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Non è un paese giovane.
Australia

Dal 1° gennaio l’Australia ha introdotto una leggera modifica al suo inno, perché la versione finora in vigore era ritenuta offensiva nei confronti della popolazione autoctona. Infatti, la seconda riga recitava:

For we are young and free
[Poiché siamo giovani e liberi]

Ma il paese poteva ritenersi «giovane» solo ignorando la storia precedente l’arrivo dei bianchi. E dunque, modificando una parola, la stessa riga

For we are one and free
[Poiché siamo uniti e liberi]

Traduzione ufficiale dell’inno

risulta ora più inclusiva e rispettosa verso gli aborigeni — e al contempo storicamente corretta.

Advance Australia Fair è ufficialmente l’inno nazionale australiano solo dal 1977, quando fu introdotto con referendum popolare. Tuttavia, fu composto quasi un secolo prima, nel 1878, e sin dall’inizio del 20° secolo fungeva uffiosamente da inno accanto a quello ufficiale (l’inglese God Save the Queen). Nel corso degli anni il testo di Advance Australia Fair è stato modificato più volte per adattarlo ai tempi e per renderlo più inclusivo. In particolare, le quattro strofe iniziali sono state ridotte a due.

(In Italia il Canto degli Italiani di Goffredo Mameli è stato confermato inno nazionale solo nel dicembre del 2017, nella versione sostanzialmente invariata del 1847. Si tratta di un inno maschilista, aggressivo, inneggiante alla guerra ed offensivo nei confronti di altri stati e popoli europei. Né prima né dopo la sua «introduzione ufficiale» è stato sottoposto a una rielaborazione critica.)

Vedi anche:

Außendarstellung Colonialismi Cultura Kohäsion+Inklusion Militär Nationalismus Politik Symbolik | Good News Zitać | | | Italy Oceania | | Italiano

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Verlust von Verständigung und Bereicherung.
Quotation 642

Dem Majorisierungs- und Entnationalisierungsdruck, dem die Nachkriegsminoritäten seitens nationaler Mehrheiten ausgesetzt waren, entsprachen rasch die ethnozentrische Verhärtung der Minderheiten selbst und der damit einhergehende Verlust interkultureller Verständigung und Bereicherung. So auch in Südtirol, das sich nach Kriegsniederlage und Abtrennungserfahrung — zumindest in der Perspektive von deutsch- und ladinischsprachiger Landesbevölkerung — zunächst um ein geeignetes, identitäres Narrativ bemühen musste und sich gewissermaßen kollektiv neu zu erfinden hatte.

aus Kafka in Meran – »Unser Städtchen liegt…«, Patrick Rina, Veronika Rieder (Hg.), Edition Raetia, Bozen 2020; zitiert auf Salto von Hannes Obermair (26. Dezember 2020)

Siehe auch:

Geschichte Publikationen | Quote | Hannes Obermair | Salto | Europa Südtirol/o | | Deutsch

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L’inghippo dei «medici tedeschi».

Come noto, la commissione bilancio della Camera dei deputati ha deciso di non accantonare l’articolo 85 della finanziaria che dovrebbe garantire l’equiparazione della lingua tedesca a quella italiana come requisito per l’iscrizione all’Ordine dei medici. Concretamente è prevista l’istituzione di un’apposita sezione per quei medici che invece della conoscenza dell’italiano preferiranno attestare la conoscenza del tedesco.

Come però, non senza un certo compiacimento, si evidenzia in un articolo pubblicato sul Corriere (inserto sudtirolese del 22 dicembre), la norma è tutt’altro che prescrittiva. Infatti recita:

[…] il presidente dell’ordine dei medici della provincia autonoma di Bolzano è autorizzato a istituire, avvalendosi delle risorse umane, strumentali e finanziarie disponibili a legislazione vigente, una sezione speciale dell’albo dei medici alla quale possono essere iscritti, a domanda, fermi i restanti requisiti, i professionisti che sono a conoscenza della sola lingua tedesca. […]

Nessun obbligo per l’Ordine, dunque, ma solo un nullaosta, con la precisazione perentoria che allo scopo non verrano destinati mezzi strumentali e finanziari, né risorse umane particolari.

Certo, sarebbe scandaloso se l’Ordine dei medici decidesse di non istituire la sezione per i medici di lingua tedesca, madrelingua della maggioranza della popolazione, mentre al contempo possono iscriversi senza problemi medici monolingui italiani. Considerato lo scellerato comportamento che i vertici hanno tenuto negli ultimi mesi — e le indecenti prese di posizione pervenute dalla FNOMCeO — non ci sarebbe comunque da stupirsi.

Vedi anche:

Gesundheit Medien Minderheitenschutz Plurilinguismo Recht | Zitać | | Corriere | Südtirol/o | | Italiano

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Medizin: Fehler und Kommunikation.
Quotation 641

In Zürich war alles sehr strukturiert. Ich hatte Zeit, mich einzuarbeiten und für jeden erdenklichen Fall gab es ein Merkblatt. Auch die Fehlerkultur in Zürich war eine andere: Fiel jemandem, egal wem, ein Fehler auf [–] z. B. eine falsche Verschreibung oder ein schroffer Umgang mit dem Patienten, wurde dies gerade heraus gesagt, aufgeschrieben und dann in der Patientensicherheitsgruppe besprochen. Es wurde versucht, den Prozess zu verstehen, der zum Fehler geführt hatte, ohne dies auf den Einzelnen abzuwerfen. Diese gesunde Fehlerkultur hat mich in meinen Zweifeln unterstützt und mir dabei geholfen[,] aus Fehlern zu lernen. So konnten wir Prozesse optimieren und sogar Änderungen im Arbeitssicherheitsgesetz erreichen. Stell Dir vor, 70% der medizinischen Fehler beruhen auf Kommunikation!

Dr. med. Micòl Cont, Oberärztin am Kinderspital Zürich und angehende Primarin der Pädiatrie am Krankenhaus Sterzing, im Salto-Interview über die Unterschiede zwischen Südtirol und der Schweiz. Hervorhebung von mir.

Diese Aussage sei all jenen gewidmet, die denken, Ärztinnen müssten nur »gut sein« und nicht notwendigerweise kommunikative Fähigkeiten haben, etwa die Sprache der Patientinnen sprechen.

Siehe auch:

Gesundheit Plurilinguismo | Quote | | Salto | Südtirol/o Svizra | | Deutsch

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Sechs Regelungen für siebzehn Tage.
Quotation 640

Ja, genau das ist #Italien! 6 (sechs!) verschiedene #Corona-Regelungen für die 17 (siebzehn) Tage vom 21. Dezember bis 6. Jänner.
Ohne Kalenderplan über dem Bett hast du keine Chance zu wissen, was du gerade darfst und was nicht. Hilfe, @ArnoKompatscher!

Nochmal, weil die Regeln ein #Schreibtischtäter-#Meisterwerk sind:
Am 24., 25., 26., 27. & 31.12. sowie am 1., 2., 3., 5. & 6.1. darf man EINMAL PRO TAG andere Leute besuchen.
Vor jeder Tür steht wahrscheinlich ein Polizist: “Nix da, du warst heute schon draußen, du Schlingel!”

Christian Pfeifer, Chefredakteur der SWZ, heute auf Twitter

Siehe auch:

Bürokratismus Gesundheit Politik Polizei | Coronavirus Quote | Arno Kompatscher Christian Pfeifer | Social Media SWZ | Italy Südtirol/o | | Deutsch

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Amt für Zweisprachigkeit und Fremdschämen.

Das Amt für Zweisprachigkeit und Fremdsprachen hat in diesen Monaten ein Erneuerungsprojekt der Umgebungen und Dienste von beide Multisprachzentren für das autonomes Sprachenlernen entwickelt. Zwecks die meisten Benutzer von den Neuheiten beider Multisprachzentren, überall die von der Sprachenmediathek Meran, in Kenntnis setzen, glaubt man notwendig an lokale Nachrichtenzeitungen die durch das Web, privilegierte Umgebung während der Covid, anwenden, um die öffentliche Dienste von Sprachenmediathek Meran zu verbreiten.

Dieses mehr als haarsträubende Zitat hat die STF einem Dekret des Amts für Zweisprachigkeit und Fremdsprachen entnommen.

Ich denke inzwischen immer öfter: sowas ist an Hemdsärmeligkeit, Dreistigkeit und Wurschtigkeit wohl kaum noch zu übertreffen. Doch dann werde ich meist schnell eines Besseren belehrt.

Siehe auch:

Service Public Sprachpfusch | Zitać | | | Südtirol/o | Land Südtirol STF | Deutsch

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Grenzregionen in Pandemiezeiten.

Ende November genehmigte das EU-Parlament einen Entschließungsantrag , der auf maßgebliches Betreiben des ostbelgischen Abgeordneten Pascal Arimont (CSP/EVP) zustandegekommen war. Darin wird ein voll funktionsfähiger Schengenraum ohne Grenzkontrollen verlangt, außerdem die besondere Berücksichtigung von Grenzregionen.

Diese Grenzregionen, die rund 40% der Fläche der Union ausmachten und wo rund 30% der EU-Bevölkerung lebe, müssten von Reisebeschränkungen — auch und gerade im Rahmen von Covid-19 — ausgenommen werden.

Grenzgängerinnen, Studentinnen und Ehepartnerinnen unterschiedlicher Staatsangehörigkeit seien von Reisebeschränkungen ganz besonders betroffen.

Nicht zuletzt wird in dem Antrag einmal mehr betont,

wie wichtig eine mehrsprachige Kommunikation über die Pandemie mit einem besondere[n] Augenmerk auf den in den Grenzregionen verwendeten Sprachen ist[.]

Zitat aus dem Antrag

Noch am 30. Oktober hatten auch die Landeshauptleute der Europaregion Tirol für offene Grenzen plädiert:

Die drei Landeshauptleute unterstrichen, dass gerade in schwierigen Zeiten die Solidarität untereinander einen wichtigen Eckpfeiler der Zusammenarbeit in der Euregio darstellt. Deshalb bekräftigte man auch den Beschluss von Anfang Oktober, dass die grenzüberschreitende Mobilität für den Warenverkehr und den Personenverkehr aufrechterhalten werden soll.

— LPA

Es ist schon nahezu eine Tradition, dass auf solche Beteuerungen kurzfristig Grenzschließungen folgen. Auch diesmal war es so — und daran hat die Verabschiedung des Antrags im EU-Parlament wenig geändert.

Siehe auch:

Gesundheit Grenze Grundrechte Plurilinguismo Politik | Coronavirus Zitać | Arno Kompatscher Günther Platter Pascal Arimont | | Europa Nord-/Osttirol Ostbelgien Südtirol/o Trentino | EU-Parlament Euregio EVP | Deutsch

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Corona: Impfungen niederschwellig anbieten.
Quotation 639 // Impfpflicht nicht sinnvoll

Grundsätzlich ist aus sozialwissenschaftlichen Studien – unter anderem von meiner Kollegin Katharina Paul – bekannt, dass eine Impfpflicht durchaus auch kontraproduktive Effekte haben kann. Eine Impfpflicht ist bei eingefleischten Impfgegnern ohnehin wirkungslos. Doch auch bei Menschen, die sich überzeugen lassen würden, löst eine Impfpflicht oft eine Gegenreaktion aus. Wichtig ist es, die Impfungen sehr niederschwellig und kostengünstig anzubieten, wie sich zuletzt bei der Grippeimpfung in Wien gezeigt hat. Zudem wissen wir aus Untersuchungen, dass nicht nur Aufklärung, sondern auch Dialog wichtig ist.

Dialog bedeutet aus meiner Sicht, gegenüber den Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der Menschen offen zu sein. Und es gibt derzeit viele Dinge rund um die Impfungen, die wir und auch die Fachleute noch nicht wissen, also etwa: wie lange der Schutz anhält, wie sich die Impfungen tatsächlich auf das Infektionsgeschehen auswirken oder ob es langfristige Nebenwirkungen geben könnte. Für solche Dialoge muss man auch die nötigen Räume bereitstellen.

Barbara Preinsack, Mitglied der österreichischen Bioethikkommission und der European Group on Ethics and New Technologies, zu einer möglichen Corona-Impfpflicht heute im Standard-Interview

Siehe auch:

Gesundheit Kohäsion+Inklusion Medien Politik Soziales Wissenschaft | Coronavirus Quote | | Der Standard | Europa Österreich | | Deutsch