Hellas Verona in S. Crestina.

Dass die Serie-A-Mannschaft Hellas Verona ihr Trainingslager (vom 23. bis 6. September) in S. Crestina verbringt, lassen sich die Touristikerinnen übereinstimmenden Medienberichten zufolge rund 100.000 Euro kosten.

Doch wen holt man sich da (nicht zum ersten Mal) als Werbeträger ins Haus? Die Fans der Mannschaft gelten als die mitunter rechtsradikalsten und rechtsextremistischsten der an faschistischen Umtrieben ohnehin nicht armen italienischen Liga — wo schon mal Bilder von Anne Frank zur »Beleidigung« von Gegnerinnen herhalten müssen. So geschehen zwischen S.S. Lazio und A.S. Rom.

Regelmäßig zeigen die Ultras von Hellas faschistische und nationalsozialistische Symbole bis hin zu römischem Gruß (entkriminalisiert!) und Hakenkreuzflaggen. Sie huldigen sowohl Adolf Hitler, als auch seinem Stellvertreter Rudolf Heß und sind für ihre rassistischen Chöre bekannt — Angriffe auf farbige Spieler inklusive. Luca Castellini, Anführer der extremen Südkurve im Stadion von Verona ist gleichzeitig Koordinator der neofaschistischen Forza Nuova im nordöstlichen Italien.

Von all diesen Umtrieben hat sich der Club nie entschieden genug distanziert, geschweige denn, dass man die enstprechenden Akteure aktiv bekämpft und isoliert hätte.

Sind es diese (Un-)Menschen, die man mit 100.000 Euro nach Südtirol locken möchte?

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Bahn: Stark spürbare Staatsgrenze.

Wie neulich bekanntgegeben, wird in der Euregio an einem gemeinsamen ÖV-Ticket gearbeitet. Das halte ich für eine sehr gute Idee.

Ich habe das nun zum Anlass genommen, die bestehenden Verbindungen von der Südtiroler Landeshauptstadt in die Euregio und darüber hinaus unter die Lupe zu nehmen. Als Stichtag habe ich — ohne besondere Hintergedanken — den kommenden Montag (13. Juli) gewählt.

Tabelle zum Vergrößern anklicken

Das Ergebnis finde ich mehr als verblüffend:

  • Trient ist ganz eindeutig das Ziel, das pro Tag am häufigsten angefahren wird: 47 Mal.
  • In die größte Landeshauptstadt der Euregio, Innsbruck, kann hingegen nur sechsmal am Tag umstiegsfrei gefahren werden.
  • Es gibt überhaupt nur mickrige sieben (ausgehende) Verbindungen am Tag, die umstiegsfrei über die Staatsgrenze führen — davon sechs über den Brenner und eine nach Lienz.
  • Nach München, dem nächstgelegenen wichtigen Fernverkehrsknoten im Norden, gibt es nur drei Verbindungen. Keine davon ist am Tagesrand.
  • Die wichtigen Fernverkehrsknoten in Italien, Verona und Bologna, werden 33 respektive 13 Mal angefahren.
  • Immerhin fünfmal täglich fährt ein Zug direkt nach Rom. Das ist fast so oft, wie nach Innsbruck.
  • Bevor überhaupt der erste Zug startet, der über die Staatsgrenze nach Norden fährt, gibt es schon zehn Verbindungen nach Trient und acht nach Verona.
  • Meran (30 Mal) und der Brenner (29 Mal) sind am Tag weniger häufig zu erreichen, als Verona (33 Mal).
  • Eine umstiegsfreie Verbindung nach Mals gibt es nicht. Das wird sich voraussichtlich mit der Elektrifizierung der Vinschger Bahn ändern.
  • Allerdings gibt es auch nur eine einzige umstiegsfreie Fahrt ins Pustertal (Bruneck, Innichen, Lienz). Das ist gleich oft — oder selten — wie nach Neapel, Venedig, Mailand oder Wien.

Die Aussagen beziehen sich auf umstiegsfreie Verbindungen am gewählten Stichtag (13. Juli 2020) ohne Berücksichtigung von z. B. coronabedingten Fahrplanänderungen. Es wurde nicht zwischen unterschiedlichen Zug- und Tarifarten unterschieden.

Für ein auch nur annäherndes Gleichgewicht in der Euregio — und grundsätzlich im internationalen Verkehr — gibt es in dieser Hinsicht also noch sehr viel zu tun, wenn wir die grenzüberschreitenden Verbindungen nicht Flixbus und dem Auto überlassen wollen. Von einer Brücke zwischen Nord und Süd kann zumindest im ÖV nicht die Rede sein.

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Diplocat-Talk mit Francesco Palermo.
Veranstaltungshinweis

Am 25. Juni um 12.00 Uhr (MEZ) findet das erste sogenannte Digital Talk des katalanischen Rats für öffentliche Diplomatie (Diplocat) statt. Es wird gemeinsam mit dem Centre d’Estudis de Temes Contemporanis (CETC) der katalanischen Regierung und in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Idees organisiert und bildet den Auftakt zur Serie Diplocat Digital Talks – The World after COVID-19.

Das Thema der ersten Veranstaltung lautet Zentralisierung versus Dezentralisierung: Welche Strategie ist zur Bekämpfung von COVID-19 am besten geeignet?

Unter den vier teilnehmenden Expertinnen befindet sich auch Francesco Palermo:

  • Mireia Grau – Leiterin der Forschungsabteilung am Institut d’Estudis de l’Autogovern der katalanischen Regierung.
  • Nicola McEwan – Professorin für Territorialpolitik und Co-Direktorin des Centre on Constitutional Change an der Universität von Edinburgh.
  • Francesco Palermo – Professor für vergleichendes Verfassungsrecht an der Universität Verona und Leiter des Instituts für Vergleichende Föderalismusforschung an der Eurac.
  • Johanna Schnabel – Lehrbeauftragte für Vergleichende Politik an der Universität Kent.

Das Gespräch wird vom Politikwissenschafter und Professor Marc Sanjaume moderiert.

Hier geht es zur erforderlichen Anmeldung.

Nachtrag vom 25. Juni: Das Gespräch kann hier nachgesehen werden.

Siehe auch:

Bildung Föderal+Regional Gesundheit Politik Termin Wissenschaft Zentralismus | Coronavirus | Francesco Palermo | | Catalunya Scotland-Alba Südtirol/o United Kingdom Venetien-Vèneto | Diplocat Eurac | Deutsch

Crisanti: L’Austria fa bene a non aprire.
Quotation 609

Ospite di Agorà su Rai Tre, il professore di Microbiologia Andrea Crisanti ha difeso la decisione dell’Austria di non aprire, per ora, i confini verso l’Italia:

Crisanti, fa bene l’Austria a non aprire i propri confini all’Italia?

Io penso che faccia bene…

Come fa bene?

…perché ci sono ancora un sacco di casi in Italia. Voglio dire… penso che l’Austria abbia investito quanto noi per eliminare il virus, non vedo perché debba correre il rischio di importare nuovi casi senza implementare misure di controllo. Guardi, questa è una cosa seria, eh? Io penso che anche noi dovremmo implementare delle misure di controllo verso tutti quei paesi dove l’epidemia è ancora attiva.

Tipo?

Tipo… che ne so, l’America… il Sudamerica, ci sono tantissimi paesi […] anche sui paesi europei bisognerebbe fare delle differenze, perché ci sono paesi e paesi […]. Io non è che farei entrare o non farei entrare, io stabilirei dei criteri. Voglio dire: entri in Italia e ti controlliamo sì la temperatura, tanto abbiamo visto che serve a ben poco; ti facciamo il tampone e ti verifichiamo che tu sei rintracciabile e se sei positivo ti mettiamo in isolamento. Non è che si può riaprire tutto così, eh?

Trascrizione mia.

Il prof. Crisanti (Università di Padova) si è distinto per la gestione del Coronavirus in Veneto e, in particolare, a Vo’. Recentemente è anche stato nominato membro della commissione di esperti che accompagnano la cosiddetta fase due in Sudtirolo.

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Die ladinische Flagge ist 100.

Es war der 5. Mai 1920, als sich am Frara (Grödner Joch) Verteterinnen der fünf ladinischen Talschaften — Anpezo, Badia, Fascia, Fodom, Gherdëina — einfanden, um das Recht auf Selbstbestimmung einzufordern. Sie zeigten sich vor allem über die Tatsache bestürzt, dass die Ladinerinnen im Pariser Vertrag keinerlei Erwähnung gefunden hatten und forderten die Anerkennung ihrer eigenständigen Sprache und Kultur.

Zu diesem Anlass wurde erstmals die bis heute bekannte blau-weiß-grüne Flagge gezeigt, die die Einheit der Ladinerinnen Tirols bekräftigen sollte. Eine Einheit, die jedoch schon wenig später vom faschistischen Italien bewusst mit Füßen getreten wurde, um die Minderheit zu majorisieren: Bis heute sind Anpezo und Fodom (gegen ihren Willen) Teil Venetiens, während Fascia zum Trentino, Badia und Gherdëina zu Südtirol gehören.

Die Flagge, die aus zivilgesellschaftlichem Engagement entstanden und bis heute von der Zivilgesellschaft getragen wird, symbolisiert aber nach wie vor den Wunsch nach Zusammengehörigkeit. In ihren Farben spiegeln sich das Blau des Himmels, das Weiß des Schnees und der Dolomiten sowie das saftige Grün der Bergwiesen.

In der ursprünglichen Gestaltung prangte in der Mitte ein Edelweiß, das heute meist fehlt. Stattdessen ziert sie oftmals der rote Landesadler, der die Verbundenheit mit Tirol zum Ausdruck bringt.

Siehe auch:

Faschismen Geschichte Minderheitenschutz Mitbestimmung Politik Selbstbestimmung | Good News | | | Ladinia Souramont Südtirol/o Trentino Venetien-Vèneto | | Deutsch

Corona und Übersterblichkeit im Vergleich.

Um die Auswirkungen von Covid-19 jenseits amtlicher Zählungen zu beurteilen, wird unter anderem die sogenannte Übersterblichkeit untersucht: Wie viele Todesfälle hat es in einem bestimmten Zeitraum 2020 im Vergleich zu anderen Jahren gegeben?

Am Mittwoch war in der NZZ über eine Studie* der beiden Ökonomen Giuseppe Sorrenti und Fabrizio Zilibotti berichtet worden, die sich die Differenz zwischen der Übersterblichkeit und den offiziell gemeldeten Covid-Todeszahlen in mehreren norditalienischen Provinzen angeschaut haben. Südtirol und das Trentino sind nicht dabei.

Das Ergebnis ist erstaunlich: So gab es in der Provinz Rovigo (Venetien) zwischen 1. Jänner und 4. April 75 Todesfälle mehr, als aus der Betrachtung der Vorjahre (2015-19) zu erwarten gewesen wäre. Laut Statistik des italienischen Zivilschutzes gab es in der Provinz jedoch nur vier Covid-Tote. Die reale Übersterblichkeit ist also 1.775% höher.

In anderen Provinzen ist die Differenz geringer, zum Beispiel Vicenza: Während offiziell 77 Covid-Opfer gemeldet wurden, gab es 213 Todesfälle mehr als 2015-19 nahegelegt hätten. Die Übersterblichkeit ist hier um 177% höher.

Grafik zum Vergrößern anklicken.

Die Zahlen**, die ich für Südtirol errechnet habe, sind nicht völlig mit denen der Studie von Sorrenti und Zilibotti vergleichbar, da sie sich nur auf den Monat März beziehen. Um die Übersterblichkeit (242) zu ermitteln, habe ich die Todesfälle von März 2020 (623) mit dem Durchschnitt des Monats März 2015-19 (381) verglichen.

Am 31. März 2020 gab es in Südtirol laut Daten des Zivilschutzes 76 offizielle Covid-Opfer, doch genau am 1. April wurde die Panne mit den Daten aus den Seniorenwohnheimen bekannt: die 32 bis dahin »vergessenen« Todesfälle habe ich deshalb noch dazuaddiert — das ergibt dann 108 offiziell gezählte Covid-Tote.

Zwischen der Übersterblichkeit (242) und den offiziellen Corona-Todeszahlen klafft aber damit noch immer eine große Lücke von 134 Fällen (124%).

Anders gesagt: In Südtirol war die Übersterblichkeit im März 2020 mehr als doppelt so hoch, wie es die gemeldeten Covid-Sterbefälle vermuten ließen.

Es gilt jedoch darauf hinzuweisen, dass diese Abweichung nur ein Indiz (aber kein Beweis) für die Untererfassung der Covid-Todesfälle sein können. Die Differenz umfasst nämlich auch etwaige Kollateralfolgen der Pandemie: Menschen, die aufgrund der hohen Belegung der Krankenhäuser und der Aussetzung von bestimmten Eingriffen oder zum Beispiel aus Angst und Einsamkeit verstorben sind. Ferner können sich darin aber auch normale Schwankungen in der Sterblichkeit verbergen.

Nichtsdestoweniger machen die Abweichungen auch darauf aufmerksam, dass die amtlichen Zahlen nicht notwendigerweise so präzise sind, dass wir sie blind zur Begründung von Maßnahmen und Lockerungen heranziehen können. Und in jedem Fall wird es nötig sein, die Statistiken spätestens am Ende der Pandemie unter verschiedenen Gesichtspunkten zu analysieren und aufzuarbeiten.

Siehe auch:

*) Zilibotti, Sorrenti: Methodologische Hinweise und Daten.
**) Daten des Südtiroler Gesundheitsbetriebs
(Sabes), veröffentlicht in der Dolomiten-Ausgabe vom 29. April 2020 (S. 14).

Gesundheit Umfrage+Statistik | Covid-Stats | | Dolo NZZ | Italy Lombardia Südtirol/o Venetien-Vèneto | Sabes | Deutsch

Covid: Unionistische Fakenews über Katalonien.

Eigentlich hatte ich nicht vor, hier etwas über den Verlauf der Coronapandemie in Katalonien zu schreiben. Dass ich es nun doch mache, liegt daran, dass Unionistinnen den schweren Verlauf der Krise in der zu Spanien gehörenden Region dazu missbrauchen, um daraus Kapital zu schlagen. Sie tun dies unter dem Deckmantel der Kritik, dass Sezessionistinnen Corona »für die eigenen politischen Ziele verwerten« und verbreiten dabei Falschinformationen.

Südtirol-Fakenews

Ein einem Kommentar mit dem Titel Corona ist kein Wasser auf Selbstbestimmungsmühle schwärmt »ka« (= keine Ahnung?) auf SüdtirolNews in der Rubrik »Laut nachgedacht« nicht nur vom Umgang der Region Venetien mit der Pandemie, sondern schreibt unter anderem auch:

Noch augenscheinlicher ist dies im Falle Kataloniens. Die von Unanhängigkeitsbefürwortern beherrschte, autonome Region Spaniens, die von den Schützen gerne als erfolgreiches Beispiel einer weitreichenden Autonomie genannt wird und daher gerne Ziel entsprechender „politischer Pilgerfahrten“ ist, weist mit weit über 4.000 Toten und fast 44.000 bestätigten Fällen zurzeit verheerende Zahlen auf – ein Zeichen, dass Autonomie und „Unabhängigkeit“ nicht den Ausschlag geben.

Wie selbst »ka« mitbekommen haben dürfte, ist Katalonien nicht unabhängig. Das Land hat lediglich eine deutlich weiterreichende innerstaatliche Autonomie, als Südtirol.

Und trotzdem ist Katalonien gerade auch in dieser Pandemie ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig Eigenstaatlichkeit und wie verheerend Zentralismus gegebenenfalls sein kann. Um das wahrzunehmen, reicht es nicht, die Statistiken zu kennen — man muss die Angelegenheit verfolgt haben:

  • Frühzeitig hatte der katalanische Präsident Quim Torra (JxC) von der sozialistischen Zentralregierung in Madrid die Abriegelung ganzer Regionen sowie die Einführung eines Lockdowns gefordert. Solche Maßnahmen wurden von Regierungschef Pedro Sánchez (PSOE) lange entschieden abgelehnt, mit dem Argument, dass das Virus keine Grenzen kenne. Nur den Balearen, wo dieselbe Forderung von einer sozialistischen Regionalregierung erhoben wurde, gewährte Madrid die Grenzschließung.
  • In mehreren Regionen, darunter Katalonien, ließ Madrid Schutzausrüstung vom Militär beschlagnahmen, um es der besonders betroffenen Hauptstadt zur Verfügung zu stellen. Der katalanische Infektionsherd Igualada war dadurch Tage lang unterversorgt.
  • Obschon Madrid das wichtigste Zentrum der Pandemie in Spanien war, verhinderte Sánchez’ Regierung nicht, dass Hauptstadtbewohnerinnen in entlegene Regionen oder gar ans Meer flüchteten und somit das Virus (das keine Grenzen kennt) aktiv verbreiten konnten.
  • Durch einen viel zu späten Lockdown — während auch alternative Maßnahmen nur zögerlich ergriffen wurden — ist Spanien geradezu zum Negativbeispiel fürs Krisenmanagement geworden. Dabei nahmen sogar unter Quarantäne stehende Ministerinnen noch an Regierungssitzungen teil.
  • Auch die Lockerungen werden nun völlig konzeptlos und voreilig umgesetzt, weshalb Expertinnen eine zweite Welle befürchten, die die erste übertrifft.

In diesem Kontext hat die katalanische Regierung immer und immer wieder konkrete Maßnahmen vorgeschlagen und eingefordert, die vom spanischen Staat nicht oder erst sehr viel später umgesetzt wurden. Da Pedro Sánchez schon frühzeitig den nationalen Notfall ausgerufen und damit auch regionale Zuständigkeiten an sich gerissen hatte, ohne sie dann für etwas Sinnvolles zu nutzen, kann Katalonien daraus nur schwerlich ein Strick gedreht werden.

Wahr ist vielmehr das Gegenteil: auch zahlreiche nicht sezessionistisch gesinnte Politiker- und Beobachterinnen geben unumwunden zu, dass die Pandemie Katalonien deutlich schwächer getroffen hätte, wenn Quim Torra das Zepter in der Hand gehabt hätte.

Wer wie »ka« nur einen flüchtigen Blick auf die Statistik wirft, wird dies aber nie erfahren.

Siehe auch:

Faktencheck Gesundheit Grenze Medien Militär Politik Selbstbestimmung Zentralismus | Coronavirus Medienkritik Zitać | Pedro Sánchez Quim Torra | Südtirol News | Catalunya Südtirol/o Venetien-Vèneto | JxCat PSOE | Deutsch

Kontraproduktiver Corona-Populismus?

Auf die Meinung eines absoluten Laien wie mich dürften Südtirol und die Welt in Zusammenhang mit dem Coronavirus (Sars-Cov-19) gerade noch gewartet haben. Ich verzichte also darauf, mein (nicht vorhandenes) Fachwissen zum Besten zu geben und beschränke mich darauf, die Meinung von Wissenschafterinnen wiederzugeben und eine Einordnung zu versuchen.

Derzeit verdichten sich die Hinweise darauf, dass der Aktionismus und der Populismus der Zentralregierung aus 5SB, PD und LeU maßgeblich dazu beigetragen haben könnten, dass Italien derzeit das europäische (und westliche) Land mit den meisten Ansteckungsfällen ist.

Gestern veröffentlichte Wired einen Beitrag der Ärztin und Journalistin Roberta Villa, die den italienischen Behörden vorwirft, die unkontrollierte Ausbreitung der Krankheit eher befördert, als bekämpft zu haben:

  • Während die WHO diese Maßnahme als überzogen einstufte, stoppte Italien den Flugverkehr von und nach China. Als unkoordinierte Maßnahme habe dies womöglich dazu geführt, dass Menschen, um aus China nach Italien zu gelangen entweder Zwischenstopps in Drittländern eingelegt haben oder gleich in europäische Nachbarländer geflogen und von dort mit dem Zug nach Italien eingereist sein könnten. Dies hätte die Rückverfolgbarkeit der Krankheit drastisch erschwert. Außerdem konnten diesen Personen keine Handlungsanweisungen für den Fall später auftretender Symptome gegeben werden.
  • Purer (ressourcenintensiver) Aktionismus seien auch die Gesundheitskontrollen auf Inlandsflügen gewesen, die zu keinem einzigen Erfolg geführt hätten. Andere Länder hätten auf solche Untersuchungen bewusst verzichtet — in einer Jahreszeit mit vielen gewöhnlichen Grippekranken.
  • Die teils drakonischen Maßnahmen könnten Menschen davon abgehalten haben und nach wie vor abhalten, sich bei den Gesundheitsbehörden zu melden.
  • Die (auch mediale) Konzentration auf China und auf chinesisch aussehende Menschen habe einen falschen Fokus gestellt und die Menschen die reale Gefahr vernachlässigen lassen.
  • Laut Roberta Villa sei es gut, dass die Zentralregierung nicht auf den gemeinsamen Vorstoß der Lega-Präsidenten Zaia (Venetien), Fontana (Lombardei), Fedriga (Friaul-JV) und Fugatti (Trentino) eingegangen ist, die noch restriktivere Eingriffe gefordert hatten.
  • Würden andere Länder analog zu Rom handeln, müssten sie nun wohl Italien isolieren.

Der Experte Walter Ricciardi, italienischer Vertreter bei der WHO, äußerte sich der italienischen Tageszeitung La Stampa gegenüber ähnlich:

  • Was in Italien passiert ist, sei wie aus dem Bilderbuch. Die Entscheidung, Flüge von und nach China zu stoppen, entbehre einer wissenschaftlichen Grundlage und erschwere die Verfolgbarkeit der Ankünfte.
  • Viel wichtiger wäre es gewesen, alle, die aus China eingereist sind, unter Quarantäne zu stellen. Andere Länder hätten dies gemacht. Außerdem mangle es in Italien an Koordinierung.

Demnach sieht es so aus, als hätte sich die Abschottung negativ auf die Eindämmung der Epidemie ausgewirkt.

Info

Aktuelle Informationen des Südtiroler Gesundheitsbetriebs zum Coronavirus gibt es unter http://www.sabes.it/coronavirus.

Auskünfte erteilt von 8.00 bis 20.00 Uhr außerdem die gebührenfreie Nummer 800 751 751.

Siehe auch:

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