Auch BSK/VSK kritisiert ANAAO.

Gestern hat die Tageszeitung dankenswerter Weise ein Interview mit dem Sekretär der BSK/VSK-Gewerkschaft, dem Psychiater Ivano Simioni, veröffentlicht, der — wie schon der ASGB — klare Worte findet, wenn es um den Angriff der ANAAO auf die Fachausbildung von Jungärztinnen geht. Seiner Meinung nach habe die nationalistische Gewerkschaft bereits in römischen Regierungskreisen zu intervenieren versucht, um die Wiedereinführung des österreichischen Modells zu verhindern. Wenn ihre Klage nun Erfolg hätte, sieht Simioni nicht nur diese wichtige Ausbildungsschiene in Gefahr, sondern mittelfristig auch den Proporz und die Zweisprachigkeit, weil dann »keine Südtiroler mehr aus dem Ausland zurückkommen, um sich hier zu spezialisieren«.

Die Kollegen der ANAAO haben immer wieder im nationalen Sinne agiert. Deren Interesse ist es mit großer Wahrscheinlichkeit — so genau versteht man es ja nicht —, dass Südtirol der nationalen Sanität gleichgeschaltet oder zumindest ähnlich geschaltet wird. Die ANAAO als nationale Gewerkschaft will italienische Zustände herstellen. Und die Stimmung in Rom ist auch nicht autonomiefreundlich.

— Ivano Simioni (BSK/VSK) im TAZ-Interview

Der Gewerkschafter gibt zu bedenken, dass wir uns in Südtirol schwer tun würden, ein zweisprachiges Gesundheitswesen zu garantieren, wenn wir uns lediglich an die nationalen Gesetze halten würden.

Es braucht in Südtirol eigene Regeln, eigene Gesetze und eigene Ausbildungsmodelle — und diese werden zurzeit eben angefochten, und von allen Seiten her gibt es Versuche, diese zu torpedieren.

— Ivano Simioni (BSK/VSK) im TAZ-Interview

Es ist wohl an der Zeit, gemeinsam gegen die Attacken der ANAAO vorzugehen und ihr aufzuzeigen, dass wir in Südtirol nicht bereit sind, eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung, der Autonomie und der Zweisprachigkeit hinzunehmen, nur weil eine einzelne Gewerkschaft meint, hier eine nationalistische Politik betreiben zu müssen.

A propos ‘gemeinsam’: Haben Südtiroler Grüne und PD eigentlich auch irgendwas zu dieser skandalösen Vorgehensweise zu sagen?

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Die ANAAO-Heuchelei.

Bezüglich ihres unerhörten Angriffs auf die Ausbildung von Fachärztinnen nach österreichischem Modell in Südtirol, lässt die nationalistische Gewerkschaft ANAAO nun wissen, dass dies nicht gegen die beiden Jungärztinnen gerichtet sei. Im Gegenteil, man wolle sie genauso wie die anderen Ärztinnen und die Patientinnen schützen.

Das ist eine völlig absurde Heuchelei: Ginge es hier nicht um ein destruktives nationalistisches Spiel, sondern um einen konstruktiven Beitrag zur Klärung von Ungewissheiten, hätte man zuerst den Dialog mit der Landesregierung und mit den Betroffenen suchen können, ja müssen. Eine Anzeige kann nur die ultima ratio sein, da eine allfällige Verurteilung das Kind mit dem Bade ausschüttet. Dass hier völlig einseitig und ohne Vorwarnung die gerichtliche Keule ins Spiel gebracht wurde, zeugt davon, dass Destruktion das Ziel war.

Wenn diese nationalistische und zentralistische Gewerkschaft schon so unverantwortlich agiert, sollte sie wenigstens den Mut haben, vor der Südtiroler Gesellschaft zu ihrem feindseligen und schädigenden Verhalten zu stehen.

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Gesundheit Gewerkschaften Nationalismus Recht Service Public Soziales und Arbeit Vorzeigeautonomie Zentralismus | | | | Südtirol/o | ANAAO Sabes | Deutsch

Kammerausschluss für deutschsprachigen Arzt.
Mangelnde Italienischkenntnisse

Die Hetzjagd nimmt kein Ende, sondern trägt aus sicht der Jägerinnen schon erste Früchte: Der österreichische Arzt Thomas Müller, der aufgrund seiner mangelhaften Italienischkenntnisse von Nursing Up (Gewerkschaft der Krankenpflegerinnen) denunziert worden sein soll, ist inzwischen aus der Südtiroler Berufskammer geflogen. Auch die von der Landesregierung eilig verabschiedete Durchführungsverordnung zur Gleichstellung der Deutschen mit der italienischen Sprache in der Berufsausübung konnte dies nicht verhindern. Während die Kenntnis der italienischen Sprache nun also penibelst überprüft wird, ist dies bei der deutschen Sprache nicht der Fall. Im Gegenteil: Aufgrund des Mangels an Ärztinnen, wurde die Zweisprachigkeitspflicht gelockert, sodass das Personal drei Jahre Zeit hätte, die jeweils andere Sprache zu lernen — was nun aber ausschließlich einsprachig italienischen Ärztinnen zugute kommt.

Aufgrund seiner Streichung aus der Kammer wird Müller nun mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch seinen Job im Südtiroler Gesundheitsbetrieb Sabes verlieren. Die Italianisierung geht weiter.

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Gesundheit Gewerkschaften Minderheitenschutz Plurilinguismo Repression Service Public Soziales und Arbeit Vorzeigeautonomie Zentralismus | Italianizzazione | | | Südtirol/o | Land Südtirol Sabes | Deutsch

Fachärztinnen, Attacke der ANAAO.
Zerstörung eines Modells

Wie die TAZ und Rai Südtirol berichten, geht die Ärztinnengewerkschaft ANAAO jetzt gerichtlich gegen die Ausbildung von Fachärztinnen nach österreichischem Modell an Südtiroler Krankenhäusern vor. Sie fordert sogar die Entlassung zweier in Ausbildung befindlicher Jungärztinnen.

Diese Damen und Herren scheinen längst nicht mehr an einer Lösung der Probleme des Südtiroler Gesundheitssystems im Sinne der Bürgerinnen, sondern nur an einer Aushöhlung autonomer Wege und an der Zerstörung des Gesundheitswesens interessiert zu sein. Wenn sie es denn jemals waren.

Es wäre höchst an der Zeit, dass breitestmögliche Teile der Zivilgesellschaft und der Politik Stellung nehmen gegen diese unerhörten Angriffe auf uns alle. Haben etwa auch PD, Grüne und Team Köllensperger irgendwas dazu zu sagen?

Siehe auch:

Bildung Gesundheit Gewerkschaften Medien Nationalismus Politik Recht Service Public Soziales und Arbeit Vorzeigeautonomie Zentralismus | Italianizzazione | | Rai TAZ | Italy Südtirol/o | ANAAO PD&Co. Sabes Team K. Vërc | Deutsch

UIL: Antiautonomismo scolastico.
Creare cittadini italiani!

Era davvero ora che UIL Scuola del Sudtirolo prendesse posizione sulla possibile regionalizzazione della scuola in Italia. Stavamo proprio aspettando il suo immancabile contributo, riassumibile nel più che noto: giù le mani! Non dimenticando, a mo’ di nota creativa, di agitare un po’ lo spauracchio del patentino.

Infatti, secondo il segretario regionale Marco Pugliese, il passaggio di competenze scolastiche al Sudtirolo potrebbe comportare proprio l’introduzione dell’obbligo di bilinguismo per le insegnanti. Ipotesi più che stramba, visto che il patentino è richiesto, negli ambiti in cui la legge lo prevede, indifferentemente alle dipendenti statali, provinciali o comunali.

Ma forse la preoccupazione è piuttosto un’altra, quella di

un accentramento di potere funzionale pericoloso

— Marco Pugliese

in capo alla provincia o alla regione, a scapito magari dell’odierno centralismo di potere funzionale pericoloso salubre dello stato.

Infatti

La scuola deve prima di tutto creare cittadini italiani, poi anche regionali.

— Marco Pugliese

Eh, già, le solite convincentissime priorità dei sindacati nazionali.

L’auspicio quindi è che in Sudtirolo

si preservi l’assetto attuale che offre ampie garanzie da ogni punto di vista.

— Marco Pugliese

Strano. Mi sembrava di ricordare — sbaglierò! — che negli anni novanta aveste combattuto contro l’introduzione dell’assetto attuale, proprio perché secondo voi avrebbe inesorabilmente portato a un «accentramento di potere funzionale pericoloso» o giù di lì.

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Bildung Föderal+Regional Gewerkschaften Nationalismus Plurilinguismo Scola Service Public Zentralismus Zuständigkeiten | Italianizzazione Zitać | | | Italy Südtirol/o | | Italiano

Nebentätigkeit: Es gilt das Staatsgesetz.
Quotation 554 // Hände gebunden

Warum herrscht eine Ungleichheit zwischen Landes- und Gemeindebediensteten bezüglich der Nebentätigkeiten?

Es gibt für die öffentlich Bediensteten unterschiedliche Regelungen. Uns in Südtirol sind die Hände gebunden, es gilt das Staatsgesetz, welches das Land nicht allein [bzw. gar nicht, Anm.] ändern kann. Grundsätzlich streben wir eine Gleichberechtigung an.

Andreas Unterkircher, Ago-Gewerkschaftschef, in ff Nr. 25/2019

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