Souramont: la jonëza pó tó pert a programs dl‘Euregio.

La junta dl GECT á aprové sot la direziun dl presidënt Kompatscher la proposta da lascé tó pert la jonëza de Souramont ai programs dla jonëza dl’Euregio.

Sön la basa dla deliberaziun sön la colaboraziun culturala sura i confins fora y le sostëgn dl lingaz y dla cultura di ladins di trëi comuns de Souramont dl Vedl Tirol á la junta dla GECT tut la dezijiun dan da püch da lascé  tó pert la jonëza di trëi comuns ladins ai programs dla jonëza dl’Euregio Tirol. „Chësc é n ater vare devers le renforzamënt dla colaboraziun cun i comuns dl Vedl Tirol Fodom, Col y Cortina aladô dl’Euregio“, dij l’assessur provinzial por la scora y cultura ladina Florian Mussner. Proiec fac adöm cun i comuns de Souramont é dantadöt importanc por la jonëza a na moda da renforzé inant le lian cultural y linguistich cun le Tirol, insciö Mussner.

La cuota dles porsones che tol pert di comuns dl Vedl Tirol é de regola de alplü le 5 porcënt y tol ite altamo trëi partezipanc.

Ajentöra stampa (LPA).

Expertin mit Beigeschmack.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat das Land der ehemaligen PD-Senatorin Francesca Puglisi den Auftrag erteilt, einen Beitrag zum Abbau der italienischen Vorurteile gegenüber Südtirol zu leisten. Eine Anstellung der Marketingexpertin sei nicht möglich, da sie nicht über den Zweisprachigkeitsnachweis A verfüge. Sie soll daher einen auf 2018 befristeten — verlängerbaren — und mit insgesamt 73.000 Euro dotierten Vetrag erhalten. Arbeitssitz sei die Außenstelle des Landes in Rom.

Ob die Dame überhaupt ein paar Brocken Deutsch beherrscht, wird in den Berichten nicht erwähnt.

Warum eine neue Marketingexpertin angestellt werden musste, nachdem zu diesem Zweck schon Marco Pappalardo ins Boot des Landespresseamtes geholt wurde, ist mir übrigens nicht ganz klar. Aber ich halte das gesamte Unterfangen ohnehin für vergebliche Liebesmüh.

Dass es sich bei der Senatorin a. D. um die Lebensgefährtin von PD-SVP-Senator Gianclaudio Bressa handelt, hat jedoch — selbst wenn rechtlich alles in Ordnung ist — zumindest ein Gschmäckle.

Siehe auch: [1] [2] [3]

1. Mai: LH verhöhnt Arbeitslose.
Wettbewerbsfähigkeit ist alles

Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) hat zum heutigen 1. Mai eine Pressemitteilung veröffentlicht, die nachdenklich stimmt. Denn neben der Verbreitung von Eigenlob fällt dem Südtiroler Regierungschef am Tag der Arbeit nichts besseres ein, als ausschließlich den Blickpunkt der Wirtschaft einzunehmen.

Wahlkampf und Eigenlob in Ehren — doch ist es wirklich nötig, die angebliche Vollbeschäftigung mit einer Stigmatisierung der Arbeitslosen zu verknüpfen?

Wer Arbeit sucht, findet sie.

heißt es da unter anderem, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Arbeitslose — darunter noch zuviele Jugendliche — zu faul sind, um sich nach einer Arbeit umzusehen.

Dass zum Beispiel

  • die Gehälter hierzulande zum Teil so niedrig sind, dass viele nicht würdevoll davon leben können;
  • die Armut trotz steigender Beschäftigung nicht abnimmt;
  • es auch hierzulande immer mehr prekäre Arbeitsverhältnisse gibt;
  • in Südtirol überdurchschnittlich viele, auch tödliche Arbeitsunfälle verzeichnet werden;
  • Frauen nach wie vor deutlich weniger verdienen, als Männer (Gender Paygap);
  • die Aushöhlung der Südtiroler Zuständigkeiten bei der Festlegung von Öffnungszeiten die Sonn- und Feiertagsarbeit in die Höhe schnellen lässt

ist dem Landeshauptmann in der Pressemitteilung hingegen keine einzige Silbe wert.

Ruf der Autonomie: Geheime Studie.

Sehr geehrter Herr Constantini,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Die Studie wurde von IDM im Auftrag gegeben und IDM selber hat darauf das Eigentum der Rechte, die nicht für alle zugänglich sind.

Der Landtag hat eine Kopie der Studie bekommen und der Pressemitteilung beigelegt, mit dem Hinweis dass Fotos und Grafiken nur mit Einverständnis der Agentur für Presse und Kommunikation des Landes verwendet werden dürfen.

Weiters teile ich Ihnen mit, dass die Studie nicht an die Öffentlichkeit gerichtet ist und dass es sich bei der Vorstellung im Landtag um eine interne Anhörung gehandelt hat.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Pappalardo

Warum ist eine im Auftrag des Landtags mit öffentlichen Mitteln durchgeführte Studie, die zur Entwicklung einer politischen Strategie führen soll, nicht öffentlich?

Kindergarten: Mehr Inklusion statt Ausschlüsse.

Landesrat Philipp Achammer (SVP), Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner und Landeskindergartendirektorin Christa Messner haben am letzten Freitag über das kommende Jahr an Südtirols deutschsprachigen Kindergärten informiert.

Unter anderem wurde dabei ein inkludierender Ansatz vorgestellt, wie man der zunehmenden sprachlichen und kulturellen Komplexität begegnen will, die vor allem den Einrichtungen in Bozen, Meran und Leifers zu schaffen macht. Während in Vergangenheit noch der Ausschluss von Kindern italienischer Muttersprache angedacht worden war, soll nunmehr die Wahlfreiheit aufrecht erhalten werden.

Zur Entspannung der Situation soll hingegen die Verkleinerung der Gruppen von 25 auf 22 Kinder beitragen. Zudem soll es mehr Beratungsgespräche, Begleitung der Eltern und gezielte sprachliche Förderung geben. Zwei Drittel der Erziehungsverantwortlichen nicht deutschsprachiger Kinder hätten sich ferner dazu bereit erklärt, Deutschkurse zu besuchen, um die sprachliche Entwicklung ihrer Kinder begleiten zu können.

Nicht zuletzt soll ein bereits im Eisacktal erfolgreich getestetes Projekt (»Hippy«) zur Unterstützung von Eltern mit Migrationshintergrund oder in belastenden familiären Situationen ausgeweitet werden.

Klingt gut.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

ÖSDI kommt sofort, Zweisprachigkeit irgendwann.

Wie das Landespresseamt mitteilt, wird der eGov-Account Südtirol zum 28. Februar eingestellt. Ab März wird dieser durch die staatsweite digitale Identität (SPID bzw. ÖSDI) ersetzt — womit der Ober wieder einmal den Unter gestochen hätte.

Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) wird in der Pressemitteilung mit folgenden Worten zitiert:

Die wohnortnahe und bürgerfreundliche Unterstützung bei diesem Prozess muss sichergestellt werden. Dazu zählt auch und in erster Linie die Möglichkeit, in der eigenen Muttersprache begleitet zu werden.

Sieht man sich jedoch im einschlägigen Portal der Landesverwaltung — myCIVIS — um, muss man feststellen, dass es gerade um die Einhaltung des Rechts auf Muttersprache wieder einmal schlecht bestellt ist:

Gerade jetzt, wo mit besonderem Andrang zu rechnen ist, weil die bisherigen Nutzerinnen des Südtiroler eGov-Accounts auf ÖSDI umsteigen sollen, steht also online keine Plattform in deutscher und ladinischer Sprache zur Verfügung. Einen zweisprachigen Dienst gibt es — bei einem digitalen Service, das »Zeit und Wege sparen« helfen soll — nur offline, und zwar in den Postämtern und bei der Handelskammer. Wobei wiederum einschränkend bemerkt werden muss, dass zumindest in größeren Südtiroler Ortschaften die Zweisprachigkeit bei der Post oft nur auf dem Papier existiert.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7]

Brenner Meeting »ohne« Südtirol.
Außendarstellung wird dem Zufall überlassen

Am 5. Februar fand in München das sogenannte Brenner Meeting statt, ein von EU-Koordinator Pat Cox einberufener, ergebnisarmer Verkehrsgipfel. Mit dabei — angeblich — auch Südtirol.

In München vertreten waren Deutschland, Österreich und Italien durch ihre Verkehrs- beziehungsweise Infrastrukturminister sowie Bayern durch den Innen- und Verkehrsminister und Tirol, Südtirol und das Trentino durch die Landeshauptleute.

LPA

Oder auch nicht. Denn sichtbar vertreten war unser Land — anders als das Bundesland Nord-/Osttirol und gar das Trentino — gar nicht selbst, sondern nur als Region Trentino-Südtirol. Und auch diesbezüglich haperte es noch gewaltig mit der Außendarstellung. Denn wie man den Bildern jenes Tages entnehmen kann, traten Landeshauptmann Arno Kompatscher und Umweltlandesrat Richard Theiner (beide SVP) unter dem Label »Trentino Alto Adige« auf, wiewohl das auf dem Fotomaterial des Landespresseamtes nicht ersichtlich (oder sollte man sagen: verschleiert?) wird.

Rai Südtirol.
Rai Südtirol.

Nicht einmal »Trentino-South Tyrol« hat man als Bezeichnung offenbar protokollarisch durchsetzen können — während der Trentiner Landeshauptmann ein Tischschild mit der Bezeichnung »Autonomous Province of Trento« hatte.

»Autonomous Region Trentino Alto Adige ist einfach die offizielle Bezeichnung der Region«, wird es heißen. Doch auch das stimmt nicht: In der italienischen Verfassung wird schon seit Jahren die offizielle Doppelbezeichnung »Trentino-Alto Adige/Südtirol« geführt. Und außerdem waren Bayern als »Bavaria« und Nord-/Osttirol als »Tyrol« beim Meeting vertreten.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

Grenzüberschreitende Rettung.

»Optimale Versorgung in Notsituationen« ist das erklärte Ziel verstärkter grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Rettungswesen, die die Landesregierungen von Nord-/Ost- und Südtirol auf den Weg gebracht haben. Wie die beiden zuständigen Landesrätinnen, Martha Stocker (SVP) und Bernhard Tilg (ÖVP) erklären, soll das Pilotprojekt die unbürokratische Rückführung transportfähiger Patientinnen »in das nächstgelegene Krankenhaus des Heimatlandes« ermöglichen. Zudem kann der Rettungsdienst jenseits der Grenze angefordert werden, falls »für einen Rettungseinsatz kein inländisches Personal zur Verfügung stehen« sollte. Durch das Projekt soll aber — so die Hoffnung — die Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen noch zusätzlich vertieft werden.

Einerseits ist es erstaunlich, dass es — 20 Jahre nach Entfernung des Schlagbaums am Brenner — für sowas Selbstverständliches noch eines Pilotprojekts bedarf. Dabei wird die Logik von In- und Ausland noch immer nicht infrage gestellt, sondern lediglich abgeschwächt. Andererseits: Besser spät als nie.

Siehe auch: [1] [2] [3]