno congiunto e più coraggioso tra le istituzioni (in primo luogo nella città di Bolzano) per una decisa pianificazione culturale in grado di contestualizzare la storia della Landeshauptstadt, quel fregio sarebbe potuto restare lì dov’è, perché non rappresenterebbe null’altro che sé stesso. Un progetto di forte impatto sulla popolazione, che dialoghi con essa e vada ben aldilà delle consuete dichiarazioni d’intenti sulla fantomatica “memoria condivisa”, altrimenti inutile. Non possiamo indietreggiare e contraddirci sull’essenza stessa della pratica della convivenza, magari presi dalla tentazione di dare uno schiaffo agli italiani o veder in frantumi il PdL locale lacerato dalle contraddizioni interne. Anche così fosse, c’è l’effetto boomerang. Agli italiani è tolto l’unico peso del quale dovevano liberarsi autonomamente, tra le poche occasioni storiche rimaste per partecipare con pari dignità al ricco banchetto dell’Autonomia, dopo anni di opposizione. Dovevano espiare “le colpe dei padri” da soli, non trovarsi anche questa volta un pacchetto già bell’e pronto, servito su un piatto d’argento. La SVP, oltre a fregiarsi dei successi nella lotta serrata combattuta contro Roma, in prima fila (e in solitaria) per 60 anni, ora potrà dire di aver trovato persino la formula risolutiva per la pacifica convivenza. Senza che bolzanini e altoatesini ne abbiano preso parte.

Per tali ragioni, è del tutto fuori luogo ralleggrarsi del risultato di una forzatura che priva i destinatari stessi della necessaria partecipazione, ancora una volta condannando gli italiani alla dipendenza da Roma. Un’operazione di palazzo per allontanare i relitti: se il fine ultimo era questo, bastava un po’ di tritolo. Una piazza fascistissima senza il Mussolini in pietra, infatti, non eliminerà i fantasmi della storia; essi permarranno in una teca di vetro, forse meno visibili ma sicuramente più subdoli. Legare il futuro ad un monumento piuttosto che ad una riflessione comune su ciò che esso ha comportato, è sinonimo di immaturità. In un presente di prosperità, ci troviamo difronte a un Sudtirolo incapace di “convivere” coi simboli storici d’un passato nefasto, che anziché conservarli laddove essi furono eretti, deve “nasconderli” in qualche inesplorato labirinto museale. Il fantasma del Duce a cavallo come il Minotauro di Creta. Nell’attesa d’un volenteroso e temerario Teseo (collettivo?) capace di ucciderlo.

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