Militarismus hinterfragen.

Auf Betreiben der Südtiroler HochschülerInnenschaft — und unter Mitwirkung des Bozner Stadtarchivs — wird am Freitag, 4. Mai an der Uni in Bozen eine Tagung stattfinden, bei der der Militarismus kritisch durchleuchtet werden soll. Anlass ist der demnächst stattfindende Alpiniaufmarsch in der Landeshauptstadt. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Kulturstadträtin Patrizia Trincanato.

Geschichte Militär Politik Termin | | | | | Vërc |

25 aprile.
Quotation 43

Holzmann chiede un riconoscimento per i «ragazzi di Salò, morti per un comando, perché arruolati, o per un ideale».

Dal quotidiano A. Adige, versione online del 25 aprile 2012.

Dopo il suo collega di partito, Mauro Minniti, che vorrebbe intitolare una scuola di Merano a un combattente di Salò, ora anche Holzmann stesso (definito «postfascista» e «moderato») chiede la riabilitazione dei ragazzi, equiparandoli di fatto ai resistenti. E non c’era occasione migliore della festa della liberazione per farlo.

Pochi anni fa era stata proprio l’Associazione Nazionale degli Alpini (ANA) ad aver ammesso, per la prima volta, i membri della 4a divisione alpina Monterosa della RSI, fin lì considerata illegale:

L’Assemblea dei Delegati, preso atto e confermata la validità  di tutto quanto precedentemente deliberato in merito alla Divisione Monterosa e altri simili della Repubblica Sociale Italiana, dichiara e riconosce che tutti i giovani che hanno prestato servizio militare in un reparto Alpino, in qualsiasi momento della storia d’Italia, e quindi anche dal 1943 al 1945, poiché hanno adempiuto il comune dovere verso la patria, siano considerati Alpini d’Italia.

sottolineatura di

Gli alpini repubblichini, fra pochi giorni, sfileranno assieme ai loro ormai colleghi repubblicani a Bolzano?

Faschismen Geschichte Medien Militär | Zitać | Giorgio Holzmann Mauro Minniti | AA la Repubblica | Südtirol/o | Alpini PDL&Co. | Italiano

Occasione persa.

Indipendentemente da come ci poniamo nei confronti dell’adunata degli alpini in programma i giorni 11, 12 e 13 maggio prossimi, ecco un’altra occasione persa: quella di presentare la capitale sudtirolese — anche e soprattutto dinnanzi a decine di migliaia di militari — col rilievo del duce «contestualizzato» (o depotenziato, che dir si voglia). Dopo oltre un anno dalla famosa lettera del ministro Bondi, non è successo ancora nulla.

Ma che cosa c’entra il depotenziamento con l’adunata degli alpini? Sono ben tre le riflessioni che si possono fare a riguardo.

Primo: La tribuna d’onore della manifestazione si troverà proprio in piazza del Tribunale, per cui le immagini della festa militare davanti a uno sfondo poco edificante che verranno inviate in giro per «il mondo» saranno numerosissime. Poca la sensibilità degli organizzatori ad aver piazzato proprio lì il cuore dell’adunata, d’altronde però una città come Bolzano non dovrebbe proprio più disporre di spazi pubblici talmente connotati.
Su quella tribuna, probabilmente, ci sarà anche il nostro Landeshauptmann. Forse avrà occasione di riflettere.

Secondo: Un duce depotenziato e storicizzato sarebbe stato un messaggio di convivenza e un’esperienza formativa, mentre così com’è contribuirà a creare malintesi — e irritazione. Un brutto invito ai più estremisti fra gli alpini.

Terzo: L’ultima adunata degli alpini che si è tenuta a Bolzano risale all’immediato dopoguerra (1949). Paradossalmente a quell’epoca l’opera d’arte fascista non c’era ancora, fu collocata negli anni ’50. Dare un’immagine di se peggiore di 60 anni fa è inaccettabile.

Arch Außendarstellung Faschismen Geschichte Militär Politik | Faschistische Relikte Geschichtsaufarbeitung | Luis Durnwalder | | Südtirol/o | Alpini SVP | Italiano

Toponomastikkommission (III): BBD.

Ich habe dann weiterrecherchiert. Ich bin nicht zu dieser schwierigen Lösung gekommen, und da muss ich der Cäcilia Recht geben. Es ist eigentlich eine gesellschaftspolitische Lösung, das ist die wissenschaftliche Lösung, die mir besonders gut gefällt, weil sie so durchgängig angewandt werden kann. Einen zweiten Vorschlag habe ich in einem interessanten Blog gefunden, der sich Brenner-Basis-Demokratie [sic] nennt. Dort wird die sogenannte basisdemokratische Lösung vorgestellt, das heißt, in einer basisdemokratischen Lösung als Alternative zum finnischen Modell wird in jeder Gemeinde und in jedem Gemeindeteil der Fraktion direkt von den Bürgern entschieden, ob eine Gemeinde ein- oder zweisprachig zu sein hat. Dabei wird mit zwei Wahlzetteln einmal für die Gemeinde und einmal für die Fraktion abgestimmt, ohne Quorum und mit relativer Mehrheit. Dies betrifft alle Gemeinden, welche den tolomeischen Namen laut finnischer Lösung verlieren würden. Die einheimische Bevölkerung entscheidet, ob die Gemeinde, zum Beispiel aus touristischen Gründen, den Namen des Prontuario beibehält, wie zum Beispiel Ritten/Renon, Gratsch/Quarazze und Namen wie Sinigo/Sinich, die auch aufgrund des Prontuario entstanden sind; Oltrisarco/Oberau, Haslach/Aslago, Passer/Passirio, Talvera/Talfer, Dodiciville/Zwölfmalgreien wären dann zweisprachig, auch tolomeisch. Sie werden demokratisch legitimiert und somit im gewissen Sinne aus dem faschistischen Kontext gelöst, weil diese Namen bei einer Volksabstimmung auf jeden Fall bleiben würden. Die Bürger wären gezwungen, sich eine Meinung zu bilden und dann abzustimmen. Wie dies juridisch ausschaut, ist natürlich ein ganz andere Frage.

Dr. Johannes Ortner, Beauftragter für das Südtiroler Flurnamenprojekt am Landesarchiv. Aus den Protokollen des Sonderausschusses Ortsnamensgebung im Südtiroler Landtag, wo er als Experte eingeladen war.

Herr Dr. Ortner hat einen eigenen Vorschlag zur konkreten Ausgestaltung des basisdemokratischen Ansatzes unterbreitet. Der Kern bleibt aber tatsächlich der etwa hier vorgeschlagene: Dass nämlich auch die Erfindungen Tolomeis eine demokratische Legitimierung erfahren und somit von ihrer faschistischen »Erbsünde« befreit werden können.

Mitbestimmung Ortsnamen Politik Recht | afk Zitać | Ettore Tolomei | | Finnland-Suomi Südtirol/o | Südtiroler Landtag | Deutsch

Schöne neue Grenzenlosigkeit.

 

Ausschnitte von Spiegel Online (20.04.2012) und Dolomiten (21.04.2012). Dass es Grenzen nach wie vor gibt — und wohl auch immer geben wird — wissen wir bereits. Jetzt sind sie wieder sicht- und spürbarer.

Grenze Medien Politik Wirtschaft+Finanzen | | Angela Merkel | Der Spiegel Dolo | Deutschland Europa France Italy Südtirol/o | EU | Deutsch

Dank ist keine Grundlage.

Immer wieder geben Mitglieder der Regierungspartei Statements ab, bei denen — mehr oder weniger implizit — der Vorwurf mitschwingt, die Südtiroler seien undankbar, wenn sie der SVP das Vertrauen versagten. Schließlich habe man doch für unsere Autonomie und den jetzigen Wohlstand gesorgt. Doch Dankbarkeit ist keine Grundlage für das Stimmverhalten. Man kann zwar durchaus Dank und Anerkennung für vergangene Leistungen aufbringen, doch wählen sollte man die, denen man zutraut, in Zukunft am besten für das Land zu arbeiten. Wenn jemand in Vergangenheit Gutes geleistet hat, ist zwar die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man ihnen zutraut, auch in Zukunft gut zu arbeiten. Einen Automatismus gibt es aber nicht, und schlichte Dankbarkeit kann einer objektiven Entscheidung sogar hinderlich sein.

Politik | | | | | SVP |

University Press.

Die Gründung des Universitätsverlages Bozen-Bolzano University Press erfolgte 2005 mit dem Ziel der Förderung der wissenschaftlichen Kommunikation, der Lehre und des lebenslangen Lernens. Durch die Unterstützung der Publikationstätigkeit von Wissenschaftlern der Freien Universität Bozen soll die Verbreitung von Forschungsarbeiten und -ergebnissen an der Freien Universität Bozen erreicht werden. Das Verlagsprogramm entspricht dem Fächerspektrum und dem multilingualen Kontext der Freien Universität Bozen und umfasst derzeit mehr als 45 Veröffentlichungen.

Einleitung zum Katalog von Bozen-Bolzano University Press (bu,p).

Und hier ist eine Aufschlüsselung der derzeit im Katalog enthaltenen Publikationen* nach Sprachen:

29 Bücher sind auf Italienisch vorhanden, 13 (also nicht einmal halb so viele) auf Deutsch und ein einziges auf Ladinisch. Es gibt mehr englische als deutsche Publikationen. Hätte eine — mehrsprachige und öffentliche — Universität in einem Minderheitengebiet nicht auch und gerade die Aufgabe, Fachinhalte in den Minderheitensprachen aufzubereiten? In zumindest gleichwertiger Verfügbarkeit?

*) ohne Zeitschriften

Siehe auch:

Bildung Discriminaziun Kunst+Cultura Plurilinguismo Publikationen Recherche Umfrage+Statistik Wissenschaft | Italianizzazione Zitać | | | Ladinia Südtirol/o | Freie Universität Bozen | Deutsch

Mehr Demokratie in die italienische Verfassung.

von Thomas Benedikter

In Italien steht es heute schlecht um die direkte Beteiligung der Bürger an der Politik. Die Referendumsrechte sind unterentwickelt und schlecht geregelt. Kein Wunder, dass nur selten Volksabstimmungen abgehalten werden. Obwohl die Menschen auf allen Regierungsebenen mitentscheiden wollen, verhindert die überholte restriktive Regelung der direkten Demokratie die aktive Mitwirkung der BürgerInnen in der Politik. Soziale Konflikte, die in gewaltsame Auseinandersetzungen degenerieren – wie z.B. gegen den TAV im Susa-Tal – könnten mit direkter Demokratie rechtzeitig und friedlich gelöst werden. Leider werden Großprojekte von den bestehenden Referendumsregelungen in Italien meistens ausgeschlossen, gleichermaßen wie finanzpolitische Fragen und internationale Abkommen. Somit lassen es viele Bürgerinitiativen von vornherein bleiben, entmutigt von bürokratischen Hindernissen, frustriert von der Wirkungslosigkeit der Instrumente und vom Beteiligungsquorum, das immer wieder Boykottkampagnen auf den Plan ruft. Das abschaffende Referendum wird zwar hin und wieder in Anspruch genommen – zuletzt mit Erfolg gegen die Atomkraftprojekte der Regierung im Juni 2011, ist im Grunde aber ein Recht von geringerer Bedeutung. Die beiden Grundpfeiler der direkten Demokratie – die echte Volksinitiative (in Italien auch propositives Referendum genannt) und das bestätigende Referendum (Veto der Bürger gegen ein Gesetz vor dessen Inkrafttreten) – sind von der Verfassung gar nicht vorgesehen.
Somit ist es überfällig, über diesen beschränkten Ansatz der Bürgerbeteiligung als reines “Notwehrrecht” der Väter der Verfassung vor 64 Jahren hinauszugehen, um der politischen Kreativität der Bürger mehr Platz zu geben und ihnen mehr Kontrollrechte gegenüber den Politikern an die Hand zu geben. Es genügt nicht mehr, mit dem Damoklesschwert des Quorums über dem Kopf, einen Gesetzesartikel abschaffen zu können. Die Bürger müssen tatsächlich über eigene Gesetzesinitiativen abstimmen und müssen ein Veto einlegen können, bevor unzumutbare Gesetze und untragbare Großprojekte Schaden anrichten. Die Bürger sollen auch das Recht auf Abwahl unfähiger Vertreter erhalten und die Politikerdiäten festlegen können. Das geht nur mit den grundlegenden direktdemokratischen Rechten und ohne Quorum. Italien braucht auf allen Ebenen einen Ausbau der direkten Demokratie, und dies geht nicht ohne Änderung der Verfassung. Dafür braucht es einerseits den Dialog mit den politischen Kräften, andererseits das Volksbegehren, denn die echte Verfassungsinitiative gibt es in Italien nicht. Genau dies macht das Promotorenkomitee “Quorum Zero”. Es hat einen Vorschlag zur grundlegenden Reform der direkten Demokratie in der Verfassung ausgearbeitet. Dem Komitee geht es um die Abschaffung des für die Mitbestimmung schädlichen Quorums, die Einführung aller wesentlichen Instrumente des Volksentscheids und um eine bürgerfreundliche Regelung dieser Rechte. Mit dem vom Komitee Quorumzero angestrebten Volksbegehren – leider ohne Volksabstimmung, weil dies derzeit vom Gesetz her nicht vorgesehen ist – soll aufs Parlament Druck ausgeübt werden, damit die Verfassung einen “direktdemokratischen Qualitätssprung” erfährt, was Italien dringend benötigt. Alles Weitere auf der Kampagnenwebsite www.quorumzeropiudemocrazia.it und in der zweisprachigen Pdf. Informationsbroschüre.

Democrazia Grundrechte Mitbestimmung Politik Recht | | Thomas Benedikter | | Italy | | Deutsch