AuSStellung.

Wie das Kulturzentrum Grand Hotel Toblach mitteilt, wird dort vom 17. August bis zum 23. September eine Ausstellung zu einem bislang nicht sehr bekannten Kapitel Südtiroler Geschichte stattfinden:

[Die Ausstellung] trägt den Titel “Rückkehr ins Leben – SS-Geiseln am Pragser Wildsee”. [Darin] dokumentiert der deutsche Journalist und Schriftsteller Hans-Günter Richardi erstmalig den Transport von prominenten Sippen- und Sonderhäftlingen aus deutschen Konzentrationslagern nach Südtirol. Die 139 Gefangenen aus siebzehn Ländern Europas wurden noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges als Geiseln der SS in die “Alpenfestung”, die als Rückzugsgebiet der SS geplant war, verschleppt. Dort sollten sie dem Chef des Reichssicherheitshauptamtes, SS-Obergruppenführer und General der Polizei Dr. Ernst Kaltenbrunner, als Faustpfand für Verhandlungen mit den Westalliierten zur Verfügung stehen.

Unter den Internierten befanden sich der ehemalige österreichische Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg mit Frau und Tochter, der frühere französische Ministerpräsident Léon Blum mit Frau, der ehemalige ungarische Ministerpräsident Miklós von Kà¡lley, der Oberbefehlshaber des griechischen Heeres, General Alexandros Papagos, mit seinem gesamten Generalstab, der französische Bischof von Clermont-Ferrand, Gabriel Piguet, der ehemalige Generalstabschef des deutschen Heeres, Generaloberst Franz Halder, mit Frau, der frühere deutsche Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister Dr. Hjalmar Schacht sowie Familienangehörige des Obersten Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der am 20. Juli 1944 das Attentat auf Adolf Hitler verübt hatte.

Die Gefangenen wurden im April 1945 aus den Konzentrationslagern Buchenwald und Flossenbürg im KZ Dachau zusammengezogen und dann von einem Sonderkommando der SS und des SD (Abkürzung für “Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS”) über das Arbeitserziehungslager Reichenau nach Niederdorf im Hochpustertal gebracht. Am 30. April 1945 wurden sie dort von Soldaten der Deutschen Wehrmacht unter dem Kommando des Hauptmanns Wichard von Alvensleben aus der Gewalt der SS befreit. Die Wehrmacht übernahm den Schutz der Häftlinge und brachte sie ins Hotel “Pragser Wildsee”, das den Gefangenen eine sichere Bleibe bot, bis dort am 4. Mai 1945 amerikanische Soldaten eintrafen und die Befreiten übernahmen. In zwei Transporten, die am 8. und am 10. Mai 1945 aufbrachen, gelangten dann die Prominenten über Verona und Neapel nach Capri, wo ihre Odyssee durch halb Europa schließlich endete.

Die Ausstellung “Rückkehr ins Leben” wurde bereits gezeigt in Niederdorf, München, Dachau, Innsbruck, Brixen, Berlin und im Südtiroler Landesmuseum im Schloss Tirol. Am 22. Juli wird die deutsch-englische Fassung in Rastenburg in Polen eröffnet, wo sich Hitlers Hauptquartier befand. Weitere Stationen in Italien sind nach Toblach Fondi und Triest.

Zur Person des Ausstellungsmachers: Hans-Günter Richardi, geboren in Berlin, war mehr als dreißig Jahre lang als Redakteur der “Süddeutschen Zeitung” in München tätig. Als Schriftsteller arbeitet er auf zeitgeschichtlichem Gebiet. In seinen Büchern beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus. In “Schule der Gewalt” beschreibt er die Anfänge des Konzentrationslagers Dachau, in “Hitler und seine Hintermänner” setzt er sich mit der Frühgeschichte der NSDAP auseinander, und in “Bomber über München” befasst er sich mit dem Luftkrieg in den Jahren von 1939 bis 1945 am Beispiel der “Hauptstadt der Bewegung”. Richardi verfasste auch den “Dachauer Zeitgeschichtsführer”, der eingehend über die Geschichte der Stadt und des Konzentrationslagers Dachau im Dritten Reich unterrichtet. Über den Geiseltransport schrieb er zwei Bücher: “SS-Geiseln in der Alpenfestung” (erschienen in der Edition Raetia in Bozen) und “SS-Geiseln am Pragser Wildsee” (herausgegeben vom “ZeitgeschichtsArchiv Pragser Wildsee” in Prags).

Für seine Forschungsarbeit wurde Richardi mehrfach ausgezeichnet. Er ist unter anderem Träger der Verdienstmedaille des “Internationalen Dachau-Komitees” und der Bürgermedaille der Stadt Dachau sowie Ehrenmitglied der “Lagergemeinschaft Dachau”.

Faschismen Feuilleton Geschichte Termin | | | | | |

Familienförderung.

We are family.

Übermorgen Freitag, den 23.03.07 organisiert die Schwulen- und Lesbenorganisation Südtirols (Centaurus) an der Uni in Brixen eine Podiumsdiskussion mit dem Titel »We are family – gleiches Recht für gleich viel Liebe« über ihre Forderungen nach einer längst überfälligen gesellschaftlichen Anerkennung. ruft zu einer regen Teilnahme an der Veranstaltung auf, damit die Instanzen der Organisatorinnen von einem möglichst breiten Publikum hinausgetragen und multipliziert werden können. Beginn ist um 20.00 Uhr im Raum 2.14 der Fakultät für Bildungswissenschaften, Brixen.

Siehe auch:

Grundrechte LGBTQIA Politik Recht Termin | | | | Südtirol/o | Centaurus Freie Universität Bozen | Deutsch

Zusammenkunft.

Auf Anregung von Étranger und Schnèeflocke plant Brennerbasisdemokratie für kommenden Freitagabend, den 24.11.06 um 20.00 Uhr ein erstes offizielles — und trotzdem informelles — Treffen.

Eingeladen sind alle, die sich für das Projekt in irgendeiner Form engagieren sowie jene, die an ihm interessiert sind.

Besonders möchten wir jedoch folgende Personen dabeihaben:

  • Alex[ander]
  • König Laurin
  • Loiny
  • Mateo ist nicht hier
  • Michi
  • Susanne
  • Valentino

Der genaue Zeitpunkt wird noch bekanntgegeben. Es wäre schön, wenn ihr euren inneren Schweinehund überwindet — ich kenne ihn aus ähnlichen Anlässen. ;-)

Aus organisatorischen Gründen bitte ich außerdem, uns rechtzeitig unter folgender Adresse bescheid zu geben: treffen[at]selbstbestimmung.net

Interna Termin | | | | | |

OEW: Auf eine gute Nachbarschaft.

Am morgigen Freitag organisiert die Organisation für eine solidarische Welt in Zusammenarbeit mit dem Verein Heimat Brixen/Bressanone/Persenon eine interkulturelle Dialogrunde mit dem Titel »Auf eine gute Nachbarschaft«. Die BesucherInnen erwarten desweiteren Musik, Texte, Buffet sowie ein Impulsreferat von Professor Vladimir Wakounig (Uni Klagenfurt).

Treffpunkt: Freitag 10.11.06 um 18 Uhr im Forum Brixen.

Feuilleton Migraziun Termin | | | | | |

Zukunft grün?

Die Landtagsfraktion der Grünen organisiert am kommenden Montag, den 06.11.06 im Bozner Gemeindesaal (Gumergasse) eine Tagung zum Zusammenleben und den Entwicklungschancen der Sprachgruppen in Südtirol.

Dabei werden u.a. das neue Südtiroler Sprachbarometer (Astat) und die Studie »Giovani & Integrazione Sociale« vorgestellt. Eine gute Gelegenheit, den Grünen auf den Zahn zu fühlen.

Nähere Infos: 0471.946332

Kohäsion+Inklusion Termin Umfrage+Statistik | Sprachbarometer | | | | Vërc |

Burma day.

Der Verein Helfen ohne Grenzen organisiert am 30.09.06 in Bozen den »Burma day«. Detailllierte Informationen sind auf der eigens eingerichteten Internetseite verfügbar.

Burma.

In Burma werden Menschenrechte mit Füßen getreten, Minderheiten brutalst mit Waffengewalt unterdrückt. Von Luxusproblemen wie jenen hier in Europa können die Menschen dort nur träumen. Solidarität ist dringend nötig und für einen liberal und demokratisch denkenden Menschen unaufschiebbar.
Link: [Burma Indymedia]

Grundrechte Politik Solidarieté Termin | | | | | |

Podiumsdiskussion.

Diesen Samstag, 9. September 2006 findet in der Cusanus-Akademie zu Brixen eine Podiumsdiskussion zum Thema »60 Jahre Friedensvertrag – 60 Jahre verwehrtes Selbstbestimmungsrecht« statt. Ab 14.20 Uhr sprechen auf Einladung des Südtiroler Schützenbundes folgende Tiroler Politiker:

• Dr. Eva Klotz (Union)
• DDr. Karl Zeller (SVP)
• Pius Leitner (F)
• Dr. Hans Heiss (Grüne)
• Alois Wechselberger (MAS – F)
• DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ)
• Bundesrat Dr. Helmut Kritzinger (ÖVP)

Moderation: Dr. Eberhard Daum

Infos: [SSB]

Rätselhaft ist, warum die Teilnahme auf die »deutschsprachigen Parteien« (Zitat Schützenbund) beschränkt wird. Dennoch ist die Diskussion mit Sicherheit eine Chance, die grundsätzliche Haltung der vertretenen Parteien zum Thema Selbstbestimmung unter die Lupe zu nehmen.

Politik Selbstbestimmung Termin | | | | | |