Mediaset-Schikane.

Wie die Südtiroler Rundfunkanstalt RAS bekanntgibt, darf sie das morgige Champions-League-Spiel Juventus gegen Borussia Mönchengladbach nicht übertragen. Berlusconis Mediaset, die die Rechte für Italien innehat, habe dies untersagt.

Grund dafür sind die fehlenden Übertragungsrechte deutschsprachiger Fernsehsender für Italien. Da FIFA und UEFA die Übertragungsrechte immer nur staatenweise vergeben, haben derzeit die Sprachminderheiten keine rechtliche Grundlage, Sport-Großereignisse in ihrer Sprache verfolgen zu können. Die RAS bemüht sich, über die zuständigen Politiker auf EU-Ebene bezüglich der Übertragungsrechte eine Sonderregelung für Sprachminderheiten zu erwirken.

— aus der Pressemitteilung des Landes

Im Juni dieses Jahres hatte Landeshauptmann Kompatscher (SVP) dieses Problem bereits bei EU-Kommissar Günther Oettinger deponiert.

Die Kleinlichkeit von Mediaset, einer sprachlichen Minderheit, die weniger als 1% der Staatsbevölkerung ausmacht und teils auf den Satellitenempfang von ZDF zurückgreifen kann, eine vorhandene Übertragung in der eigenen Sprache zu untersagen, ist kaum zu überbieten und darf wohl als Schikane gewertet werden.

Siehe auch:

Discriminaziun Grenze Medien Minderheitenschutz Politik Recht Sport Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen Zentralismus | Geoblocking | Arno Kompatscher | LPA ZDF | Südtirol/o | EU SVP | Deutsch

Das Ende von Geoblocking?

Wir hatten das Problem mehrmals thematisiert — zum Beispiel hier und hier. Die Rede ist vom digitalen Binnenmarkt bzw. dessen Abwesenheit, die von manchen Blog-Kommentatoren rundweg in Abrede gestellt wurde. Nun will sich EU-Kommissar Günther Oettinger, der für den Bereich »digitale Wirtschaft und Gesellschaft« verantwortlich zeichnet, des angeblich inexistenten Themas annehmen, wie er unter anderem Landeshauptmann Kompatscher erläuterte. Dem Geoblocking soll es dabei an den Kragen gehen. Ob er damit genauso erfolglos sein wird, wie Ex-Kommissarin Viviane Reding letztendlich bei den Roaminggebühren, wird sich freilich erst zeigen. Wie das Landespresseamt berichtet, regte Kompatscher bei Öttinger [sic] an, sich in jenen Bereichen, wo Geoblocking aufrecht bleiben wird, nicht an geografischen Grenzen (gemeint dürften wohl politische sein), sondern an »Sprachräumen« zu orientieren.

Grenze Medien Minderheitenschutz Politik Recht Tech&Com Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Geoblocking | Arno Kompatscher | LPA | Europa Südtirol/o | EU SVP | Deutsch

Zalandos Hinweis.

Variation zum Thema ‘in Europa gibt es keine Grenzen mehr’:

zalandogrenze

Dieser Hinweis erscheint unmittelbar nach dem Öffnen der deutschen Seite von Zalando über eine italienische IP-Nummer, also auch von Südtirol aus.

Siehe auch:

Discriminaziun Grenze Nationalismus Plurilinguismo Verbraucherinnen Vorzeigeautonomie Wirtschaft+Finanzen | Geoblocking | | | Südtirol/o | | Deutsch