Guerre… Mondiali.

Il quotidiano A. Adige pubblica oggi un’analisi di Ferdinando Camon che rende evidenti — condividendole — le ragioni politiche e militari del tifo calcistico. Benvenuti in Europa.

Radio Padania tifa contro l’Italia, esulta per il gol del Paraguay contro di noi (bello, in realtà), impreca per il nostro gol (casuale, ammettiamolo), il ministro Calderoli vuol ridurre i premi ai calciatori, Cannavaro risponde che i premi stan bene così, cioè alti, ma che una parte sarà devoluta alle celebrazioni del 150° anniversario dell’Unità, che è una ricorrenza che la Lega odia e boicotta, i giocatori cantano l’inno di Mameli, ma il governatore Zaia è sospettato di averlo sostituito col “Va’ pensiero”. Ce n’è per tutti.
Che i redattori di Radio Padania esultino per un gol contro l’Italia è il massimo del masochismo. Da tutti i punti di vista. Compreso quello politico. Perché il calcio è visto da tutti gli italiani in grado di intendere e di volere (esclusi i malati e i neonati). Perché tutti gli italiani tifano per la nazionale. Infine perché lo sport è il sostituto civile della guerra: l’altro non è tuo nemico ma è tuo avversario, come fai a gioire per la gioia dell’avversario e per il dolore dei tuoi? In tutto il mondo la Destra conquista voti appellandosi ai vincoli di sangue e di vita: “Mio fratello viene prima di mio cugino, mio cugino prima del mio amico, il mio amico prima dello straniero”. La Lega in Italia che fa, ama lo straniero più del fratello? Assurdo, soprattutto per la Lega.
Bandiera e Inno nazionale sono simboli della patria. La patria non è suolo e sangue, perché su questi ci possiamo dividere. Uno è nato qui come me, ma evade il fisco, non è mio fratello di patria. “Tà pàtria” in greco significa “le cose dei padri”, ciò che ereditiamo dai padri e trasmettiamo ai figli. È lo scopo e il senso della nostra vita. In questa operazione siamo uniti dalla bandiera e dall’inno. Sono simboli che dobbiamo rispettare finché non saranno sostituiti. Sono nati dalla storia e la storia può modificarli o cambiarli. L’inno tedesco è nato con Bismarck, l’inno francese con la Rivoluzione. Il primo è razzialmente imperialista (“La Germania sopra tutto nel mondo”: Israele non permette che venga suonato sul proprio territorio), il secondo è sanguinario (“Che un sangue impuro abbeveri i nostri solchi”: i pacifisti lo contestano). Questo significa che noi italiani possiamo sognare inno e bandiera diversi (il tricolore non è nostro, ci fu dato da Napoleone), non che possiamo sputarci sopra: finché sono quelli, usarne altri significa rinnegare la nazione, che è, etimologicamente, il luogo dove siamo nati. Tutto ciò che è stato fatto dall’uomo è criticabile, compresa (con buona pace di Scalfaro) la Costituzione. L’Inno di Mameli non è bello. È vecchio e scaduto. Chiamava a fare una patria che ormai è stata fatta. È un pessimo testo letterario. Suonarlo e cantarlo quando gioca la nazionale o quando vince la Ferrari non eccita e non esalta. È una marcetta modesta e retorica, invita a un eroismo (stringersi a coorte e morire) che non ha senso. Il Parlamento farebbe bene a bandire un concorso per sostituirlo (ci ha pensato, qualche volta). Ma servirsi del “Va’ pensiero” è insensato. È un canto di nostalgia del popolo ebraico in esilio, piange la patria perduta, le città distrutte, e le chiama con nomi in disuso da secoli. I carabinieri suonano l’Inno di Mameli tenendo davanti agli occhi uno spartito dove sta scritto “stringiamoci a corte” invece che “stringiamci a coorte”: una bestemmia politica, non più “formiamo una schiera armata” ma “raduniamoci alla corte”, sottinteso “del re che ci comanda”. Nel “Va’ pensiero” s’invita a salutare “di Sionne le torri atterrate”, ma chi sa che Sion è Gerusalemme? E che c’entra Gerusalemme con noi? Migliorare la tradizione è saggio. Proviamoci. Ignorarla è da ignoranti. Evitiamolo.

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Der Mai… macht was er will.

Tränitalia.Auf für Trenitalia überraschende Weise ist in diesem Jahr der Monat Mai zwischen April und Juni gelandet! Der Betrieb, dessen wichtigste Erneuerung der letzten Jahre die (nicht ganz günstige) Änderung des Firmenlogos durch Einbau der Trikolore war, konnte durch das plötzliche Eintreffen des Monats Mai leider nicht auf die zahlreichen Maiausflügler reagieren — was heillos überfüllte Züge und stehende Fahrgäste zur Folge hat. Überschüssige Kinder werden schon mal viehgleich in das Fahrradabteil gequetscht, Alte bekommen keinen Sitzplatz. Wir entschuldigen uns für die (alljährlich wiederkehrenden) Unannehmlichkeiten.

Siehe auch:

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Rodel-EM in Olang.

Aus den Dolomiten vom 17.02.2010:

Dolomiten: Rodel-EM.
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»Italien gewinnt Europameistertitel«: Was ist geschehen? Südtiroler Sportler haben in Südtirol bei der Rodel-EM gesiegt.

Zwei Fragen:

1. Warum eigentlich rufen Südtiroler Politikerinnen beim ORF in Wien an, wenn Sportkommentatoren Südtiroler Sportlerinnen nicht als solche, sondern als Italienerinnen bezeichnen?

2.

Medien Mitbestimmung Nationalismus Sport | | | Dolo ORF | Südtirol/o | | Deutsch

Ortsnamen: Unerhörte Stellungnahme.

Ich sehe mich hiermit in kurzer Zeit zum zweiten Mal veranlasst, einen Artikel der Tageszeitung A. Adige zu kommentieren. In deren heutiger Ausgabe ist ein völlig inakzeptabler Bericht erschienen, in dem es um die fehlende Verwendung der deutschen Südtiroler Ortsnamen durch den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) geht. Den Vorfall nimmt das Blatt nicht etwa zum Anlass, die Zweinamigkeit zu verteidigen — wie immer dann, wenn die italienischen Toponyme in Frage gestellt werden. Vielmehr wird mit reichlich Sarkasmus der Vorrang der erfundenen tolomeischen Ortsnamen selbst in deutschen Publikationen (!) gerechtfertigt.

Zunächst hatte die Tageszeitung Dolomiten in ihrer gestrigen Ausgabe den Umstand kritisiert, dass in den neuen ADAC-Publikationen viele deutsche Tal- und Ortsnamen fehlen. Da habe sich der Automobilclub wohl der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht, ätzt der A. Adige, und setzt noch einen drauf: Es sei doch logisch, dass im Ausland die Ortsnamen in der staatssprachlichen Version benutzt werden — für Südtirol also Italienisch.

Ausschnitt Alto Adige.
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Für den Missstand selbst kann indes nur die SVP verantwortlich gemacht werden, die in den bald 40 Jahren seit Verabschiedung des zweiten Autonomiestatuts ununterbrochen an der Macht war — und es dennoch verabsäumt hat, das Problem einer effektiven Lösung zuzuführen. Die Nachgiebigkeit und die Passivität vieler Südtiroler haben ein weiteres dazu beigetragen. Und jetzt beugen wir uns progressiv der normativen Macht des Faktischen, wenn wir nicht rasch gegenlenken.

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Quicklebendiger Nationalstaat.
Quotation 5

Wir sind mitnichten auf dem Weg in ein goldenes Zeitalter, in dem sich Staaten selbst auflösen oder etwa ihre Vorrechte abgeben würden. Der Nationalstaat ist als primäre politische Einheit des internationalen Systems quicklebendig.

John C. Hulsman, ‘Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik’ in der ‘Zeit’ vom 30.12.2009

Nationalismus Politik | Zitać | | Die Zeit | | | Deutsch

Eine inneritalienische Angelegenheit.

Der italienische Botschafter hat direkt bei den Südtirol-Sprechern von FPÖ und ÖVP, Neubauer und Gahr protestiert, weil diese den Vorschlag in den Nationalrat eingebracht hatten, uns Südtirolern die doppelte — also zusätzlich zur italienischen die österreichische — Staatsbürgerschaft anzubieten. Dieses Ansinnen bezeichnete der Botschafter als einen Affront gegen Italien, denn bei der Südtirolfrage handle es sich um eine rein inneritalienische Angelegenheit.

Zur Erinnerung: Spätestens seit dem Pariser Vertrag ist Südtirol eine internationale Angelegenheit, die in einem Abkommen zwischen Italien und Österreich geregelt ist. Und mit der Behandlung vor der UNO 1960 wurde auch Italien auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, was auch der Grund dafür sein dürfte, dass die Südtirol-Autonomie nicht wie jene der anderen Regionen mit Sonderstatut völlig ausgehöhlt wurde. Doch ein bequemer nationalistischer Reflex wie jener, den ausschließlichen Besitzanspruch über Südtirol zu erheben, stirbt offensichtlich nicht so leicht.

Der Botschafter scheint außerdem zu vergessen, dass Italien ehemaligen Emigranten und ihren Nachkommen auch nach mehreren Generationen den italienischen Reisepass anbietet, selbst wenn sie freiwillig auf die Staatsbürgerschaft verzichtet hatten. So haben hunderttausende Südamerikaner, besonders Argentinier, heute wieder einen italienischen Pass. Die meisten Südtiroler haben hingegen nie aus freien Stücken auf den österreichischen Pass verzichtet.

Übrigens: So neu ist der Vorschlag von Neubauer und Gahr gar nicht — auch Sergio Romano (Bolzano e l’Italia) und Riccardo Dello Sbarba (Sowohl, als auch) hatten sich bereits mit ähnlichen Ideen beschäftigt.

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EU hält an Nationalstaaten fest.

Die beiden neugeschaffenen EU-Spitzenposten des Ratspräsidenten und der »Außenministerin« waren als Beitrag gedacht, die Union zu stärken und ihr — nach innen und nach außen — ein Gesicht zu verleihen. Nun haben die Nationalstaaten mit der Ernennung zweier unbekannter und weitgehend uncharismatischer Persönlichkeiten ein klares Zeichen gesetzt.
Sie stellen klar, dass die Macht in den Hauptstädten der Mitgliedsländer liegt und dort auch bleiben soll. Es ist nämlich sehr unwahrscheinlich, dass der ehemalige belgische Ministerpräsident Herman Van Rompuy mit einer starken Agenda eine unabhängige EU-Politik positionieren wird. Er weiß, dass er der kleinste gemeinsame Nenner zwischen den großen und den kleinen EU-Ländern darstellt und nichts mehr. So war denn in seiner Antrittsrede auch sehr viel von den Nationalstaaten und ihrer Unabhängigkeit, und recht wenig von der EU und einer gemeinsamen Vision zu hören. Die neue Außenministerin, Catherine Ashton, Baroness Ashton of Upholland, bislang EU-Handelskommissarin, war von ihrer Ernennung sogar derart überrascht, dass sie erst gar keine Rede parat hatte. Eine Demütigung für das Amt, das auf dem Papier das einflussreichste sein soll, das die EU zu vergeben hat.

Somit ist der Vorfall ein herber Rückschlag nicht nur für die EU-Föderalisten, sondern für den politischen Einigungsprozess insgesamt. Es handelt sich um eine klare Ansage der Nationalstaaten: Die Grenzen sollen nicht überwunden werden, jede Regierung wird auch weiterhin ihr eigenes Süppchen kochen, so weit es geht, und nur so wenig Autorität wie unbedingt nötig an Brüssel abtreten.

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+++ Wo wir sind.

Soeben bin ich mit dem Regionalzug TI-2266 von Bozen nach Brixen gefahren. Als ich dem Schaffner bei der Kontrolle des Fahrscheins auf (Hoch-)Deutsch geantwortet habe, hat er mir mit überheblicher Miene ein schon länger nicht mehr gehörtes »siamo in Italia, qui si parla italiano« entgegengeschmettert. Er hat sogar gedroht, den Zug so lange am nächsten Bahnhof festzuhalten, bis ich kooperiere. Bloß als er bemerkt hat, dass ich (ob seiner Äußerung) erst recht nicht mitspielen wollte, hat er sich endlich zu einem resignierten, gebrochenen »Fahrkarte, bitte« herabgelassen.

Einige Mitreisende haben daraufhin etwas von »Bereicherung« geflüstert. Wenn ich ihre Unterhaltung nicht falsch interpretiere, möchte ich vorschlagen, die Autonomie doch stante pede abzuschaffen. Wenn nämlich jede Verletzung der Zweisprachigkeitspflicht eine »Bereicherung« ist, wie bereichernd wäre es dann erst, diese Pflicht ganz abzuschaffen!?

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