Führungspositionen.

Ich schalte mich nur ungern in eine Diskussion ein, die nur emotional geführt wird und deren Inhalt mich eigentlich gar nicht interessiert: Das ist zum Beispiel beim Geplärre italienischer Mitterechtsparteien der Fall, die seit Jahren von einem Vize-Syndrom als wesentlichen Bestandteil des »Unbehagens« sprechen. In Südtirol seien ItalienerInnen an leitender Stelle unterrepräsentiert, und wennschon stehe ihnen lediglich ein Stellvertreterposten zu. Da diese angebliche Wahrheit jedoch seit Jahren immer wieder kursiert, und auch bei insistenter Wiederholung nicht wahrer wird, möchte ich mich nun dennoch einschalten — mit einer kleinen Auflistung, die man dem Geraunze bei Bedarf entgegenhalten kann.

Öffentliche (u. ä.) Führungspositionen der it. Sprachgruppe:

  • Dr. Carla Scoz | Regierungskommissariat | Kommissärin
  • Luisa Gnecchi | Landesregierung | Landesrätin f. Arbeit, Innovation, Forschung, Genossenschaften, Chancengleichheit, it. Berufsbildung
  • Dr. Barbara Repetto | Land – Arbeit, Innovation, Forschung, Genossenschaften, Chancengleichheit, it. Berufsbildung | Ressortdirektorin
  • Luigi Cigolla | Landesregierung | Landesrat f. Vermögen, Wohnungsbau, it. Kultur
  • DDr. Ing. Antonio Bacchin | Land – Vermögen, Wohnungsbau, it. Kultur | Ressortdirektor
  • Dr. Ing. Valentino Pagani | Land – Tiefbau | Abteilungsdirektor
  • Dr. Alfredo Jellici | Land – Personal, Tourismus, Mobilität | Ressortdirektor
  • Fernando Bettega | Land – Finanzen | Amtsdirektor Amt für Abgaben
  • Dr. Marco Balduzzo | Land – Finanzen | Koordinator KfZ-Steueramt
  • Roberto Morandi | Land – Finanzen | Amtsdirektor Amt für Einnahmen
  • Dr. Eros Magnago | Land – Finanzen | Amtsdirektor Amt für Ausgaben
  • Dr. Marco Dalnodar | Land – Finanzen | Koordinator Bereich Zahlungen
  • Renata Battisti Leita | Land – Finanzen | Amtsdirektorin Finanzaufsicht
  • Dr. Gilberto Odorizzi | Land – Finanzen | Amtsdirektor Amt für Industrie
  • Dr. Umberto Meneghelli | Land – Finanzen | Amtsdirektor Handel u. Dienstl.
  • Dr. Barbara Repetto | Land – Europaangelegenh. | Koordinatorin ESF-Dienststelle
  • Dr. Claudio Spadon | Land – Europaangelegenh. | Koordinator ESF-Programmierung
  • Lucia Baldassarre | Land – Europaangelegenh. | Koordinatorin ESF-Projektverwaltung
  • Dr. Riccardo Dello Sbarba | Südtiroler Landtag | Präsident
  • Bruna Rauzi | Südtiroler Schulamt | Leiterin
  • Luigi Spagnolli | Landeshauptstadt | Bürgermeister
  • Dr. Bruno Marcato | Betrieb für Sozialdienste Bozen | Generaldirektor
  • Ardelio Michielli | SASA | Direktor
  • Piero Maccioni | SAD | Direktor
  • Pietro Calò | Etschwerke | Präsident
  • L. Chissalè | Etschwerke | Präsident
  • S. Paltrinieri | Etschwerke | Leiter Hauptbereich Rechtsangelegenheiten
  • A. Bordonetti | Etschwerke | Leiter Hauptbereich Stromverteilung
  • P. Acuti | Etschwerke | Leiter Hauptbereich Handel u. Verwaltung
  • Paolo Berlanda | ECOcenter | Präsident des VR
  • Marco Palmitano | ECOcenter | Generaldirektor
  • Alberto Stenico | LegaCoopBund | Direktor
  • Dr. Umberto Tait | Gesundheitsbezirk Bozen | Direktor
  • Dr. Piero Innocenti | Staatspolizei | Quästor
  • General Luigi Finelli | Carabinieri | Kommandant
  • Carlo Corazzola | RAI Bozen | Generaldirektor (dt.-it.-lad.)
  • Marcello Soffritti | Eurac | Institutsleiter Fachkommunikation u. Mehrsprachigkeit
  • Francesco Palermo | Eurac | Institutsleiter Föderalismus- u. Regionalismusforschung
  • Flavio Ruffini | Eurac | Institutsleiter Regionalentwicklung u. Standortmanagement
  • Paolo Angelini | Eurac | Koordinator der Alpenkonvention
  • Fabio Degaudenz | Verbraucherzentrale | Vorsitzender
  • Lorenzo Sola | AGB CGIL | Generalsekretär
  • Toni Serafini | SGK UIL | Generalsekretär
  • RA. Dr. Maria Carmela Carriere | Rechtsanwaltskammer | Generalsekretärin
  • RA. Dr. Franco Biasi | Rechtsanwaltskammer | Schatzmeister
  • Dr. Ing. Giorgio Rossi | Ingenieurkammer | Schatzmeister
  • Dr. Arch. Luigi Scolari | Stiftung der Architektenkammer | Präsident
  • Dr. Archi. Matteo Scagnol | Architektenkammer | Schatzmeister

Stellvertreterposten wurden nicht beachtet. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Zuordnung zur italienischen Sprachgruppe wurde die (abstruse) Methodik der sprachlichen Beurteilung der Vor- und Zunamen verwandt, wie sie auch die Verfasser der bisher in Umlauf gebrachten Listen benützt haben.

Tessin: Falsche Italiener?

Dass man Teil des deutschen Sprach- und Kulturraumes sein kann, ohne in Deutschland zu leben, dürfte bekannt sein. Kann man jedoch auch ein Italiener sein, ohne zum italienischen Nationalstaat zu gehören? Sehr wohl, und das zeigen die Bewohner des Schweizer Kantons Tessin seit Jahrhunderten sehr eindrücklich. Stolze Helveten sind sie, und dennoch gleichzeitig bewusste Pfleger ihrer Identität. Nicht nur: Darüber hinaus haben sie sich regelmäßig um ihren gesamten Kulturraum verdient gemacht. Wesentlich mehr, als die Südtiroler zur Entwicklung des deutschen Kulturraumes beigetragen haben, und selbstverständlich mehr auch, als die hierzulande sässigen Italiener (und Südtirol allgemein) den italienischen Kulturraum befruchtet haben – wie ich zu behaupten wage.

Dass Manzoni einen Teil seiner schulischen Ausbildung in Lugano absolviert hat, dürfte zwar mehr als nur anekdotischen Wert besitzen. Die bristanteste und emblematischste Phase der immer wieder zentralen kulturellen Rolle des Schweizer Kantons war aber wohl die Zeit des Faschismus, als italienischen Dissidenten systematisch Asyl gewährt wurde. Zu jener Zeit entwickelte sich die Kantonshauptstadt Bellinzona zu einem Zentrum des italienischen Verlagswesens. Bücher von Autoren, die in Italien nicht gedultet worden wären, wurden in der Schweiz bearbeitet, gedruckt und wiederum über die Grenze gebracht.

Auch heute erfreut sich die Pflege von Dantes Sprache im Tessin großer Lebenskraft. An der jungen Università  della Svizzera Italiana wurde kürzlich folgerichtig ein hochkarätig besetztes »Istituto di studi italiani« gegründet, das in der gesamten Schweiz tätig sein soll.

Aus dem Corriere del Ticino vom 06.03.07:

Istituto di studi italiani «faro» per la Svizzera

Tenuta a battesimo ieri all’USI di Lugano, la struttura, che è ancora un cantiere aperto, è la risposta della Svizzera italiana alla chiusura di alcune cattedre d’italiano a livello nazionale – Direttore è il letterato Carlo Ossola.

Un faro che dal Ticino si irradia sull’intera Svizzera. È questa l’immagine che l’Istituto di studi italiani, in fase di costruzione, si prefigge di poter dare di sé nei prossimi mesi sotto la guida di Carlo Ossola. In autunno partirà  a tal fine anche un master biennale in Letteratura e civiltà  italiana: un progetto ambizioso e che, nelle parole dello stesso presidente dell’Università  Piero Martinoli, intende essere la risposta concreta della Svizzera italiana alla sparizione di alcune cattedre della lingua di Dante in Svizzera. […]

Anders als in Südtirol, wo die angebliche Brückenfunktion ein reines Lippenbekenntnis bleibt, wird sie im Tessin mit Überzeugung gelebt. Institutsdirektor Carlo Ossola schreibt in seiner Präsentation:

Ragioni di un Master di Letteratura e Civiltà  italiana
prof. Carlo Ossola, Direttore dell’Istituto

Ha scritto Yves Bonnefoy che l’arte italiana è l’«arrière-pays», il retroterra di qualsiasi esperienza e memoria del bello; e Osip Mandelstam osservò che per leggere Dante occorre avere uno sguardo volto al futuro. Questo è l’ambito della civiltà  italiana: la memoria di una perfezione condivisa, l’esercizio preveggente di un pensiero capace di abbracciare gli «universali» della condizione umana. Questa universalità  non è somma di digressioni all’infinito: è, al contrario, come scrisse Jorge Luis Borges della Divina Commedia, capacità  di racchiudere tutta una vita in un verso. Comprendere gli universali, stringerli in sintesi, offrirli come una ‘prospettiva’: arte, filosofia, poesia, spiritualità  chiamate a dar forma all’essenziale. Un Master in «letteratura e civiltà  italiana» deve avere ambizioni pari alla dignità  del proprio oggetto e alle sfide che porge il secolo XXI; spesso i percorsi di Master specializzano così tanto che un repentino cambiamento di paradigmi dovuto a nuove invenzioni o tecnologie rende rapidamente obsoleti i procedimenti acquisiti. Qui, al contrario, il percorso sarà  -come nel Libro delle massime di Goethe- ‘verticale’: «Se devo farti vedere i dintorni, / bisogna che tu salga sul tetto».

L’ambito di un Master in «Letteratura e Civiltà  italiana» è non solo il territorio di culture che si esprimono in lingua italiana, bensì quel più largo orizzonte di coscienza che ha portato lievito e responsabilità  d’Europa, coscienza di unità  non tentata per faticose approssimazioni o mediazioni, ma vivida presenza di un centro, dell’origine, di una speranza: «E sulle colline di Voronej, nate ieri, / Ho sempre la radiosa nostalgia / Di quelle di Toscana, più limpide e panumane» (O. Mandelstam, Essere in vita).

Ein Auge auf das Tessin würde uns nicht schaden. Es zeigt den Italienern, dass man nicht Teil Italiens sein muss, um Teil des italienischen Kulturraums zu sein. Zu diesem Zwecke wäre auch die banale Maßnahme, neben dem Empfang des deutschsprachigen auch jenen des italienischen Rundfunks der Schweiz in Südtirol zu ermöglichen, mit Sicherheit hilfreich. Andererseits zeigt uns die Südschweiz, was eine selbstbewusste Brückenfunktion ist: Sie verlangt Engagement, und nicht nur Nachäffung — als passiv gelebte Überlappung zweier Kulturräume.

Jetzt unterschreiben!

Die Initiative für mehr Demokratie sammelt ab sofort Unterschriften für ihre Volksabstimmung über »das bessere Gesetz zur direkten Demokratie« für Südtirol. Dabei handelt es sich um ein äußerst fortschrittliches Instrument der bürgerlichen Mitbestimmung, das nach der besten europäischen — vor allem schweizerischen — Tradition und Erfahrung konzipiert wurde.

Aus dem Faltblatt der Initiative:

Was bringt das bessere Gesetz zur Direkten Demokratie?

  • Ein echtes Referendum, mit dem Gesetze des Landtages und vor allem auch Beschlüsse der Landesregierung vor ihrem Inkrafttreten abgelehnt, nicht nur nachträglich abgeschafft werden können.
  • Die Möglichkeit von Volksabstimmungen in Teilgebieten des Landes, wenn es um lokale Vorhaben der Landesregierung geht. Dazu müssen mindestens 10% der Landesbevölkerung oder 10 Gemeinden einbezogen sein.
  • Diejenigen entscheiden, die abstimmen gehen. 15% Mindestbeteiligung an der Volksabstimmung reicht als Garantie, damit nicht zu wenige entscheiden.
  • Eine objektive und sachliche Information für gute Entscheidungen. Mit einem offiziellen, allen zugestellten Abstimmungsheft wird Manipulation verhindert.
  • Eine vernünftige Unterschriftenzahl: 10.000 Unterschriften in 6 Monaten für eine Volksinitiative und 7.500 für ein Referendum in 3 Monaten: diese Hürden reichen, um ein Übermaß an Anträgen zu vermeiden.
  • Eine erleichterte Unterschriftensammlung, bei der jede vom Bürgermeister beauftragte Person Unterschriften in der eigenen Gemeinde beglaubigen können soll.
  • • Einbeziehung des Landtages bei der Suche nach guten Lösungen. Er erhält das Recht, bei einer Volksinitiative einen Alternativvorschlag zur Volksabstimmung zu bringen.
  • • Auch über die Regelung der PolitikerInnengehälter soll eine Volksabstimmung abgehalten werden können.
  • Transparenz in der Finanzierung von Volksabstimmungskampagnen und gleiche Chancen in den Medien.
  • Volksbefragungen als Recht der BürgerInnen und nicht nur des Landtages mit der Möglichkeit der Abstimmung über verschiedene Lösungen.

Bis einschließlich 10. Juni 2007 müssen 13.000 Unterschriften für dieses Ansinnen zusammenkommen. Jeder Wahlberechtigte kann den Antrag im Sekretariat seiner Südtiroler Wohnsitzgemeinde unterzeichnen. Die Brennerbasisdemokratie ruft dazu auf!

Si riparte

Come i nostri amici (e i nostri nemici) avranno notato ”Brennerbasisdemokratie” non è morta. A dir la verità  questo non lo pensai neppure la mattina del 15 febbraio, quando lessi la comunicazione di pérvasion che annunciava la sospensione di ogni sua attività  su questo blog (un blog, voglio ricordarlo, che è nato proprio grazie all’impegno, alla costanza e alla lungimiranza di pérvasion). Passata la tempesta, vorrei di seguito offrire qualche considerazione riassuntiva e tracciare la rotta del nostro cammino futuro.

1. Risultati raggiunti:

Questo blog è stato, fin dal suo inizio, l’espressione di una esigenza nata colloquiando e scrivendo (la sua origine storica risale al forum del settimale ”ff”). Colloquiando e scrivendo ci accorgemmo che molte delle nostre consolidate abitudini interpretative e dei nostri soliti argomenti (quelli relativi al rapporto tra i gruppi linguistici, per esempio) venivano posti fuori gioco immaginandoci un contesto istituzionale ”diverso”, non più cioè vincolato alle dinamiche che ci obbligano a ragionare sempre nei termini di una maggioranza e di una minoranza intese in senso etnico e di un territorio incapsulato in un altro territorio. È così che ha cominciato a prendere forma la nostra idea. Traendo spunto anche da altre esperienze autonomistiche (come per esempio il modello catalano), pérvasion si è incaricato di darle corpo ed ha cominciato a scrivere. L’ha fatto per mesi nell’ombra, ignorato o poco compreso anche da chi, come me, aveva in un certo senso lanciato il sasso e poi ritirato la mano.

Poi qualcosa è scattato, gli amici più assidui del forum dell’”ff” (una volta che questo è stato soppresso) si sono coagulati intorno alla piattaforma e lentamente il numero dei lettori è sensibilmente cresciuto. Ma c’è di più. È infatti accaduto che, al di là  del progetto politico che ne sta esplicitamente alla base, i partecipanti e i collaboratori del blog riuscissero ad intonarsi ad un sentire comune, ad assumere uno stile e una connotazione umana (se non addirittura ”umanistica”) che a mio avviso è il risultato più tangibile e confortante della nostra esperienza. Nessuno, meglio di Loiny, è riuscito a sintetizzare questo aspetto ad un tempo etico ed estetico di BBD. Molte delle testimonianze raccolte a commento del commiato di pérvasion possono testimoniare la verità  di questo fatto (colgo qui l’occasione per ringraziare tutti coloro che hanno lasciato un messaggio). Tengo a dire che questo capitale umano non può andare disperso e non andrà  disperso.

2. Limiti:

Ovviamente non sono tutte rose e fiori. Questa piattaforma ha trovato i suoi limiti nella natura del mezzo (un blog non è accessibile a tutti e nel paesaggio mediatico contemporaneo, tranne casi isolati, non è una forma di comunicazione di grande impatto) e nel contesto nel quale ci troviamo ad agire. Sto parlando ovviamente del problema dei nostri possibili ”interlocutori” (che è poi la causa dello scoramento patito da pérvasion). In una situazione ideale ci sarebbe piacito che questo tema emergesse dagli scantinati di Internet e venisse recepito quale lievito per discussioni ulteriori, da animare in contesti diversi. Ci siamo però rapidamente resi conto di quanto difficile fosse anche solo proporre (nei nostri termini) il concetto dell’autodeterminazione a chi è stato abituato da decenni ad inquadrare questo tema nell’ambito di una politica infettata dal contrasto etnico e dai meccanismi inerziali che lo contraddistinguono.

Esemplare a questo proposito è la vicenda della nostra incursione in altre piattaforme di discussione. L’incapacità  costitutiva di confrontarsi, di capire persino approssimativamente la novità  delle nostre ragioni, ha prodotto una levata di scudi stupida e volgare. In questo caso dobbiamo assumerci però la responsabilità  dei nostri errori. In futuro sarà  bene evitare di lasciarci trascinare in sterili polemiche che hanno come esito soltanto quello di cementificare diffidenze ed incomprensioni. L’elaborazione di un progetto come quello sostenuto da BBD ha bisogno di tempo, molto tempo, e prevede un cambiamento così radicale della cultura locale (dei suoi paradigmi) che non ha davvero nessun senso (ha ragione Valentino) cercare di suscitare utilizzando un linguaggio bassamente polemico. La mia proposta è dunque quella di rendere quanto più nitida e accessibile la nostra piattaforma, senza curarci di attacchi portati da chi vuole utilizzarne i contributi per consolidare soltanto i propri pregiudizi.

3. In futuro:

Pérvasion è l’architetto di questa piattaforma, di questa casa, e dentro questa casa vivono diverse persone. Altre vengono spesso a visitarla. Senza il contributo di pérvasion, senza la spina dorsale dei suoi contributi, è evidente che questa piattaforma non potrebbe essere la cosa che è. Ma ciò non toglie che essa possa diventare qualcosa di diverso (in attesa che egli ricarichi le batterie e torni con più entusiasmo di prima). Ci sono alcuni progetti avviati, dai quali ci aspettiamo molto. Se ne avvieranno altri. E poi esiste questo spazio (nel bene e nel male: è comunque diventato un piccolo punto di riferimento) che resta aperto a tutti coloro i quali intendano usufruirne per farlo crescere e migliorare.

Tecnicamente ciò vuol dire che la piattaforma verrà  adesso aggiornata con un ritmo probabilmente diverso da quello in precedenza dettato dalla partecipazione di pérvasion. Ma non sarà  per questo meno battente (è un cuore che pulsa ancora). Personalmente mi piacerebbe che chiunque volesse pubblicare degli articoli sul blog (e dunque non limitarsi soltanto all’estemporanea attività  del commento di cose scritte da altri) lo facesse. Basta inviare quanto scritto al seguente indirizzo bbd@selbstbestimmung.net e avere la cura di intonarsi allo stile e alle finalità  che sono proprie di questa piattaforma.

Chiudo con una citazione di Paul Valery alla quale sono molto legato e che a mio avviso riassume molto bene ciò che ci ispira: ”L’oggetto specifico, unico e costante del pensiero è ciò che non esiste. Ciò che non è davanti a me; ciò che è stato; ciò che sarà ; il possibile; l’impossibile. A volte questo pensiero tende a realizzare, a elevare al vero ciò che non esiste; e altre volte a rendere falso ciò che esiste”.

Ad maiora!

Einstellung.

Ich stelle hiermit meine Arbeit ein. Ich habe es satt, als Nazi, als »pangermanista«, als Großdeutscher diffamiert zu werden. Es ist in Südtirol anscheinend unmöglich, sich für die Selbstbestimmung aus einer anderen, neuen Perspektive stark zu machen. Ich habe den Eindruck, trotz jahrelangen Einsatzes niemanden für unsere Ideen gewonnen zu haben. Bei jeder Diskussion immer wieder ähnliche Vorwürfe und Kommentare – und das auch noch von den selben Leuten. Man möge mir verzeihen, falls dieser Eintrag eingeschnappt klingt – ich bin es nicht. Ich ziehe aber die für mich einzig logische Konsequenz aus der Realität.

Nach Absprache mit meinen Mitstreitern wird sich entscheiden, ob die Rubriken fortgeführt oder ebenfalls eingestellt werden, ob sie hier verbleiben oder an eine andere Stelle verschoben werden, ob der Blog weiterhin sichtbar bleibt oder völlig gelöscht wird. Tut mir leid, ich kann nicht mehr.

Update I: Wie gesagt bespreche ich mit meinen (ehem.) Mitstreitern die Zukunft der Plattform. Die bisher recht einhellige Meinung ist, dass meine Beiträge auch im Falle eines Ausstiegs (es wird keinen Rücktritt vom Rücktritt geben) erhalten bleiben sollen. Ich mache sie deshalb bis auf weiteres wieder zugänglich. Sollte eine andere Auffassung überwiegen, kann sich dies ohne Vorwarnung wieder ändern.

Update II: Auf Wunsch von Loiny habe ich all seine Beiträge gelöscht.

Call for team.

Pünktlich wie der Winter bricht auch die Diskussion über die (National-)Gefühle »unserer« SportlerInnen über’s Land herein: Jeder Sieg, jede Medaille, jeder Fahnenschwenk wird von Fanatikern aller Lager genau unter die Lupe genommen und öffentlich seziert, die AthletInnen werden von den Medien hin- und hergezerrt und zum Fahneneid genötigt, wenn es nicht gar zu peinlichen Bloßstellungen wie im Falle Plankensteiner vor weniger als einem Jahr kommt. Mit Sicherheit gesellt sich im Hintergrund die eine oder andere Mobbingepisode der Sportverbände hinzu — von persönlichen Abhängigkeiten und Loyalitäten der AthletInnen ganz zu schweigen.

Florian Kronbichler hat diese missliche Lage vor wenigen Wochen in einem Sonntagseditorial des Corriere dell’A.A. treffend beschrieben und ist zum wohl nachvollziehbaren Schluss gekommen, man solle der Diskussion ganz einfach aus dem Weg gehen, indem man sie verschweigt: Nicht fragen, nicht provozieren. Das scheitert aber daran, dass Sport immer auch die Gefühlsebene berührt (eigentlich — ob man es mag oder nicht — seit jeher die Fortführung von Politik mit anderen Mitteln ist) und außerdem immer wieder Journalisten auf »ItalienerInnen« mit merkwürdigen Namen stoßen werden, die nach ihrer Herkunft und Zugehörigkeit zu befragen ein naheliegender Reiz ist.

Auch hier glaube ich, dass sich BBD für eine Art »dritten Weg« starkmachen sollte: Ich denke da an die Forderung nach einem eigenen Südtiroler Team (Nationalteam möchte ich es ganz bewusst nicht nennen), konstitutiv mehrsprachig nach Schweizer Vorbild und: ohne Zwang. Die Südtiroler AthletInnen sollten frei nach eigenem Gewissen entscheiden dürfen, ob er nun für Südtirol an den Start gehen will oder nicht. Diese Möglichkeit würde den Fahnenschwenk auf die individuelle Ebene der einzelnen AthletInnen zurückführen und niemanden — wie heute — zu einer Zwangszugehörigkeit nötigen, mit der sie/er unter Umständen nicht glücklich ist und die zu rechtfertigen er außerstande ist. Anders als das Dilemma zwischen »Italien« und »Österreich« wäre ein Südtiroler Team (für eine/n SüdtirolerIn) eher neutral, da es sich hierbei um eine weitgehend unstrittige, territoriale Zuordnung handelt. Es wäre also lediglich eine zusätzliche Option — nicht gegen, sondern für etwas: Für die Freiheit der Sportler, für dieses Land, für ein entspannteres Zusammenleben, zur Entschärfung und (größtmöglichen) Entpolitisierung. Ein Beitrag zum Border Blurring.

Was den ökonomischen Gesichtspunkt betrifft, so dürfte es wohl — anders als oft nahegelegt wird — keine Schwierigkeit sein, den Spitzensport aus den prall gefüllten Landeskassen zu finanzieren. Auch weil dies ohnehin schon teilweise über den Umweg der Südtirolwerbung geschieht. Das Land könnte den AthletInnen u. U. sogar bessere Bedingungen bieten als heute, da der Staat für einige Disziplinen, gerade im Wintersport, nicht eben viel Geld übrig hat: Im internationalen Vergleich müssen sich die SüdtirolerInnen meist mit vernachlässigbaren Summen zufrieden geben.

[Der positive Werbeeffekt eines Südtiroler Teams wäre wohl ohnehin gigantisch, wodurch vermutlich große Summen wieder ins Land zurückgespült würden.]

 

Grundsätzlich gilt festzustellen, dass es sich bei diesem Vorhaben beileibe nicht um eine Pioniersleistung handeln würde: Im Fußball und im Rugby führen Schottland, Nordirland und Wales seit jeher eigene Teams. Und auch in jüngerer Zeit ist es zur internationen Anerkennung »regionaler Teams« gekommen. So führt etwa Katalonien in folgenden Sportarten bereits vollständig anerkannte Nationalteams: Eislauf, Skating und Rollerhockey, Pitch and Putt, Bodybuilding, Kampfsport und Taekwondo, Hallenfußball, Australian Football, Twirling, Kickboxing, Karate, Eisstockschießen, Racketball, Korfball. Natürlich sind das größtenteils keine sehr populären Disziplinen, doch es ist ein erster sehr konkreter Schritt. Außerdem ist zu sagen, dass Feld- und Rollerhockey in Katalonien neben Fußball absolute »Nationalsportarten« sind. Für weitere 73 (!) Sportarten gibt es bereits unabhängige katalanische Verbände, die — von der öffentlichen Hand und einer eigenen Plattform offiziell und tatkräftig unterstützt! — an ihrer internationalen Anerkennung arbeiten.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Call for paper (II).

Francesco Palermo, Direktor des Instituts für Föderalismus- und Regionalismusforschung an der Eurac, hat unseren Text auf Betreiben à‰trangers durchgesehen und uns seine Stellungnahme mit einigen Verbesserungsvorschlägen zukommen lassen. Wir möchten sie hier einer öffentlichen Diskussion zugänglich machen:

il testo è bello e interessante, la diagnosi mi sembra molto centrata, e del resto sono cose ormai ampiamente acquisite, almeno tra i potenziali destinatari dell’iniziativa. Vengo alle proposte concrete di emendamento:

1) Tra ”Ausweg” e ”punto di fuga” c’è un abisso. Bene non tradurre letteralmente, ma forse occorre sapere a quale obiettivo puntare.

2) Non mi piace l’espressione ”progetto di sovranità â€, assolutamente troppo atecnico. Preferirei qualcosa come ”riappropriazione e rielaborazione delle categorie identitarie”, forse un po’ cervellotico ma più vicino agli intendimenti.

3) Alla fine manca un pezzo. Si potrebbe aggiungere una frase che spieghi meglio l’obiettivo, ad es.: ”Il ripensamento, anche provocatorio, delle categorie ormai obsolete di identità , appartenenza e nazione intende fornire il presupposto per la creazione di una nuova forma di identificazione condivisa con il territorio, responsabilizzando così maggiormente la popolazione a farsi padrona dei propri destini non già  per guardare ad antichi miti vetero-nazionalistici, ma per acquisire la consapevolezza della propria libertà â€, o qualcosa del genere. Forse si può rendere ancora più concreto specificando che non ci sono intendimenti partitici, che l’obiettivo è intellettuale e il risultato intende essere un contributo ad una nuova cultura politica della responsabilità  (autodeterminazione) anziché della delega in bianco.

Insomma, con qualche ulteriore limatura mi pare che ci siamo. Sottopongo a te e a chi ritieni (questa mail non deve intendersi come confidenziale, quindi falla pure girare) queste proposte di emendamento e resto a disposizione per discutere i passi successivi, tra cui l’apertura delle sottoscrizioni. Lavorare attraverso il blog è interessante e moderno. Personalmente devo dire che non riesco a stare dietro a un blog e al tipo di comunicazione che impone, perché non sono tutto il giorno davanti al computer (il nostro lavoro secondo me viene ucciso dai computer: quando si legge? Io poi sono sempre in viaggio) e, quando ci sono, sono sommerso di mail ed altre sollecitazioni e il tempo per guardare un blog non c’è. Forse almeno in parallelo si può pensare a qualche forma più tradizionale come la carta?

Bald wird es also so weit sein, dass wir das call for paper veröffentlichen können. Wir danken Herrn Palermo für seine wertvolle Hilfe.

Museumstraße.

Nachdem ich im Alleingang die Beschriftungssprache von Betrieben in der Brixner Altenmarktgasse erhoben hatte, ist mir nun Susanne zur Hilfe geeilt, um eine ähnliche Untersuchung – gemeinsam – auch in Bozen durchzuführen.

Wir haben uns dabei für die Museumstraße und die Laubengasse entschieden, weil es wohl die repräsentativste Einkaufsmeile Bozens ist, die vermutlich auch die meisten Kunden anzieht. Außerdem hat mir Susanne berichtet, dass manche Bozner anderer Bezirke nicht selten behaupten, in der Stadtmitte werde »alles auf Deutsch« beschriftet. Es geht also (am Rande) auch um die Widerlegung eines Klischees.

Hier nun der erste Teil der Erhebung (Betriebe in der Museumstraße), deren Ergebnis wohl die düstersten Vermutungen übertrifft: In der Museumstraße sind Geschäfte, die in beiden Landessprachen beschriften, sogar in der Minderheit!

Zur Einstufung haben wir uns erneut an folgende fünf Kategorien gehalten:

• zweisprachige Beschriftung (X).
• (fast) ausschließlich italienische Beschriftung (I): so gut wie sämtiche Informationen sind nur in italienischer Sprache angebracht.
• vorwiegend italienische Beschriftung (VI): der größte Teil (rund 2/3) der Informationen sind nur in italienischer Sprache angebracht.
• (fast) ausschließlich deutsche Beschriftung (D).
• vorwiegend deutsche Beschriftung (VD).

Ich möchte anmerken, dass wir stets sehr konservativ geurteilt haben, anders ausgedrückt: In dubio pro reo.

Museumstraße: Tabelle.

Für die Beschriftung gelten also folgende Anteile:

Museumstraße: Beschriftung.

Museumstraße: Beschriftungstabelle.

Es gibt also vor allem sehr viele Betriebe, die ausschließlich die italienische Sprache benützen. Auffallend ist jedoch ebenfalls, dass es in einer vorwiegend italienischsprachigen Stadt anteilsmäßig auch mehr einsprachig deutsch beschriftete Geschäfte als etwa in der Brixner Altenmarktgasse gibt. Einsprachigkeit zieht also Einsprachigkeit nach sich; es bestätigt sich das Bild einer geteilten Stadt. Dies obschon die Anzahl der Firmen, die nur oder vorwiegend die deutsche Sprache einsetzen, relativ gering bleibt:

Museumstraße: Einsprachigkeit.

Wenigstens stehen in Bozen die anteilsmäßige Verteilung einsprachiger Betriebe und die in der Stadt lebenden Sprachgruppen in einem ausgewogeneren Verhältnis zueinander:

Museumstraße: Sprachgruppen.
(grün: Ladiner)

Der Vergleich mit Brixen (Altenmarktgasse) zeigt aber auch, dass sich die Sprachwahl der Betriebe ohnehin kaum an der realen Sprachsituation vor Ort orientiert.

Hier noch die Tabelle mit den Firmenbezeichnungen:

Museumstraße: Firmenbezeichnungen.

Auch in Bozen hinken die italienische und die deutsche Sprache hierbei weit hinterher.

Die Erhebung wurde am 060207 durchgeführt.

Siehe auch: [Ohne viele Worte.]