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Verlust von Verständigung und Bereicherung.
Quotation 642

Dem Majorisierungs- und Entnationalisierungsdruck, dem die Nachkriegsminoritäten seitens nationaler Mehrheiten ausgesetzt waren, entsprachen rasch die ethnozentrische Verhärtung der Minderheiten selbst und der damit einhergehende Verlust interkultureller Verständigung und Bereicherung. So auch in Südtirol, das sich nach Kriegsniederlage und Abtrennungserfahrung — zumindest in der Perspektive von deutsch- und ladinischsprachiger Landesbevölkerung — zunächst um ein geeignetes, identitäres Narrativ bemühen musste und sich gewissermaßen kollektiv neu zu erfinden hatte.

aus Kafka in Meran – »Unser Städtchen liegt…«, Patrick Rina, Veronika Rieder (Hg.), Edition Raetia, Bozen 2020; zitiert auf Salto von Hannes Obermair (26. Dezember 2020)

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Medizin: Fehler und Kommunikation.
Quotation 641

In Zürich war alles sehr strukturiert. Ich hatte Zeit, mich einzuarbeiten und für jeden erdenklichen Fall gab es ein Merkblatt. Auch die Fehlerkultur in Zürich war eine andere: Fiel jemandem, egal wem, ein Fehler auf [–] z. B. eine falsche Verschreibung oder ein schroffer Umgang mit dem Patienten, wurde dies gerade heraus gesagt, aufgeschrieben und dann in der Patientensicherheitsgruppe besprochen. Es wurde versucht, den Prozess zu verstehen, der zum Fehler geführt hatte, ohne dies auf den Einzelnen abzuwerfen. Diese gesunde Fehlerkultur hat mich in meinen Zweifeln unterstützt und mir dabei geholfen[,] aus Fehlern zu lernen. So konnten wir Prozesse optimieren und sogar Änderungen im Arbeitssicherheitsgesetz erreichen. Stell Dir vor, 70% der medizinischen Fehler beruhen auf Kommunikation!

Dr. med. Micòl Cont, Oberärztin am Kinderspital Zürich und angehende Primarin der Pädiatrie am Krankenhaus Sterzing, im Salto-Interview über die Unterschiede zwischen Südtirol und der Schweiz. Hervorhebung von mir.

Diese Aussage sei all jenen gewidmet, die denken, Ärztinnen müssten nur »gut sein« und nicht notwendigerweise kommunikative Fähigkeiten haben, etwa die Sprache der Patientinnen sprechen.

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Sechs Regelungen für siebzehn Tage.
Quotation 640

Ja, genau das ist #Italien! 6 (sechs!) verschiedene #Corona-Regelungen für die 17 (siebzehn) Tage vom 21. Dezember bis 6. Jänner.
Ohne Kalenderplan über dem Bett hast du keine Chance zu wissen, was du gerade darfst und was nicht. Hilfe, @ArnoKompatscher!

Nochmal, weil die Regeln ein #Schreibtischtäter-#Meisterwerk sind:
Am 24., 25., 26., 27. & 31.12. sowie am 1., 2., 3., 5. & 6.1. darf man EINMAL PRO TAG andere Leute besuchen.
Vor jeder Tür steht wahrscheinlich ein Polizist: “Nix da, du warst heute schon draußen, du Schlingel!”

Christian Pfeifer, Chefredakteur der SWZ, heute auf Twitter

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Corona: Impfungen niederschwellig anbieten.
Quotation 639 // Impfpflicht nicht sinnvoll

Grundsätzlich ist aus sozialwissenschaftlichen Studien – unter anderem von meiner Kollegin Katharina Paul – bekannt, dass eine Impfpflicht durchaus auch kontraproduktive Effekte haben kann. Eine Impfpflicht ist bei eingefleischten Impfgegnern ohnehin wirkungslos. Doch auch bei Menschen, die sich überzeugen lassen würden, löst eine Impfpflicht oft eine Gegenreaktion aus. Wichtig ist es, die Impfungen sehr niederschwellig und kostengünstig anzubieten, wie sich zuletzt bei der Grippeimpfung in Wien gezeigt hat. Zudem wissen wir aus Untersuchungen, dass nicht nur Aufklärung, sondern auch Dialog wichtig ist.

Dialog bedeutet aus meiner Sicht, gegenüber den Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der Menschen offen zu sein. Und es gibt derzeit viele Dinge rund um die Impfungen, die wir und auch die Fachleute noch nicht wissen, also etwa: wie lange der Schutz anhält, wie sich die Impfungen tatsächlich auf das Infektionsgeschehen auswirken oder ob es langfristige Nebenwirkungen geben könnte. Für solche Dialoge muss man auch die nötigen Räume bereitstellen.

Barbara Preinsack, Mitglied der österreichischen Bioethikkommission und der European Group on Ethics and New Technologies, zu einer möglichen Corona-Impfpflicht heute im Standard-Interview

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Una repubblica di diritti sociali.
Quotation 638

[La nostra] è un’idea di nazione civica, un’identità di contenuti sociali e culturali, di integrazione. Nella società catalana, con gran parte della popolazione venuta da fuori, non esiste il catalano da un punto di vista etnico. L’indipendentismo è un movimento politico con radici civiche, è anacronistico definirlo come nazionalismo.

Una Catalogna indipendente è un progetto di giustizia sociale e di diritti umani, non di bandiere ma di radicalità democratica, impossibile da realizzare nello Stato spagnolo che non ha fatto pulizia del franchismo, in mano a oligarchie con a capo un sistema monarchico corrotto. Ci sono ragioni storiche e contemporanee che avallano una Catalogna indipendente in una visione progressista. A chi associ l’indipendentismo catalano all’estrema destra chiedo che capisca che quello catalano è un caso esemplare di costruzione di una repubblica di diritti sociali.

Carles Puigdemont, ex presidente della Catalogna, membro del Parlamento europeo, intervistato dal Manifesto (28.11.2020)

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»Blödes Geoblocking.«
Quotation 637

[Geoblocking] baut digitale Grenzbalken in die EU, nimmt keine Rücksicht auf Minderheiten, und (fast) niemand schert sich drum.

Aber zurück ins Kino. Das ist geschlossen, aber online ist das österreichische Kino offen. Der VOD-Club der österreichischen Programmkinos ist so eine Plattform, oder Flimmit. Unter dem Motto „Streamen auf österreichisch“ bietet sie alles an, was es im Nachbarland an Film und Fernsehen gibt. Aber Flimmit sagt mir knallhart: „Sie befinden sich gerade in Italien. Zur Zeit ist Flimmit nur für Einwohnerinnen und Einwohner folgender Länder verfügbar: Österreich, Schweiz, Deutschland“. Dazu gehöre ich nicht.

Der einzige Weg zu Flimmit, VOD oder ins THW-Festival ist eine VPN-Adresse. Sie anonymisiert meine Identität. VPN-Adressen gibt es zu kaufen. Illegal sind sie also nicht, aber ein teurer Umweg, und immer öfter werden VPN-Adressen ebenfalls blockiert.

Renate Mumelter in Blödes Geoblocking (TAZ Online, 22.11.2020)

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Il Covid e la carenza di medici.
Quotation 636

Mancano quindi 30 medici e 150 infermieri per portare a 80 i posti letto in Rianimazione ed evitare, anche così, il collasso della Sanità altoatesina e, con esso, un lockdown totale.
Alcune domande nascono spontanee: perché queste rivelazioni proprio adesso? Perché l’allarme non è stato lanciato prima? È stato fatto tutto il possibile per trovate [sic] il personale? In che modo è stato cercato? È stato chiesto aiuto al Ministero? Giunta provinciale e Presidente sapevano? Di questa situazione critica è stato informato il Consiglio, i sindacati, soprattutto quelli di categoria, il mondo economico, gli ordini professionali?

Da un post odierno di Luca Crisafulli su Facebook. L’avvocato è membro della Commissione dei sei in quota M5S.

Le domande dell’avv. Crisafulli sono molto interessanti. Come forse lo sono anche le seguenti:

  • Dove si trovano medici e infermieri in tempi di pandemia, quando praticamente tutto il mondo ne è alla ricerca?
  • Forse se l’ex ministra della salute (M5S) non avesse dato la caccia ai medici che non parlano l’italiano qualche medico in più poteva esserci?
  • Che cosa ha fatto la Commissione dei sei per trovare una soluzione per i medici di cui al punto precedente?

Vedi anche:

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Non c’è sistema in grado di gestire questa cosa.
Quotation 635 // App Immuni

Supponiamo che l’app Immuni funzionasse al massimo, va bene? Perfetta, il 90% degli italiani ce l’hanno: l’app Immuni oggi con 10-12.000 casi [al giorno] manderebbe 150.000-200.000 messaggi. Non c’è sistema che è in grado di gestire questa cosa. I casi bisogna riportarli in basso, altrimenti l’app Immuni diventa una specie di idea astratta […].

Prof. Andrea Crisanti (Università di Padova), in collegamento con Agorà Rai del 20 ottobre 2020. Trascrizione mia.

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