
Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) der Handelskammer Bozen hat kürzlich das Ergebnis einer Umfrage veröffentlicht, bei der im April 2012 Südtiroler Unternehmer nach den Sprachkenntnissen der eigenen Mitarbeiter befragt wurden. Die Studie zeichnet ein ernüchterndes Bild: Nur rund die Hälfte der jungen Arbeitskräfte haben nach Einschätzung ihrer Arbeitgeber zufriedenstellende Sprachkenntnisse. Bei den älteren Mitarbeitern sinkt dieser Wert auf 36%. Der Trend ist also positiv, aber bei weitem nicht ausreichend.
Wichtig ist auch die Feststellung, dass bei den neuen SüdtirolerInnen nur die Italienischkenntnisse zufriedenstellend seien, nicht aber die Kenntnisse der deutschen Sprache. Politik und Unternehmer müssen sich dieses Problems endlich annehmen.
Dazu gilt es folgende Feststellungen zu machen:
1. Die Tatsache, dass bei den neuen SüdtirolerInnen nur die Italienischkenntnisse zufriedenstellend sind, belegt, dass es hier eindeutig eine “nationalstaatliche Eigendynamik” gibt, eben hin zur Sprache des Nationalstaates.
2. Eine Autonomie hat ja primär die Aufgabe, externe Einflüsse des Zentralstaates zu neutralisieren. Dieses Ziel scheint Südtirols Autonomie im Bereich der Integration der neuen SüdtirolerInnen nicht zu erfüllen. In diesem möglicherweise wichtigsten Zukunftsbereich ist die Autonomie folglich nicht ausreichend, weniger diplomatisch könnte man auch sagen auf dem Weg zum Scheitern.
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man könnte es noch weniger diplomatisch ausdrücken: Die schleichende Italianisierung gibt es, und sie ist noch stärker als vermutet!
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