Südtirol Pur.

In der heutigen FAZ-Onlineausgabe ist ein Artikel über Südtirol erschienen.

Für den Leser gibt es nicht wirklich Neues zu erfahren, es wird zumindest versucht, ein relativ neutrales Bild von Südtirol zu zeichnen. Allerdings werden auch gerne Klischees verbreitet, so wurden als exemplarische Südtiroler einige Besucher der Gaststätte Nadamas vorgestellt, bei denen die Vorfahren aus Italien und Südtirol stammen und die Gespräche gemischtsprachig verlaufen. Als weiterer Südtiroler wird Elmar Thaler vorgestellt, wiederum ein aus meiner Sicht nicht unbedingt exemplarischer Südtiroler. Wie viel das mit der Realität in unserem Land zu tun hat, kann jeder selbst beurteilen.

Eigenartigerweise wird als Titelbild Molveno in Trient abgebildet. Am Ende des Artikels kommt auch Arno Kompatscher zu Wort, der den »Freistaatgedanken« ablehnt und den Befürwortern vorwirft, die Sache nicht zu Ende zu denken:

Die lügen sich in die Tasche. Denn bei einer Trennung müssten wir einen Anteil der Verschuldung übernehmen.

Aber müssen wir das nicht sowieso?

Siehe auch: [1] [2] [3]

3 Replies to “Südtirol Pur.”

  1. Zwei Anmerkungen: 1) Es ist etwas müßig, dass sich Berichterstatter meist über ähnliche Gesprächspartner in Südtirol informieren bzw. sich mit diesen treffen, wenn es um das Thema Selbstbestimmung bzw. Unabhängigkeit geht. Dass das Thema längst die Mitte der Gesellschaft erreicht hat, die mit den klassischen Stereotypen vielfach recht wenig am Hut hat geht dabei unter.
    2) Wie weit denkt die SVP in ihren nicht existenten (Voll)Autonomiekonzepten? Wann wird laut SVP der Zeitpunkt erreicht sein, dass Italien bei 60% der Verschuldungsquote am BIP liegt? Solange sollen wir ja laut den diversen SVP-Zentralstaat Abkommen an der Schuldentilgung mitzahlen. Es gibt gar nicht wenige Ökonomen, die dieses Ziel als unrealistisch betrachten. Vielleicht sollten sich unsere Realpolitiker auch mal mit solchen Leuten unterhalten. Von BBD wird die These vertreten, dass ein Anteil an der italienischen Staatsverschuldung übernommen wird, dafür aber mit Italien ein völliger Kassensturz gemacht wird. Dies ist ein wesentlich zukunftsfesterer Ansatz als den die SVP in ihren Abkommen soeben verhandelt. Dies zum Thema Realpolitik.

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  2. Von bbd wird die These vertreten, dass ein Anteil an der italienischen Staatsverschuldung übernommen wird, dafür aber mit Italien ein völliger Kassensturz gemacht wird.

    Kommt drauf an…wenn der Kassensturz wieder von der SVP im Alleingang durchgeführt wird, siehts nachher wohl düster aus…
    Um dann von selbiger SVP hören zu bekommen:”Wir habens euch ja gesagt!”

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  3. Es ist schon traurig, wenn ein zukünftiger Landeshauptmann die These der Abtrennung von Rom von vornherein als “nicht realisierbar” abschmettert.
    Wenn ein Politiker sich Realpolitiker nennt, dann riecht das nach Faulheit und Nicht-Veränderungswillen !
    Große Veränderungen sind immer einhergegangen mit großem Wunschdenken, Hartnäckigkeit und nicht mit Selbstaufgabe !

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