Keine Zweisprachigkeit für Mitarbeiterinnen?

Einer Pressemitteilung des Landtags entnehme ich folgendes:

Die Süd-Tiroler Freiheit berichtete von einem ehemaligen Mitarbeiter des Staatsbauamtes in Bozen, der vergeblich auf die Ausstellung seiner Krankenakten in seiner deutschen Muttersprache wartet. Die Akten kommen von seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem Übergeordneten Amt (provveditorato interregionale) für öffentliche Arbeiten des Ministeriums für Infrastrukturen und Transportwesen für Venetien, Trentino-Südtirol und Friaul Julisch-Venetien, das den Sitz in Venedig hat. Folgende Fragen wurden an die Landesregierung gerichtet: Besteht für staatliche Ämter, die eine Außenstelle in Südtirol haben, die Verpflichtung, mit ihren Angestellten in deren deutscher Muttersprache zu kommunizieren? Wenn ja: Warum wird diese Verpflichtung missachtet, und was gedenkt die Landesregierung dagegen zu unternehmen? Wenn nein: Handelt es sich nach dem Dafürhalten der Landesregierung nicht um eine Diskriminierung der Süd-Tiroler deutscher Muttersprache?
Die Pflicht zur Verwendung der Muttersprache betreffe die Staatsverwaltung, die in Südtirol Außenstellen habe, antwortete die Landesregierung, der der Fall bekannt war. Die genannte Pflicht gelte in Kontakt mit den Bürgern, nicht aber mit den eigenen Mitarbeitern, die ja zweisprachig sein müssten. Die genannte Verwaltung gehe davon aus, dass es sich um Kontakt mit einem Mitarbeiter handle, da das Anliegen in den Ämtern vorgebracht wurde.

In Artikel 11 der einschlägigen Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut (D.P.R. 574/88) steht jedoch:

(1) Unbeschadet der Bestimmungen des Artikels 7 sowie des letzten Absatzes des Artikels 100 des Statutes bezüglich der militärisch organisierten Einrichtungen hat das Personal der im Artikel 1 angeführten Organe, Ämter, Körperschaften und Anstalten und Konzessionsunternehmen mit dem Sitz in der Provinz Bozen das Recht, bei der Besorgung der entsprechenden Aufgaben und bei der Ausübung der Tätigkeiten einschließlich der in der Region Trentino-Südtirol stattfindenden Ausbildungskurse die italienische oder die deutsche Sprache zu gebrauchen, und es dürfen keine Übersetzungen in die andere Sprache von ihm verlangt werden, wenn dies nicht durch Gesetz oder Verordnung vorgeschrieben ist.

(2) Dasselbe Recht hat das Personal der Kontingente nach Artikel 1, Absatz 2 des Dekretes des Präsidenten der Republik vom 26. Juli 1976, Nr. 752 mit seinen späteren Änderungen, und zwar beschränkt auf die Aufgaben und Tätigkeiten, die in der Provinz Bozen wirksam werden sollen.

(3) Die Akte und Maßnahmen betreffend das Anstellungs- oder das Arbeitsverhältnis des Personals nach Absatz 1 sind in der italienischen und in der deutschen Sprache zu verfassen, wenn sie von den im Artikel 1 angeführten Organen, Ämtern, Körperschaften und Anstalten und Konzessionsunternehmen ausgestellt werden; sie sind in italienischer Sprache zu verfassen und in die deutsche Sprache zu übersetzen, wenn sie von öffentlichen Verwaltungen oder öffentlichen Körperschaften und Anstalten mit dem Sitz außerhalb der Region ausgestellt werden, sofern der Betroffene der deutschen Sprachgruppe angehört.

Ich bin ja kein Fachmann, aber das klingt für mich — jenseits des konkreten Falls, den ich nicht kenne — ganz und gar nicht so, als gelte die Verpflichtung zum Gebrauch der Muttersprache (wie die Landesregierung behauptet)

in Kontakt mit den Bürgern, nicht aber mit den eigenen Mitarbeitern, die ja zweisprachig sein müssten.

Überhaupt erlischt das Recht auf Gebrauch der Muttersprache nicht, wenn jemand zweisprachig ist. Das wäre absurd.

Siehe auch:

Discriminaziun Faktencheck Gesundheit Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Politik Recht Service Public Soziales und Arbeit Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Zitać | | | Südtirol/o Venetien-Vèneto | STF Südtiroler Landtag | Deutsch

Nehmt Google Translate!

Jetzt schreibe ich tatsächlich noch was über diesen komischen Wisch. Links ein sogenannter Verständigungszettel (ja, Verständigung!) der italienischen Post in angeblich deutscher Fassung. Und in der rechten Spalte das Ergebnis, wenn man den italienischen Originaltext einmal bei Google Translate reinklatscht:

Italienische Post Google Translate


HinweisfürNichtzustellung

[…]

Sendung “postapatente” den/die Führerschein/ Zulassungsbescheinigungenthält, durchzuführen.

Wir informieren Sie, senden verfügt über angegebenen im Postamt: [unübersetzte Bezeichnung und Adresse des Postamts], ab 08:20 [Uhr] die 02/04/2019.
Im Postamt beobachtet die folgenden Stunden der Öffnung für die Öffentlichkeit
Aus MO. zu FR. aus 08:20 zu 13.35 [Uhr]
– SA. aus 08:20 zu 12.35

Uhr des darau- olgenden Tages dieses Hinweises, lagert:

Bezahlung von in Wertzeichen 5,87 € nötig.

Zur Abholung der Sendung ist die Zahlung per Nachnahme von 5,87 € nötig.

Wir errinern Sie daran, dass die Sendung für 60 Tage im obengenannten Postamt hinterlegt wird.

Nach der angegebenen Verfallfrist, wird das Schreiben den Ministerium für Transport und Infrastruktur zur Vernichtung/Annullierung zugesandt.

Für weiter Informationen steht Ihnen die Homepage www.ilportaledellautomobilista. it. zur Verfügung.

[…]

2. HINWEIS ZUR NICHT-LIEFERUNG

[…]

Der oben genannte “Mail Forwarder” enthält den Führerschein / die Zulassungsbescheinigung.

Sehr geehrter Kunde, wir laden Sie ab dem 02.04.2019 ab 08:20 Uhr zur Abholung der Sendung ein:

[Bezeichnung und Adresse des Postamts]

Bürozeiten:
– Von Montag bis Freitag von 08:20 bis 13:35 Uhr
SAB von 08:20 bis 12:35 Uhr

Die folgenden Beträge sind für die Versendung der Sammlung erforderlich:

Nachnahme: 5,87 €

Für einen Gesamtbetrag von 5,87€

Wir möchten Sie daran erinnern, dass die Sendung 60 Kalendertage nach dem Datum dieser Mitteilung bei dem angegebenen Amt aufbewahrt wird.

Nach dieser Frist wird die Sendung zur späteren Stornierung / Vernichtung an das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr zurückgeschickt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ilportaledellautomobilista.it.

[…]

So weit sind wir nun also schon, dass wir beinah auf Knien betteln möchten, Ämter, Behörden und öffentliche Betriebe sollen ihre Texte doch lieber mit Google übersetzen, als ihre sonderbaren Kreationen auf uns loszulassen. Ja, wenn ihr kein Deutsch könnt, keinen Bock habt und sowieso… dann tut das bitte wirklich! Verschont uns. — Vor allem, wenn ihr nicht den Eindruck erwecken wollt, dass ihr uns bewusst veräppelt, was ich inzwischen glaube.

Siehe auch:

Näheres zur Fehlerkorrektur: ① Mit etwas gutem Willen hätte jeder denkende Mensch weitere Fehler von Google vermeiden können, was ich aber bewusst unterlassen habe. Dass der Webdienst nicht wissen kann, dass er sich für eine Bezeichnung wie »postapatente« gar nicht erst eine (zudem so dämliche) Übersetzung zu suchen braucht — geschenkt. »SAB von 08:20 bis 12:35 Uhr« hätte man verhindern können, wenn man in »SAB dalle 08:20 alle 12:35« von »SAB« auf »sabato« entkürzt hätte. Ich bin aber ehrlich gesagt beeindruckt, dass Google »Da LUN a VEN dalle 08.20 alle 13.35« korrekt übersetzt hat. ② Während die italienische Post die Bezeichnung des Postamts und die Adresse unübersetzt gelassen hat, hat Google in beiden Fällen den Ortsnamen (nicht aber die Straßenbezeichnung) übersetzt, und zwar korrekt.

Discriminaziun Minderheitenschutz Plurilinguismo Postdienst Sprachpfusch Tech&Com Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato | | | Südtirol/o | | Deutsch

DiePosthinterlässtweitereHinweise.

Man kann wahrlich nicht behaupten, dass es der italienischen Post an Einfallsreichtum mangle, wenn es um die systematische Missachtung der Zweisprachigkeit in Südtirol geht. Mit ihrer feinen Art, sich über gesetzliche Vorschriften hinwegzusetzen und — anders kann man es nicht nennen — die Bürgerinnen deutscher Zunge zu verarschen, überrascht sie immer wieder neu. So zum Beispiel auch mit einem HinweisfürNichtzustellung (bitte nicht mit dem fast genauso unbrauchbaren Hinweis auf lagernde Korrespondenz verwechseln), von dem mir heute ein Foto zugeschickt wurde.

Der Versuch einer originalgetreuen Wiedergabe:


HinweisfürNichtzustellung

[…]

Sendung “postapatente” den/die Führerschein/Zulassungsbescheinigungenthält, durchzuführen.

Wir informieren Sie, senden verfügt über angegebenen im Postamt: [italienische Bezeichnung und Adresse des Postamts], ab 08:20 die 02/04/2019.
Im Postamt beobachtet die folgenden Stunden der Öffnung für die Öffentlichkeit
– Aus MO. zu FR. aus 08:20 zu 13.35
– SA. aus 08:20 zu 12.35

Uhr des darau- olgenden Tages dieses Hinweises, lagert:

Bezahlung von in Wertzeichen 5,87 € nötig.

Zur Abholung der Sendung ist die Zahlung per Nachnahme von 5,87 € nötig.

Wir errinern Sie daran, dass die Sendung für 60 Tage im obengenannten Postamt hinterlegt wird.

Nach der angegebenen Verfallfrist, wird das Schreiben den Ministerium für Transport und Infrastruktur zur Vernichtung/Annullierung zugesandt.

Für weiter Informationen steht Ihnen die Homepage www.ilportaledellautomobilista. it. zur Verfügung.

[…]

Betrag und Datum geändert.

Als das Land Südtirol vor wenigen Jahren die Zuständigkeit für die Ahndung von Zwei- und Dreisprachigkeitsverletzungen übernehmen wollte, sprach sich die zuständige Präfektin Elisabetta Margiacchi dagegen aus, weil das Regierungskommissariat diese Tätigkeit bereits »aufmerksam und kontinuierlich« sowie »sorgfältig und unparteiisch« ausübe. Das Ergebnis sehen wir täglich im Umgang mit Ämtern, Behörden und Konzessionären öffentlicher Dienste.

Vor fast genau einem Jahr hatte Margiacchis Nachfolger Vito Cusumano versprochen, dass alle Formulare der Post »bald« — gemeint ist »bald ein halbes Jahrhundert nach Inkrafttreten des Autonomiestatuts« — zweisprachig werden. Wir warten geduldigst und ergebenst.

Siehe auch:

Discriminaziun Minderheitenschutz Mobilität Nationalismus Plurilinguismo Postdienst Sprachpfusch Vorzeigeautonomie Zuständigkeiten | Bilinguismo negato Zitać | | | Südtirol/o | | Deutsch

Gesetzwidrige neue Bahnhofbeschilderung.

Wer vielleicht wissen möchte, wie die bewusste und systematische Herabwürdigung und Minorisierung einer Sprache geht, sollte sich ansehen, was der italienische Schienennetzbetreiber RFI gerade wieder in Südtirol zaubert.

An vielen verwahrlosten Bahnhöfen im Lande, die für die jeweiligen Ortschaften partout keine Visitenkarte sind, wo zudem oft einfachste Services wie Schließfächer oder überdachte Fahrradstellplätze fehlen, gibt es an allen Ecken und Enden Verbesserungspotenzial. Statt hier anzusetzen, hat RFI nun aber damit begonnen, die Beschilderung auszutauschen.

Nicht etwa um bei der mangelnden Zweisprachigkeit nachzubessern, sondern um die deutsche Sprache — in einem Land, wo sie von der Mehrheit gesprochen wird — noch klarer als bisher der Staatssprache unterzuordnen. Italienisch bleibt erstgereiht, wird nun aber zudem fett hervorgehoben und in manchen Fällen auch noch deutlich größer dargestellt, als der deutsche Text:

Auf den Fahrplananzeigen von RFI fehlt die deutsche Sprache ganz, Zweitsprache nach Italienisch ist hier — wenn überhaupt — Englisch.

All das widerspricht freilich dem Autonomiestatut, dessen Durchführungsbestimmung (D.P.R. 574/88) klar und unmissverständlich ein völlig gleiches Erscheinungsbild vorschreibt. Dass nun Schilder, die diese Vorschrift erfüllen, durch solche ersetzt werden, die dagegen verstoßen, kann man nur als böswillige Absicht verstehen.

Aber wir können uns gerne auch noch 100 Jahre nach der Annexion vertrösten (und verarschen) lassen, dass die Gesetze schon irgendwann umgesetzt werden. Dann können wir gleich auch an den Nikolaus glauben.

Siehe auch:

Discriminaziun Minderheitenschutz Nationalismus Recht Service Public Sprachpfusch Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Südtirol/o | RFI | Deutsch

Autonomie mit Phantasie.

Schon vor über einem Jahr hätte in Brixen der elektronische Personalausweis im Scheckkartenformat eingeführt werden sollen, nach und nach sollten dann bis Ende 2018 die weiteren Gemeinden des Landes folgen. Doch daraus wurde nichts, weil der italienische Staat im 21. Jahrhundert außerstande ist, zwei Sprachen gleichwertig zu berücksichtigen.

Während sich die Umsetzung der neuen Identitätskarte auf staatlicher Ebene inzwischen auf der Zielgeraden befindet, harrt das Mehrsprachigkeitsproblem nach wie vor einer Lösung.

Wie die TAZ berichtet, fordert der Landtagsabgeordnete Riccardo Dello Sbarba (Grüne) — der auch eine Anfrage eingereicht hat

mit den modernen Technologien, mit etwas Phantasie und mit dem Willen, auch der lokalen Bevölkerung ein wichtiges Instrument anzubieten, das ein Mittel für neue Dienstleistungen werden und den Abbau von unnützer Bürokratie ermöglichen kann

zu lösen. An der Phantasie dürfte es aber weniger mangeln, als an der nötigen Sorgfalt und vor allem am Bewusstsein, dass auch Minderheiten ihre Rechte haben. Seinen autonomiepolitischen Verpflichtungen wird der Staat nicht gerecht — und das chronisch.

Dabei ist höchst besorgniserregend, wenn in der Bevölkerung der Eindruck entsteht, dass die Mehrsprachigkeit andere Rechte, zumal sinnvolle Neuerungen, unnötig einschränkt oder zeitlich verzögert. Das Verständnis und die Toleranz für den Minderheitenschutz — der Kitt unseres Zusammenlebens — drohen so ernsthaft unterminiert zu werden.

Bürokratismus Discriminaziun Medien Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Service Public Sprachpfusch Tech&Com Vorzeigeautonomie | Zitać | Riccardo Dello Sbarba | TAZ | | Vërc | Deutsch

Gherdëina: Farbenlehre der Einfalt.

Wie gehabt — auf den Skipisten von Gröden werden munter neue Maßstäbe in Sachen Mehrsprachigkeit gesetzt. Wie hier:

Als Südtirolerin ladinischer oder deutscher Muttersprache fühlt man sich so richtig willkommen geheißen.

Doch warum kann man Skigebiete (die aus unser aller Umwelt Geld schöpfen) nicht wie den AVS zur Mehrsprachigkeit* zwingen? Beziehungsweise: Warum wird es nicht endlich getan?

Siehe auch:

*) lassen wir das leidige Thema Mehrnamigkeit mal ausnahmsweise beiseite

Discriminaziun Plurilinguismo Recht Sport Sprachpfusch | Bilinguismo negato | | | Ladinia | AVS | Deutsch

Fair ist schwer.

Seit geraumer Zeit versuche ich in Südtirol — soweit irgend möglich — nur Produkte zu kaufen, die auch auf Deutsch beschriftet sind. Ich mache das im Sinne der sprachlichen Vielfalt, des Verbraucherinnenschutzes und weil ich als (potentieller) Kunde gerne ernstgenommen werde. Dafür, dass auf Italienisch beschriftet wird, sorgen das Gesetz und akribische Kontrollorgane.

Ich weiß nicht, wie viele sich so oder ähnlich verhalten. Vielleicht bin ich der Einzige, vielleicht sind wir viele. Es sei dahingestellt.

Nun ist dieses Augenmerk mit anderen Prioritäten, die ich ebenfalls habe — hauptsächlich: biologische Lebensmittel und regionale Kreisläufe — meist problemlos in Einklang zu bringen. In seltenen Fällen muss ich natürlich abwägen und Kompromisse eingehen. Doch was hier umständlich klingt, ist ja im Laden meist im Bruchteil einer Sekunde bewältigt und entschieden. Alle, die in irgendeiner Art »bewusst« einkaufen, wissen das.

In einem Bereich jedoch habe ich es hierzulande wesentlich schwerer — und das ist paradoxerweise gerade der faire Handel. In einem Südtiroler Weltladen beispielsweise ist es nicht immer einfach, zweisprachig beschriftete Lebensmittel zu finden; es sei denn, sie wurden direkt aus Deutschland oder Österreich importiert (und manuell auf Italienisch nachetikettiert, weil Pflicht).

Paradox finde ich das deshalb, weil es beim fairen Handel — wenigstens in Herstellung und Einkauf — auf den respektvollen Umgang mit Menschen ankommt.

Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben hatte, fällt es nicht leicht, an fairen Handel zu glauben, wenn der nicht auch im Umgang mit Endkundinnen gelebt wird. Für Glaubwürdigkeit ist Kohärenz ein wichtiger Faktor.

Paradox ist es aber außerdem, weil einer der Pioniere im fairen Handel, der zeitgleich ein großer Player dieser Branche ist, in Bozen sitzt. Dass die Fairen also einfach bloß nicht wüssten, was im kleinen Südtirol los ist, kann man nicht gelten lassen. Und dennoch sind Produkte von Altromercato in den allermeisten Fällen nur einsprachig beschriftet.

(Ein wahres Kunststück stellt die für den Betrieb von Rudi Dalvai von Chocolat Bernrain in der Schweiz hergestellte Schokolade dar, deren Verpackung original mehrsprachig beschriftet ist, aber für den fairen Händler aus Südtirol einsprachig italienisch etikettiert wird.)

In jedem Fall ist es ein merkwürdiges Gefühl, wenn man mehr Geld für einen guten Zweck ausgibt und dennoch ein schlechtes Gewissen hat. Ob sich da nicht nachbessern ließe?

Siehe auch: 

Discriminaziun Nationalismus Plurilinguismo Recht Solidarieté Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Produktetikettierung | | | Südtirol/o | | Deutsch