L’inclusivismo catalano si fonda su basi solide.

Finalmente anche la scienza inizia a mettere a confronto il modello catalano di autonomia inclusiva e quello più escludente, basato sulla separazione dei gruppi, vigente in Sudtirolo. È il caso di Andrea Carlà, senior researcher dell’Eurac, che ne parla in un’intervista condotta da Paolo Campostrini e apparsa oggi sull’A. Adige.

Sicuramente ne renderà conto nella sua ricerca, basata sul diverso approccio all’immigrazione nelle due regioni, ma non traspare dall’intervista: l’approccio inclusivo dell’autonomia catalana si basa sul concetto di affirmative action, volta a controbilanciare le asimmetrie dello stato nazionale. Si tratta di un modello non immaginabile senza la definizione del catalano come «lingua propria» della regione, prima lingua delle amministrazioni pubbliche e fortemente sovrarappresentata nelle scuole pubbliche di ogni ordine e grado; senza le leggi che impongono il catalano agli esercizi privati, nelle etichette e nella pubblicità; senza radio e televisioni pubbliche catalane pressoché monolingui; senza l’abolizione e il divieto di utilizzo (anche ai privati) della toponomastica imposta dal franchismo — e via dicendo. È su questa base, chiarissima e mai trascurata, che funziona il patto sociale reciproco dell’inclusione e della diversità.

Se in Sudtirolo, ad esempio dopo la lettura dell’articolo-intervista di Campostrini, qualcuno pensa che seguire l’esempio della Catalogna significhi semplicemente «scuole bilingui», senza una sfilza di misure accompagnatorie… si sbaglia, e di grosso. Sed libenter homines id quod volunt credunt.

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Klimawandel gegen Rechts.

Skandal: Intolerante Naturgewalten konspirieren immer öfter gegen den Faschismus wichtiges Kulturgut! Kurz nachdem das Bozner Siegesdenkmal fertig restauriert war, musste politisches Getier, witterungsgeschädigt, abgenommen und aufwändig instand gesetzt werden. Und quasi in letzter Minute rettete die Bozner Stadtgärtnerei dieser Tage einen liktorenverzierten Adler vor natürlicher Historisierung.

Wie unsere Gartenredaktion ermitteln konnte, fordern jetzt Wind und Feuer ihren Zoll. Erst 2009 hatten Gemeinde Antrodoco (Provinz Rieti) und Region Latium zusammengelegt, um einen mutigen Plan umzusetzen: Der weithin sichtbare »DUX«-Schriftzug am Monte Giano, zusammengesetzt aus über 20.000 Bäumen, sollte wieder in voller Pracht erstrahlen — und tat das auch.

Doch nun wird das Benito Mussolini gewidmete Kunstwerk (1939) von einem Brand zerstört, wie Bürgermeister Alberto Guerrieri fassungslos mitteilt. Das U und das X seien schon zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Gegen kommunistische Naturgewalten ist aber ein kraftvolles Kraut gewachsen: Die rührige Truppe von CasaPound will demnächst die dringend notwendige Wiederaufforstung in Angriff nehmen. Aus Sicherheitsgründen versteht sich, denn DUX ist auch Hangschutz.

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FMV: Umstiegsfrei, grenzüberschreitend.
Tessin und Lombardei wachsen zusammen

Am 10. Dezember 2017 wird nach jahrelangen Bauverzögerungen auch der lombardische Teil der Ferrovia Mendrisio Varese (FMV) in Betrieb gehen, die dann den Tessiner Bezirkshauptort Mendrisio grenzüberschreitend mit der lombardischen Provinzhauptstadt Varese verbindet. Laut Fahrplan 2018 sind täglich 34 umstiegsfreie Fahrten mit Tagesrandverbindungen um 5.33 und 23.33 Uhr vorgesehen.

Zum Vergleich: In der Euregio Tirol — die schönste und beste überhaupt — gibt es täglich sage und schreibe vier umstiegsfreie Regionalzüge. Weil wir das Glück haben, an einer der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Achsen zu liegen, gesellen sich dazu noch zehn umstiegsfreie, aber zuschlagspflichtige Eurocitys. Das ergibt zusammen nicht ganz halb soviele Verbindungen, wie sie allein die FMV zwischen Tessin und Lombardei gewährleisten wird.

Dazu gesellen sich aber noch die bestehenden TILOs (Treni Regionali Ticino Lombardia), die unter anderem auf der Hauptstrecke zwischen Bellinzona und Mailand bereits grenzüberschreitende Verbindungen sicherstellen. Und dies, obschon die Schweiz nicht zur EU gehört — und nicht selten mit Isolationismus assoziiert wird.

Über das Versagen unserer Euregio und den enormen Aufholbedarf können da nicht einmal schöne Logos auf Südtiroler Zügen hinwegtäuschen.

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Roma, sgomberati i diritti.
Manganellate, cariche, idranti contro i profughi

Neanche gli animali vengono trattati così. Ci hanno inseguito con i manganelli e gli idranti fino alla stazione Termini, ci hanno picchiato. Io vengo dall’Eritrea, sono scappata dalla dittatura ma ti dico una cosa: io lì non [ho] mai subito una violenza come quella di oggi.

Così Woelte, rifugiata eritrea, viene citata dal manifesto dopo il violentissimo sgombero messo in atto ieri dalla polizia a Roma. Una «operazione» nel corso della quale sono state manganellate donne e bambini, che Giuseppe Civati (Possibile) definisce «poliziesca, non solo di polizia». E intanto un funzionario è stato filmato mentre ai poliziotti intimava:

Devono sparire, peggio per loro. Se tirano qualcosa spaccategli un braccio.

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Feiges deutsches Kraut am Virgl.

Während in den USA zurzeit Denkmäler und Statuen der Konföderation abgerissen werden, hat eine gemäßigte Südtiroler Tageszeitung ganz andere Sorgen: Wie wir heute erfahren, hat sich nämlich feindliches Efeu erdreistet, einen Adler samt faschistischem Liktorenbündel am Südportal des Virgltunnels zu überwuchern!

Un simbolo della potenza del regime, che vigilava sull’accesso ai confini di Stato.

— A. Adige

Mutigst ruft der gemäßigte Stadtviertelrat Kevin Morghen (Uniti per Bolzano) die Stadtgärtnerei auf, den Adler von dem deutschen Kraut zu befreien und somit an der Virglgrenze wieder Ordnung herzustellen. Können sich die Amis wieder was bei uns abschauen.

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Moderne Sklaverei in Europa.

Die Walk Free Foundation erstellt seit 2013 eine jährliche Wertung mit der geschätzten Anzahl moderner Sklaven pro Land, die nach den Vorstellungen der Stiftung dazu beitragen soll, dieses Übel noch in kürzester Zeit (»in our generation«) vollständig auszumerzen. Laut diesem Global Slavery Index lebten 2016 geschätzte 45,8 Millionen Menschen weltweit in moderner Sklaverei.

Dabei ist dieses Phänomen auch in EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten verbreitet, wie folgende Aufstellung zeigt:

Der geringste Bevölkerungsanteil (0,018%) ist in zwölf westeuropäischen Ländern von Sklaverei betroffen, worunter sich sieben Staaten mit weniger als 10 Millionen Einwohnerinnen befinden. Österreich, die Schweiz und Deutschland liegen in dieser Gruppe.

In Italien ist das Ausmaß des Phänomens — dieser Schätzung zufolge — bereits knapp zwölfmal (0,211%) so hoch; Schlusslicht Polen (0,476%) verzeichnet gar einen 26 mal höheren Wert, als die Spitzengruppe. In absoluten Zahlen leben in Luxemburg rund 100, in Deutschland 14.500, in Italien 129.600 und in Polen 181.100 Menschen in moderner Sklaverei.

Grundsätzlich schneiden hier westeuropäische Länder besser ab, als die des ehemaligen Ostblocks. Übrigens hätte ich mir erwartet, dass hier kleine Staaten noch deutlich besser abschneiden, weil die Kontrolle dieses Phänomens in überschaubaren Gebieten doch tendenziell einfacher und demnach besser sein sollte.

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Einsprachige Pflegerinnen müssen gehen.

Eine gute Nachricht für die Einhaltung der Zweisprachigkeitspflicht kommt ausnahmsweise vom Südtiroler Gesundheitsbetrieb: Wie die Dolomiten in ihrer heutigen Ausgabe berichten, wird der Sabes sechs Krankenpflegerinnen, die trotz fehlenden Zweisprachigkeitsnachweises eine befristete Stelle antreten durften, den Vertrag nicht verlängern. Grund ist angeblich, dass sie ihrer Verpflichtung, Sprachkurse zu besuchen und die entsprechenden Prüfungen so rasch wie möglich abzulegen, nicht nachgekommen sind.

Es ist bedauerlich, dass in Südtirol Gesundheitspersonal ohne ausreichende Sprachkenntnisse eingestellt wird (oder werden »muss«). Dass dann wenigstens auf Einhaltung der Regeln geachtet wird, ist unabdingbar.

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