{"id":10269,"date":"2012-02-15T01:27:46","date_gmt":"2012-02-15T00:27:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10269"},"modified":"2022-07-02T23:13:28","modified_gmt":"2022-07-02T21:13:28","slug":"quotation-xxxiv-bamm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10269","title":{"rendered":"Bamm."},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>\u24b9<\/strong> Unser am 25. August 1989 eingebrachter Gesetzentwurf wurde vom S\u00fcdtiroler Landtag am 8. Februar 1990 abgelehnt mit der Begr\u00fcndung es w\u00fcrde noch einmal, nach dem bereits im April 1980 dem Landesausschu\u00df vom Beirat f\u00fcr Volkskunde und Ortsnamengebung vorgelegten Gutachten \u00fcber die wissenschaftlich einwandfrei bestehenden Ortsnamen, ein Gutachten von drei Weisen eingeholt, um dann zu entscheiden.<\/p>\n<p>Aus der Zeitung haben wir erfahren, da\u00df die drei sich nicht geeinigt haben und wir nehmen an, da\u00df der italienische Weise den Standpunkt vertritt, der sich aus einer Auslegungsm\u00f6glichkeit des Artikels 8, Nr. 2 und des Artikels 101, die mit dem Artikel 102 im Widerspruch steht, ergibt. Der Artikel sagt n\u00e4mlich, da\u00df die Ladiner das Recht auf die Achtung ihrer Ortsnamengebung haben, ohne die Verpflichtung zur Zweisprachigkeit zu wiederholen. Wie wir in unserem Bericht auf Seite 20 ausgef\u00fchrt haben, kann, ja mu\u00df der Pariser Vertrag im Sinne der Resolution der Vereinten Nationen (Konferenzen zur Standardisierung der geographischen Namen) als \u201cwell established local common usage\u201d\u009d mit wom\u00f6glicher Vermeidung von mehr als einem Namen, nicht zuletzt weil auf den Karten nur sehr beschr\u00e4nkt zwei Namen Platz haben, ausgelegt werden. Wenn dann, wie der Verfassungsgerichtshof im Urteil 242\/1989 gesagt hat, der Pariser Vertrag den besten Auslegungsschl\u00fcssel um die Besonderheit der mit Trentino-S\u00fcdtirol verwirklichten autonomen Ordnung darstellt, dann m\u00fc\u00dfte die Regierung und wenn n\u00f6tig der Verfassungsgerichtshof bei gutem Willen auch aufgrund der 1972 dazugekommenen Bestimmung, da\u00df der Minderheitenschutz ein nationaleres Interesse sei, dem von uns verfochtenen Standpunkt Recht geben, der &#8211; wie nachgewiesen &#8211; auf der ganzen Welt einschlie\u00dflich Sowjetunion eingehalten wird. Der Verfassungsgerichtshof k\u00f6nnte der Regierung vorwerfen, da\u00df sie nicht konsequent handelt, wenn ausgerechnet S\u00fcdtirol als die europaweit als Muster hingestellte Minderheitenschutzautonomie gegen die Richtlinien der Vereinten Nationen behandelt wird. Art. 101 kann auch so gelesen werden, da\u00df die \u00f6ffentlichen Verwaltungen auch die wieder hergestellten deutschen Ortsnamen verwenden m\u00fcssen und zwar alle, vom Staate angefangen bis zur kleinsten Gemeinde. Man bedenke, da\u00df Italien bis heute sich weigert, auf den staatlich genehmigten Karten andere als die Tolomei-Ortsnamen zu verwenden im Gegensatz zum Aostatal.<\/p>\n<p>Der im Artikel 2 verfassungsrechtlich verankerte Grundsatz der substantiellen Gleichberechtigung der drei Sprachgruppen m\u00fc\u00dfte, wie der Verfassungsgerichtshof bestimmt hat, ebenso wie Artikel 102 gegen\u00fcber den Ladinern f\u00fcr die Auslegung des Artikels 101 ausschlaggebend sein. Dazu kommt, da\u00df Italien die UNO-Menschenrechtspakte mit Gesetz Nr. 881 vom 25. Oktober 1977 ratifiziert hat, in deren Gefolge im Auftrag des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen die Menschenrechtskommission in Genf nach jahrzehntelanger Beratung mit den einheimischen V\u00f6lkern, den Staaten und internationalen Organisationen eine \u201cDraft universal declaration on indigenous rights\u201d\u009d f\u00fcr die Generalversammlung genehmigt hat, in deren Paragraph 4 das kollektive Recht, die ethnische und kulturelle Eigenart und eigene Identit\u00e4t zu erhalten und zu entwickeln, einschlie\u00dflich des Rechts der V\u00f6lker und Einzelnen ihre eigenen Namen zu gebrauchen, feierlich verankert wird.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df der vom Weltrat der einheimischen V\u00f6lker 1977 in Kiruna (Samland, Schweden) beschlossenen Begriffsbestimmung (siehe Seite 18 unseres Berichtes), die von der Menschenrechtskommission vorausgesetzt wird, geh\u00f6rt das S\u00fcdtiroler Volk auch dazu.<\/p>\n<p>Es ist h\u00f6chste Zeit, da\u00df der S\u00fcdtiroler Landtag dieses Recht auf die \u201cwell establisted in common local usage\u201d\u009d befindlichen Ortsnamen gem\u00e4\u00df Richtlinien der Vereinten Nationen geltend macht. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr gewinnt das Argument an Boden, der S\u00fcdtiroler Landtag habe sich mit dem tats\u00e4chlich seit siebzig Jahren bestehenden wenn auch offensichtlich im Widerspruch zu Menschenrechten auferlegten Zustand, der einmalig in der Welt dasteht, abgefunden (acquiescence).<\/p>\n<p>Dabei geht es um die heute international so sehr beschworene historisch gewachsene Identit\u00e4t des Landes (siehe als Hintergrund zu den Mussolini-Buffarini Dekreten 1923-1940 den Text eines Briefes von Ettore Tolomei an den General Luigi Amantea vom 23.01.1919, wiedergegeben aus dem Dokumenteband zu Walter Freiberg \u201cS\u00fcdtirol und der italienische Nationalismus\u201d\u009d, herausgegeben von Josef Fontana, Universit\u00e4tsverlag Wagner-Innsbruck 1990, Seiten 263-264):<\/p>\n<p>\u201cEttore Tolomei an Luigi Amantea<br \/>\nhandschriftliches Konzept<br \/>\nVertraulich<br \/>\nRom, 23.1.19<\/p>\n<p>Sehr geehrter General,<\/p>\n<p>Sie haben so oft Ihren ausgepr\u00e4gten Staatsb\u00fcrgersinn und Ihr pers\u00f6nliches Entgegenkommen bezeugt, was mir den Mut verleiht, Ihnen zu schreiben und Ihnen mittels einer Vertrauensperson einen inoffiziellen Brief zukommen zu lassen, um Sie auf eines der in formeller Hinsicht wesentlichsten Probleme des Hochetschs aufmerksam zu machen, das sofort gel\u00f6st werden mu\u00df: die lokale Ortsnamengebung.<\/p>\n<p>Ich habe gestern lange mit Seiner Exzellenz Gen. Diaz in Anwesenheit eines gemeinsamen Freundes, des Senators Molmenti, Pr\u00e4sident der Vereinigung f\u00fcr das Hochetsch, dar\u00fcber gesprochen und werde in den n\u00e4chsten Tagen auch mit den neuen Regierungsmitgliedern dar\u00fcber sprechen. Wohlgemerkt: mein Bestereben [sic] war und wird immer einzig und allein auf die Information ausgerichtet sein; es liegt mir fern, auf Seine Exzellenz den Gouverneur von Trient Druck aus\u00fcben zu wollen und \u00fcbrigens kann der Generalstabchef bei seiner Perfektion gar nichts anderes tun, als den direkten Vorschlag dessen, der f\u00fcr diesen Staat die Verantwortung tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Im wesentlichen und auf einen einfachen Nenner gebracht, liegen die Dinge so: ist der Gouverneur \u00fcberzeugt, da\u00df f\u00fcr Bahnh\u00f6fe und Gemeinden die italienischen Namen &#8211; neben den deutschen &#8211; sofort eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, ohne da\u00df es zu Protestkundgebungen kommen wird? Wenn dem so ist, und es ist sicher so, wie Sie uns [sic] alle Milit\u00e4r- und Zivilbeh\u00f6rden, die heute \u00fcber das Hochetsch bestimmen, wissen, warum z\u00f6gert man noch? Ich beschw\u00f6re Sie, General, \u00fcber diesen Punkt reiflich nachzudenken, und appelliere an Ihr politisches Gesp\u00fcr. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen und wir werden es erreichen, da\u00df das Hochetsch zu einem St\u00fcck Italien wird, in dem zwar vorwiegend Deutschsprachige wohnen, die aber keine kompakte germanische Einheit darstellen; wenn wir also dem Gebiet zumindest ein \u00e4u\u00dferliches Kleid der Italianit\u00e0 \u00fcberziehen wollen, wenn wir das Deutschtum auf einen lokalen Dialekt zur\u00fcckstutzen und verhindern wollen, da\u00df von ihm die Gefahr eines Separatismus ausgeht, m\u00fcssen wir sofort den zweisprachigen Namen einf\u00fchren. Gerade jetzt, in diesen Monaten, in diesen Wochen, m\u00fcssen wir der Welt dringend den Eindruck vermitteln, da\u00df es sich um ein gemischtsprachiges Land handelt, was es in Wirklichkeit auch ist, und nicht um ein ausschlie\u00dflich deutschsprachiges Land, als das es bisher sowohl ausl\u00e4ndischen Besuchern als auch einheimischen Deutschen und Italienern dargestellt wurde. Die Ihnen wohlbekannte unselige b\u00fcrokratische Frage, die ihren Ursprung im bekannten Mi\u00dfverst\u00e4ndnis hat (ich habe die Sache bereits mit Seiner Exzellenz dem Gouverneur und Ihnen und jetzt auch mit Seiner Exzellenz dem Generalstabchef gekl\u00e4rt), hat leider alles um einen Monat zur\u00fcckgeworfen &#8230;! Sie haben mir zugesichert, da\u00df die Akte bez\u00fcglich der Namen noch immer in der Schublade Seiner Exzellenz liegt, und da die erw\u00e4hnte Formfrage gel\u00f6st und das Kommissariat als beratendes Organ akkreditiert ist, sehen Sie zu, General, sehen Sie zu. Ich bitte Sie, daf\u00fcr Sorge zu tragen, da\u00df die Akte unverz\u00fcglich weitergeleitet wird, ich hoffe mit der Unterst\u00fctzung der zust\u00e4ndigen Seite. An diesem Punkt scheint es mir angebracht, ganz im Vertrauen auf ein Detail des Gespr\u00e4ches mit Diaz hinzuweisen, und zwar geht es um folgendes: sollten wirklich dringende und politisch brisante Akten (meiner Meinung nach ist dies hier der Fall) im Generalsekretariat f\u00fcr Zivilangelegenheiten, das wirklich aufs \u00e4u\u00dferste mit Arbeit \u00fcberlastet ist, versanden, dann m\u00fc\u00dften Gen. Amantea direkt an seinen obersten Chef schreiben ohne weiter abzuwarten, und die Anweisungen werden schon erteilt werden. Jetzt, wo wir den Sachverhalt gekl\u00e4rt haben, liegt diese \u00e4u\u00dferst wichtige Sache nicht bei Ihnen? Die Benennung der Stra\u00dfen ist von zweitrangiger Bedeutung, aber hinsichtlich der Gemeinden mu\u00df man rasch und hinsichtlich der Bahnh\u00f6fe sehr rasch vorgehen. Wie Sie wissen, sind die letzten H\u00fcrden gefallen, da Comm. Bertarelli vom Touring Club, der Einflu\u00df hat auf Comm. D&#8217;Adamo, zwar einige Jahre gebraucht hat, um sich zu \u00fcberzeugen, da\u00df man neben Brixen auch Bressanone sagen kann, und einige weitere Jahre, um einzugestehen, da\u00df mit Kaltern auch Caldaro verwendet werden kann, jetzt aber \u00f6ffentlich die italienischen Benennungen f\u00fcr alle Gemeinden zugelassen hat. Ich bin \u00fcbrigens der Meinung, da\u00df die zweisprachige Benennung zuallererst f\u00fcr die Bahnh\u00f6fe eingef\u00fchrt werde m\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<p>Ich bin der Ansicht, da\u00df der Gouverneur im Falle der Bahnh\u00f6fe (und sei es blo\u00df wegen der milit\u00e4rischen Besetzung) ohne weiteres selbst die Initiative ergreifen k\u00f6nnte. Ich kann sowohl wegen der \u00e4u\u00dferst prek\u00e4ren Lage meiner Mutter als auch wegen der Gespr\u00e4che und Verhandlungen in Rom nicht so bald zur\u00fcckkehren. Aber die technischen Details hinsichtlich der Anwendung der Bahnhofsnamen sind in der genannten Akte enthalten, die in Ihren H\u00e4nden liegt, und zudem befindet sich Prof. De Toni vom Kommissariat, der dar\u00fcber Bescheid wei\u00df und \u00e4u\u00dferst kompetent ist, in Bozen.<\/p>\n<p>Sehr geehrter General, ich verbleibe<\/p>\n<p>mit vorz\u00fcglicher Hochachtung<\/p>\n<p>Ihr Ettore Tolomei<br \/>\nRom,<br \/>\nPiazza D&#8217;Italia, 22<\/p>\n<p>Nachla\u00df Freiberg\u201d<\/p>\n<p>weswegen wir im Artikel 3 unseres Antrages ausdr\u00fccklich auch auf das amtliche Kartenwesen hinweisen, hat sich doch Italien bisher auch \u00d6sterreich gegen\u00fcber geweigert, hinsichtlich S\u00fcdtirol die autochthonen Namen in den offiziell verwendeten Karten zu gebrauchen.<\/p>\n<p>In dem erw\u00e4hnten offiziellen Entwurf der Menschenrechtskommission f\u00fcr eine \u201cUniversal Declaration on Rights of Indigenous Peoples\u201d\u009d hei\u00dft es, da\u00df als \u201cminimum standards for the survival and the wellbeing of the indigenous peoples of the world\u201d\u009d gelten, was bereis unter Paragraph 4 erw\u00e4hnt wird, ebenso die Paragraphen 5 und 6:<\/p>\n<p>\u201cThis protection shall include, in particular, prevention of any act which has the aim or effect of depriving them of their ethnic characteristics or cultural identity, of any form of forced assimilation or integration, of imposition of foreign life-styles and of any propaganda dorogating their dignity and diversity. The right to preserve their cultural identity and traditions and to pursue their own cutural developmet. [sic]\u201d\u009d<\/p>\n<p>Was auf dem Spiele steht, ist sicher der M\u00fche wert, vor der Abgabe der Streitbeilegungserkl\u00e4rung durch \u00d6sterreich bereinigt zu werden, ja diese Erkl\u00e4rung auch von der endlichen Durchf\u00fchrung dieses weltweit anerkannten und praktizierten elementaren Rechtes abh\u00e4ngig zu machen.<\/p>\n<p>Deswegen bringen wir diesen Gesetzentwurf neuerdings ein und hoffen, da\u00df der S\u00fcdtiroler Landtag seiner schweren Verantwortung gegen\u00fcber dem S\u00fcdtiroler Volk bewu\u00dft endlich handelt.<\/p>\n<p>S\u00fcdtirol hat seit 1948 prim\u00e4re Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Ortsnamengebung, mit der Verpflichtung zur Zweisprachigkeit. Im Autonomiestatut von 1972 ist die prim\u00e4re Zust\u00e4ndigkeit zum Schutz und zur Pflege der geschichtlichen, kulturellen und k\u00fcnstlerischen Werte dazugekommen. Bis auf heute &#8211; 1991 &#8211; hat der S\u00fcdtiroler Landtag nichts unternommen, um das vom Gro\u00dfrat des Faschismus am 12. M\u00e4rz 1923 als eine der \u201cMa\u00dfnahmen zur geordneten, schnellen und wirksamen Assimilierung\u201d\u009d erlassen kgl. Dekret Nr. 800 vom 29. M\u00e4rz 1923, das nach der Option Regierungschef und Innenminister, vom 10. Juli 1940 vollendet wurde, abzuschaffen.<\/p>\n<p>Kann das \u00fcber vierzigj\u00e4hrige Unt\u00e4tigsein als ein Sich-Abfinden mit dem vom Faschismus geschaffenen Tatbestand, der vom demokratischen Italien auf internationaler Ebene nach wie vor offiziell als vollendete Tatsache verteidigt wird, ausgelegt werden? Der S\u00fcdtiroler Landtag hat sich nicht in der Lage gesehen, die orts\u00fcblichen und im allgemeinen Gebrauch stehenden Ortsnamen offiziell wiederherzustellen, weil die Regierung darauf bestanden hat, da\u00df dann derselbe Landtag die Italianisierungsma\u00dfnahmen bekr\u00e4ftigen mu\u00df, was man ihm nicht zumuten kann. Hat das Abwarten etwas gen\u00fctzt in dem Sinn, da\u00df, wenn nicht die Regierung, so doch der Verfassungsgerichtshof dem seit 1984 im Koalitionsprogramm festgeschriebenen Vorsatz recht gibt?<\/p>\n<p>Tatsache ist, da\u00df dieser Assimilierungstatbestand f\u00fcr eine v\u00f6lkerrechtlich anerkannte und ihr Heimatland mit einer Zweidrittelmehrheit besiedelnde Volksgruppe, wie die internationale Toponomastiktagung in Bozen vom 29. September bis 3. Oktober 1985 festgestellt hat, einmalig ist auf der ganzen Welt, ja auch f\u00fcr Italien, und im Widerspruch steht zu den Empfehlungen der von den Vereinten Nationen seit 1967 veranstalteten (bisher f\u00fcnf) Konferenzen zur Standardisierung bzw. Normalisierung der geographischen Namen. Dazu steht in dem in Buchform erschienenen Bericht \u00fcber die erw\u00e4hnte Toponomastiktagung als Beitrag des Univ.-Prof. Josef Breu, des \u00f6sterreichischen Vertreters auf den f\u00fcnf Konferenzen und Pr\u00e4sidenten derselben von 1977 bis 1982:<\/p>\n<p>\u201cDie Vereinten Nationen sind also aus praktischen Gr\u00fcnden interessiert, allgemein anerkannte Namen f\u00fcr jedes geographische Objekt der Erde zu erhalten. Man nennt dies \u201cinternationale Standardisierung der geographischen Namen\u201d\u009d.<\/p>\n<p>Nun ist eine der wichtigsten Voraussetzungen der internationalen die nationale Standardisierung, d.h. im Sprachgebrauch der Vereinten Nationen \u201cdie Festlegung der Schreibung geographischer Namen durch die Einzelstaaten in der betreffenden offiziellen Sprache oder in den betreffenden offiziellen Sprachen\u201d\u009d&#8230;<\/p>\n<p>Die grundlegenden Resolutionen, in welchen bereits alle bedeutenden Probleme der nationalen Namensstandardisierung erfa\u00dft sind, sind die Resolutionen 4 und 20 der ersten Konferenz von 1967, besonders jedoch Resolution 4.<\/p>\n<p>Resolution 20 enth\u00e4lt nur Erg\u00e4nzungen zu diesem Thema.<\/p>\n<p>Empfehlung 4B der ersten UN-Konferenz \u00fcber die Standardisierung der geographischen Namen 1967 in Genf lautet:<\/p>\n<p>\u201dEs wird empfohlen, da\u00df bei jedem geographischen Namen, der standardisiert werden soll, folgendes zu beachten ist:<\/p>\n<p>a) Die Erhebungen im Gel\u00e4nde und im Amt sollen so vollst\u00e4ndig wie m\u00f6glich sein, um Informationen \u00fcber die folgenden Punkte zu erhalten:<br \/>\nI. Schriftliche und m\u00fcndliche Form des Namens und seine Bedeutung nach Angabe der \u00f6rtlichen Bev\u00f6lkerung.<br \/>\nII. Schreibung im Kataster und im Grundbuch.<br \/>\nIII. Schreibung in modernen und alten Karten und in anderen historischen Quellen.<br \/>\nIV. Schreibung in Volksz\u00e4hlungsergebnissen und anderen wichtigen einschl\u00e4gigen Unterlagen.<br \/>\nV. Schreibung im Gebrauche anderer Stellen der \u00f6rtlichen Verwaltung und der technischen Dienste.<\/p>\n<p>b) Die \u00f6rtliche geographische Namensform soll auf Tonband oder mit Hilfe einer durch die nationale Namensbeh\u00f6rde gebilligten Lautschrift festgehalten werden.<\/p>\n<p>c) Art, Umfang und Lage des benannten Objekts soll so genau wie m\u00f6glich bestimmt und aufgezeichnet werden. Die Bedeutung des appellativischen Namenbestandteiles im \u00f6rtlichen Gebrauch soll klar definiert werden. (Dabei sei erw\u00e4hnt, da\u00df Luftbilder n\u00fctzliche zus\u00e4tzliche Informationen liefern k\u00f6nnen.)<\/p>\n<p>d) Wenn m\u00f6glich, sollen jeweils zwei unabh\u00e4ngige \u00f6rtliche Quellen f\u00fcr jede Erhebung ben\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Empfehlung 4C lautet:<\/p>\n<p>\u201cEs wird empfohlen, da\u00df jede Namenbeh\u00f6rde die Grunds\u00e4tze und Verfahren, die sie normalerweise im Verlaufe ihrer Arbeiten anwenden wird, formuliere, annehme und definiere. Diese Grunds\u00e4tze und Verfahrensweisen sollen beinhalten:<\/p>\n<p>a) Das formale Verfahren, welches einzuhalten ist, wenn der Namenbeh\u00f6rde Vorschl\u00e4ge auf Neurungen vorgelegt werden und die nachstehend genannten<\/p>\n<p>b) Faktoren, welche die Namenbeh\u00f6rde bei der Behandlung solcher Vorschl\u00e4ge beachten wird:<br \/>\nI. Heutiger Sprachgebrauch.<br \/>\nII. Historischer Hintergrund.<br \/>\nIII. Verfahren in mehrsprachigen Gebieten und bei schriftlosen Sprachen.<br \/>\nIV. Ausma\u00df der Vermeidbarkeit von sprachlichen Mischformen.<br \/>\nV. Vermeidbarkeit des mehrfachen Vorkommens desselben Namens.<br \/>\nVI. Vermeidbarkeit der Verwendungen von mehr als einem Namen f\u00fcr dasselbe Objekt.<br \/>\nVII. Klarstellung des genauen r\u00e4umlichen Ausma\u00dfes der Anwendung eines Namens, einschlie\u00dflich der F\u00e4lle, in denen bei gr\u00f6\u00dferen Objekten Teilbenennungen bestehen.<br \/>\nVIII. Beseitigung von Namen, gegen die gewichtige Einw\u00e4nde bestehen.<\/p>\n<p>c) Regeln der Namensschreibung, welche die Namenbeh\u00f6rde anwendet.<\/p>\n<p>d) Verfahren, die es allen interessierten Parteien erm\u00f6glichen, vor der Entscheidung der Namenbeh\u00f6rde ihre Gesichtspunkte bekanntzugeben.<\/p>\n<p>e) Formale Verfahren zur Verbreitung der Entscheidungen der Namenbeh\u00f6rde und zur Sicherstellung, da\u00df die standardisierten Namen in den Staatskarten erscheinen.\u201d<\/p>\n<p>Prof. Breu kommentiert diese Empfehlung folgenderma\u00dfen: \u201cZum Allgemeinen: Die Empfehlung handelt von Neubenennungen und Namens\u00e4nderungen. Dabei ist in erster Linie an Verh\u00e4ltnisse gedacht, wie sie etwa in Kanada vorliegen, wo die Besiedlung stetig auf d\u00fcnn- oder unbesiedelte R\u00e4ume ausgreift. Die F\u00e4lle von Namens\u00e4nderungen, die fl\u00e4chenhaft ganze Gebiete eines Altsiedellandes betreffen, sind kaum in Betracht gezogen worden. Es verlohnt jedoch, an dieser Stelle n\u00e4her auf sie einzugehen. Von solchen En-bloc-Namens\u00e4nderungen gibt es verschiedene Typen: &#8230; b) Herrschaftswechsel. Beispiel: Die Namensitalianisierung nach dem Ersten Weltkrieg in den neu erworbenen Gebieten Italiens mit slowenischer, kroatischer und deutscher Bev\u00f6lkerung. Auch diese En-block-Ersetzung [sic] w\u00fcrde, f\u00e4nde sie heute statt, nicht den bestehenden Empfehlungen der Vereinten Nationen entsprechen.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Empfehlung 4D &#8211; Mehrsprachige Gebiete:<\/p>\n<p>\u201cEs wird empfohlen, da\u00df &#8211; soweit angemessen &#8211; die nationale Beh\u00f6rde in L\u00e4ndern, in denen mehr als eine Sprache gesprochen wird,<\/p>\n<p>a) die geographischen Namen in jeder der offiziellen Sprachen und, soweit angemessen, in anderen Sprachen festsetze,<\/p>\n<p>b) die Gleichrangigkeit oder Rangfolge der offiziellen Namen klar angebe und<\/p>\n<p>c) diese offiziell anerkannten Namen in Karten und Verzeichnissen ver\u00f6ffentliche.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Kommentar von Prof. Breu: \u201cDies war eine revolution\u00e4re Empfehlung, da bis dahin sehr viele Staaten die Erfassung und Repr\u00e4sentation der geographischen Namen ihrer Minderheitensprachen grob vernachl\u00e4ssigt hatten. Entweder wurden sie gar nicht aufgezeichnet und festgesetzt oder, wenn ja, so kamen sie trotzdem in sehr vielen F\u00e4llen nicht in die amtlichen Karten und Ortsverzeichnisse &#8230;\u201d Michael B. Smart, einer der Vertreter Kanadas auf der letzten Konferenz der Vereinten Nationen \u00fcber die Standardisierung der geographischen Namen in Montreal im August 1987, der auch an der erw\u00e4hnten Bozner Tagung teilgenommen hat, f\u00fchrte auf der Konferenz in Montreal f\u00fcr Kanada u.a. aus: \u201dBei der in Nordamerika allgemeinen Bef\u00fcrwortung des Grundsatzes und Leitgedankens der Einnamigkeit sowohl bei geographischen Objekten als auch bei bewohnten \u00d6rtlichkeiten bleibt der Gro\u00dfteil der Namen in den amtlichen kanadischen Registern nicht-amtlich und au\u00dfer Verkehr &#8230; Einige von den tausenden von nicht-amtlichen Namen im amtlichen Register, die jahrzehntelang brachgelegen sind, tauchen jetzt wieder auf. Dies ist eine Folge der amtlichen Anerkennung durch die j\u00fcngst erfolgte Feststellung der sprachlichen Rechte und des damit zusammenh\u00e4ngenden Interesses &#8211; in den Fragen des kulturellen Erbes der Minderheiten und in damit zusammenh\u00e4ngenden Belangen &#8211; f\u00fcr die Rechte und Freiheiten bei jenen Ontariern, die ihre nicht-amtlichen Sprachgemeinschaften bilden. Der Ausgangspunkt f\u00fcr eine solche Politik liegt in erster Linie bei den franz\u00f6sischen oder anderen nicht-englischsprachigen Gruppen in Ontario, Manitoba und Neu Braunschweig, einschlie\u00dflich 700.000 Nicht-Franz\u00f6sischsprachiger in Quebec &#8230; Das \u201cOntario Geographic Names Board\u201d\u009d (Ortsnamenbeh\u00f6rde von Ontario) begann im August 1987 eine Studie (Umfrage) \u00fcber die franz\u00f6sischsprachige Ortsnamengebung in den Ortschaften und Landbezirken von Ost-Ontario, um die Tiefe und Weite des Gebrauchs der franz\u00f6sischen Sprache f\u00fcr die Ortsnamengebung in dieser Provinz am Ende des 20. Jahrhunderts zu ermessen&#8230;<\/p>\n<p>Die Tagung in Bozen unterstrich den Grad von Einstimmigkeit, den mehrere L\u00e4nder in dieser Beziehung erreicht haben. Der Schweizer Vertreter beschrieb die positive Erfahrung seines Landes mit der Anwendung des Territorialprinzips in diesem mehrsprachigen Land. Dieses Prinzip verlangt die Unver\u00e4nderlichkeit und Unversehrtheit der Sprachgrenzen bei der Behandlung von bodenst\u00e4ndigen Ortsnamen in mehrsprachigen Gebieten. Der Vertreter Frankreichs verlas ein \u00e4hnliches Papier \u00fcber die Anwendung des Prinzips des \u00f6rtlichen Gebrauchs im Elsa\u00df, gefolgt von anderen Darlegungen aus Belgien &#8211; in bezug auf Flandern &#8211; und anderen \u00fcber S\u00fcdtirol, eine Provinz, deren mehrsprachige Struktur und deren amtliche zweisprachige Toponomastik die Konferenz mit einer solchen Herausforderung konfrontierte.<\/p>\n<p>Die Konferenz bekr\u00e4ftigte die volle G\u00fcltigkeit der folgenden Grunds\u00e4tze:<\/p>\n<p>1) \u00f6rtlicher und allgemeiner Gebrauch; 2) Einnamigkeit; 3) Un\u00fcbersetzbarkeit geographischer Namen; 4) G\u00fcltigkeit des eingeb\u00fcrgerten Namens, wenn er \u00f6rtlich als solcher empfunden wird; 5) Objektivit\u00e4t bei der Behandlung der Namen und der damit zusammenh\u00e4ngenden Daten, welche die Anwendung und sprachliche Form betreffen.<\/p>\n<p>\u00dcbereinstimmung wurde beim Thema \u00dcbersetzung erzielt. In der sicheren Erkenntnis, da\u00df \u00dcbersetzungen, die vom Volk und den Gemeinschaften, die die urspr\u00fcnglichen Formen gepr\u00e4gt haben, nicht \u00fcbernommen worden sind, \u00dcbersetzungen bleiben, bekr\u00e4ftigte die Konferenz ihren Standpunkt von der Un\u00fcbersetzbarkeit geographischer Namen als solcher &#8230;<\/p>\n<p>Die Genfer Empfehlung versteht unter mehrsprachigen Gebieten solche, wie man sie im Elsa\u00df, in der Bretagne, in Flandern, in Finnland, in S\u00fcdtirol, Kanada und \u00d6sterreich antrifft &#8230;<\/p>\n<p>Das amtliche Register best\u00e4tigt, da\u00df die \u00f6rtliche und allgemeine \u00dcbernahme von toponomastischen \u00dcbersetzungen durch die Gesetzgebung nicht zur G\u00e4nze durchgesetzt oder aufgezwungen werden kann. S\u00fcdtirol ist ein graphischer Beweis, ein schriftliches Zeugnis f\u00fcr diese unumst\u00f6\u00dfliche Tatsache. Europa liefert viele \u00e4hnliche Beispiele. Die \u00dcbersetzung des Alpengipfels Glockenkarkopf mit \u201cVetta d&#8217;Italia\u201d\u009d 1905 (inoffiziell) und 1923 (offiziell) ist ein solches Beispiel.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Rein juristisch betrachtet, sieht K\u00fchebacher die massive \u00dcbersetzung seines volklichen Erbes und seines geographischen Namensverm\u00e4chtnisses als wenig mehr denn als Urkundenf\u00e4lschung an. Die Toponomastiktagung in Bozen best\u00e4tigte diese Sicht und die Rolle, die eine bodenst\u00e4ndige Toponomastik als Sprachdenkmal f\u00fcr die kulturelle Entwicklung eines Volkes und Heimatlandes hat, wovon sie eine Verk\u00f6rperung und ein Bestandteil ist. Eine solche toponomastische Symbiose von Volk und Heimat ist grundlegend f\u00fcr die meisten Kulturen und vor allem f\u00fcr Minderheitsgruppen in zweisprachigen Gebieten. Zu diesen Gebieten geh\u00f6ren Belgien, die Bretagne, Wales, Schweden, Norwegen, Finnland, Quebec und Kalifornien. Die Konferenz bekr\u00e4ftigte den Rang der bodenst\u00e4ndigen Namen als eines Horts und H\u00fcters der kulturellen und sprachlichen Wurzeln eines Volkes. Willk\u00fcrliche \u00c4nderungen einer solchen Vergangenheit durch die Gesetzgebung stellen, wie die Delegationen darlegten, einen Akt von Ausl\u00f6schung der Geschichte dar.<\/p>\n<p>Die sprachliche Stellung der Sami (Lappen), Basken, Flamen, S\u00fcdtiroler, Friesen und Slowenen als Glieder von alteingesessenen Gemeinschaften, die in der Kunst des \u00dcberlebens als Minderheiten erprobt und an die Auswirkungen amtlicher \u00dcbersetzungspolitik auf ihre Sprache und auf ihr tonponomastisches Erbe gew\u00f6hnt sind, regt manchen Vergleich mit Kanada an. Dort zeichnen sich parallele Entwicklungen ab. Das j\u00fcngste Auftauchen des Franz\u00f6sischen an verschiedenen Stellen Kanadas und in verschiedenen Formen, einschlie\u00dflich der toponomastischen, ist am bedeutsamsten in Quebec gewesen, weniger ansehnlich in Neu Braunschweig, zunehmend in Ontario, ebenso in Manitoba und in anderen Gebieten, wo diese Tendenz noch best\u00e4tigt werden mu\u00df. Die Bozner Tagung (1985) unterstrich die Wichtigkeit der Einnamigkeit der amtlichen Ortsnamengebung, d.h. den Grundsatz, da\u00df, wo immer und wann immer m\u00f6glich, nur ein amtlicher Name f\u00fcr bewohnte \u00d6rtlichkeiten und topographische Objekte gelten soll. Das w\u00fcrde bedeuten, da\u00df dort, wo gewisse bewohnte \u00d6rtlichkeiten und geographische Objekte zwei oder mehr Namen haben, im \u00f6rtlichen und allgemeinen Gebrauch anderer einheimischer Sprachen, dies in den offiziellen Registern amtlich anerkannt wird. Die Schweiz liefert das Beispiel Basel-B\u00e2le-Basilea. Auf nationaler Ebene ist Basel die amtliche Form. Alle drei Namen finden auf dieselbe Stadt Anwendung. Die Bozner Tagung hat auch den Leitgedanken bekr\u00e4ftigt, da\u00df die Einnamigkeit nicht abh\u00e4ngig ist von der Zahl der in einem bestimmten Gebiet amtlichen und nicht-amtlichen, geschriebenen und gesprochenen Sprachen, sondern ein Ma\u00dfstab f\u00fcr den wirklichen Namensgebrauch eines Volkes (oder von V\u00f6lkern), das in der Gesamtheit der betroffenen Sprachgemeinschaften lebt und dort seine Heimat hat &#8230;<\/p>\n<p>Als Kanadas einzige offiziell zweisprachige Provinz, und dies seit fast zwei Jahrzehnten, stellt Neu Braunschweig einen interessanten Hintergrund sowohl gegen\u00fcber Alberta als auch gegen\u00fcber Ontario dar. Neu Braunschweig war f\u00fcr den Ablauf der Bozner Konferenz von 1985 von gro\u00dfer Bedeutung, weil es ein nordamerikanischer Parallelfall zur Situation S\u00fcdtirols zu sein schien, wo eine andere offiziell zweisprachige Provinz mit den Spannungen und der L\u00e4hmung zu k\u00e4mpfen hat, welche mit den Doppelnamen (drei in den ladinischsprachigen T\u00e4lern) auf den Stra\u00dfenschildern, den amtlichen Karten, in den Werbebrosch\u00fcren und Fahrpl\u00e4nen einhergehen. Neu Braunschweigs letzte offizielle Reisekarte (Stra\u00dfenkarte) ist zwar zweisprachig (englisch-franz\u00f6sisch) aufgemacht (so wie auch Ontarios amtliche Stra\u00dfenkarte), weist aber nur jeweils einen Namen f\u00fcr geographische Objekte oder Ortschaften auf (mit der einzigen, bereits erw\u00e4hnten Ausnahme Grand Falls\/Grand-Sault).<\/p>\n<p>Neu Braunschweig hat noch keine eigene Beh\u00f6rde f\u00fcr geographische Namen. Es hat bei der Behandlung seiner zweisprachigen Toponomastik (Akkadisch-Englisch) weder den Weg der alternativen Namensanerkennung eingeschlagen wie Ontario noch jenen der Anerkennung mehrerer offizieller Namen wie Alberta. Was das Volksgruppenverh\u00e4ltnis betrifft, hat Neu Braunschweig einen viel gr\u00f6\u00dferen franz\u00f6sischsprachigen Bev\u00f6lkerungsanteil als Ontario (250.000 auf eine Gesamtbev\u00f6lkerung von 723.000 im Jahre 1987 &#8211; im Gegensatz zu den 500.000 Franz\u00f6sischsprachigen &#8211; auf eine Gesamtbev\u00f6lkerung von 9.304.900 &#8211; in Ontario im selben Jahr): 28,9% in Neu Braunschweig im Gegensatz zu nur 5% in Ontario.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen hat in der Resolution 1589 (L) vom 21. Mai 1971 die Unterkommission der Menschenrechtskommission mit Sitz in Genf aufgefordert, nationale und internationale Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung der Diskriminierung einheimischer V\u00f6lker vorzuschlagen.<\/p>\n<p>Derselbe Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen hat mit der Entscheidung Nr. 137 vom Jahre 1985 den Generalsekret\u00e4r ersucht, den von Herrn Martinez Cobo im Auftrag der Kommission ausgearbeiteten Bericht \u00fcber die Diskriminierung einheimischer Bev\u00f6lkerungen weltweit zu verbreiten, den Regierungen, den (durch zwischenstaatliche \u00dcbereink\u00fcnfte errichteten) Sonderorganisationen, den regionalen, zwischenstaatlichen Organisationen, den nicht staatlichen Organisationen und anderen Forschungseinrichtungen mitzuteilen, und entschieden, da\u00df die Schlu\u00dffolgerungen und Empfehlungen des Berichtes mit einer entsprechenden Einleitung durch den Generalsekret\u00e4r ver\u00f6ffentlicht werden sollen. Der Bericht des eigens ernannten Special Rapporteur Martinez Cobo ist nicht \u00fcber Nacht entstanden.<\/p>\n<p>Es folgen \u00dcbersetzungen aus dem Schlu\u00dfbericht von Martinez Cobo; zuerst wird eine Resolution der 2. Generalversammlung des Weltrates einheimischer V\u00f6lker in Kiruna, Samland, Schweden, vom 24.-27. August 1977 \u00fcber die Begriffsbestimmung \u201ceinheimisches Volk\u201d\u009d wiedergegeben, dann Teile des eigentlichen Berichtes \u00fcber Orts- und Personennamen (Abschnitte 183 und 184) und schlie\u00dflich die einschl\u00e4gigen Teile der \u201cSchlu\u00dffolgerungen, Vorschl\u00e4ge und Empfehlungen\u201d\u009d, was die Abschaffung traditioneller einheimischer Ortsnamen (Abschnitt 470) betrifft:<\/p>\n<p>\u201cVorgeschlagene allgemeine Definition (Begriff):<\/p>\n<p>\u201cDer Weltrat einheimischer V\u00f6lker erkl\u00e4rt, da\u00df einheimische V\u00f6lker solche Volksgruppen wie wir sind, die wir seit alters das Land, wo wir wohnen, bewohnt haben, die wir uns bewu\u00dft sind, eine Eigenart zu besitzen, mit gesellschaftlichen Traditionen und Ausdrucksmitteln, welche mit dem von unseren Vorfahren ererbten Land im Zusammenhang stehen, mit einer eigenen Sprache und mit gewissen wesentlichen und einzigartigen Merkmalen, die uns feste \u00dcberzeugung verleihen, zu einem Volk zu geh\u00f6ren, das eine eigene Identit\u00e4t besitzt, und als solches von anderen angesehen wird. (Res. 2, Argentinien)\u201d\u201d<\/p>\n<p>183. Die althergebrachten Orts- und Personennamen haben f\u00fcr die einheimischen V\u00f6lker und Einzelpersonen eine tiefe Bedeutung. Die unerbetene Verleihung von Namen und die aufgezwungene Ersetzung von althergebrachten Namen mit fremdl\u00e4ndischen, aus anderen Kulturkreisen und anderen Gebieten der Welt, stellt, gelinde gesagt, eine Tat von kulturellem Zwang und kultureller Aggression dar.<\/p>\n<p>184. Das ist der von den einheimischen V\u00f6lkern selbst diesbez\u00fcglich eingenommene Standpunkt. In der Formulierung eines bedeutenden Kongresses Einheimischer ist die Verleihung von Personennamen, die der einheimischen Kultur fremd sind, als \u201cein Aggressionsakt, der zum Identit\u00e4tsverlust unserer V\u00f6lker f\u00fchrt\u201d\u009d, bezeichnet worden (Absatz 3 der Pr\u00e4ambel der Entschlie\u00dfung \u00fcber indianische Orts- und Personennamen, Konferenz von Cuzco, 1980). 34\/ Die Ersetzung der urspr\u00fcnglichen Namen von D\u00f6rfern, St\u00e4dten, Bergen, Fl\u00fcssen, Stra\u00dfen, Pl\u00e4tzen usw. durch fremde Namen stellt ebenfalls eine kulturelle Aggression dar (Absatz 4 der Pr\u00e4ambel zu derselben Entschlie\u00dfung). 35\/ Demzufolge wird im beschlie\u00dfenden Teil der Entschlie\u00dfung beschlossen, \u201cden einheimischen V\u00f6lkern zum Ziele zu machen, Personen- und Ortsnamen in der ganzen Tiefe ihrer Bedeutung wiederzugewinnen und wiederherzustellen.\u201d<\/p>\n<p>\u201cVorschl\u00e4ge und Empfehlungen:<\/p>\n<p>470. Die aufgezwungene Verleihung von Namen und die willk\u00fcrliche Ersetzung traditioneller Namen durch fremdl\u00e4ndische von anderen Kulturkreisen und aus anderen Regionen der Welt, stellt zumindest einen kulturellen \u00dcbergriff und Aggressionsakt dar.<\/p>\n<p>Die Abschaffung traditioneller einheimischer Ortsnamen und die Verleihung an einheimische Personen von Namen, die der einheimischen Kultur fremd sind und von den interessierten einheimischen Personen nicht verlangt oder gebilligt worden sind, mu\u00df aufh\u00f6ren. Bem\u00fchungen m\u00fcssen unternommen werden, die Wiedereinf\u00fchrung traditioneller einheimischer Orts- und Personennamen zu fordern, indem so weitgehend wie m\u00f6glich ihnen angef\u00fcgte fremde Elemente wieder entfernt werden, vorausgesetzt, da\u00df die interessierten einheimischen Personen es so w\u00fcnschen.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Es folgt der Art. 27 (\u00fcber Ortsnamen) des vom estnischen Obersten Sowjet am 18. Januar 1989 endg\u00fcltig beschlossenen Gesetzes \u00fcber das Estnische als Staatssprache. Der Anteil der Esten an der Bev\u00f6lkerung der Republik hat sich seit der Annexion an die Sowjetunion 1940 von 92 auf 61% verringert. Das Gesetz konnte nicht zuletzt deshalb in Kraft treten, weil zwar Estnisch als Staatssprache geregelt wird, jedoch gleichzeitig Russisch als Muttersprache anerkannt wird, so da\u00df jeder, der sich in seiner russischen Muttersprache an die Beh\u00f6rde wendet, das Recht hat, in dieser Sprache die Antwort zu erhalten. Die Amtssprache im allgemeinen bleibt jedoch das Estnische:<\/p>\n<p>\u201cAkt. 27: Die Ortsnamen der Estnischen Republik werden nur in estnischer Sprache bezeichnet. Zugelassen sind nur jene Ausnahmen, die durch geschichtliche und geschichtlich-kulturelle Gr\u00fcnde bedingt sind. Jede \u00d6rtlichkeit in der Estnischen Republik hat nur eine offizielle Benennung. Sie wird mit den Buchstaben des estnisch-lateinischen Alphabets festgehalten und kann gem\u00e4\u00df den in der Estnischen Republik geltenden Regeln in die Systeme anderer Alphabete \u00fcbersetzt werden.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Zu der im Verfassungsgesetz enthaltenen Verpflichtung zur Zweisprachigkeit mu\u00df festgestellt werden, da\u00df der Pariser Vertrag diese Verpflichtung nicht enth\u00e4lt, denn er spricht von \u201cparification\u201d\u009d der beiden Sprachen in den \u00f6ffentlichen \u00c4mtern und in amtlichen Urkunden, \u201cas well as in bilingual topographic naming\u201d\u009d, was w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt bedeutet: \u201cwie auch in der zweisprachigen Ortsnamengebung\u201d\u009d. Mit anderen Worten: Wo die Ortsnamengebung zweisprachig ist, sind beide Sprachen gleichgestellt. Der Verfassungsgerichtshof wiederholt in dem sonst alles eher als f\u00fcr S\u00fcdtirol gro\u00dfz\u00fcgigen Urteil Nr. 242 vom 13. April 1989: \u201cKein Zweifel, da\u00df im Zusammenhang mit diesen Merkmalen (ganz eigenartige Merkmale) der erw\u00e4hnte italienisch-\u00f6sterreichische Vertrag von 1946, der in Italien mit einfachem Gesetz durchgef\u00fchrt wurde, einen bedeutenden Einflu\u00df aus\u00fcbt, da er, wie auch die Rechtslehre annimmt, den besten Auslegungsschl\u00fcssel darstellt, um die Besonderheit der im Trentino-S\u00fcdtirol verwirklichten autonomen Ordnung zu verstehen.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Die UNGEGN (United Nations Group of Experts on Geographical Names) und die Konferenzen haben selbstverst\u00e4ndlich ber\u00fccksichtigt, was fast gleichzeitig die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen zur Beseitigung der Diskriminierung einheimischer Bev\u00f6lkerungen vorgeschlagen hatte.<\/p>\n<p>Der Vertreter Italiens auf der vorl\u00e4ufig letzten Konferenz der Vereinten Nationen \u00fcber die Standardisierung\/Normalisierung der geographischen Namen im August 1987 in Montreal, Dr. Alessandro Toniolo, Chefredakteur f\u00fcr Geographie und Kartenkunde des italienischen Touring Club, hat als einer der letzten die \u201cToponymic Guidelines for Map and other Editours\u201d\u009d f\u00fcr Italien vorgelegt. Darin sind folgende sachlich einwandfreie S\u00e4tze enthalten: \u201cNeben dem Italienischen haben auch das Franz\u00f6sische und das Deutsche eine amtliche Stellung, u. zw. in der Autonomen Region Aostatal bzw. in der Autonomen Provinz Bozen. In diesen Gebieten haben diese Sprachen denselben Status wie die italienische Sprache&#8230; Was die geographischen Namen betrifft, sind die Minderheitssprachen in Italien ungleich behandelt. Der franz\u00f6sischsprachigen Minderheit im Aostatal ist Gerechtigkeit widerfahren, was doch der deutschsprachigen Minderheit in S\u00fcdtirol, die sich nichtsdestoweniger in derselben gesetzlichen Lage befindet&#8230; Obwohl die italienische Regierung den Grundsatz der Gleichstellung des Deutschen und Italienischen in S\u00fcdtirol seit 1948 anerkennt, sind die Ortsnamen dieser Provinz in allen amtlichen Grundkarten des Ma\u00dfstabs 1:25.000 und 1:50.000 des Italienischen Milit\u00e4r-Geographischen Instituts nur in ihrer italienischen Form wiedergegeben, w\u00e4hrend in vielen von privaten Verlegern herausgegebenen Karten, wie in jenen, die vom Italienischen Touring Club im Ma\u00dfstab 1:200.000 besorgt werden, beide Namensformen wiedergegeben sind, wo genug Platz ist, mit dem italienischen Namen an erster Stelle, gefolgt vom deutschen Namen an zweiter Stelle, beide durch einen Schr\u00e4gbalken getrennt (z.B. Bressanone\/Brixen, Adige\/Etsch, Val Pusteria\/Pustertal, Passo del Rombo\/Timmelsjoch). Dennoch lehnen die deutschsprachigen Einwohner S\u00fcdtirols sehr oft die italienische Form vieler Ortsnamen ab, die ja erst vor kurzem (d.h. nach dem Ersten Weltkrieg) von der italienischen Regierung eingef\u00fchrt und offiziell anerkannt wurden.\u201d<\/p>\n<p>Der Landesausschu\u00df hat im Mai 1977 den Beirat f\u00fcr Volkskunde und Ortsnamengebung beauftragt, ein Gutachten \u00fcber die wissenschaftlich einwandfrei bestehenden Ortsnamen auszuarbeiten, nach Kriterien, wie sie in den Koalitionsabkommen von 1984 und 1989 wiederholt werden. Das Ergebnis der Arbeit wurde dem Landesausschu\u00df im April 1980 vorgelegt: 1367 Gemeinde-, Fraktions- und Weilernamen im deutschen Sprachgebrauch entsprechen den Grunds\u00e4tzen, im italienischen Sprachgebrauch nur 29, zuf\u00e4llig gleichviel wie Ende 1919 nach dem Sturz des Kabinetts Orlando vom Zivilgouverneur Credaro unter dem Ministerpr\u00e4sidenten Nitti belassen worden sind.<\/p>\n<p>Ende 1918 hatte Tolomei als selbsternannter Sprach- und Kulturkommiss\u00e4r bei den Spitzen der italienischen Besatzung erreicht, da\u00df in den wichtigsten Ortschaften an den Ortseinfahrten und Bahnh\u00f6fen \u00fcber den deutschen die erfundenen italienischen Bezeichnungen angebracht wurden.<\/p>\n<p>Wenn dieses Gesetz in Kraft tritt, tritt f\u00fcr die Toponomastik in S\u00fcdtirol derselbe Zustand ein, wie er bis auf heute in ganz Italien, einschlie\u00dflich des Trentino und mit Ausnahme des Aostatales (s. unten) herrscht. Es gibt keine allgemeine gesetzliche Regelung der Ortsnamengebung, es gibt auch kein wie immer anerkanntes geographisches W\u00f6rterbuch. \u201cManca tuttora\u201d\u009d, schreibt Toniolo 1987 im Bollettino dell&#8217;Associazione italiana di Cartografia n. 65-70, \u201clo strumento fondamentale su cui sperare per la realizzazione di un&#8217;opera indispensabile ai geografi, ai cartografi e a quanti operano sul territorio.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df italienischer Verfassung (Art. 133, letzter Absatz) und Durchf\u00fchrungsgesetzen (bes. Art. 16, D.P.R. Nr. 616 vom 24. Juli 1977), sind die Regionen im allgemeinen, \u201cnach Anh\u00f6ren der betroffenen Bev\u00f6lkerungen\u201d\u009d, f\u00fcr die Namen der Gemeinden, die Gemeinden f\u00fcr die Namen der Fraktionen und Weiler (weil \u201cvon ausschlie\u00dflich \u00f6rtlichem Interesse\u201d\u009d) zust\u00e4ndig. Was die Spezialregionen betrifft, haben nur die Nordregionen Aostatal, Friaul-Julisch-Venetien und Trentino bzw. S\u00fcdtirol ausdr\u00fccklich umfassende prim\u00e4re bzw. sekund\u00e4re (Friaul) Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Toponomastik im allgemeinen. F\u00fcr die Provinz Aosta wurde am 22. Juni 1939 ein kgl. Dekret (Nr. 1442) erlassen, womit die Bezeichnungen von 32 Gemeinden in die italienische Form \u201czur\u00fcckgef\u00fchrt\u201d\u009d wurden. Mit Gesetz vom 9. Dezember 1976, Nr. 61, hat der Regionalrat die offizielle Bezeichnung aller Gemeinden des Aostatales festgesetzt, wobei nur Aosta\/Aoste zweinamig ist, f\u00fcr alle anderen Gemeinden wurde die urspr\u00fcngliche franz\u00f6sische Bezeichnung widerhergestellt.<\/p>\n<p>Art. 2 des erw\u00e4hnten aostanischen Gesetzes \u00fcberl\u00e4\u00dft die offizielle Benennung aller anderen Orte dem Regionalausschu\u00df nach Anh\u00f6rung der Gemeinder\u00e4te und der zust\u00e4ndigen Kommission des Regionalrats. Bei uns m\u00fcssen gem\u00e4\u00df Art.101 des Verfassungsgesetzes die deutschen Ortsnamen mit Landesgesetz festgestellt werden. Es d\u00fcrfte daher zweckm\u00e4\u00dfig sein, da\u00df der Landtag zuerst die Grunds\u00e4tze gesetzlich verankert, wonach die Normalisierung der nur den nach dem Ersten Weltkrieg annektierten Gebieten verordneten Italianisierung erfolgen soll. Damit wird auch dem italienischen Verfassungsgerichtshof und wenn n\u00f6tig, dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag, Gelegenheit gegeben, die einwandfreie Art und Weise des Vorgehens gem\u00e4\u00df Pariser Vertrag zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><hr class=\"dotted-hr\" style=\"height: 4px; width: 100%; border: none; margin-top: 0em; margin-bottom: 0em; background-color: black;\"\/><\/p>\n<blockquote><p><strong>\u24be<\/strong> \u201cl disegno di legge da noi presentato in data 25 agosto 1989 \u00e8 stato respinto dal Consiglio della Provincia autonoma di Bolzano l&#8217;8 febbraio 1990 con la seguente motivazione: dopo il parere sottoposto dalla Consulta per l&#8217;etnografia e la toponomastica alla Giunta provinciale gi\u00e0 nell&#8217;aprile del 1980 in materia di toponimi, la cui esistenza \u00e8 scientificamente comprovata, si intendeva chiedere un altro parere a tre \u201csaggi\u201d\u009d e in seguito prendere una decisione.<\/p>\n<p>Dal giornale abbiamo appreso che i tre non hanno raggiunto un accordo e noi supponiamo che il \u201csaggio\u201d italiano sostenga una posizione che si basa su una possibile interpretazione dell&#8217;art. 8 n. 2 e dell&#8217;art. 101, in contrasto con l&#8217;art. 102. L&#8217;art. 102 prevede infatti il diritto delle popolazioni ladine al rispetto della loro toponomastica senza ribadire l&#8217;obbligo del bilinguismo. Come abbiamo gi\u00e0 esposto nella nostra relazione a pag. 20, l&#8217;Accordo di Parigi pu\u00f2, anzi deve essere interpretato &#8211; ai sensi delle risoluzioni delle Nazioni Unite (Conferenza per la standardizzazione dei nomi geografici) &#8211; come \u201cwell established local common usage\u201d\u009d possibilmente evitando l&#8217;uso di pi\u00f9 di un nome, non per ultimo causa la scarsa disponibilit\u00e0 di spazio per due nomi sulle carte. Se poi l&#8217;Accordo di Parigi, come sostenuto dalla Corte Costituzionale nella sentenza n. 242\/1989, rappresenta la migliore chiave di interpretazione della particolarit\u00e0 dell&#8217;ordine autonomo realizzato nel Trentino-Alto Adige, allora il Governo e &#8211; se necessario &#8211; la Corte Costituzionale dovrebbero condividere il nostro punto di vista &#8211; se hanno un po di buona volont\u00e0 e tenuto conto anche della norma aggiunta nel 1972 secondo la quale la tutela delle minoranze rappresenta un interesse nazionale; \u00e8 dimostrato che la nostra posizione viene rispettata in tutto il mondo, inclusa l&#8217;Unione Sovietica. La Corte Costituzionale potrebbe rimproverare al Governo di non agire con coerenza se proprio al Sudtirolo &#8211; con la sua autonomia e una tutela della minoranza definite modello a livello europeo &#8211; venisse riservato un trattamento contrastante con le direttive delle Nazioni Unite. L&#8217;art.101 pu\u00f2 essere interpretato anche nel modo seguente: le amministrazioni pubbliche senza eccezione alcuna, dallo Stato fin al pi\u00f9 piccolo Comune, debbono utilizzare anche i toponimi tedeschi ripristinati. Si tenga anche conto del fatto che l&#8217;Italia &#8211; a differenza di quanto succede per la Valle d&#8217;Aosta &#8211; si rifiuta tuttora di utilizzare sulle carte ufficiali nomi che non siano quelli coniati da Tolomei.<\/p>\n<p>Il principio della parificazione effettiva dei tre gruppi linguistici, contenuto nell&#8217;art. 2 e avente rango costituzionale, come ha deciso la Corte Costituzionale, dovrebbe essere decisivo ai fini dell&#8217;interpretazione dell&#8217;art. 101 come lo \u00e8 l&#8217;art. 102 per i ladini.<\/p>\n<p>Si aggiunga il fatto che l&#8217;Italia ha ratificato, con la legge 25 0tt0bre 1977, n. 881, i patti sui diritti umani dell&#8217;ONU; su incarico del Consiglio economico-sociale delle Nazioni Unite, la Commissione per i diritti umani a Ginevra ha poi approvato, dopo consultazioni con le popolazioni indigene durate decenni, una \u201cDraft declaration on indigenous rights\u201d\u009d da sottoporre all&#8217;Assemblea generale. Nel paragrafo 4 di detta dichiarazione viene solennemente stabilito il diritto collettivo di preservare e sviluppare la propria specificit\u00e0 etnica e culturale, incluso il diritto dei popoli e degli individui a utilizzare i propri nomi.<\/p>\n<p>Ai sensi della definizione approvata dal Consiglio mondiale delle popolazioni indigene nel 1977 a Kiruna (Samland, Svezia) (vedi pag. 18 della nostra relazione), definizione sulla quale si basa la Commissione per i diritti umani, anche il popolo sudtirolese rientra fra i popoli per i quali devono essere applicate le suddette norme.<\/p>\n<p>E&#8217;veramente ora che il Consiglio provinciale faccia valere questo diritto all&#8217;applicazione dei toponimi \u201cwell established in common local usage\u201d\u009d secondo le direttive delle Nazioni Unite. Pi\u00f9 il tempo passa, pi\u00f9 si impone l&#8217;argomento che il Consiglio provinciale avrebbe accettato passivamente la situazione di fatto esistente da pi\u00f9 di settant&#8217;anni (acquiescence) anche se imposta in palese contraddizione con i diritti umani, una situazione unica al mondo.<\/p>\n<p>E&#8217;in gioco l&#8217;identit\u00e0 della provincia, identit\u00e0 cresciuta nel tempo e tanto difesa a livello internazionale (si veda, come retroscena ai decreti Mussolini-Buffarini (1923-1940), il testo di una lettera di Ettore Tolomei indirizzata al generale Luigi Amantea del 23 gennaio 1919, riportata nella documentazione relativa al libro di Walter Freiberg \u201cS\u00fcdtirol und der italienische Nationalismus\u201d\u009d pubblicato a cura di Josef Fontana, Universit\u00e4tsverlag Wagner &#8211; Innsbruck, 1990, pagg. 263-264):<\/p>\n<p>\u201cEttore Tolomei a Luigi Amantea<br \/>\nBozza autografa<br \/>\nRiservata<br \/>\nRoma, 23.1.19<\/p>\n<p>Ill.re Generale, Ho avuto tante prove e del Suo alto senso di cittadino e della Sua cortesia personale, da prendermi l&#8217;ardire di scriverLe, e di spedirLe per fidata persona, una lettera non d&#8217;ufficio, e ci\u00f2 per interessarLa direttamente a quello che io giudico e che \u00e8 certamente, sotto parvenza formale, uno dei pi\u00f9 sostanziali problemi dell&#8217;Alto Adige, che richiede soluzione immediata: quello della nomenclatura locale.<\/p>\n<p>Ne ho parlato ieri lungamente con S.E. il Gen. Diaz, in compagnia d&#8217;uno comune amico, il Senatore Molmenti, presidente dell&#8217;Associazione Alto Adige, e ne parler\u00f2 nei prossimi giorni coi nuovi membri del Governo. Bene inteso, la mia esposizione non ha avuto e non avr\u00e0 altro carattere che d&#8217;informazione, che io mi guarderei bene dal sollecitare pressioni sopra l&#8217;alto giudizio di S.E. il Governatore di Trento, e del resto il Capo di S.M., nella correzione perfetta del suo agire, non pu\u00f2 che attendere il corso normale, cio\u00e8 la diretta proposta di chi ha la responsabilit\u00e0 del paese.<\/p>\n<p>In sostanza, ed a voler parlare alla buona, la cosa si presenta cos\u00ec: il Governatore \u00e8 persuaso che si possano introdurre subito i nomi italiani, accanto ai tedeschi, delle Stazioni ferroviarie e dei Comuni, senza provocare le dimostrazioni di protesta? E se cos\u00ec \u00e8, come \u00e8 certamente, e Lei e tutte le Autorit\u00e0 Militari e Civili che siedono oggi sopra le cose dell&#8217;Alto Adige lo sanno, perch\u00e9 si tarda a farlo? E&#8217;sopra questo punto che La scongiuro di riflettere, Generale, e muovo appello al suo senso politico. Noi, infatti, dobbiamo avere ed avremo nell&#8217;Alto Adige un brano d&#8217;Italia abitato s\u00ec prevalentemente da parlanti tedesco, ma non di compatta unit\u00e0 germanica, e per ci\u00f2, se vogliamo applicare al paese la veste almeno esterna, della italianit\u00e0, se vogliamo che il germanismo si riduca al valore di idioma locale, senza pericolo di efficienza separatista, occorre la immediata introduzione del nome bilingue. \u00c8 appunto adesso, in questi mesi, in queste settimane, che preme ed urge dare al mondo la sensazione del paese mistilingue, qual&#8217;\u00e8 in realt\u00e0, e non gi\u00e0 esclusivamente tedesco, quale lo si \u00e8 fatto, finora, apparire, tanto agli occhi dei visitatori stranieri, quanto a quelli di tedeschi ed italiani indigeni. La disgraziata questione burocratica che Lei sa, uscita dal noto equivoco (che del resto ho avuto cura di chiarire, come gi\u00e0 con S.E. il Governatore e con Lei, cos\u00ec ora co S.E. il C. di S.M.) ha fatto, pur troppo, perdere un mese di tempo&#8230;! Ella mi assicurava che la pratica dei nomi stava sempre nel cassetto di S.E., e poich\u00e9 ora l&#8217;accennata questione formale \u00e8 risolta, ed \u00e8 accreditato il Commissariato, quale corpo consulente, veda, Generale, veda la prego, che la pratica stessa parta con tutta urgenza, spero appoggiata dal competente consenso. A questo punto credo utile di riferire, confidenzialmente, un particolare del Colloquio co Diaz, ed \u00e8 questo: che se pratiche di vera urgenza e d&#8217;altro carattere politico (e cos\u00ec io questa giudico) dovessero arenarsi al Segretariato Generale Affari Civili, realmente oppresso di lavoro fino all&#8217;impossibile, scriva il Gen. Amantea direttamente al suo Capo supremo, senza troppo attendere, e le istruzioni veranno. Chiarita la situazione, la importantissima cosa non dipende effettivamente da Lei? Si lasci pure in secondo tempo la nomenclatura delle vie civiche, ma si faccia subito per i Comuni e subitissimo per le Stazioni. Le ultime resistenze, come Ella sa, sono cadute; giacch\u00e9 il Comm. Bertarelli, del Touring, che ha influenza presso il Comm. d&#8217;Adamo, dopo aver impiegato qualche anno a persuadersi che accanto a Brixen si poteva dire Bressanone, e qualche altro anno a confessare che insieme a Kaltern si pu\u00f2 dire Caldaro, ora ammette pubblicamente le denominazioni italiane per tutti i Comuni. Io direi, del resto, che prima di tutto si dovesse introdurre la nomenclatura bilingue per le sole Stazioni.<\/p>\n<p>Ritengo che per le Stazioni, (dal punto di vista, se non altro dell&#8217;occupazione militare) potrebbe il Governatore agire di Sua piena iniziativa, senz&#8217;altro. Io non potr\u00f2 tornare cos\u00ec presto, sia per le condizioni affatto precarie della vita di mia madre, sia per gli impegni di colloqui e trattative a Roma. Ma i dettagli tecnici dell&#8217;applicazione dei nomi delle Stazioni sono esposti nella pratica suddetta, in sue mani, e del resto si trova a Bolzano, i Prof. De Toni, del Commissariato, a parte di essa ed appieno competente:<\/p>\n<p>Voglia gradire, Illustre Generale, gli ossequi.<\/p>\n<p>Ettore Tolomei<br \/>\nRoma, Piazza D&#8217;Italia, 22<\/p>\n<p>Lascito Freiberg\u201d\u009d<\/p>\n<p>e pertanto noi, nell&#8217;art. 3 della nostra proposta, facciamo espresso riferimento alla cartografia ufficiale dato che l&#8217;Italia finora si \u00e8 rifiutata, anche nei confronti di richieste di parte austriaca, di utilizzare nelle carte ufficiali i nomi autoctoni sudtirolesi.<\/p>\n<p>Nella citata proposta ufficiale della Commissione per i diritti umani di una \u201cUniversal Declaration on Rights of Indigenous Peoples\u201d\u009d si stabilisce che come \u201cminimum standards for the survival and the wellbeing of the indigenous peoples of the world\u201d\u009d valgono le disposizioni di cui al paragrafo 4 e pure i paragrafi 5 e 6:<\/p>\n<p>\u201cThis protection shall include, in particular, prevention of any act which has the aim or effect of depriving them of their ethnic characteristics or cultural identity, of any form of forced assimilation or integration, of imposition of foreign life-styles and of any propaganda dorogating their dignity and diversity. The right to preserve their cultural identity and traditions and to pursue their own cutural developmet. [sic]\u201d\u009d<\/p>\n<p>Data la posta in gioco, vale certamente la pena chiarire la questione prima del rilascio della quietanza liberatoria da parte dell&#8217;Austria, anzi: questa dichiarazione dovrebbe essere rilasciata soltanto se prima viene finalmente attuato questo diritto elementare riconosciuto e praticato a livello mondiale. Pertanto noi ripresentiamo il nostro disegno di legge auspicando che il Consiglio della Provincia autonoma di Bolzano si renda conto delle sue gravi responsabilit\u00e0 nei confronti del popolo sudtirolese e agisca finalmente.<\/p>\n<p>La Provincia autonoma di Bolzano ha dal 1948 competenza primaria in materia di toponomastica, con l&#8217;obbligo della bilinguit\u00e0. Nello Statuto di autonomia del 1972 \u00e8 stata aggiunta la competenza primaria per la tutela e la conservazione del patrimonio storico, culturale e artistico. Fino ad oggi, cio\u00e8 fino al 1991, il Consiglio provinciale del Tirolo del Sud non ha intrapreso nulla per abrogare il Regio Decreto n. 800 del 29.3.1923 emanato quale uno dei \u201cProvvedimenti per l&#8217;Alto Adige intesi ad un&#8217;azione ordinata, pronta ed efficace di assimilazione italiana\u201d\u009d, deliberati dal Gran consiglio del fascismo il 12.3.1923, completato dopo la opzione con il decreto del duce del fascismo capo del governo e ministro dell&#8217;interno del 10 luglio 1940.<\/p>\n<p>Pu\u00f2 l&#8217;inerzia ultraquarantenne essere interpretata come il rassegnarsi col fatto compiuto dal fascismo, il quale viene difeso dall&#8217;Italia democratica ancora oggi sul piano internazionale appunto come fatto compiuto? Il Consiglio provinciale non si \u00e8 sentito in condizione di ripristinare ufficialmente il toponimi di uso corrente locale e generale perch\u00e9 il governo italiano ha insistito che in tal caso lo stesso Consiglio provinciale deve confermare le misure di italianizzazione, il che \u00e8 una richiesta ultra vires. Ma, ci si domanda, questa attesa ha servito a qualche cosa nel senso che, se non il governo, almeno la corte costituzionale possa dare ragione al proposito scritto dal 1984 nei programmi di coalizione?<\/p>\n<p>E&#8217;un fatto che questa misura di assimilazione per un gruppo etnico internazionalmente riconosciuto e che abita la sua terra natia con una maggioranza di due terzi \u00e8 unica al mondo e anche in Italia, come ha constatato il convegno internazionale sulla toponomastica tenuto a Bolzano dal 29 settembre al 3 ottobre 1985 e che \u00e8 in contraddizione con le raccomandazioni delle finora 5 conferenze per la standardizzazione dei nomi geografici, organizzate dalle Nazioni Unite a partire dal 1967. Nella relazione stampata su tale convegno i prof. univ. Josef Breu, rappresentante austriaco in tutte le 5 conferenze e presidente delle stesse dal \u201977 al \u2019 82 dice: \u201dLe Nazioni Unite sono dunque interessate, per ragioni pratiche, ad avere per ogni entit\u00e0 geografica un nome universalmente riconosciuto. Ci\u00f2 si chiama \u201cstandardizzazione dei toponimi\u201d\u009d. se non che uno dei presupposti pi\u00f9 importanti di quella internazionale \u00e8 la standardizzazione nazionale il che nel linguaggio delle Nazioni Unite significa la \u201cdeterminazione della grafia dei nomi geografici per opera di singoli stati nella rispettiva lingua ufficiale o nelle rispettive lingue ufficiali\u201d\u009d&#8230;<\/p>\n<p>Le risoluzioni fondamentali nelle quali sono gi\u00e0 compresi tutti i problemi importanti della standardizzazione toponomastica nazionale sono le risoluzioni n. 4 e 20 della prima assemblea del 1967, ma in modo particolare la risoluzione n. 4. La risoluzione n. 20 non contiene che osservazioni complementari sul medesimo argomento.<\/p>\n<p>Raccomandazione B &#8211; Rilevamento di nomi geografici:<\/p>\n<p>\u201dSi raccomanda di tener presente quanto segue per ogni toponimo che deve essere standardizzato:<\/p>\n<p>a) I rilevamenti all&#8217;aperto e nell&#8217;ufficio siano possibilmente completi per ottenere informazioni sui seguenti punti: I. Forma scritta e orale del nome e significato di esso secondo indicazioni della popolazione locale. II. Grafia nel catasto e nel libro fondiario. III. Scrittura in carte geografiche moderne ed antiche nonch\u00e9 in altre fonti storiche. IV. Scrittura nell&#8217;uso di altri uffici dell&#8217;amministrazione locale dei servizi tecnici. V. Scrittura in risultati di censimenti, elenchi di nomi ed altri importanti documenti pertinenti.<\/p>\n<p>b) La forma toponomastica locale sia registrata su nastro magnetico o coll&#8217;aiuto di una scrittura fonetica approvata dal centro toponomastico nazionale.<\/p>\n<p>c) Genere, estensione ed ubicazione dell&#8217;entit\u00e0 denominata siano determinati e registrati in maniera possibilmente precisa. Il significato della parte appellativa del nome nell&#8217;uso locale sia chiaramente definito. A questo proposito sia ricordato che fotografie aeree possono fornire utili informazioni complementari.<\/p>\n<p>d) Possibilmente si adoperino per i rilevamenti almeno due fonti locali indipendenti l&#8217;una dall&#8217;altra.<\/p>\n<p>Raccomandazione C:<\/p>\n<p>\u201cSi raccomanda che ogni centro toponomastico formuli, accetti e definisca le massime ed i procedimenti che normalmente applicher\u00e0 nel corso dei suoi lavori.<\/p>\n<p>Queste massime e procedimenti devono contenere:<\/p>\n<p>a) il Procedimento formale che deve essere seguito, se al centro toponomastico si presentano proposte per denominazioni nuove o cambiamenti di nomi;<\/p>\n<p>b) i fattori qui di seguito menzionati che il centro toponomastico terr\u00e0 presenti nel trattare tali proposte: I. Uso linguistico locale. II. Sfondo storico. II. Procedimento in regioni plurilingui ed in caso di lingue prive di scrittura. IV. Grado di evitabilit\u00e0 di forme linguistiche miste. V. Evitabilit\u00e0 dell&#8217;uso di pi\u00f9 d&#8217;un nome per il medesimo oggetto. VII. Individuazione della precisa area d&#8217;uso di un nome, compresi i casi in cui per oggetti piuttosto grandi si hanno denominazioni parziali. VIII. Eliminazione di nomi contro i quali si sollevano obiezioni di rilievo.<\/p>\n<p>c) Regole applicate dal centro toponomastico per la scrittura dei toponimi.<\/p>\n<p>d) Procedimenti per mettere tutte le parti interessate in grado di far presenti i loro punti di vista, prima che il centro toponomastico prenda una decisione.<\/p>\n<p>e) Procedimenti formali per la garanzia che tutti i nomi standardizzati figurino nelle carte statali.<\/p>\n<p>Commento del prof. Breu: \u201cPer la parte generale: La raccomandazione riguarda denominazioni nuove e cambiamenti di nomi. Facendo questo si pensa anzitutto a situazioni quali si hanno p. es. in Canad\u00e0, dove l&#8217;insediamento umano continua ad estendersi a spazi non abitati o quasi. I casi di cambiamenti toponomastici relativi a intere regioni di un territorio da molto tempo abitato sono stati appena presi in considerazione. Ma vale la pena di occuparcene a questo punto in modo dettagliato. Di tali cambiamenti toponomastici in blocco si hanno diversi tipi: &#8230;b) cambiamento di dominazione. Esempio: l&#8217;italianizzazione toponomastica nelle terre annesse dall&#8217;Italia con popolazione slovena, croata e tedesca. Anche questa sostituzione in blocco, se avvenisse oggi, non corrisponderebbe alle attuali raccomandazioni delle Nazioni Unite.\u201d<\/p>\n<p>Raccomandazione D &#8211; Regioni plurilingui:<\/p>\n<p>\u201cSi raccomanda che &#8211; nei limiti dell&#8217;adeguatezza &#8211; in paesi nei quali si parlano pi\u00f9 lingue, l&#8217;autorit\u00e0 nazionale:<\/p>\n<p>a) stabilisca i toponimi in ciascuna delle lingue ufficiali e, qualora sia opportuno, anche in altre lingue;<\/p>\n<p>b) indichi chiaramente la parit\u00e0 di ordine o l&#8217;ordine di successione dei nomi ufficiali e<\/p>\n<p>c) pubblichi questi nomi ufficialmente riconosciuti in carte ed elenchi.\u201d<\/p>\n<p>Commento del prof. Breu: \u201cQuesta era una raccomandazione rivoluzionaria, perch\u00e9 fino ad allora moltissimi stati avevano gravemente trascurato il rilevamento e la registrazione dei toponimi nelle lingue delle loro minoranze. O non li si accertavano e registravano o non trovavano posto, in moltissimi casi, nelle carte e negli elenchi toponomastici nazionali.\u201d<\/p>\n<p>Michael B. Smart, uno dei rappresentanti del Canad\u00e0 nell&#8217;ultima conferenza delle Nazioni Unite sulla standardizzazione dei nomi geografici a Montreal nell&#8217;agosto 1987, il quale ha partecipato anche al convegno di Bolzano, in tale conferenza ha detto tra l&#8217;altro: \u201cCol consenso generale nell&#8217;America del Nord per il principio e il concetto di un nome unico sia per entit\u00e0 geografiche caratteristiche sia per localit\u00e0 abitate, la gran parte dei nomi nei registri ufficiali canadesi rimane non-ufficiale e fuori uso &#8230;<\/p>\n<p>Alcuni delle migliaia di nomi non ufficiali nel registro ufficiale, che sono rimasti lettera morta per decenni, risorgono adesso. Questa \u00e8 una conseguenza del riconoscimento ufficiale, in seguito alla recente identificazione dei diritti linguistici, e del concomitante interesse, nelle questioni del patrimonio culturale delle minoranze e nelle questioni connesse, dei diritti e delle libert\u00e0 degli abitanti dell&#8217;Ontario che formano comunit\u00e0 linguistiche finora non ufficialmente riconosciute. Queste politiche si concentrano in prima linea sul gruppo francese e su altri gruppi non di lingua inglese nell&#8217;Ontario, Manitoba e New Brunswick, comprese 700.000 persone di lingua non francese nel Quebec &#8230;<\/p>\n<p>L&#8217;autorit\u00e0 competente per i nomi geografici dell&#8217;Ontario ha iniziato nell&#8217;agosto 1987 l&#8217;esame della toponomastica in lingua francese nei centri abitati e nei distretti rurali dell&#8217;Ontario orientale, per rendersi conto dell&#8217;ampiezza e profondit\u00e0 dell&#8217;uso toponomastico in lingua francese di questo scorcio del 20\u00b0 secolo.<\/p>\n<p>Il convegno di Bolzano ha sottolineato il grado di unanimit\u00e0 raggiunto in questo riguardo da pi\u00f9 paesi rappresentati. Il delegato della Svizzera ha descritto l&#8217;esperienza positiva del suo paese nell&#8217;attuare il principio territoriale in questo stato multilingue. Il principio territoriale proclama la immutabilit\u00e0 e l&#8217;integrit\u00e0 dei confini linguistici nel trattamento dei toponimi autoctoni in aree multilingui.<\/p>\n<p>Il delegato francese ha svolto un&#8217;analoga relazione sull&#8217;applicazione del principio dell&#8217;uso locale nell&#8217;Alsazia, seguito da altre relazioni dal Belgio riguardo le Fiandre ed altre sull&#8217;Alto Adige, una provincia la cui struttura multilingue e la cui toponomastica ufficialmente bilingue ha confrontato la conferenza con una sfida di questo genere. La conferenza ha confermato l&#8217;integrit\u00e0 dei seguenti principi:<\/p>\n<p>1) uso locale e comune; 2) univocit\u00e0 3) non-traducibilit\u00e0 dei nomi propri; 4) integrit\u00e0 del nome radicato cos\u00ec come viene percepito localmente\u00a0 5) obiettivit\u00e0 nel trattamento dei nomi e dei dati connessi nella applicazione e nella forma linguistica.<\/p>\n<p>\u00c8 stato raggiunto un consenso in materia di traduzione. Fermo restando che traduzioni non recepite dal popolo e dalle comunit\u00e0, alle quali appartengono le forme originarie, rimangono traduzioni, la conferenza ha confermato la sua posizione sulla non-traducibilit\u00e0 dei nomi geografici come nomi. La raccomandazione di Ginevra del 1967 si indirizza ad aree multilingui come l&#8217;Alsazia, la Bretagna, le Fiandre, la Finlandia, l&#8217;Alto Adige, il Canad\u00e0 e l&#8217;Austria.<\/p>\n<p>I documenti ufficiali confermano che il recepimento locale o comune di traduzioni toponomastiche non pu\u00f2 essere interamente imposta con legge. L&#8217;Alto Adige \u00e8 una prova letterale di questo fatto. L&#8217;Europa fornisce molti di questi esempi. La traduzione della vetta alpina \u201cGlockenkarkopf\u201d\u009d in \u201cVetta d&#8217;Italia\u201d\u009d avvenuta rispettivamente nel 1905 (non ufficialmente) e nel 1923 (ufficialmente) \u00e8 uno di questi esempi.<\/p>\n<p>Valutandola in termini giudiziari, K\u00fchebacher considera la traduzione massiccia della sua eredit\u00e0 e del suo patrimonio nazionale di nomi geografici come non molto di pi\u00f9 di un falso in atti pubblici. La conferenza toponomastica di Bolzano ha appoggiato questo punto di vista ed il ruolo della toponomastica autoctona come momento linguistico della evoluzione culturale di un popolo e di una terra natia di cui \u00e8 un&#8217;incarnazione e una parte integrante. Una tale simbiosi toponomastica di popolo e terra natia (Heimat) \u00e8 fondamentale per la maggior parte delle culture, specialmente per gruppi minoritari in aree bilingui. Tali aree comprendono il Belgio, la Bretagna, il Wales, la Svezia, la Finlandia, la Norvegia, il Quebec e la California. La conferenza ha confermato il ruolo dei nomi autoctoni come depositari e custodi delle radici culturali e linguistiche di un popolo. Cambiamenti arbitrari di tali testimonianze mediante legge costituiscono, cos\u00ec hanno ragionato i delegati, un atto di obliterazione della storia.<\/p>\n<p>La posizione linguistica del Sami (lapponi), baschi, fiamminghi, sudtirolesi, frisiani e sloveni quali membri di comunit\u00e0 autoctone sperimentate nell&#8217;arte di sopravvivere quali minoranze e abituate agli effetti di politiche ufficiali di traduzione sulla loro lingua e sull&#8217;eredit\u00e0 toponomastica, invita a qualche confronto col Canad\u00e0. Ne appaiono sviluppi paralleli. Il recente risorgere del francese attraverso il Canad\u00e0 in varie forme, compresa quella della toponomastica, \u00e8 stato pi\u00f9 cospicuo nel Quebec, meno nel New Brunswick, maggiore nell&#8217;Ontario e anche nel Manitoba e da affermarsi ancora in altre aree. Il convegno di Bolzano dell&#8217;85 ha sottolineato l&#8217;importanza della univocit\u00e0 nella toponomastica ufficiale, cio\u00e8 il concetto di un nome ufficiale, ogniqualvolta ci\u00f2 sia possibile per localit\u00e0 abitate e per entit\u00e0 topografiche caratteristiche. Ci\u00f2 significa che laddove certe localit\u00e0 abitate e certe entit\u00e0 geografiche hanno due o pi\u00f9 nomi di uso locale e comune in altre lingue autoctone, ci\u00f2 deve essere riconosciuto ufficialmente nel documento nazionale. La Svizzera fornisce l&#8217;esempio di Basel-B\u00e2le-Basilea. Sul piano nazionale la forma ufficiale \u00e8 Basel. Tutti e tre i nomi valgono per una citt\u00e0. Il convegno di Bolzano ha anche rafforzato l&#8217;idea che la univocit\u00e0 non \u00e8 in funzione del numero delle lingue ufficiali o altrimenti scritte e parlate in una determinata area, ma piuttosto il segno dell&#8217;uso effettivo da parte di uno o pi\u00f9 popoli che abitano radicati nell&#8217;ambito complessivo delle comunit\u00e0 linguistiche interessate.<\/p>\n<p>Quale unica provincia ufficialmente bilingue del Canad\u00e0 e che \u00e8 stata cos\u00ec strutturata per due decenni, il New Brunswick rappresenta un interessante sfondo rispetto agli stati-province dell&#8217;Alberta e dell&#8217;Ontario. Il New Brunswick assumeva un significato toponomastico singolare nelle discussioni della conferenza di Bolzano del 1985 in quanto appariva come parallelo nordamericano rispetto alla situazione maturata nel S\u00fcdtirol, dove un&#8217;altra provincia ufficialmente bilingue si sta battendo con le tensioni e le paralisi associate a nomi doppi (tripli nelle valli ladine) nei cartelli stradali, nelle carte ufficiali, negli opuscoli e negli orari. La pi\u00f9 recente carta turistica (stradale) ufficiale del New Brunswick, pur essendo inserita in un involucro bilingue (francese-inglese), come succede anche per l&#8217;Ontario, mostra solo un nome per entit\u00e0 geografica singolare gi\u00e0 annotata dei Grand Falls\/Grand-Sault).<\/p>\n<p>Il New Brunswick non ha ancora una propria autorit\u00e0 per i nomi geografici, esso non ha finora intrapreso n\u00e9 l&#8217;indirizzo del riconoscimento alternativo di nomi n\u00e9 quello del riconoscimento di pi\u00f9 nomi ufficiali nel trattamento della sua toponomastica bilingue (acadian-inglese). Le proporzioni tra i gruppi sono: il New Brunswick ha 250.000 francofoni su una popolazione di 723.000 nel 1987 (una quota-parte uguale al 28,9% della popolazione), mentre l&#8217;Ontario ha 500.000 francofoni su una popolazione di 9.304.900 (5%).\u201d<\/p>\n<p>Il consiglio economico-sociale della Nazioni Unite nella risoluzione 1589 (L) del 21 maggio 1971 ha invitato la sottocommissione per i diritti umani con sede a Ginevra di proporre misure nazionali ed internazionali per la eliminazione della discriminazione dei popoli autoctoni.<\/p>\n<p>Lo stesso consiglio con deliberazione n. 137 del 1985 ha invitato il segretario generale delle Nazioni Unite a diffondere in tutto il mondo la relazione elaborata da Martinez-Cobo per incarico della sottocommissione sulla discriminazione delle popolazioni autoctone e di comunicarla ufficialmente ai governi, alle organizzazioni specializzate istituite in base a convenzioni internazionali, alle organizzazioni internazionali regionali ed alle organizzazioni non-statali e ad altri istituti accademici e di ricerca e ha deciso che le conclusioni e le raccomandazioni contenute nella relazione vengano pubblicate con una introduzione del segretario generale. Tale relazione dello Special Rapporteur Martinez-Cobo non \u00e8 maturata da un giorno all&#8217;altro.<\/p>\n<p>Seguono traduzioni dalla relazione finale di Martinez-Cobo: dapprima la risoluzione della seconda assemblea generale del consiglio mondiale delle popolazioni indigene (autoctone) svoltasi a Kiruma (Samland, Svezia) dal 24 al 27 agosto 1977, sulla definizione di popolo indigeno, dopo parti della relazione concernenti i nomi di localit\u00e0 e di persone (13 e 184) e finalmente le \u201cConclusioni, proposte e raccomandazioni\u201d\u009d per quanto concerne la soppressione di toponimi indigeni (n. 470):<\/p>\n<p>Proposta di definizione generale: \u201cIl consiglio mondiale delle popolazioni indigene dichiara che popoli indigeni sono gruppi linguistici come noi che da sempre abbiamo abitato la terra su cui viviamo e che siamo consci di possedere caratteristiche peculiari con tradizioni ed espressioni societarie connesse con la terra ereditata dai nostri avi, con una propria lingua e con certe caratteristiche essenziali e peculiari che ci rendono fermamente convinti di appartenere ad un popolo che ha una propria identit\u00e0 e che viene considerato come tale dagli altri.\u201d\u009d (Risoluzione n. 2, Argentina)<\/p>\n<p>\u201c183. I nomi tradizionali di localit\u00e0 e di persone hanno per le popolazioni indigene e per le persone singole un&#8217;importanza profonda. La imposizione non richiesta di nomi e la sostituzione imposta di nomi tradizionali con nomi stranieri provenienti da altre sfere culturali e da altre regioni del mondo rappresentano, a dir poco, un fatto di costrizione e di aggressione culturale.<\/p>\n<p>184. Questo \u00e8 il punto di vista assunto dalle popolazioni indigene: nella formulazione adottata da un importante congresso di indigeni la imposizione di nomi di persone estranei alla cultura endogena \u00e8 stata definita \u201cun atto di aggressione che porta alla perdita di identit\u00e0 dei nostri popoli\u201d\u009d (comma terzo del preambolo della Risoluzione sui nomi di localit\u00e0 e di persone indiane della conferenza di Cuzco del 1980). \u201cLa sostituzione dei nomi originari di villaggi, citt\u00e0, monti, fiumi, strade e piazze eccetera con nomi stranieri rappresenta ugualmente un&#8217;aggressione culturale\u201d\u009d (comma 4 del preambolo della stessa risoluzione). Di conseguenza nella parte dispositiva della risoluzione si dice \u201cdi prefiggersi come obiettivo per le popolazioni indigene di ricuperare e restituire i nomi di persone e i toponimi nella pienezza del loro significativo.\u201d<\/p>\n<p>\u201cProposte e raccomandazioni:<\/p>\n<p>470. La imposizione di nomi e l&#8217;arbitraria sostituzione di nomi tradizionali con nomi di sfere culturali straniere o di altre regioni del mondo rappresenta per lo meno un atto di sopruso e di aggressione culturale. L&#8217;abrogazione di toponimi tradizionali indigeni e la imposizione a persone indigene di nomi estranei alla cultura endogena, non richiesti od approvati dalle stesse, deve cessare. Devono essere compiuti sforzi per ripristinare i toponimi e i nomi di persone autoctoni-tradizionali eliminando fin dove \u00e8 possibile gli elementi estranei aggiunti, nel presupposto che le persone interessate lo desiderino.\u201d Segue l&#8217;art. 27 (sui toponimi) della legge estone, deliberata definitivamente dal soviet supremo dell&#8217;Estonia il 18 gennaio 1989, che sancisce la lingua estone come lingua dello stato. La quota-parte degli estoni della popolazione delle repubblica \u00e8 diminuita dall&#8217;annessione all&#8217;Unione Sovietica nel 1940 dal 92% al 61%. La legge ha potuto entrare in vigore anche perch\u00e9, pur elevando l&#8217;estone a lingua dello stato, il russo viene riconosciuto come madrelingua di modo che chiunque si rivolge all&#8217;autorit\u00e0 nella madrelingua russa, ha il diritto di ottenere una risposta in tale lingua.<\/p>\n<p>Lingua ufficiale rimane tuttavia l&#8217;estone:<\/p>\n<p>\u201cArt. 27: I toponimi della repubblica estone vengono designati soltanto nella lingua estone. Sono ammesse soltanto le eccezioni giustificate da motivi storici e storico-culturali. Ciascuna localit\u00e0 nella repubblica estone possiede soltanto una denominazione ufficiale. Questa viene scritta con le lettere dell&#8217;alfabeto estone-latino e pu\u00f2 essere tradotta secondo le regole vigenti nella repubblica estone nei sistemi degli altri alfabeti.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Per quanto concerne l&#8217;obbligo alla bilinguit\u00e0, scritto nello statuto di autonomia, deve essere constatato che l&#8217;accordo di Parigi non contiene un obbligo in tale senso perch\u00e9 parla di \u201cparification\u201d delle due lingue negli uffici pubblici e nei documenti ufficiali \u201cas in bilingual topographic naming\u201d\u009d, il che significa letteralmente \u201ccome anche nella toponomastica bilingue\u201d\u009d. In altre parole: laddove la toponomastica \u00e8 bilingue, le due lingue sono equiparate. La Corte Costituzionale ripete nella sentenza n. 242 del 13 aprile 1989, nel complesso tutt&#8217;altro che favorevole per l&#8217;autonomia:<\/p>\n<p>\u201cNon vi \u00e8 dubbio che, in relazione ai tali caratteri, il gi\u00e0 ricordato accordo italo-austriaco del 1946, il quale \u00e8 stato reso esecutivo in Italia con un atto avente valore di legge ordinaria, esercita una notevole influenza, dal momento che costituisce, come pure si ritiene in dottrina, la migliore chiave interpretativa per comprendere la specialit\u00e0 dell&#8217;ordinamento autonomistico realizzato nel Trentino-Alto Adige.\u201d\u009d<\/p>\n<p>L&#8217;UNGEGN (United Nation Group of Experts on Geographical Nemes) e le conferenze hanno ovviamente tenuto conto di quanto quasi contemporaneamente aveva proposto la commissione per i diritti umani delle Nazioni Unite per la eliminazione della discriminazione delle popolazioni autoctone.<\/p>\n<p>Il rappresentante dell&#8217;Italia nella conferenza, per ora ultima, sulla standardizzazione dei nomi geografici a Montreal nell&#8217;agosto 1987, dott. Alessandro Toniolo, redattore capo per la geografia e cartografia del Touring Club Italiano, ha presentato come gli altri Stati le \u201cToponymic guidelines for map and other editors\u201d\u009d per l&#8217;Italia. Si traduce dall&#8217;ingelse: \u201dAccanto all&#8217;italiano anche il francese e il tedesco hanno uno status ufficiale nella Regione autonoma della Valle d&#8217;Aosta e nella Provincia autonoma di Bolzano-Bozen rispettivamente. In queste aree tali lingue hanno lo stesso status della lingua italiana&#8230;<\/p>\n<p>Per quanto concerne i nomi geografici le lingue minoritarie in Italia non sono trattate alla stessa stregua. Alla minoranza francofona nella Valle d&#8217;Aosta viene resa giustizia per quanto concerne la toponomastica, ma non alla minoranza tedescofona nel Tirolo del Sud la quale tuttavia si trova nella stessa situazione legale &#8230;<\/p>\n<p>Per quanto concerne i nomi geografici le lingue minoritarie in Italia non sono trattate alla stessa stregua. Alla minoranza francofona nella Valle d&#8217;Aosta viene resa giustizia per quanto concerne la toponomastica, ma non alla minoranza tedescofona nel Tirolo del Sud la quale tuttavia si trova nella stessa situazione legale&#8230;<\/p>\n<p>Bench\u00e9 il governo italiano riconosca il principio dello status uguale del tedesco e dell&#8217;italiano nel Tirolo del Sud, dal 1948 i toponimi di questa provincia sono registrati soltanto nella loro forma italiana in tutte le carte base ufficiali 1:25.000 e 1:50.000 dell&#8217;Istituto Geografico Militare Italiano, mentre in molte carte prodotte dalla cartografia privata, come quelle edite dal Touring Club Italiano su scala 1:200.000 entrambe le versioni sono registrate, laddove lo spazio lo permette, col nome italiano primo seguito dalla forma tedesca separati l&#8217;uno dall&#8217;altro da una sbarra (ad es. Bressanone\/Brixen, Adige\/Etsch, Val Pusteria\/Pustertal, Passo Rombo\/Timmelsjoch). La popolazione tedescofona del Tirolo del Sud tuttavia spesso rifiuta e rigetta la forma italiana di molti toponimi stabiliti soltanto recentemente (cio\u00e8 dopo la prima guerra mondiale) e riconosciuti ufficialmente dal governo italiano.\u201d\u009d<\/p>\n<p>La giunta provinciale ha incaricato, nel maggio 1977, la consulta per l&#8217;etnografia e la toponomastica di elaborare un parere sui toponimi esistenti secondo criteri scientificamente ineccepibili, come sono stati poi ripetuti negli accordi di coalizione del 1984 e del 1989. Il risultato del lavoro venne presentato alla giunta provinciale nell&#8217;aprile 1980: 1367 nomi di comuni, frazioni e borgate in uso tedesco corrispondono ai principi, mentre soltanto 29 in uso italiano, per caso altrettanti quanti alla fine del 1919, dopo la caduta del gabinetto d&#8217;Orlando, sono stati confermati dal governatore civile Credaro, nominato dal presidente del consiglio Nitti.<\/p>\n<p>Alla fine del 1918 Tolomei aveva ottenuto quale autonominato commissario per la lingua e la cultura presso i vertici delle forze di occupazione italiane che all&#8217;entrata delle localit\u00e0 pi\u00f9 importanti e nelle stazioni ferroviarie venissero apposte, al di sopra di quelle tedesche, le denominazioni italiane da lui inventate.<\/p>\n<p>Se questa legge entra in vigore, nel Tirolo del Sud per la toponomastica si instaura lo stesso regime esistente in tutta l&#8217;Italia, compreso il Trentino, eccetto la Valle d&#8217;Aosta. Non esiste una disciplina legislativa generale della toponomastica. Non esiste neanche un dizionario toponomastico comunque riconosciuto. \u201cManca tuttora\u201d\u009d, scrive Toniolo nel 1987 nel Bollettino dell&#8217;Associazione italiana di Cartografia n. 65\/70, \u201clo strumento fondamentale su cui sperare per la realizzazione di un&#8217;opera indispensabile ai geografi, ai cartografi e a quanti operano sul territorio.\u201d\u009d<\/p>\n<p>Secondo la costituzione italiana (art. 133, ultimo comma) e la relativa norma di attuazione (art. 16 D.P.R. n. 616 del 24.7.77) le regioni sono competenti in generale per le denominazioni dei comuni, \u201csentite le popolazioni interessate\u201d\u009d, ei comuni per le denominazioni delle frazioni e borgate, perch\u00e8 di \u201cinteresse esclusivamente locale\u201d\u009d. Per quanto concerne le regioni a statuto speciale soltanto quelle del nord, Valle d&#8217;Aosta, Friuli-Venezia Giulia e Trentino rispettivamente Tirolo del Sud, hanno espressamente una competenza primaria rispettivamente secondaria (il Friuli) per la toponomastica in generale. Per la provincia di Aosta il 22.6.39 venne emanato il regio decreto n. 1442 con il quale la denominazione di 32 comuni venne ricondotta nella forma italiana. Con legge n. 61 del 9 dicembre 1976 il consiglio regionale ha stabilito la denominazione ufficiale di tutti i comuni della Valle d&#8217;Aosta, dove soltanto Aosta\/Aoste ha 2 nomi, mentre per tutti gli altri comuni venne ripristinata la denominazione originaria francese.<\/p>\n<p>L&#8217;art. 2 della legge aostana menzionata demanda la denominazione ufficiale di tutte le altre localit\u00e0 alla giunta regionale, sentiti i consigli comunali e la competente commissione del consiglio regionale. Da noi, in base all&#8217;art. 101 dello Statuto, i toponimi tedeschi devono essere accertati con legge provinciale.<\/p>\n<p>Si ritiene quindi opportuno che il consiglio provinciale stabilisca dapprima con legge i principi, in base ai quali deve avvenire la normalizzazione della toponomastica nei territori italianizzati dopo la prima guerra mondiale. Con ci\u00f2 viene data occasione anche alla Corte Costituzionale italiana e, se necessario, alla Corte Internazionale dell&#8217;Aia, di verificare il modo di procedere ineccepibile in base all&#8217;accordo di Parigi.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Wortmeldung des Landtagsabgeordneten Alfons Benedikter, Auszug aus dem Wortprotokoll der 212. Sitzung vom 8. Juli 1993 \u00b7 Intervento del consigliere provinciale Alfons Benedikter, estratto dal resoconto integrale della seduta n. 212 del 8 luglio 1993<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u24b9 Unser am 25. 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