Lega. Really, Pöder?

Der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder von der BürgerUnion (BU) empfiehlt also nicht wie die Freiheitlichen und die Süd-Tiroler Freiheit, am Sonntag weiß oder ungültig zu wählen, sondern: die Lega.

Dass der Südtiroler Pegida-Fan mit Salvinis Partei an sich kein Problem hat — geschenkt! Doch wer die Lega ankreuzt, wählt eine Koalition mit Silvio Berlusconi (Michaela Biancofiore) und dem Postfaschismus (Alessandro Urzì) gleich mit, die Südtirol immer schon an den Kragen wollte.

Mit Sovranità – prima gli italiani gab es sogar schon ein Bündnis zwischen Lega und der offen faschistischen CasaPound, dessen Wiederbelebung Salvini eigenen Aussagen zufolge nicht ausschließt, wenn sie ihm hilft, an die Macht zu kommen.

Wer das Symbol mit Alberto da Giussano ankreuzt, stimmt also nicht »nur« für die Eindämmung von Migration — was zumindest aus BU-Sicht noch verständlich erscheint —, sondern je nach Bündnispolitik auch für all das, wogegen einst die Südtirolautonomie erkämpft und umgesetzt wurde. Und nicht zuletzt für Renationalisierung,  EU- und Euro-Austritt.

Gewissermaßen ein Schuss ins eigene Knie.

Siehe auch:

Faschismen Migraziun Nationalismus | Parlamentswahl 2018 | Andreas Pöder Matteo Salvini Michaela Biancofiore | | | BürgerUnion EU Lega PDL&Co. | Deutsch

Regionale Verwaltungsqualität 2010-2017.
Südtirols Absturz

Das Quality of Government Institute (QoG) der Universität Göteborg, das — im Auftrag der Europäischen Kommission — auch den Korruptionsindex erstellt, veröffentlicht im Mehrjahresabstand eine Wertung der Verwaltungsqualität (European Quality of Government oder EQI) auf regionaler Ebene. Am 20. Februar dieses Jahres publizierte das Institut zudem eine Vergleichsstudie über den Zeitraum 2010-(2013)-2017.

Aus -Sicht ist natürlich interessant, wie sich die Performance Südtirols und seiner Nachbarregionen während der letzten 7-8 Jahre verändert hat. Während unser Land — wie das Bundesland Nord-/Osttirol und das Trentino — im Jahr 2010 noch überdurchschnittlich gut (blaue Farbtöne) abgeschnitten hatte, lag es 2017 schon unter dem EU-weiten Durchschnitt (rote Farbtöne). Als einziges Gebiet in der Europaregion Tirol ist Südtirol gar um zwei Stufen abgesackt und liegt nun gleichauf mit dem Trentino.

In ganz Deutschland, Frankreich (mit Ausnahme der Überseegebiete), Österreich, Benelux, Schweden, Finnland, Irland sowie im Vereinigten Königreich gab es 2017 kein einziges Gebiet mehr, das sich unter dem EQI-Durchschnittswert befindet. Demgegenüber bedeutet die Verschlechterung von Südtirol, dem Trentino und der Region Aosta, dass sich in ganz Italien keine einzige Region mehr über dem EQI-Durchschnitt befindet.

Während Südtirol 2010 noch gleichauf mit Bayern lag, konnte sich das süddeutsche Bundesland im Lauf der letzten Jahre deutlich verbessern, sodass es heute besser dasteht, als Nord-/Osttirol.

Siehe auch:

Comparatio Föderal+Regional Politik Recht Transparenz Umfrage+Statistik Vorzeigeautonomie Wirtschaft+Finanzen Wissenschaft | | | | Aoûta-Aosta Bayern | EU Euregio |

Vaccini, Sudtirolo arretrato?

A Bolzano abbiamo un grosso problema perché la realtà — più rurale che altrove — mantiene una grandissima diffidenza nei confronti delle vaccinazioni e, in generale, rispetto alla medicina. Abbiamo lavorato con l’Asl per aiutare realtà più chiuse ad accettare il metodo scientifico. Purtroppo in contesti come questi si confonde una scelta identitaria di tipo politico con una scelta sulle vaccinazioni che di politico non ha nulla, si tratta solo di salute pubblica.

È ancora una volta un Sudtirolo arretrato quello disegnato dalla ministra della salute, Beatrice Lorenzin, citata sull’edizione odierna del quotidiano A. Adige.

Quello stesso Sudtirolo che però ha una speranza di vita nettamente superiore alla media italiana e il cui sistema sanitario — ormai qualche anno addietro, è vero — era «il primo della classe», almeno se paragonato a quello delle regioni italiane.

È veramente assodato che un metodo, «solo» perché scientifico, sia sempre e comunque il migliore e non possa venir discusso? Non è mia intenzione mettere in forse la scienza — ma anch’essa in una democrazia non può semplicemente venire imposta.

Lorenzin, con la sua propria lista, è alleata del PD (e quindi indirettamente anche dell’SVP) per le elezioni politiche del 4 marzo.

Vedi anche:

Discriminaziun Gesundheit Mitbestimmung Politik Wissenschaft | Parlamentswahl 2018 Zitać | | AA | Südtirol/o | PD&Co. Sabes SVP | Italiano

Eingespartes einkaufen.

Der Südtiroler Gesundheitsbetrieb kauft Leistungen bei Privaten ein, um endlich die immer länger werdenden Wartezeiten zu verkürzen. Um darüber abschließend urteilen zu können, müsste man einen tieferen Einblick haben — doch: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass in den vergangenen Jahren durch (nur zum Teil von außen aufgezwungene) Einsparungen ein funktionierendes System kaputtgemacht wurde, ‘um’ nun den Privaten einen Teil des fetten Kuchens abzutreten. Auf Kosten der Patientinnen.

Könnte das sein?

Siehe auch:

Gesundheit Service Public Transparenz Vorzeigeautonomie Wirtschaft+Finanzen | | | | | |

Fehlender Kontext.
Quotation 448

Hat das Dokumentationszentrum [am Bozner ‘Siegesdenkmal’] die offene Wunde etwas heilen können?

Ja, es ist vieles besser geworden, seit es das Dokumentationszentrum gibt. Das Denkmal wurde historisiert und steht nun auf einem neutralen Sockel. Aber der Platz und der Park sind immer noch nicht wirklich Teil des Ganzen geworden; und auch die Umgebung, also der sogenannte „italienische” Teil von Bozen, wartet meiner Meinung noch darauf, dass er in einen Kontext gesetzt wird.

aus dem ‘Barfuss’-Interview mit Adina Guarnieri, die dem Thema ihre Abschlussarbeit in ‘Beni Culturali’ an der Universität Trient gewidmet hat.

Siehe auch:

Arch Faschismen Geschichte Medien | Faschistische Relikte Geschichtsaufarbeitung Zitać | | Barfuss | | | Deutsch

The outside view.
John Oliver on the Italian election

The British-American comedian John Oliver dedicated the latest episode of his “Last Week Tonight” show to Italy and its upcoming elections. It is an astonishing – yet satirical – account of how Italian politics is perceived from the outside. Oliver talks about fascist threats, sexist horndogs and poisonous politicians. The only solution to the Italian crisis he could come up with is to run for prime minister himself.

Yes Italy, my candidacy for prime minister may be a complete and total farce, but be honest — incredibly, I am far from your worst option.

Außendarstellung Faschismen Medien Politik Satire | Parlamentswahl 2018 | | | Italy | 5SB/M5S Lega PD&Co. PDL&Co. | English

Nur Gewinner!

von Sigmund Kripp

Ergebnis der gestrigen Landtagswahl in Nord- und Osttirol: Platter und die ÖVP sind klare Wahlsieger! Alle anderen (außer die Grünen) aber gewinnen auch dazu. Wie geht das? Die Erklärung ist, dass rund 20% der Stimmen von Parteien stammen, die das letzte Mal angetreten waren, diesmal aber nicht. Insofern ist der Verlust der Grünen doppelt so stark zu werten. Und deshalb sollte Platter die Grünen in die Regierung nehmen, weil sie am meisten geschwächt sind und daher wohl gefügiger sein werden als die anderen Parteien, denen jetzt der Kamm steigt…

Warum aber gewinnt Platter? Ich denke, weil er von den Grünen einige essenzielle Themen übernommen hat und sie auch konsequent umsetzt. Vor allem bei der leidigen Transit-Frage. Platter macht wirklich ernst. Nicht, wie sein Südtiroler Amtskollege und dessen Vorgänger, die immer nur geklagt haben und klagen, es gäbe so viele LKW, aber Rom will nicht handeln. Nein, Platter handelt und bleibt bei Blockabfertigung, Lufthunderter und sektoralem Fahrverbot hart. Bravo Herr Platter.

P.S.: Ich habe gestern die Grünen gewählt.

Democrazia Ecologia Mobilität Politik | | Arno Kompatscher Günther Platter Sigmund Kripp | | Nord-/Osttirol | SVP Vërc | Deutsch

Ada Colau boicotta il ricevimento del re.

Riproponiamo qui una dichiarazione della sindaca di Barcellona, Ada Colau (Barcelona en Comú), pubblicata in occasione del Mobile World Congress con sede nella capitale catalana:

Ieri [sabato 24 febbraio] ho dichiarato che non avrei partecipato al ricevimento ufficiale del Re, quello che colloquialmente si conosce come «il baciamani». Invece parteciperò alla cena e all’inaugurazione del Mobile World Congress, dove converrò col Re e altre istituzioni. Lì entreremo in contatto con rispetto fra rappresentanti di diverse istituzioni che hanno lavorato intensamente perché questa edizione del Mobile diventi un successo. Però una cosa è il rispetto istituzionale e un’altra l’adorazione. Ancor più coi tempi che corrono.

Dopo le cariche della polizia del primo ottobre (a Barcellona città ci sono state cariche in 27 scuole), il Re non ha avuto neanche un minimo gesto d’empatia verso la gente che ne ha sofferto, mentre ha fatto un discorso durissimo con cui ha avallato la linea repressiva — invece di tentare di calmare il conflitto e apportare serenità, che è ciò che in principio ci si aspetterebbe da un capo di stato.

Inoltre, negli ultimi tempi abbiamo visto come la libertà d’espressione si limita a un ritmo preoccupante. Nella cornice di questa limitazione si cerca di rendere intoccabile la figura del Re e di ottenere che qualsiasi critica sia accompagnata dalla paura.

Questa settimana un rapper è stato condannato a tre anni e mezzo di reclusione per le sue canzoni. E anche se alcuni dei suoi testi mi causano un profondo dispiacere e mi provocano avversione, trovo un’aberrazione che gli si infligga un anno [di reclusione] per ingiurie alla corona.

In una democrazia avanzata qualsiasi carica pubblica, anche il Re, deve poter essere criticata e messa in forse. A maggior ragione se non si tratta di una carica elettiva ma ereditaria. Per tutto questo, oggi e domani avrò un incontro cordiale col Re, ma non parteciperò al baciamani che, come indica la denominazione stessa, è un atto di adorazione e di vassallaggio improprio per una democrazia del XXI secolo.

Traduzione:

Vedi anche:

Democrazia Kunst+Cultura Polizei Recht Ungehorsam+Widerstand | Good News Zitać | Ada Colau | | Catalunya | | Italiano