Apotecri nia ladins?

de David Lardschneider

L trilinguism ie na seva dl Statut de Autonomia, dlongia l proporz y la scola particulera. La pruposta de Florian Mussner te cumiscion legislativa dl Cunsëi provinziel de mëter ite tla lege che i apotecri tla valedes ladines ne adrova nia l trilinguism, ma che l basta avëi l atestat de tudësch y talian, à l assessëur pona trat de reviers, ajache l ova nce ël “mel de vënter”, da coche n à liet ti media.

La pruposta univa purteda ite dal assessëur ladin, chël che ie per definizion l reprejentant di ladins y che muessa cialé de si rejons y de si dërc. La mutivazion fova chëla che l ie tan rie a abiné apotecri ladins tla valedes dla Ladinia. Tant che chësc ie vëira ne séi nia. Ma l ie la cuestion dl uef y dla gialina: tò ca na ezezion per la fé deventé lege ie fauz, dant iel da garantì la rejons y i duvieres, per i apotecri y pona nce per chëla categuries ulache l ne n’ie mo nia laite chësc dërt-duvier, pona pòssen – scencajo – nce avëi una o doi ezezions, che reste ezezions.

Che i cunselieres nia ladins, tudësc y talians, à fermà la pruposta, porta povester pro a pensé do n con’ di bujëns de na politica de denità, fata cun denità y che garantësce denità, nce ai ladins.

La Usc di Ladins, 16.05.2018

Discriminaziun Gesundheit Medien Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Recht Service Public Verbraucherinnen | | Florian Mussner | Usc di Ladins | Ladinia | SVP | Ladin

Importiertes Olympia?

Die Südtiroler Landesregierung hat beschlossen, sich nicht aktiv an der Bewerbung für die olympischen Winterspiele von 2026 zu beteiligen, die die Region Venetien nach Cortina bringen will. Da gab es möglicherweise seit der gescheiterten Kulturhauptstadtbewerbung einen gewissen Lerneffekt. Um die Bewerbung von Anpezo von außen zu unterstützen, haben nun die Landeshauptleute von Südtirol und Trentino der Nachbarregion aber die Nutzung heimischer Sportinfrastruktur zugesagt.

Gleichzeitig hat neulich die Südtiroler Volkspartei im römischen Senat eine Vorlage eingebracht, um die Angliederung des ladinischen Souramont — Anpezo, Col und Fodom — an Südtirol voranzutreiben. Schon über zehn Jahre sind seit einer Volksabstimmung vergangen, mit der die Bevölkerung diese Grenzverschiebung großmehrheitlich gefordert hatte. Mit dem neulichen Übergang von Plodn an die Region Friaul-Julisch Venetien ist wieder etwas Bewegung in die Angelegenheit geraten.

Sollte nun also — was ich hoffe — die Angliederung von Souramont während der kommenden Legislatur über die Bühne gehen und gleichzeitig — was ich persönlich eher nicht hoffe — Cortina den Zuschlag für die olympischen Winterspiele 2026 erhalten, hätten wir die sportliche Großveranstaltung nach Südtirol ‘importiert’ und Venetien seiner Kandidatur ‘beraubt’.

Ist es denn möglich, dass Präsident Zaia und Landeshauptmann Kompatscher diese Möglichkeit außer Acht gelassen haben? Oder wissen die beiden Herren vielleicht schon, dass dem demokratischen Wunsch der Anpezanerinnen nicht Rechnung getragen wird?

Mitbestimmung Politik Recht Sport | | Arno Kompatscher | Usc di Ladins | Friaul-Friûl Ladinia Souramont Venetien-Vèneto | Euregio Lega SVP | Deutsch

UNESCO: Posse um ladinische Sprache.
Divide et impera auf Südtirolerisch

Nach der Kritik um das Fehlen der friaulischen und ladinischen Sprachen bei der Beschriftung der über 60 Schutzhütten im Naturerbegebiet der Dolomiten will die UNESCO-Stiftung jetzt nachbessern. Das ist die gute Nachricht.

Wie jedoch die Usc di Ladins in ihrer aktuellen Ausgabe (vom 10. März) berichtet, kam es im Zuge der sprachlichen Neudefinition zu einer Intervention der Südtiroler Landesregierung. Während man sich zunächst auf die friaulische und auf die ladinische Einheitssprachen geeinigt hatte, bestanden die Landesräte Richard Theiner und Florian Mussner (beide SVP) offenbar auf Gebrauch der ladinischen Talidiome — eine weit verbreitete Strategie, um sprachliche Minderheiten zu schwächen. Damit leugnet man die kulturelle Einheit und reduziert Sprachen auf eine Ansammlung von Dialekten, was deren Würde, aber auch den praktischen Nutzen beschränkt.

Mag sein, dass die Ablehnung der Einheitssprache auch darauf zurückzuführen ist, dass bei deren Entwicklung zu sehr auf die Verständigung geachtet und somit wenigstens zum Teil Ausdrücke geopfert wurden, die für die ladinische Sprache charakteristisch sind. Doch dafür gibt es zwei Lösungen: Der konstruktive Ansatz würde zeitnahe Verbesserungen nach sich ziehen, während die nachhaltige Ablehnung und somit die Schwächung der Sprache den destruktiven Ansatz darstellt.

Absurde Folge der Südtiroler Forderungen: Fast im gesamten UNESCO-Gebiet wird — auch außerhalb Ladiniens — auf Schildern die ladinische Einheitssprache zu lesen sein, wohingegen in Gherdëina (Gröden) und Badia (Gadertal) die jeweiligen Talidiome zur Anwendung kommen.

Zwischen Kiel und Bozen sowie zwischen Lugano und Palermo konnte man sich jeweils auf gemeinsame Schriftsprachen einigen, aber zwischen Urtijëi und Anpezo scheint dies ein Ding der Unmöglichkeit zu sein — der angeblichen Minderheitenpartei SVP sei »Dank«.

Siehe auch:

Außendarstellung Discriminaziun Medien Minderheitenschutz Plurilinguismo Sprachpfusch | | | Usc di Ladins | Friaul-Friûl Ladinia Souramont Südtirol/o | SVP UNESCO | Deutsch

Fascia: Sport fördert Sprache.

Der Hockeyclub Fassa/Fascia Falcons setzt sich aktiv für Erhaltung und Fortbestand der ladinischen Sprache ein: Ein in Zusammenarbeit mit der Sprachstelle des Comun General de Fascia entwickeltes Konzept wird der Traditionsverein nun mit finanzieller Unterstützung der Region Südtirol-Trentino umsetzen.

Laut dem ladinischen Wochenblatt Usc di Ladins ist geplant, in den Umkleiden Paneele anzubringen, auf denen sämtliche relevanten Begriffe des Hockeysports auf Ladinisch erklärt werden. Dies trägt zur Verbreitung spezifischer Terminologie in der Minderheitensprache bei und fördert deren umfassenden Einsatz als gleichwertige Sprache.

Zudem sollen nicht nur offizielle Mitteilungen des Vereins sowie die Kommunikation zwischen dem Club und den Eltern von Nachwuchsspielern fortan konsequent zweisprachig sein, auch die Stadiondurchsagen bei Spielen der ersten Mannschaft — etwa in der neuen Alps Hockey League — werden auf Ladinisch gemacht.

Nicht zuletzt soll auch die Vereinshymne aus den 70er Jahren übersetzt werden.

Mit diesen einfachen, aber konkreten Maßnahmen wird über den Sport auch die Identifikation mit der Sprache gestärkt.

Siehe auch:   

Medien Minderheitenschutz Plurilinguismo Sport | Good News | | Usc di Ladins | Ladinia | |

CLIL auf Ladinisch, aber nicht in Südtirol.

Die Usc di Ladins berichtet in ihrer Ausgabe vom 9. September von der Situation der ladinischen Sprache in den Schulen von Fascia und Souramont. Und siehe da: Sowohl im Trentino, als auch in Venetien gibt es inzwischen CLIL-Projekte auf Ladinisch, während dies in Südtirol nicht der Fall ist.

Hierzulande ist die ladinische Muttersprache in der oft als vorbildlich gepriesenen paritätischen Schule ausschließlich im Fach Ladinisch und teilweise in Religion Unterrichtssprache. In anderen Fächern dient sie lediglich als Behelfssprache, falls ladinische Schülerinnen etwas nicht verstehen sollten. Ladinischer Geschichts-, Geografie- oder Mathematikunterricht, wie nun in den ladinischen Tälern außerhalb Südtirols möglich, sind hingegen ausgeschlossen.

Laut Usc werden die Schulen in Souramont bei der Implementierung von CLIL auf Ladinisch von der Universität Udine wissenschaftlich begleitet. In Anpezo gibt es darüberhinaus Bestrebungen, die ladinische Sprache schon im Laufe von 2016/17 auch im Kindergarten einzuführen.

Das gesamte Projekt wird in Souramont mithilfe des Grenzgemeindefonds finanziert.

Siehe auch:

Bildung Comparatio Medien Minderheitenschutz Plurilinguismo Scola | CLIL/Immersion | | Usc di Ladins | Ladinia Souramont Venetien-Vèneto | | Deutsch

La flama ladina se destuda?
Erlischt die ladinische Flamme?

Erwin Valentini (via noeles.info)

La enconteda sun Jouf de Sela é steda na bela gran festa y perchel se merita i organisadours, la UGLD y si colaboradours, na gran lauda y bel dilan da pert de duc i ladins. Ma a la festa él ence sté n valgunes nioles scures da vedei, sciche al é vegnù auzé fora te deplù comentars sun La Usc di Ladins. La pruma fova l’assenza dla gran poltica: degun president de provinzia o region y demé puec raprejentanc dles istituzions se à tout la bria de se lascé vedei. I trei raprejentanc politics ladins se à dantaldut laudé se enstesc y contenté de n valgunes declarazions generiches, se stravardan de jì ite tl tema zentral dla manifestazion: l’unité di ladins. La politica di pici varesc propagandeda dal assessour Mussner a inom de na “Realpolitik” ladina sonova plucheauter sciche na vertola per ne messei nia fé de gran varesc, sciche ghirassa enveze la situazion politica, linguistica y culturala dla Ladinia. L’autra niola fova l’assenza dla Val Badia: sun Jouf de Sela ne manciòvel nia demé i ombolc y les unions ma na valeda entiera, sciche à scrit l president dla Union di ladins dla Val Badia, Michael Moling. L’assenza dla Val Badia ti à fat demarevueia ai organisadours dla enconteda enstesc, sciche ai ne se l essa nia aspeté, sciche al se tratassa de valch da nia da creie, feter da se daudé, sceben che i segnals che la flama ladina é debla  fova da vedei bele da n pez ence tla “valeda ladina plu grana y intata”. N ejempl rezent: tamben la jent che les lies é restedes fina sen feter daldut demez da la Convenzion sun la reforma dl Statut de Autonomia dl Trentin-Südtirol, da chela che depenarà en pert ence l davegnì dla Ladinia.

L president dla Union di ladins dla Val Badia à proé de chirì na resposta a chesta apatia politica o almanco de se fé n valgunes domandes.  Pòl ester che la jent é resteda a ciasa ciuldì che de tel festes ne vegn nia plu sentides y vegn vedudes sciche na forma juda ju de moda per manifesté sia identité? Vuel la jent vive la ladinité te na maniera plu personala empede messei la mostré su? Se damana la popolazion na cultura ladina plu senziera, plu reala, plu umila, azessibla y vivuda da duc? Michael Moling ne dà nia na resposta direta ma sia minonga me per che vae de chest vers. Sie rejonament à dessegur na fondamenta ma al ne nes spliga nia coche an é ruvés a chesta situazion y cie che an podessa fé per atizé l enteres dla jent per sie lingaz, per sia cultura, per mioré la situazion dla mendranza ladina entiera.

Na resposta a chestes domandes podéssen se aspeté emprumadedut dai responsabli dles istituzions culturales: scola, Istitut cultural ladin, Museum ladin; la senta de chestes does ultimes é per auter tla Val Badia. Ne é nia l fin de chestes istituzions chel de promueve la cultura ladina te dutes sies dimenjions? Promozion culturala ne vuel nia demé dì publiché vigni tant valch liber scientifich o leterar o organisé conzerc y de beles mostres artistiches, al auda ence da renforzé la coscienza y l’identité (inter)ladina tres azions de sensibilisazion y de relazions publiches, ence a livel politich, mostran, reclamisan, “placatan” l’esistenza y les rejons dla comunité ladina. Chest fova avisa l fin dla enconteda sun Jouf de Sela.

Reunificazion di ladins y gambareles dla politica
L’assenza dla Val Badia sun Jouf de Sela mess avei ence d’autres gaujes che cheles ipotisedes da M. Moling. I badioc ne se à mai cis cruzié dles condizions generales dla comunité ladina, de siei bujegns y de sies rejons sciche mendranza autonoma, sibe tl contest dl Tirol storich che tl cheder costituzional y aminitratif nuef sot a la Talia. Les iniziatives panladines é feter dagnora piedes via da les autres valedes, o da foradecà sciche da Dispruch (Union di Ladins) y da Bulsan (Moviment politich “I Ladins”), olache la ladinité fova y é plu manaceda y olache l bujegn de unité, de reunificazion teritoriala é plu sentì. La gran enconteda ladina dl 1946 sun Jouf de Sela ova abù sciche protagonisć doi gran idealisć de Ampez y Fascia, Sisto Ghedina y Guido Iori, y ence a la festa dl 2016 àn vedù dantaldut jent y lies de Fascia y de Souramont; la Val Badia é, sciche i savon, resteda a ciasa. L fat che la ladinité é manco manaceda ilò pò splighé almanco en pert l’apatia di badioc dlvers de de tel manifestazions: chi che se sta o mina de se sté ben ne à nia bria de jì a protesté.

Ma se tràtel demé de na sort de “sacro egoismo” natural o él via dedo ence d’autres gaujes che ti é consié ai badioc de resté a ciasa? Ne él nia ence sté la politica che à endormedì l entusiasm di badioc – y no demé di badioc- per la reunificazion, per l ideal de unité ladina, per na cultura entenuda sciche patrimone comun de dutes les valedes dla Ladinia. Nosc raprejentac politics à abù – ence sun Jouf de Sela – de beles paroles per les aspirazions ladines, ma fat ne ài praticamenter nia per mete a jì l prozes politich-costituzional che va d’uega per ruvé al travert dl referendum de Souramont dl 2007. Nia puec é decontra ence sce ai ne pò nia l dì fora per rejons de “political correctness”. Nostes autorités politiches se cruzia plu gen de sie pice velin provinzial o local arferan ju organisazions, ativités y projec interladins. La Union Generela di Ladins é vegnuda agn alalongia scraieda fora de ester filotaliana o filo-Ladins, i jornalisc de La Usc à abù l onour de vegnì batiés dal assessour provinzial ladin “talibans” ciuldì che ai se ova enfidé de critiché sia poltica y chela de sie partit; ales lies ti él vegnù “consi锝 de ne se cruzié nia de politica; i posć che conta tles istituzions é tles man de jent che ti sta a mus al “dret” partit; l projet interladin de lingaz scrit unifiché é vegnù sepolì con n decret dla jonta provinziala de Bulsan. Cie se fé perchel demarevueia sce la jent pesimeia a mostré sia identité te manifestazions panladines sciche chela sun Jouf de Sela. La dreta spligazion nes l’à fosc deda David Lardschneider: “La viertla, la scusa che l se trata de na manifestazion partitica, ideologica belau taliana, ne va nia bën. La iniuranza y la nia cusciënza che n fova usei a avëi te Gherdëina a sën pià man, y l semea mo deplù, monce tla Val Badia” (La Usc dl 22.6.16, pl.3).

Unificazion linguistica y sconaza dla mendranza
Se scluje ite te sie velin, te sia valeda, te sie idiom local ne é nia, ne pò nia ester la soluzion. La mendranza ladina à debujegn, per se svilupé, de modei y de valours de referiment comuns, metan man con n lingaz scrit unitar o standard da adoré te duta la Ladinia. L prof. Max Haller à dit te na sia intervista sun l Dolomiten (5 de agost 2016, pl. 23) che la standardisazion dl ladin fossa n vantaje per i ladins, ma al mina che l ladin souravivessa ence zenza n lingaz scrit standard ciuldì che al ne jissa nia sot tla todesch o tl talian (“würde sich weder ins Deutsche noch ins Italienische einschleifen”). Ie ne sé nia da olache al tol de tel convinzions; sce an ti ciala a la realté linguistica en Ampez, a Moena o a Urtijei, ma ence a Al Plan o a Corvara, veiden dut valch d’auter: l ladin ne vegn ilò nia demé mescedé con vigni sort de germanisms y talianisms ma gonot remplazé dal talian y dal todesch sciche lingaz de comunicazion soziala y ence sciche lingaz de familia. L’afermazion  dl prof. Haller fej ciamò deplù demarevueia sce an pensa che a degugn dl assessorat a la cultura todescia a Bulsan ne ti tomàssel ite de dì che l todesch podessa florì y se svilupé te Südtirol ence zenza na “deutsche Schriftsprache”. Mia minonga é che i l ladin podarà souravive n pez, ma zenza n lingaz standard y zenza valch sort de unité politica é la cultura ladina condaneda, alalongia, à na esistenza spidiceda, folcloristica o, piec, archeologica. La archeologia à da fé, sciche an sà, con cosses vedles o mortes fora y no con l davegnì de na cultura.

Se destuda bel plan la flama ladina tla Val Badia? Feter duc, dessegur chi dla politica y dles istituzions, dijarà, scandalisés, de no y proarà de desmostré l contrar. Ma l’assenza dla Val Badia sun Jouf de Sela sona sciche n segnal d’alarm!

Cëla enghe:

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Die Ausreden der »Stiftung Dolomites Unesco«.

Unter dem Titel L lingaz ladin zenza lerch (etwa »Kein Platz für die ladinische Sprache«) kommt die Usc di Ladins diese Woche auf den Umgang der Stiftung Dolomites Unesco mit den Minderheitensprachen, insbesondere Ladinisch und Friaulisch, zurück.

Zwar umfasst das Logo der Stiftung die Bezeichnung Dolomiten auf Italienisch, Deutsch, Englisch/Ladinisch und Friaulisch, doch die übrige Kommunikation läuft größtenteils auf Italienisch, Englisch und Deutsch ab — in dieser Reihenfolge. So ist zum Beispiel die Webseite des Weltnaturerbes nicht auf Ladinisch und Friaulisch verfügbar.

Die Usc di Ladins thematisiert nun ein weiteres Mal die Informationstafeln, die an Schutzhütten im Dolomitengebiet angebracht werden sollen und deren Inhalt ebenfalls nur auf Italienisch, Englisch und Deutsch verfasst ist.

Laut dem ladinischen Wochenblatt habe die Union Generela di Ladins dla Dolomites die Stiftung um eine Erklärung für die fehlende Berücksichtigung der autochtonen Sprachen Ladinisch und Friaulisch gebeten, woraufhin diese mit Verweisen auf die Grafik, den Platz und das internationale Zielpublikum geantwortet habe. Eine ähnliche Erklärung gab es — via Landespresseamt — auch für uns schon.

Wie heuchlerisch all diese Ausreden sind, ist leicht feststellbar. Zum Beispiel hierdurch:

  • Ginge es um den Platz und um die Grafik, müsste wenigstens die Webpräsenz alle Sprachen berücksichtigen. Denn im Internet gibt es Platz, soviel man will und braucht.
  • Hätte man wirklich vor allem das internationale Publikum im Blick — was ohnehin eine Respektlosigkeit wäre — würde man auf Twitter nicht (fast) ausschließlich auf Italienisch kommunizieren, sondern wenigstens auf Englisch.

In der Stellungnahme der Stiftung an die Union Generela ist außerdem davon die Rede, dass auf dem Gebiet des Weltnaturerbes gleich mehrere Varianten des Ladinischen beheimatet seien. Dies entlarvt die Usc di Ladins ebenfalls als fadenscheiniges Argument, da die Union Generela bereits einen Vorschlag in dolomitenladinischer Einheitssprache (»Uties da mont dl Patrimone Mondial Dolomites UNESCO«) unterbreitet hatte. In Bezug auf das internationale Zielpublikum weist das Wochenblatt außerdem darauf hin, dass sich Minderheitenexperten einig seien, dass der Gebrauch einer international nicht verbreiteten Sprache mehr Interesse wecken und die Gäste auf die Besonderheiten des Gebiets, in dem sie sich aufhalten, hinweisen kann. Nicht zuletzt verweist die Usc darauf, dass Ladinisch und Friaulisch im Dolomitengebiet die meistgesprochenen Sprachen seien, weshalb deren Berücksichtigung schlicht und ergreifend ein Recht der einheimischen Bevölkerung sei.

Doch wie heißt es so zutreffend: Wo ein Wille, da ein Weg. Wo kein Wille, da Ausreden.

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