Ipes, il disagio è salvo.
Quotation 516

Quasi la metà delle 13mila abitazioni Ipes sono occupate da famiglie italiane e concentrate soprattutto nelle grandi città, Bolzano, Laives e Merano. Dunque quella della casa è sempre stata considerata più una necessità degli italiani, una popolazione di recente migrazione che possiede oggettivamente meno case di proprietà rispetto ai concittadini di lingua tedesca, e non ha masi da ereditare. Per anni quindi la competenza sull’edilizia abitativa era in mano a un assessore italiano, così come italiani erano molti funzionari dell’Ipes, tutto questo assetto ora verrà smantellato, con una conseguente marginalizzazione del mondo di lingua italiana.

Questo dice il verde Riccardo dello Sbarba, citato da Salto (e non Alessandro Urzì, AAnC/FdI). Come dire: un vero peccato che questa competenza sociale non sia andata alla Lega. Prima gli italiani e poi le priorità sociali?

Vedi anche:

Arch Nationalismus Politik Soziales und Arbeit | Disagio Zitać | Riccardo Dello Sbarba | Salto | Südtirol/o | Lega SVP Vërc Wobi | Italiano

Gesundheit: Zusammenarbeit in der Euregio.

Vor wenigen Tagen trafen sich die Spitze des Südtiroler Gesundheitsbetriebes (Sabes) und die Geschäftsleitung der Tirol Kliniken zu einem Gedankenaustausch. Ziel der Zusammenkunft war es, die Festigung und den Ausbau der Zusammenarbeit zu besprechen.

Beteiligt waren unter anderem

  • der neue Sabes-Generaldirektor Florian Zerzer;
  • der aus Südtirol stammende kaufmännische Direktor der Tirol Kliniken Stefan Deflorian;
  • der ehemalige Bozner Primar und nunmehrige medizinische Leiter der Tirol Kliniken Christian J. Wiedermann;
  • die Südtiroler Pflegedirektorin Marianne Siller und
  • Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler.

Bei gemeinsamen Herausforderungen wie Ärztinnen- und Pflegekräftemangel, Informatisierung oder Qualitätsentwicklung wolle man sich gegenseitig mehr unterstützen. Bei der elektronischen Fakturierung gebe es seit kurzem bereits einen engen Austausch. Und in anderen Bereichen wie der Telemedizin, an der in beiden Landesteilen intensiv gearbeitet werde, könnte man laut Stefan Deflorian weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit finden.

Christian J. Wiedermann hob hingegen hervor, wie »grundverschieden« die Gesundheitssysteme in Österreich und Italien seien. Man könne aber voneinander lernen.

Siehe auch:

Gesundheit Service Public Tech&Com | | Florian Zerzer | | Euregio Nord-/Osttirol Südtirol/o | Sabes | Deutsch

Welche Studienrichtung soll es denn sein?
Die »Specializzazione« in der Grundschule

Ab sofort können Einschreibungen in die Grund- und Oberschulen hierzulande nur noch online durchgeführt werden — mit ÖSDI oder einer Bürgerinnenkarte.

Eine Bekannte hat mich nun auf dieses Schmankerl hingewiesen:

Statt der Schulstufe gibt es im Antragsformular eine akademisch anmutende »Studienrichtung«. Und für die Übersetzung der »Specializzazione« war wohl gerade kein Wörterbuch in der Nähe.

Meine Deutschlehrerinnen hätten damit keine Freude gehabt. Aber in Südtirol sind wir dieses Niveau ja leider gewohnt — wie ein Klick auf die folgenden Verweise zeigt.

Siehe auch:

Scola Service Public Sprachpfusch | | | | Südtirol/o | Land Südtirol | Deutsch

Fachausbildung für Ärztinnen reaktiviert.

Die Ausbildung von Jung- zu Fachärztinnen nach österreichischem Modell kann in Südtirol endlich wieder aufgenommen werden. Eine entsprechende Erklärung wurde gestern in Bozen zwischen Vertreterinnen Südtirols und der österreichischen Ärztinnenkammer unterzeichnet.

Vor nunmehr über einem halben Jahrzehnt hatte Rom die bereits etablierte Praxis der österreichischen Ausbildung an Südtiroler Krankenhäusern ohne Not einseitig beendet und auch keinen gleichwertigen Ersatz geschaffen. Seitdem hat sich — zweifellos nicht nur, aber auch deshalb — der Mangel an Ärztinnen zum Nachteil der Versorgungsqualität akut zugespitzt.

Die Ausbildungstätigkeit kann nun vorerst in den Bereichen Orthopädie/Traumatologie, Innere Medizin und Allgemeine Chirurgie endlich wieder aufgenommen werden. Pädiatrie, Psychiatrie und Urologie sollen in Kürze folgen. Allerdings hat sich die national(istisch)e Ärztinnengewerkschaft Anaao bereits kritisch zur Wiedereinführung des Ausbildungsmodells geäußert. Mit etwas Geschick kann sie es vielleicht wieder einmal schaffen, einen lösungsorientierten Ansatz auszuhebeln. Man darf gespannt sein.

Siehe auch:

Bildung Bürokratismus Gesundheit Gewerkschaften Nationalismus Politik Recht Service Public Soziales und Arbeit | Good News | | | Südtirol/o | Land Südtirol | Deutsch

Militärwohnungsskandal.

Wie Salto-Chefredakteur Christoph Franceschini aufgedeckt hat, soll das Land Südtirol Wobi-Wohnungen in städtischer Top-Lage an gegenwärtige und ehemalige Mitglieder der italienischen Streitkräfte verscherbeln. Grundlage für diesen Skandal sei das umstrittene Tauschgeschäft zwischen Land und Militär, in dessen Rahmen 5% der betroffenen Flächen an Genossenschaften von aktiven und bereits im Ruhestand befindlichen (Unter-)Offizieren hätten gehen sollen. Weil es jedoch nie dazu kam, sei mit dem im August verabschiedeten Nachtragshaushalt 2017 klammheimlich ein Passus ins Wohnbaugesetz eingefügt worden: Demzufolge könne die Landesregierung diese 5%-Quote auch durch Abtretung von Wobi-Wohnungen in Bozen und Meran erfüllen. Franceschini mutmaßt, dass diese Regeländerung auf Bestellung der Militärs beschlossen worden sei — da schon kurz nach ihrer Einführung eine Genossenschaft aus Angehörigen des Heeres und der Carabinieri gegründet worden sei, die zum Ziel hatte, diese neue Möglichkeit in Anspruch zu nehmen.

Dabei hätten sich die Uniformierten mit zunächst vom Wobi angebotenen Wohnungen nicht zufrieden gezeigt. Ihrem Wunsch nach zentrumsnäheren und somit teureren Lagen sei schlussendlich auch noch entsprochen worden. Da die Wohnungen weit unterm Marktpreis abgetreten worden seien und auch keiner Sozialbindung unterlägen, sei die Operation ein perfektes Spekulationsgeschäft.

Der wahren Wohnraumbedürfnisse ungeachtet könnten die Militärs dem Wobi— völlig legal — Immobilien abkaufen, um sie tags darauf gewinnbringend weiterzuverkaufen. Bildlich gesprochen schenkt das Land Privatpersonen hohe Geldsummen, weil sie einer bestimmten Berufsgruppe angehören.

Siehe auch:

Arch Medien Militär Politik Polizei Recht Service Public Transparenz Wirtschaft+Finanzen | | Christoph Franceschini | Salto | Südtirol/o | PD&Co. SVP Wobi | Deutsch

Rechnung von Distretto und Comprensorio.
Mangelhafte Zweisprachigkeit beim Gesundheitsbetrieb

Heute bei mir eingetroffen: eine Rechnung des Gesundheitsbezirks Brixen im Südtiroler Gesundheitsbetrieb. Wie der Briefkopf zeigt, gilt nicht nur bei den Ärztinnen: Deutsch? Brauchma net. (Und wenn doch, reicht auch a Bissl.)

Dass das übrigens kein Versehen ist, zeigt die beigelegte Zahlungsaufforderung. Dort heißt es:

Farbliche Hervorhebungen von mir.

Wozu nochmal hatten wir eine Autonomie?

Siehe auch:

Discriminaziun Gesundheit Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Service Public Sprachpfusch Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato | | | Südtirol/o | Sabes | Deutsch Italiano

Der Faktor.
Trient, Rom und Brüssel statt Ideologie und Programmatik

Im Oktober wurde ein neuer Südtiroler Landtag gewählt und somit wird es auch (hoffentlich) bald eine neue Südtiroler Landesregierung geben. Deren Aufgabe ist es, Politik im Sinne der Menschen in diesem Land umzusetzen. Doch was “gut für Südtirol” ist, bestimmen bei der Regierungsbildung offenbar weniger ideologische und programmatische Überlegungen, als vielmehr mit welchem Regierungspartner ein besseres Verhältnis zu Rom und zum Trentino möglich ist und welche Konstellation bei den Europawahlen nützlich ist. Die Anforderungen an Südtirols Landesregierung werden in meiner subjektiven medialen Wahrnehmung nahezu ausschließlich von externen Faktoren bestimmt. Das ist auch so eine Grenze der Südtiroler Autonomie. Natürlich entscheiden Südtiroler Politiker über die Regierungskoalition, aber die Motivation für die Entscheidung kommt von außen. Man kann sich kaum an internen Bedürfnissen orientieren, sondern muss äußere Befindlichkeiten befriedigen, um überhaupt etwas für sich erreichen zu können. Selbstständigkeit sieht für mich anders aus.

Siehe auch:

Democrazia Föderal+Regional Politik Selbstbestimmung Staat vs Land Subsidiarität Vorzeigeautonomie | Landtagswahl 2018 | | | Euregio Südtirol/o | EU Südtiroler Landtag | Deutsch

Der neue Landtag nach Themen.

Nach der Landtagswahl vom 21-O habe ich mir — in Erwartung einer Regierungsbildung — angesehen, wie viele Mandate die Parteien und Listen (nach vorläufigem amtlichen Endergebnis) nach Themen aufgeschlüsselt errungen haben.

Anders ausgedrückt: Wie viele Abgeordnete stellen Parteien, die laut eigenen Angaben ein bestimmtes Anliegen unterstützen?

Als Vorlage hat mir auch diesmal (auszugsweise) der Fragenkatalog gedient, den der Jugendring den Wahlberbenden fürs Wahllokal vorgelegt hat.

Der Vergleich mit 2013 zeigt, wie viele Abgeordnete die jeweiligen Parteien und Listen bei der letzten Landtagswahl errungen hatten*.

Zum Ergebnis: Es ist zu erkennen, dass die Aufwertung der Landeshauptstadt im neuen Landtag die meisten Unterstützerinnen (31) hat, die Abhaltung eines Selbstbestimmungsreferendums, das BGE und der Flughafenausbau hingegen am wenigsten.

Zumindest auf dem Papier eine Mehrheit hätten neben der Aufwertung von Bozen auch die Möglichkeit, Problemwölfe und -bären zu erlegen, die Schaffung einer eigenen Region Südtirol, die Schaffung einer Landespolizei und die doppelte Staatsbürgerschaft.

Die Parteien und Listen, die die Beibehaltung der flächendeckenden Zweinamigkeit, die Einführung der mehrsprachichen Schule und die Senkung der Politikerinnengehälter wünschen, stellen heute doppelt soviele Abgeordnete, wie bis vor wenigen Tagen — auch wenn diese Positionen im Landesparlament (noch) nicht mehrheitsfähig zu sein scheinen.

Parteien, die den Tourismus einschränken wollen, haben die Anzahl ihrer Abgeordneten mehr als vervierfacht; solche, die eine darauf ausgerichtete Politik unterstützen, dass Nicht-EU-Bürgerinnen möglichst bald das Land verlassen, sind von acht auf sechs Mandatarinnen geschrumpft.

Von zehn auf vier Sitze zusammengeschrumpft sind wie bereits angedeutet jene Parteien, die eine Abstimmung über die Loslösung Südtirols von Italien wollen.

Für die genauen Fragestellungen und für die detaillierten Antworten: siehe Fragenkatalog des ‘Jugendrings’.

*) Elena Artioli habe ich nach bestem Wissen und Gewissen den jeweiligen Positionen zugewiesen. Das war ein kleiner, aber nötiger Handgriff, um die Vergleichbarkeit mit 2013 zu retten, wenngleich das Ergebnis dadurch leicht verfälscht sein könnte.

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