Dreisprachiges Erscheinungsbild.

Wie das Landespresseamt mitteilt, hat die Regierung Kompatscher auf Vorschlag von Landesrat Mussner (SVP) am 27. März beschlossen, das — etwas altbackene — Logo des Landes in dreisprachiger Fassung zu vereinheitlichen:


Bisher war das Logo vor allem von den Mussner unterstellten Abteilungen in der dreisprachigen, sonst vorwiegend in der zweisprachigen Version verwendet worden. Die nunmehrige Entscheidung sei eine symbolische Anerkennung der amtlichen Dreisprachigkeit sowie der Tatsache, dass die drei Landessprachen gefördert und gefordert würden.

Jeder Beitrag zur Gleichstellung und Sichtbarmachung sämtlicher Landessprachen ist aus BBD-Sicht erfreulich.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Landeshauptmann Urzì.

Die Politik im Lande lässt sich von einem postfaschistischen Landtagsabgeordneten und einem Athesia-Hetzblatt vor sich hertreiben. Gestern mit der Ablehnung des laschen Ortsnamenkompromisses in der Sechserkommission, weil er dem geschickten Propagandisten noch zu weit ging. Heute durch eine handzahme Landes- und Gemeindepolitik beim Empfang des georgischen Ministerpräsidenten Kwirikaschwili in Bozen: Kein landesüblicher Empfang, dafür aber extra viel grünweißrot.

Foto: LPA

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Land: Mehr Ladinisch im Netz.
Erfreuliche Anstrengungen

Laut Informatik-Landesrätin Waltraud Deeg (SVP) werden derzeit rund 200 Webseiten der Landesverwaltung erneuert und überarbeitet. Besonderes Augenmerk werde dabei neben dem vereinfachten Zugang zur Verwaltung auf die Übersetzung von Inhalten in die ladinische Sprache gelegt. In der kleinsten Landessprache ist so seit kurzem auch das Informationsportal über die Südtirolautonomie verfügbar, wo die Grundzüge der Selbstverwaltung erläutert, das politische System beschrieben und über den Minderheitenschutz aufgeklärt wird.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

DFB zu Gerichtspersonal verabschiedet.

Heute hat der Ministerrat in Rom, in Anwesenheit von LH Kompatscher (SVP) in seiner Funktion als Präsident der Region Südtirol-Trentino, eine neue Durchführungsbestimmung (DFB) zum Autonomiestatut gutgeheißen, mit der die Zuständigkeit für das Verwaltungspersonal bei Gericht an die Region übertragen wird. Ausgenommen sind das Personal der Staatsanwaltschaft sowie die Führungspositionen, die weiterhin in die Zuständigkeit des Staates fallen.

Es ist die erste DFB, die seit dem kürzlich erfolgten Amtsantritt von Ministerpräsident Paolo Gentiloni verabschiedet wird, aber die zwölfte in dieser Legislatur.

Die Kosten, die mit dem Übergang des Personals — der nur wenige reale Entscheidungsbefugnisse beinhaltet — auf die Region und die beiden Länder zukommen, belaufen sich laut einer Pressemitteilung des Landes auf rund 20 Millionen Euro im Jahr.

Siehe auch: [1] [2]

»Sole« veröffentlicht neue Studie zur Lebensqualität.

Nach der Wirtschaftszeitung ItaliaOggi hat nun auch Il Sole 24 Ore seine jährliche Wertung der Lebensqualität in den Provinzen Italiens veröffentlicht. Südtirol rutscht demnach vom ersten auf den nunmehr siebten Rang ab.

Abschneiden Südtirols in den jeweiligen Erhebungen.

Die ersten drei Plätze belegen die Provinzen Aosta, Mailand und Trient.

Von Widersprüchlichkeit kann im Falle Südtirols nun nicht mehr die Rede sein. Doch während der diesjährige achte Platz von ItaliaOggi im Zehnjahresvergleich einen Negativrekord darstellt, ist der siebte Platz des Sole »nur« der drittschlechteste seit 2007.

Die Südtiroler Landesregierung hat heute in einer Pressemitteilung auf mehrere Mängel der Studie hingewiesen.

Auf Anfechtung folgt Anfechtung (diesmal: Umweltagentur).

Ende August beschloss das Land, rechtlich gegen eine Ausschreibung der Finanzwache vorzugehen, die die Autonomiebestimmungen verletzt. Noch keine Woche ist seitdem vergangen — und schon steht der nächste Rechtsstreit ins Haus, weil der Staat erneut autonome Befugnisse missachtet.

Diesmal geht es um die Landesumweltagentur, die ab kommendem Jahr in wesentlichen Bereichen aus Rom ferngesteuert werden soll.

Die Neuregelung schränkt unsere Autonomie ein, sie beschneidet unsere Kompetenzen und widerspricht meiner Ansicht nach dem Autonomiestatut.

wird Umweltlandesrat Richard Theiner (SVP) von der Tageszeitung zitiert. Konkret soll die Landesumweltagentur in ein staatsweites Netzwerk eingebunden werden. Die Artikel des betreffenden Staatsgesetzes greifen laut Anwaltschaft des Landes in Gesetzgebungs- und Verwaltungsbefugnisse des Landes ein, verletzen die Organisationsautonomie und übertragen einige Kompetenzen an staatliche Organe.

Die Landesregierung hat also heute auch in diesem Fall eine Anfechtung beschlossen.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Land ficht Stellenwettbewerb der Finanzwache an.

Wie das Landespresseamt mitteilt, hat die Landesregierung beschlossen, einen Stellenwettbewerb der Finanzwache anzufechten, weil er gegen die Zweisprachigkeitsbestimmungen verstößt.

Dieser Wettbewerb sieht keinen Stellenvorbehalt für zweisprachige Kandidatinnen und Kandidaten für das Gebiet der Provinz Bozen vor, die (sic) in diesem Fall das Niveau B und A betreffen würde.

— LH Arno Kompatscher

Ein weiteres Mal setzen sich Ordnungs- und Kontrollorgane des Staates über die Südtirolautonomie und den damit einhergehenden Minderheitenschutz hinweg. Der Vertragsbruch wird somit — frei nach dem Motto pacta sunt frangenda — zur Normalität:

Auch die italienische Zollbehörde umgeht die Südtiroler Autonomiebestimmungen (Zweisprachigkeit und Proporz) systematisch.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

Die Ausreden der »Stiftung Dolomites Unesco«.

Unter dem Titel L lingaz ladin zenza lerch (etwa »Kein Platz für die ladinische Sprache«) kommt die Usc di Ladins diese Woche auf den Umgang der Stiftung Dolomites Unesco mit den Minderheitensprachen, insbesondere Ladinisch und Friaulisch, zurück.

Zwar umfasst das Logo der Stiftung die Bezeichnung Dolomiten auf Italienisch, Deutsch, Englisch/Ladinisch und Friaulisch, doch die übrige Kommunikation läuft größtenteils auf Italienisch, Englisch und Deutsch ab — in dieser Reihenfolge. So ist zum Beispiel die Webseite des Weltnaturerbes nicht auf Ladinisch und Friaulisch verfügbar.

Die Usc di Ladins thematisiert nun ein weiteres Mal die Informationstafeln, die an Schutzhütten im Dolomitengebiet angebracht werden sollen und deren Inhalt ebenfalls nur auf Italienisch, Englisch und Deutsch verfasst ist.

Laut dem ladinischen Wochenblatt habe die Union Generela di Ladins dla Dolomites die Stiftung um eine Erklärung für die fehlende Berücksichtigung der autochtonen Sprachen Ladinisch und Friaulisch gebeten, woraufhin diese mit Verweisen auf die Grafik, den Platz und das internationale Zielpublikum geantwortet habe. Eine ähnliche Erklärung gab es — via Landespresseamt — auch für uns schon.

Wie heuchlerisch all diese Ausreden sind, ist leicht feststellbar. Zum Beispiel hierdurch:

  • Ginge es um den Platz und um die Grafik, müsste wenigstens die Webpräsenz alle Sprachen berücksichtigen. Denn im Internet gibt es Platz, soviel man will und braucht.
  • Hätte man wirklich vor allem das internationale Publikum im Blick — was ohnehin eine Respektlosigkeit wäre — würde man auf Twitter nicht (fast) ausschließlich auf Italienisch kommunizieren, sondern wenigstens auf Englisch.

In der Stellungnahme der Stiftung an die Union Generela ist außerdem davon die Rede, dass auf dem Gebiet des Weltnaturerbes gleich mehrere Varianten des Ladinischen beheimatet seien. Dies entlarvt die Usc di Ladins ebenfalls als fadenscheiniges Argument, da die Union Generela bereits einen Vorschlag in dolomitenladinischer Einheitssprache (»Uties da mont dl Patrimone Mondial Dolomites UNESCO«) unterbreitet hatte. In Bezug auf das internationale Zielpublikum weist das Wochenblatt außerdem darauf hin, dass sich Minderheitenexperten einig seien, dass der Gebrauch einer international nicht verbreiteten Sprache mehr Interesse wecken und die Gäste auf die Besonderheiten des Gebiets, in dem sie sich aufhalten, hinweisen kann. Nicht zuletzt verweist die Usc darauf, dass Ladinisch und Friaulisch im Dolomitengebiet die meistgesprochenen Sprachen seien, weshalb deren Berücksichtigung schlicht und ergreifend ein Recht der einheimischen Bevölkerung sei.

Doch wie heißt es so zutreffend: Wo ein Wille, da ein Weg. Wo kein Wille, da Ausreden.