Sprachvolontariat auf Italienisch.

An die Tageszeitung Dolomiten:

In ihrem Leserbrief vom 7. Februar regen mehrere Unterzeichner die Erweiterung des Sprachvolontariats (»Voluntariat per les llengües«) auf die italienische Sprache an. Aufgrund des »symmetrischen« Aufbaus unserer Autonomie sind wir es gewohnt, auch für ungleiche Probleme stets gleiche Lösungen anzubieten — obwohl dies sehr oft gar nicht sinnvoll ist. Das Sprachvolontariat, das mir aus Katalonien bekannt ist, von wo es nach Südtirol importiert wurde, ist etwa speziell für Lerner einer Minderheitensprache gedacht, weil sie im Alltag (gerade am Anfang, wenn ihre Sprachkenntnisse noch gering sind) große Schwierigkeiten haben, praktische Erfahrungen zu sammeln. Wer kennt das nicht? Strengt sich ein Italiener (oder ein Zuwanderer) an, in einem Geschäft oder in einer anderen Alltagssituation Deutsch zu sprechen, antwortet ihm sein Gegenüber meist »vorauseilend« und aus falsch verstandenem Entgegenkommen auf Italienisch. Da Italienischlerner dieses Problem laut Statistik umgekehrt nicht haben, gibt es das Sprachvolontariat nur auf Deutsch (ggf. wäre auch Ladinisch sinnvoll), genauso, wie es in Katalonien nur auf Katalanisch angeboten wird. Selbstverständlich sollte man den Sprach- und Kulturaustausch in Südtirol noch weiter intensivieren, dazu bedarf es aber keiner perfekten Symmetrie.

Siehe auch: [1]

Witzgebilde.

zu ff Nr. 02 vom 12. Jänner 2012

In seinem Leitartikel vermischt Norbert Dall’Ò das begriffliche Problem (was ist ein »Freistaat«, was heißt »Vollautonomie«?), welches auch von aufgeworfen wurde, mit der inhaltlichen Frage nach Sinn und Unsinn eines unabhängigen Südtirol. Über die pauschale Verhöhnung von Kleinstaaten als »Witzgebilde« hinaus bleibt er eine Erklärung schuldig, warum wir am Europa der Nationalstaaten festhalten sollten, anstatt es endlich aufzubrechen, um ein bürger- und realitätsnäheres Modell voranzutreiben.

Siehe auch: [1]

Wichtiger Schachzug für die Causa.

In der heutigen Ausgabe des Wochenmagazins ff, die erfreulicherweise ganz dem Thema Eigenstaatlichkeit gewidmet ist, hätte ein Artikel von Gabriele Di Luca erscheinen sollen, mit dem er — ausgehend vom -Projekt — Perspektiven für ein postethnisches Südtirol aufzeigt.

Unangekündigt hat die Redaktion jedoch darauf verzichtet und stattdessen einen (leider mittelmäßig recherchierten) »Kasten« über die Brennerbasisdemokratie veröffentlicht. Darin werden auch einige Punkte des Manifests zitiert.

Den ursprünglich geplanten Artikel von Gabriele Di Luca veröffentliche ich hier mit freundlicher Genehmigung des Autors in vollem Umfang:

Eine Rochade: Die Italiener und die Selbstbestimmung.

Die Überwindung eines starren Modells. Bis vor wenigen Jahren wäre die Verbindung dieser zwei Begriffe — Italiener und Selbstbestimmung — schlicht undenkbar gewesen. Die Italiener hätten den Kopf geschüttelt, weil sie jeglichen Gedanken daran als unangebracht, störend, gefährlich, kurzum verschwendet empfunden hätten. Gleichzeitig hätten ihre deutschen Mitbürger gebetsmühlenartig wiederholt, die Aufrechterhaltung der Selbstbestimmung als ultima ratio sei doch gerade ein Mittel, den Einfluss der Italiener auf die — als eine Zwischenlösung verstandene — Autonomie zu verhindern oder zumindest zu begrenzen. Diese tiefe Skepsis weist unmittelbar auf die Wurzel des Sprachgruppenkonflikts hin, der durch den institutionellen Rahmen lediglich im Zaum gehalten wird. Um es formelhaft zu beschreiben: In Südtirol ist es gelungen, ein Modell des Zusammenlebens zu etablieren und zu perfektionieren, in dem der jeweils »Andere« notwendig ist; als “notwendiges Übel” jedoch, und nicht als “notwendige Bereicherung”.

Brennerbasisdemokratie. Wollte man im Rahmen der öffentlichen Debatte einen Ort ausfindig machen, wo dieses Paradigma eine radikale Verschiebung erfahren hat, wo Südtiroler aller Sprachgruppen gemeinsam über das Zusammenleben diskutieren, müsste man ein Blog aufsuchen, eine kleine Online-Plattform, die unter www.brennerbasisdemokratie.eu Pionierarbeit leistet. Dort hat eine Personengruppe mit dem gemeinsamen Interesse, neue Formen des Dialogs zu suchen, eine offene Diskussionsgemeinschaft gegründet. Die jeweiligen Nationalismen wurden beiseite geschoben, und stattdessen die Entstehung einer ungeteilten Identität erwogen für deren Bestand der Beitrag sämtlicher Sprachgruppen unentbehrlich ist. Das Projekt der Plattform kreist ausdrücklich um die Schaffung eines unabhängigen und “post-ethnischen” Landes zur Überwindung eines doppelten Engpasses. In der Schachsprache spricht man auch von einer Rochade: Mit einem Spielzug könnte es möglich sein, die heutige Marginalisierung der Italiener zu beenden und die Haltung der Deutschen auszuschalten, Südtirol aus Gründen des Minderheitenschutzes als ihre eigene Angelegenheit zu verstehen.

Gegen die Selbstbestimmung von rechts. Der erfrischende Blickwinkel dieser Plattform wird besonders dann klar, wenn man betrachtet, wie und warum deren Vertreter ihr Projekt von jenem der klassischen Selbstbestimmungsbefürworter abgrenzen, deren Ziel die Loslösung von Italien als Selbstzweck zu sein scheint, ohne einen Gedanken an die kulturellen und sozialen Auswirkungen zu verschwenden. In einem Beitrag mit dem Titel Dreh- und Angelpunkt ist etwa zu lesen: »Die Rechtsparteien, die sich für die Unabhängigkeit dieses Landes stark machen, scheinen nicht verstanden zu haben, dass die Forderung nach Unabhängigkeit nicht ein politisches Thema per se sein kann, sondern nach einem gesamtgesellschaftlichen Projekt verlangt. Nicht nur, dass es sich nicht gegen einen Teil der hier ansässigen Bevölkerung richten kann, es darf auch niemanden ausgrenzen. Gerade die Italiener hier im Lande, bzw. die Gesamtgesellschaft, müssen im Mittelpunkt dieser Entwicklung stehen. Das ist der Dreh- und Angelpunkt der Angelegenheit, kein Detail, das man beiläufig lösen kann. Die Abspaltung vom Nationalstaat Italien kann nur dann glücken, wenn wir dadurch die innere Befriedung erreichen können. Aus diesem Grund ist das Engagement der Rechten für dieses Ziel (so wie sie agieren) nicht nur aussichtslos, sondern auch noch kontraproduktiv. Jeder Ansatz, der ohne die Einbindung eines gesamtgesellschaftlichen Konzeptes auszukommen glaubt, jedes Projekt, das nicht zuallererst auf die Korrektur der bestehenden Schieflage (ein großer Teil der Gesellschaft fühlt sich ausgeschlossen, ja sogar angegriffen) setzt, entfernt uns weiter von dem Ziel, einst in einem befriedeten Land gemeinsam frei über unsere Zukunft befinden zu dürfen. Nicht die Auslöschung eines Unrechts kann man durch die Unabhängigkeit erreichen, sondern etwas völlig Neues …«

Innere und äußere Grenzen. Selbst dann, wenn er auf diese unkonventionelle Art vonstatten geht, erfordert der Umgang mit der Selbstbestimmung eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Thema “Grenze”. Gerade Überlegungen zu diesem Thema haben sich die Italiener verständlicherweise stets verschlossen. Doch die Idee, die der Brennerbasisdemokratie zugrundeliegt, bietet auch in dieser Hinsicht einen innovativen Denkansatz: Die Beibehaltung der äußeren, national definierten Grenzen hat in unserem Land zu einer Erstarkung der inneren Grenzen — zwischen den Sprachgruppen — geführt. Um letztere zu überwinden, scheint es von Nutzen zu sein, erstere durchlässiger zu gestalten und neu zu definieren. In einem weiteren Beitrag der Plattform heißt es diesbezüglich: »Ein von den Nationalstaaten unabhängiges Südtirol (…) mit neuen Verwaltungsgrenzen, die sich nicht nach ethnischen und nationalen Grundsätzen richten, würde uns die gemeinsame Suche neuer Lösungen für jene Probleme ermöglichen, die wir nur hier, in einem mehrsprachigen Land, kennen und die weder in Rom noch in Wien verstanden, geschweige denn gelöst werden können. Wir brauchen eine schwache Grenze, durchlässig für den Personen- und Ideenfluss. Gleichzeitig brauchen wir eine EU-Außengrenze, die Schutzsuchenden Sicherheit bietet und jene einlässt, die sich in Schwierigkeiten befinden und, vor allem, eine Überlagerung unterschiedlicher Grenztypen: staatliche, sprachliche, kulturelle und Grenzen der Kooperation, die sich nicht überlappen, sondern den jeweils unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Eine elastische, unscharfe Auffassung des Grenzbegriffs. Um dieses Ziel zu erreichen, können wir uns nicht auf den Lorbeeren der Autonomie ausruhen oder gar untätig auf das Verschwinden der Grenzen als solche verlassen, was wohl im Laufe der kommenden Jahrhunderte nicht zu erwarten ist. Es wäre wesentlich sinnvoller, uns aktiv an deren Umdeutung zu beteiligen. Südtirol hat das Zeug, an dieser Aufgabe teilzuhaben, die Emanzipation von den Nationalstaaten kann nichts als der erste Schritt in diese Richtung sein.«

Mutige Worte. Das Thema Selbstbestimmung auch den Italienern schmackhaft zu machen war bisher, wie eingangs betont, ein müßiges Unterfangen, das direkt ins Schachmatt führen musste. Doch ist es gleichwohl eine Tatsache, dass bisher niemand versucht hat, die Italiener ernsthaft und positiv in ein derartiges Projekt einzubinden. Sobald dies jedoch der Fall ist, könnte es durchaus zu Überraschungen kommen. Nachdem er jüngst zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema “Freistaat Südtirol” geladen war, hat der Landtagspräsident a. D., Riccardo Dello Sbarba, allseits für seine zurückhaltende und realistische Haltung bekannt, in seinem Blog versucht, einige Bedingungen zusammenzufassen: ”1. L’idea di una regione europea aperta e plurilingue di diverse culture, esperienze, storie tutte dotate di uguale dignità  e diritti; 2. La promessa dell’abolizione di ogni logica e misura di separazione etnica: un unico sistema scolastico plurilingue, la fine dei partiti etnici, il principio della cittadinanza universale e uguale; 3. Il riconoscimento di un Heimatrecht uguale per tutte le persone che vivono sul territorio di questo ”Stato libero”; 4. Rinuncia alla violenza e alla glorificazione della violenza; 5. Immediata cessazione di ogni provocazione. La strada per l’autodeterminazione, se questa vuol convincere gli italiani, non può passare per le marce e la richiesta di abbattere i monumenti, ma per il rispetto della storia e dell’esperienza di ciascuno, che va contestualizzata, resa testimonianza di un’educazione alla democrazia, ma non rasa al suolo”. Das sind, wie man sieht, sehr mutige Worte, die eine breitere Diskussion verdienen würden. Und vor allem Worte eines “Italieners”, welche schon deshalb die Selbstbestimmung zu einer Gelegenheit machen könnten, alle Sprachgruppen in einen Prozess einzubinden, der nur als Gemeinschaftsprojekt einen Sinn hat.«

Spanien: Leserbrief.

Aus: Dolomiten vom 10.03.08.
Windegger: Vorausgeschickt.

Dieser mein Leserbrief zu Windeggers – schwachsinniger – Analyse wurde bis dato nicht veröffentlicht:

Was Herr Windegger am Montag »vorausgeschickt« hat, kann man so keinesfalls stehenlassen: Herr Zapatero hat in Spanien nicht nur »medienwirksame Aktionen« durchgeführt, sondern ein klares, sozialdemokratisches Programm umgesetzt. Handfeste Politik, so handfest, dass etwa nicht einmal die unterlegene Volkspartei (PP) die Homo-Ehen rückgängig machen wollte.
Die »einstige Kolonialmacht« verliert nicht an Bedeutung, sondern ist gesellschaftlich, kulturell und wirtschaftlich eine der dynamischsten und innovativsten Regionen der EU. Und dies, obschon sie sich der Kirchenobrigkeit nicht willig unterordnet, wie man’s zum Beispiel von Italien gewohnt ist. Der König wurde auch nicht von Chavez angepöbelt, sondern ist umgekehrt eingeschritten, um den venezolanischen Präsidenten davon abzuhalten, eine Rede Zapateros durch ständige Zwischenrufe zu unterbrechen.
Was zuletzt die Basken betrifft, deren schlechte Behandlung Herr Windegger anprangert, so muss man (ohne gewisse Zwischenfälle schönreden zu wollen, nichts liegt mir ferner) festhalten, dass »Euskadi« eine weitergehende, besser ausgebaute Autonomie genießt, als unser gepriesenes Modell-Land. Wenn Sie unterdrückte Minderheiten suchen, müssen Sie schon nach Frankreich und – teilweise – Italien schauen.

Verschickt am 10.03.2008.

Nachtrag: Das Video des Zwischenfalls in Chile. Mit englischen Untertiteln.

TAZ: Der Bericht.

Wie bereits erwähnt ist in der heutigen Ausgabe der Neuen Südtiroler Tageszeitung ein Artikel über erschienen. Im Folgenden der Wortlaut des Berichtes.

Die strammen Genossen.

Die strammen Genossen

Ein Architekt aus dem Eisacktal und bekennender Sozialdemokrat will gemeinsam mit seinen Gesinnungsgenossen, die allesamt nicht aus dem rechten Lager kommen und allen drei Sprachgruppen angehören, die Selbstbestimmung in Südtirol zum Sachthema machen.

von Artur Oberhofer

Er ist Architekt im Eisacktal, perfekt zweisprachig, hat in der Schweiz studiert und einige Jahre in Spanien gelebt. Er fühlt sich als Sozialdemokrat – und ist für die Selbstbestimmung. Dieser Mann ist einer der Köpfe eines – wie er selbst erklärt – “kleinen, heterogenen Haufens von Idealisten”, die allesamt “einem eindeutig nichtrechten Milieu entspringen” und im Internet unter www.selbstbestimmung.net auftreten.

Allerdings möchten der Eisacktaler Architekt und dessen Mitstreiter vorerst nicht mit ihren Namen an die Öffentlichkeit gehen. “Es ist beeindruckend”, so erklärt der Architekt diese Zurückhaltung, “mit welchen Vorurteilen man in Südtirol noch konfrontiert wird, wenn man sich für die Selbstbestimmung einsetzt.” Das habe auch damit zu tun, dass der Selbstbestimmungsgedanke in Südtirol immer als Volkstumspolitik verstanden werde. “Links-Sein und Volkstumspolitik im herkömmlichen Sinne sind auch nicht unter einen Hut zu bringen”, so erklärt der Architekt, und er und seine Kollegen verstünden ihre Arbeit denn auch nicht als Volkstumspolitik.

Zur Zeit beschränken sich die Aktivitäten der neuen Genossen darauf, im Internet eine Plattform anzubieten. Man versteht sich als “Diskussionsgemeinschaft”, die nach Lösungen für alle in Südtirol lebenden Sprachgruppen sucht, so erklärt der Sprecher der Plattform, die sich auch “Brennerbasisdemokratie” nennt. Seine Mitstreiter seien Studenten und junge Menschen, die bereits in die Arbeitswelt integriert seien – “auch Italiener”. Die jungen Männer, darunter auch solche, die sich den Grünen nahefühlen, haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: “Wir möchten unsere Ideen in einen breiteren Kontext stellen und die Südtiroler Nabelschau entschärfen”, erklärt der Sprecher. Selbstbestimmung müsse in Südtirol “endlich wieder ein Sachthema werden, das nicht mehr automatisch mit rechts oder braun gleichgesetzt wird”. Auch seien Links-und-Für-Selbstbestimmung-Sein kein Widerspruch, wie die Beispiele Baskenland und Katalonien bewiesen.
Der Sprecher der Diskussionsgemeinschaft verhehlt denn auch nicht, dass er und seine Kollegen sich in der Hauptsache am katalanischen Modell orientieren. “Die katalanische Entwicklung ist eine sehr interessante”, sagt der Architekt, “da sie zukunftsgewandt und inklusivistisch ist.” In Katalonien werde niemand ausgeschlossen, weder Spanier aus anderen Regionen noch ausländische Zuwanderer.

Die Stoßrichtung der Plattform: “Wir sind für die Selbstbestimmung, also dafür, dass die Südtiroler aller Sprachgruppen selbst bestimmen dürfen, wie und wo sie sich ihre Zukunft vorstellen.” Und sollte es irgendwann tatsächlich zu einer Abstimmung kommen? “Dann”, so erklärt der Sprecher der Plattform, “würden wir uns für die Unabhängigkeit einsetzen und nicht etwa für die Rückgliederung an Österreich.”
Das Ziel sei eine Lösung fernab der Nationalstaaten.

Quelle: Die Neue Südtiroler Tageszeitung Nr. 222 vom Dienstag, den 09.11.2006.

Risposta al quotidiano ‘A. Adige’.

Artikel AA.

Nella sua edizione del 13.10.2006 il quotidiano summenzionato ha pubblicato questo articolo riguardante la nostra piattaforma:

Messaggi a tre negozi, gli autori hanno un sito.

Una fantomatica «Piattaforma per l’autodeterminazione dell’Alto Adige». Questa la risposta ai misteriori [sic!] adesivi riportanti la scritta “Qui si discrimina la lingua tedesca” affissi sulle porte di alcuni negozi di via Mercato Vecchio. Nei giorni scorsi infatti, altri esercizi commerciali dopo “Robe di Kappa” sono stati tappezzati da questi adesivi, come il negozio “Acqua e Sapone” e “1 Euro Shop”. Gli autori non sono dunque pericolosi gruppi pseudo anarchici o No-Global, bensì giovani appartenenti ad una «piattaforma virtuale», vale a dire persone che hanno costruito in rete una sorta di sito internet con testi, articoli, fotografie inneggianti all’autodeterminazione dell’Alto Adige. Sul sito web «www.selbstbestimmung.net» infatti, è possibile scoprire questa piattaforma on-line, dove è possibile anche scrivere commenti nelle varie sezioni ed anche scaricare un file con gli adesivi “Qui si discrimina la lingua tedesca” o, in alternativa, “Qui si discrimina la lingua ladina”, già  prestampati e pronti per l’uso. Gli utenti di madrelingua italiana invece vengono ignorati: nel mirino ci sarebbero infatti proprio loro classificati come “ospiti”. Nessun adesivo a loro dedicato e testi rigorosamente in lingua tedesca. (fdv)

Vorremmo chiarire quanto segue:

  • Gli adesivi erano e sono tuttora pensati in primo luogo per contestare scritte pubbliche mono- o bilingui (invece di bi- o trilingui) in contrasto con ciò che prevede la legislazione in vigore. La statistica conferma che a tutt’oggi le lingue di gran lunga più discriminate in questo ambito sono il ladino e poi il tedesco. Questo il motivo per cui gli adesivi non prevedono (attualmente!) l’italiano. Ad ogni modo, il file PDF scaricabile viene modificato periodicamente e quella attuale ne è la quinta versione. Ovviamente, trattandosi di un adesivo, ognuno ne fa l’uso che preferisce, incollandolo dove vuole, anche in contrasto con ciò che è previsto dalla Piattaforma – assumendosene la responsabilità .
    Tra l’altro è vero, comunque, che le imprese «colpite», tutte provenienti da fuori provincia, discriminano pesantemente il tedesco nei loro rapporti con la clientela (p.es., le scritte sono quasi esclusivamente in italiano).
  • Il progetto d’autodeterminazione qui in corso d’elaborazione non è discriminante, bensì di chiaro stampo inclusivista: Si tratta di trovare un miglior futuro per tutte le persone residenti in Sudtirolo, a prescindere dalla loro provenienza, religione, lingua e dal colore della pelle. Consultare il «manifesto»Â per saperne di più.
  • La regola non scritta di questo sito è che chi vi partecipa lo fa utilizzando la sua propria lingua, ovvero quella che predilige (il presente articolo rappresenta, in tal senso, un’eccezione). I commenti sono redatti in ladino, italiano e tedesco; nessun limite, nessuna imposizione. La foto che correda l’articolo dell’A. Adige, tra l’altro, raffigura un adesivo con testo in italiano.
  • Ci sono molte persone che partecipano alle discussioni qui proposte senza essere affiliate né appartenenti ad alcunché. Non vorremmo rinunciare al loro apporto critico.
  • Non è chiaro in base a che cosa — come afferma l’articolo — gli italiani sarebbero qui definiti degli «ospiti».
  • È infine abbastanza difficile mettere a disposizione su un sito degli adesivi «prestampati»…