{"id":10466,"date":"2012-03-09T02:41:28","date_gmt":"2012-03-09T01:41:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10466"},"modified":"2024-09-08T07:10:50","modified_gmt":"2024-09-08T05:10:50","slug":"sprachliche-integration-auf-katalanisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10466","title":{"rendered":"Sprachliche Integration auf Katalanisch."},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die offizielle Integrationssprache hierzulande <a title=\"Zeitbombe f\u00fcr die Integration.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=6663\">die Staatssprache ist<\/a>, Zuwandererkinder (auch <a title=\"Eisacktal: Sprache vor Integration.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10102\">auf einheimische Empfehlung<\/a>) \u00fcberdurchschnittlich oft die <a title=\"Neue S\u00fcdtiroler in den Schulen.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=7498\">nationalsprachliche Schule besuchen<\/a> und im \u00dcbrigen vor allem viel Improvisation vorherrscht, werden in Katalonien seit langem N\u00e4gel mit K\u00f6pfen gemacht. Im Jahr 2008 hat die <em>Generalitat de Catalunya<\/em> (katalanischer Staat) in Zusammenarbeit mit der <em>Plataforma per la llengua<\/em> (Plattform f\u00fcr die katalanische Sprache) einen Leitfaden f\u00fcr Fachleute herausgegeben, um Katalanisch zur Integrationssprache zu machen. Ich habe damit begonnen, weite Teile dieses Handbuchs ins Deutsche zu \u00fcbersetzen, weil sein Inhalt \u2014 f\u00fcr eine Minderheitensprache \u2014 sehr interessante Ans\u00e4tze und Hinweise enth\u00e4lt. Es verdeutlicht au\u00dferdem, was unsere Landesregierung bislang v\u00f6llig verschlafen hat. Vielleicht kann das eine oder andere Argument \u00fcber diesen Umweg Eingang in die S\u00fcdtiroler Integrationsarbeit finden \u2014 wenngleich selbstverst\u00e4ndlich nicht alles \u00fcbernommen werden kann und soll. Manches wird, auf den S\u00fcdtiroler Kontext \u00fcbertragen, \u00fcbertrieben erscheinen.<\/p>\n<p>Ein nicht unwichtiges Detail: Im Jahr 2008, als diese Publikation herausgegeben wurde, waren in Katalonien Sozialisten, Republikanische Linke und Gr\u00fcne an der Regierung. Das wird einige S\u00fcdtirolerinnen beim Durchlesen des folgenden Textes erstaunen.<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Leitfaden zur sprachlichen Integration von Zuwanderern<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n<p>Der \u00bbLeitfaden zur sprachlichen Integration von Zuwanderern\u00ab richtet sich an Lehrer, Sozialarbeiter, Freiwillige, Fachleute der \u00f6ffentlichen Verwaltung und \u2014 im Allgemeinen \u2014 an all jene Personen, die mit der Aufnahme von neu zugereisten Kindern und Jugendlichen im Schulalter sowie deren Familien zu tun haben. Er enth\u00e4lt \u00dcberlegungen und praktische Hilfe, um den Gebrauch der katalanischen Sprache bei der Arbeit, diese Bev\u00f6lkerungsmitglieder zu Begleiten und in die Gesellschaft einzuschlie\u00dfen, bewusst zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Der Ausgangspunkt zur Erstellung der vorliegenden Unterlagen war die \u00dcberzeugung, dass die Grundlage f\u00fcr kulturelle Vielfalt und Integration der Respekt f\u00fcr die Eigenheiten des Individuums sein muss; dies macht jedoch einen gemeinsamen Rahmen erforderlich, um eine Gesellschaft zu schaffen, die allen die gleichen Chancen und Freiheiten garantiert. Diese Chancen k\u00f6nnen ohne sprachliche Inklusion nur schwerlich wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Letzthin sind zahlreiche sehr innovative Ideen und Integrationsans\u00e4tze in katalanischer Sprache entstanden. Doch in der kompexen und pluralistischen Gesellschaft, in der wir leben, k\u00f6nnen Lehrer und Schulzentren die Bildungsarbeit \u2014 die zur gesellschaftlichen und sprachlichen Entwicklung der heranwachsenden Generationen n\u00f6tig sind \u2014 nicht mehr alleine leisten. Deshalb ist heute die Koordinierung von Zielsetzungen und Vorgangsweisen wichtiger denn je, um die Arbeit im sozialen und im Bildungsbereich \u2014 beim Empfang und bei der gesellschaftlichen Inklusion von neu zugereisten Mitb\u00fcrgern \u2014 aufeinander abzustimmen. Sie sind die ersten sprachlichen Bezugspunkte dieser Personen (in den Freizeiteinrichtungen, den Sportzentren, den \u00f6ffentlichen Diensten, den Elternvereinigungen usw.).<\/p>\n<p>Der Leitfaden bietet also eine Sammlung an Vorschl\u00e4gen und Empfehlungen f\u00fcr verschiedene Fachleute. Sie verfolgen ein konkretes sprachliches Ziel und k\u00f6nnen in verschiedenen Bereichen angewandt werden. Ebenso sind Inhalte vorhanden, die die Plataforma per la Llengua (Plattform f\u00fcr die katalanische Sprache) bereits im Rahmen ihres eigenen Engagements f\u00fcr die sprachliche Integration von Zuwanderern ausgearbeitet hatte. Es handelt sich dabei vor allem um Erkenntnisse aus der Studie \u00bbdie neu zugereisten Sch\u00fcler und die katalanische Sprache: eine transversale Perspektive\u00ab (Plataforma per la Llengua, 2005) und um die B\u00fcndelung von Erfahrungen, welche verschiedenste Vereine im Bereich der Migration gesammelt haben. Diese Vereine haben Projekte durchgef\u00fchrt, um den neuen Katalaninnen und Katalanen die katalanische Sprache n\u00e4herzubringen und mit ihnen unseren Willen zur gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung zu teilen.<\/p>\n<p>Aus rechtlichen und soziolinguistischen Gr\u00fcnden ist dieser Leitfaden auf den Gebrauch in Katalonien (Verwaltungsbereich der Generalitat de Catalunya) ausgerichtet. Trotzdem sind wir der Auffassung, dass einige der \u00dcberlegungen und Vorschl\u00e4ge auch f\u00fcr andere Gebiete, in denen die katalanische Sprache gesprochen wird, n\u00fctzlich sein werden.<\/p>\n<p><strong>Der Aufbau des Handbuchs<\/strong><\/p>\n<p>In den ersten drei Bl\u00f6cken sind die Inhalte so strukturiert, dass die drei grundlegenden Etappen der sprachlichen Integration zur Geltung kommen: Der Erstkontakt, der Spracherwerb und die gesellschaftlichen Beziehungen.<\/p>\n<p>Der Erstkontakt betrifft die Gesamtheit der Prozesse, die sich zwischen Voreinschreibung und Eingliederung des Sch\u00fclers in die neue schulische Umgebung bzw. in die Freizeitaktivit\u00e4ten abspielen. Die Aufnahme junger Zuwanderer in ihre Arbeitsumgebung f\u00e4llt auch in diese erste Phase. Im zweiten Abschnitt wird sowohl der Spracherwerb fokussiert, der in der Schule und bei au\u00dferschulischen T\u00e4tigkeiten stattfindet, als auch die Lernerfahrung der Eltern. Im dritten Abschnitt geht es um die Entwicklung gesellschaftlicher Beziehungen, konkret um die Interaktionen mit den zugewanderten Sch\u00fclern auf der einen und mit ihren Familien auf der anderen Seite.<\/p>\n<p>Zu jedem Thema werden Hilfsangebote und empfohlenes Arbeitsmaterial aufgez\u00e4hlt [wird auf <img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\"> ausgelassen, da nur f\u00fcr Katalonien von Interesse, Anm.], die wir unter dem Titel \u00bbWerkzeuge\u00ab zusammengefasst haben. Sie beziehen sich vor allem auf jene Bereiche, wo deren Gebrauch besonders sinnvoll sein wird: Die formale Schulbildung (Grund-, Mittel- und Oberschule), die informelle Bildung (Freizeit- und Sportvereine usw.) sowie die \u00f6ffentliche Verwaltung (Integrationsdienststellen von Gemeinden und Bezirken, soziale Wohlfahrt, Ambulatorien usw.).<\/p>\n<p>Im letzten Teil werden sechs Erfolgsmethoden [best practices, Anm.] vorgestellt: Das sind Projekte von Schulen, Vereinen, Unternehmen oder der \u00f6ffentlichen Verwaltung, die der kurz- oder mittelfristigen F\u00f6rderung der katalanischen Sprache dienen. Jede Erfolgsmethode ist mit einer Evaluation versehen; sie enth\u00e4lt Kommentare und Ratschl\u00e4ge, wie man die interessantesten Aspekte der jeweiligen Erfahrung je nach Anwendungsgebiet noch verst\u00e4rken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>1. Der Erstkontakt<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.1. Die Sprachgewohnheiten der Bildungs- und Sozialarbeiter<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir als Personen, die die neue Bev\u00f6lkerung empfangen \u2014 ob dies nun in Gemeinde\u00e4mtern, Ambulatorien, Schulen, Freizeit- oder Sporteinrichtungen etc. ist \u2014 die katalanische Sprache im Umgang mit ihnen beibehalten, erf\u00fcllen wir bereits eine wichtige Aufgabe der Inklusion von Zuwanderern, weil:<\/p>\n<p>a) \u2026wir ihren gesellschaftlichen Ausschluss verhindern. Sicherlich wurden wir schon mehrmals mit der \u00dcberlegung konfrontiert, dass \u00bbdie neuen Katalanen die katalanische Sprache nicht lernen brauchen, weil ohnehin jeder in Katalonien Kastilisch [Spanisch] versteht\u00ab. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Integration nicht mit der M\u00f6glichkeit der Kommunikation ersch\u00f6pft ist: Integration umfasst die M\u00f6glichkeit, in Gleichheit mit allen anderen B\u00fcrgern an einem Ort zu leben. Deshalb ist die Aufnahme von Sch\u00fclern und Familien in einem Gebiet, dessen Landessprache Katalanisch ist, ohne ihnen Zugang zu dieser Sprache zu gew\u00e4hren, eine zus\u00e4tzliche Form des gesellschaftlichen Ausschlusses.<\/p>\n<p>b) \u2026wir ihnen die Gelegenheit bieten, die katalanische Sprache zu erlernen. Fachleute, die in Bildungs- und Sozialeinrichtungen in Ortschaften arbeiten, wo der gesellschaftliche Gebrauch der katalanischen Sprache geringer ist, haben noch mehr als anderswo die Aufgabe, den Zuwanderern die Gelegenheit zum katalanischen Spracherwerb zu bieten.<\/p>\n<p>c) \u2026wir die Bedingungen f\u00fcr unsere Sprache verbessern k\u00f6nnen. Im Rahmen unseres Aufgabenbereichs k\u00f6nnen wir dazu beitragen, dass die katalanische Sprache gest\u00e4rkt wird. Die neue Bev\u00f6lkerung hat das sprachliche Panorama unseres Landes ver\u00e4ndert: Aus einer Situation der Zweisprachigkeit sind wir zu einer mehrsprachigen Situation \u00fcbergegangen (allein in Katalonien werden \u00fcber 200 Sprachen gesprochen). In diesem neuen Kontext kann die katalanische Sprache ein \u00bbTreffpunkt\u00ab zwischen B\u00fcrgern unterschiedlicher Ursprungskulturen sein.<\/p>\n<p>d) \u2026wir die Chancengleichheit f\u00f6rdern. Die aktuelle Gesetzgebung beinhaltet den Gebrauch der katalanischen Sprache als Recht aller B\u00fcrger, im katalanischen Autonomiestatut ist zudem die Pflicht verankert, sie zu beherrschen. Wenn wir uns also auf Katalanisch an neue Mitb\u00fcrger wenden, ist dies eines der Mittel, \u00fcber die wir verf\u00fcgen, um sie bei der Aus\u00fcbung ihrer Rechte und Pflichten zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Um die katalanische Sprache beizubehalten, m\u00fcssen wir uns eine neue Gewohnheit aneignen: Die, dem Gebrauch der Sprache in allen Situationen treu zu bleiben, unabh\u00e4ngig von der Herkunft des Gespr\u00e4chspartners. Wenn wir nicht verstanden werden, k\u00f6nnen wir einige Vorkehrungen treffen, die die Kommunikation erleichtern, unter anderem:<\/p>\n<ul>\n<li>Langsamer sprechen als gew\u00f6hnlich.<\/li>\n<li>Das Gespr\u00e4ch mit Gesten oder Bildern unterst\u00fctzen.<\/li>\n<li>Den Wortschatz und den Satzbau vereinfachen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir sollten nicht die Sprache wechseln, es sei denn, wir werden von unserem Gespr\u00e4chspartner ausdr\u00fccklich dazu aufgefordert. Falls wir gebeten werden, Sprache zu wechseln und gleichzeitig \u00fcberzeugt sind, dass dies hilfreich sein k\u00f6nnte, sollten wir jene Sprache ben\u00fctzen, die dem Gespr\u00e4chspartner \u2013 und nicht uns selbst \u2014 am n\u00e4chsten ist (das wird also nicht immer die kastilische [spanische] Sprache sein).<\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p><strong>1.2. Die Notwendigkeit, Katalanisch zu lernen<\/strong><\/p>\n<p>Die neu zugewanderten Personen wissen vielleicht noch nicht, welch positive Auswirkungen das Erlernen der katalanischen Sprache hat. Deshalb sollten wir uns als Fachleute in den unterschiedlichsten Bereichen des Empfangs positive Argumente vergegenw\u00e4rtigen und sie den Zuwanderern vermitteln, um den Spracherwerb zu f\u00f6rdern (dies soll jedoch nicht eine Quelle von Spannungen werden). Im Folgenden stellen wir einige Gr\u00fcnde vor, die beweisen, dass das Katalanische in unserem Land zur \u00dcberwindung von Grenzen beitr\u00e4gt:<\/p>\n<p>a) Die Sprache ist f\u00fcr M\u00fctter und V\u00e4ter erforderlich, da es die wichtigste Schulsprache ihrer Kinder sein wird.<\/p>\n<p>b) Sie erlaubt es, mit dem Schulzentrum zu kommunizieren und dessen Aktivit\u00e4ten mitzuverfolgen.<\/p>\n<p>c) Sie verleiht Selbstvertrauen, weil man damit wie die meisten anderen B\u00fcrger in der Landessprache kommunizieren kann (im Gemeindeamt, im Gesundheitssprengel, am Markt, in der Freizeit usw.)<\/p>\n<p>d) Sie tr\u00e4gt zur Empathie mit den Einheimischen bei, die den Gebrauch der katalanischen Sprache \u2014 bewusst oder unbewusst \u2014 positiv einstufen.<\/p>\n<p>e) In zahlreichen Kursen, die Zuwanderern angeboten werden, werden Sprachdiplome verliehen, die bei der Arbeitssuche hilfreich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>f) Die katalanische Sprache ist als Mittel der gesellschaftlichen Inklusion wirksamer als andere Sprachen an anderen Orten. Ein Zuwanderer marokkanischen oder ecuadorianischen Ursprungs wird in Madrid gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten haben, als Einheimischer akzeptiert zu werden, blo\u00df weil er Kastilisch spricht.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen den neuen Mitb\u00fcrgern Informationen \u00fcber Sprachkurse erteilen, die ihren Erfordernissen gerecht werden.<\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p><strong>1.3. Die \u00f6ffentlichen Hilfsmittel f\u00fcr die Orientierung und die Unterst\u00fctzung zum Sprachempfang<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4ufig st\u00f6\u00dft man auf die falsche Auffassung, dass der Sprachempfang bzw. die Sprachvermittlung ausschlie\u00dfliches Terrain von Sprachlehrern und Tutoren an den Schulen sind. Vielmehr stimmt, dass die Programme und Instrumente, die von der Generalitat [katalanischer Staat, Anm.], vor allem \u00fcber den \u00bbPlan f\u00fcr die Sprache und den gesellschaftlichen Zusammenhalt\u00ab zur Verf\u00fcgung gestellt werden (Integrationskurse, sprachlicher Empfang etc.), so ausgelegt sind, dass die Sprachvermittlung ein globales und von allen Fachleuten mitgetragenes Ziel wird, um die neuen Mitb\u00fcrger bei uns aufzunehmen.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund k\u00f6nnen wir uns \u2014 stets freundlich \u2014 an Kollegen wenden, die wenig Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die katalanische Sprache im Umgang mit Zuwanderern an den Tag legen, um sie dahingehend aufzukl\u00e4ren, dass ihr Verhalten:<\/p>\n<p>a) \u2026die Effektivit\u00e4t von \u00f6ffentlichen Programmen und Instrumenten schw\u00e4chen k\u00f6nnte, die darauf abzielen, dass die neuen Katalanen die Landessprache erlernen.<\/p>\n<p>b) \u2026dem Engagement anderer Kollegen abtr\u00e4glich sein k\u00f6nnte, die sich zur sprachlichen Integration der Kinder verpflichtet haben.<\/p>\n<p>Andererseits k\u00f6nnen wir sie darauf aufmerksam machen, dass wir im Internet zahlreiches Material und Instrumente vorfinden k\u00f6nnen, die \u00f6ffentliche Verwaltungen sowie andere Institutionen und Organisationen zur Verf\u00fcgung stellen, mit denen die Sprachvermittlung an Kinder und Erwachsene erleichtert wird:<\/p>\n<ul>\n<li>Allgemeine Informationen und Sprachangelegenheiten: B\u00fcro f\u00fcr Sprachangelegenheiten.<\/li>\n<li>Orientierung im Bildungsbereich: Bildungsdienste und Materialsammlungen im Internet auf den Webseiten des Bildungsdepartements der Generalitat.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Kommunikation mit den Familien: \u00dcbersetzungsdienste, Online\u00fcbersetzer usw.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p><strong>1.4. Der Erstkontakt in der Schule oder bei Freizeitaktivit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n<p>Beim ersten Kontakt mit den Familien ist es besonders wichtig, dass die Kommunikation so flie\u00dfend wie m\u00f6glich ist, weil wir auf der einen Seite m\u00f6glichst viele Informationen vermitteln m\u00fcssen (im Falle von Schulen und Instituten m\u00fcssen wir au\u00dferdem allgemeine Informationen \u00fcber unser Schulsystem erteilen), w\u00e4hrend es andererseits unerl\u00e4sslich ist, bei dem Gespr\u00e4ch mit der Familie die Ausgangslage des neuen Sch\u00fclers gut kennenzulernen, sein Schulniveau und die bereits beherrschten Sprachen in Erfahrung zu bringen. Die Kenntnis dieser Informationen \u00fcber den k\u00fcnftigen Sch\u00fcler wird auch zur Bek\u00e4mpfung von Fehlern und Stereotypen (etwa: \u00bballe Marokkaner sind arabischer Muttersprache\u00ab) beitragen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sollten wir darauf achten, dass das Katalanische ab diesem ersten Kontakt die Umgangssprache mit der Familie und dem Sch\u00fcler wird:<\/p>\n<p>a) Eingangs empfiehlt es sich, immer die katalanische Sprache zu benutzen. Falls die Kommunikation schwierig ist, sollte man auch auf Bilder, Gesten, kurze und vereinfachte S\u00e4tze zur\u00fcckgreifen (vgl. Thema 1.1.).<\/p>\n<p>b) In einigen F\u00e4llen k\u00f6nnte die Priorit\u00e4t, ein flie\u00dfendes Gespr\u00e4ch mit der zugewanderten Familie zu f\u00fchren, Schwierigkeiten bereiten, der katalanischen Sprache treu zu bleiben; in diesen F\u00e4llen wird unsere Reaktion variieren, je nachdem, wie gut uns unser Gespr\u00e4chspartner versteht.<\/p>\n<p>c) Im Falle, dass wir uns gen\u00f6tigt sehen, Sprache zu wechseln, werden wir jene Sprache gebrauchen, die dem Gespr\u00e4chspartner (und nicht uns selbst) am n\u00e4chsten ist. Die kastilische [spanische] Sprache ist der naheliegendste, aber nicht unbedingt der beste Kanal. Falls wir Kastilisch w\u00e4hlen, sollte der oder die Sch\u00fcler:in bestenfalls nicht anwesend sein, damit er oder sie nicht als erstes den Eindruck erh\u00e4lt, dass die katalanische eine nicht erforderliche Sprache ist.<\/p>\n<p>d) Wir k\u00f6nnen auch einen \u00dcbersetzungsdienst benutzen. Es ist wichtig, als Ausgangssprache Katalanisch zu w\u00e4hlen, um die Vollwertigkeit dieser Sprache zu unterstreichen.<\/p>\n<p>e) Es ist unerl\u00e4sslich, der Familie die Wichtigkeit zu vermitteln, dass ihre Kinder die katalanische Sprache erlernen und auch gebrauchen. Au\u00dferdem sollten wir darauf hinweisen, welche Vorteile es auch f\u00fcr die \u00fcbrigen Familienmitglieder h\u00e4tte, wenn sie Katalanisch lernen und ihnen Orientierungshilfe zu Sprachkursen anbieten.<\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p><strong>1.5. Die sprachliche Integration im Arbeitsumfeld<\/strong><\/p>\n<p>Die Kenntnis der katalanischen Sprache ist eine f\u00fcr die berufliche Laufbahn der neuen Katalanen sehr wichtige Kompetenz.<\/p>\n<p>a) Sowohl in der Fortbildung als auch beim Zugang zum Arbeitsmarkt ist sie h\u00e4ufig die wichtigste Kommunikationssprache.<\/p>\n<p>b) Sie ist ein zentrales Element der Entfaltung pers\u00f6nlicher Unabh\u00e4ngigkeit, die bei jeder Arbeit sehr gesch\u00e4tzt wird.<\/p>\n<p>c) Sie bietet Perspektiven gesellschaftlichen Aufstiegs: Bei h\u00f6her qualifizierten Berufen sind Sprachkenntnisse wichtiger als bei weniger qualifizierten.<\/p>\n<p>d) Sie erleichtert die sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz.<\/p>\n<p>e) Ihre Kenntnis ist ein Grundrecht der Arbeiter, das den Zugang zu anderen Grundrechten wie Gesundheit, Bildung etc. erweitert und erleichtert.<\/p>\n<p>f) In Katalonien m\u00fcssen Unternehmen, die der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich sind, die Verbraucher in deren Muttersprache (Katalanisch oder Kastilisch) bedienen. Es ist deshalb notwendig, dass die Mitarbeiter die katalanische Sprachen beherrschen; andernfalls werden sie ihre Arbeit nicht gesetzeskonform aus\u00fcben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist empfehlenswert, diese Zusammenh\u00e4nge sowohl den jungen Zuwanderern als auch ihren Familien zu erkl\u00e4ren, um ihnen die Inklusion am Arbeitsmarkt zu erleichtern. Au\u00dferdem ist es wichtig, den Lehrern, Ausbildern und unseren Mitabeitern zu vermitteln, dass wir, wenn wir jungen Zuwanderern den Zugang zur und die Praxis in katalanischer Sprache nicht erleichtern, zu deren Benachteiligung beitragen, wenn es darum geht, am Arbeitsmarkt neben Einheimischen zu bestehen.<\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p><strong>2. Erwerb der katalanischen Sprache<\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1. Die Didaktik der katalanischen Sprache<\/strong><\/p>\n<p>Um die katalanische Sprache zu vermitteln, empfiehlt es sich, au\u00dfer die Methodik, die wir anwenden werden, auch die Art der Sch\u00fclerschaft und das Unterrichtsmaterial zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>a) Methodik<\/p>\n<p>Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass der kommunikative Ansatz die effektivste Methodik ist, um einem Fremdsprachler eine Sprache zu vermitteln (s\u00e4mtliche Programme, die vom Europarat ausgearbeitet wurden, gehen von dieser Erkenntnis aus). Diese Methodik verlangt, dass die Inhalte mit der Motivierung, den Interessen und den pers\u00f6nlichen Charakteristiken der Sch\u00fclerschaft in Verbindung stehen; dass die Aktivit\u00e4ten, die in der Klasse durchgef\u00fchrt werden, realit\u00e4tsnah sind; dass sie eine kommunikative Absicht verfolgen, w\u00e4hrend derer die zu erlernende Sprache das Interaktionsmedium und nicht ein Studienobjekt ist; und dass die vier Sprachkompetenzen sowohl einzeln, als auch integriert vertieft werden (m\u00fcndliches und schriftliches Verst\u00e4ndnis, m\u00fcndlicher und schriftlicher Ausdruck), und zwar mittels Aktivit\u00e4ten, bei denen die Sch\u00fcler ein vorher klar definiertes Ziel erreichen.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df kommunikativem Ansatz lernt man eine Sprache vor allem durch ihren Gebrauch. Deshalb ist es wichtig, dass die Didaktik von einem m\u00f6glichst breiten Gebrauch der Sprache begleitet wird. Den Lehrern muss ihre diesbez\u00fcgliche Verantwortung bewusst sein.<\/p>\n<p>Lehrer und Ausbilder k\u00f6nnen ihr Sprachniveau den F\u00e4higkeiten der Sch\u00fcler anpassen, Fehler sollten w\u00e4hrend der Konversation auf m\u00f6glichst subtile Weise korrigiert werden. Die Kenntnis der Muttersprache des Sch\u00fclers kann die Effektivit\u00e4t des Spracherwerbs erleichtern.<\/p>\n<p>b) Art der Sch\u00fclerschaft<\/p>\n<p>Falls die Sch\u00fcler noch alfabetisiert werden m\u00fcssen, muss ber\u00fccksichtigt werden, dass:<\/p>\n<ul>\n<li>\u2026vor der schriftlichen Kompetenz eine gewisse m\u00fcndliche Kompetenz erreicht werden muss. In dem Ma\u00dfe, wie die Kenntnisse fortschreiten, werden sich beide Kompetenzen verweben.<\/li>\n<li>\u2026vor allem visuelles Schulmaterial mit altersgerechtem Inhalt benutzt werden muss.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was die \u00fcbrigen Sch\u00fcler betrifft, muss ber\u00fccksichtigt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>\u2026dass der Erwerb der katalanischen Sprache problemloser verl\u00e4uft, wenn Sch\u00fcler in den Kindergarten oder in die Grundschule integriert werden, als wenn sie in die Mittelschule einsteigen. Dies ist vor allem auf die katalanische Immersion <a title=\"Katalanische Immersion, europ\u00e4isches Modell.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8937\">[siehe]<\/a> zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/li>\n<li>In der Mittelschule sind die Fachkenntnisse bereits sehr wichtig f\u00fcr die Unterrichtsteilnahme. Um gleiche Zugangsvoraussetzungen zu schaffen, wird deshalb empfohlen, Sch\u00fclern, die direkt in die Mittelschule einsteigen, parallele Sprach- und Unterst\u00fctzungskurse anzubieten, die auch Fachsprachen (Mathematik, Sozial- und Naturwissenschaften\u2026) vermitteln.<\/li>\n<\/ul>\n<p>c) Material<\/p>\n<p>Im Internet stehen umfassende Bibliographiesammlungen zur Verf\u00fcgung, insbesondere auf der Homepage des Bildungsdepartements der Generalitat, wo auch eine Klassifizierung nach Zielpublikum m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p><strong>2.2. Der Umgang mit kultureller und sprachlicher Diversit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Die Vielfalt an Kulturen und Herkunftssprachen, die wir in Schulklassen, Freizeit- und Sporteinrichtungen usw. vorfinden, sollte aus dem Gesichtspunkt der Sprachvermittlung nicht als Problem, sondern als Bereicherung und Chance verstanden werden. Die Aufnahme von Personen mit sehr unterschiedlicher Herkunft:<\/p>\n<p>a) \u2026ist eine Herausforderung, die zur Verbesserung unserer Arbeitsweise beitragen kann.<\/p>\n<p>b) \u2026erm\u00f6glicht es uns, Kulturen und Sprachen aus fernen L\u00e4ndern sowie neue Denk- und Probleml\u00f6sungsans\u00e4tze kennenzulernen.<\/p>\n<p>Im Bereich der Sprachvermittlung ist es von grundlegender Wichtigkeit, die interkulturelle Bildung zu praktizieren, d.h., wir sollten den Sch\u00fclern Werte vermitteln, die es erm\u00f6glichen, fremde Sichtweisen zu verstehen und sie mit den unseren in Beziehung zu setzen. Dies kann durch die folgenden Vorschl\u00e4ge erreicht werden:<\/p>\n<p>a) Wir k\u00f6nnen Aktivit\u00e4ten organisieren, die Gewohnheiten, Traditionen und kulturelle Besonderheiten der Herkunftsl\u00e4nder der Mitsch\u00fcler vermitteln.<\/p>\n<p>b) Wir sollten die unterschiedlichen Kulturen aber auch nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig unterstreichen, um nicht Distanz zu schaffen. W\u00e4hrend jeder Aktivit\u00e4t, die mit der Sch\u00fclerschaft organisiert wird, sollten stets Unterschiede und \u00c4hnlichkeiten gleichzeitig im Vordergrund stehen. So gibt es etwa Traditionen, die vielen Kulturen und Religionen gemein sind, obwohl sie sich anders \u00e4u\u00dfern \u2014 etwa die Sonnenwendfeieren oder die Neujahrsfeierlichkeiten.<\/p>\n<p>c) Wir sollten den Sch\u00fclern m\u00f6glichst viel \u00fcber die kulturelle und sprachliche Diversit\u00e4t in unserem Land vermitteln. Die Wichtigkeit von Spanisch und Englisch sollte genauso unterstrichen werden wie jene des Arabischen, des Chinesischen, von Wolof, Urdu usw. Die Sprache, die diese so diverse Gesellschaft zusammenh\u00e4lt, ist die katalanische.<\/p>\n<p>d) Es ist empfehlenswert, \u00fcber die Wichtigkeit von landeseigenen Sprachen zu reden, um \u00fcber die Situation von Sprachen zu sensibilisieren, die \u2014 wie das Katalanische \u2014 in einer Minderheitensituation waren oder sind. Wir sollten darauf aufmerksam machen, dass in Katalonien viele Menschen leben, deren Muttersprache eine Berbersprache oder Quechua sind, die ebenfalls \u00bbminorisiert\u00ab werden. Dies st\u00e4rkt das Selbstwertgef\u00fchl ihrer Sprecher und erweitert den Horizont der \u2014 einheimischen wie zugewanderten \u2014 Sch\u00fclerschaft \u00fcber die vielen Sprachen, die in Katalonien gesprochen werden.<\/p>\n<p><strong>2.3. Die Teilnahme am Unterricht und der schulische Erfolg<\/strong><\/p>\n<p>Im Schulunterricht k\u00f6nnte der Sch\u00fcler, der die katalanische Sprache nicht ausreichend beherrscht, das Interesse am gesamten Unterrichtsinhalt verlieren, wodurch das Risiko des schulischen Scheiterns steigt. Alle Lehrer m\u00fcssen sich bewusst sein, dass:<\/p>\n<p>a) \u2026der Migrationshintergrund, f\u00fcr sich alleine, keine Ursache f\u00fcr R\u00fcckst\u00e4nde im Spracherwerb ist. Der zugewanderte Sch\u00fcler hat selbstverst\u00e4ndlich dieselben kognitiven F\u00e4higkeiten wie die einheimischen; im Falle von Sch\u00fclern, die aus einem mehrsprachigen Kontext stammen, k\u00f6nnen sie mitunter sogar eine \u00fcberdurchschnittliche Veranlagung mitbringen, eine neue Sprache zu lernen.<\/p>\n<p>b) \u2026h\u00e4ufig die Tatsache, dass seine Bed\u00fcrfnisse und Besonderheiten nicht ad\u00e4quat ber\u00fccksichtigt werden, eine emotionale Distanzierung des zugewanderten Sch\u00fclers verursachen, wodurch das Misserfolgsrisiko steigt.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssen Lehrer \u2014 als Hauptakteure der sprachlichen Integration von Sch\u00fclern \u2014 nicht nur Sprachkenntnisse f\u00f6rdern, sondern auch daf\u00fcr sorgen, dass eine emotionale Bindung zur katalanischen Sprache entsteht. Einige Strategien k\u00f6nnen folgende sein:<\/p>\n<p>a) Das Selbstbewusstsein der Sch\u00fcler st\u00e4rken, ihre Anerkennung unterst\u00fctzen und ihre Motivation best\u00e4rken. Eine M\u00f6glichkeit, dies zu erreichen, kann es sein, ihrem pers\u00f6nlichen kultuerellen und sprachlichen Reichtum Wertsch\u00e4tzung entgegenzubringen.<\/p>\n<p>b) Den Konktakt mit den Familien nicht verlieren und ihnen die Wichtigkeit der katalanischen Sprache f\u00fcr die Zukunft ihrer Kinder zu vermitteln. Die Einstellung der Eltern wirkt sich stark auf die Motivation der Sch\u00fcler aus.<\/p>\n<p>c) Den Unterricht an die Sch\u00fcler anpassen und nicht umgekehrt. Man muss sich bewusst sein, dass uns Lernerfolge und Fortschritte oft nur deshalb gering erscheinen, weil wir unsere Ziele bzw. Erwartungen zu hoch gesteckt hatten. Dies kann sich wiederum negativ auf die Motivation des Sch\u00fclers auswirken. Manchmal kann es wichtig sein, die wesentlichen Unterschiede zwischen Katalanisch und der Ursprungssprache des Sch\u00fclers zu kennen: Wenn wir beispielsweise wissen, dass Arabisch, Chinesisch oder Urdu keine Unterscheidung zwischen Gro\u00df- und Kleinbuchstaben kennen, dass die arabische Sprache nur einen Artikel hat, der weder nach Genus noch nach Anzahl unterscheidet, oder dass Wolof ein F\u00fcnfer-Z\u00e4hlsystem benutzt (sieben entspricht \u00bbf\u00fcnf plus zwei\u00ab), k\u00f6nnen wir einige Schw\u00e4chen der Sch\u00fcler besser einstufen und bewerten.<\/p>\n<p><strong>2.4. Der Spracherwerb in den Freizeiteinrichtungen<\/strong><\/p>\n<p>Es ist wichtig, dass in Freizeiteinrichtungen (Sportanlagen, Freizeitclubs, Jugendzentren\u2026) eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema stattfindet und klare Richtlinien \u00fcber den Gebrauch der katalanischen Sprache festgelegt werden, weil\u2026<\/p>\n<p>a) \u2026diese Einrichtungen eine wichtige Rolle in der gesellschaftlichen und sprachlichen Integration einnehmen, und diese nicht von den Aufgaben der Schulen getrennt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>b) \u2026sie eine bevorzugte Umgebung f\u00fcr die sprachliche Integration anbieten: Den Erwerb der katalanischen Sprache erreicht man auf eine nat\u00fcrliche und spontane Weise noch leichter, beim Zusammenleben, Sprechen und Spielen. Dies zu vernachl\u00e4ssigen, w\u00fcrde bedeuten, den Kindern eine Gelegenheit zur rascheren und besseren Integration vorzuenthalten.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, dass der Verein oder die Freizeiteinrichtung diese Erkenntnis auch den Freiwilligen vermittelt. Zeitmangel f\u00fchrt besonders bei Freiwilligen manchmal dazu, dass sie auch die Wichtigkeit der Sprachwahl nicht vertiefen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Folgenden z\u00e4hlen wir einige Vorschl\u00e4ge auf, wie sich Erzieher, Tutoren, Trainer oder Freiwillige verhalten k\u00f6nnen, um den Kindern mit Migrationshintergrund den Kontakt mit der katalanischen Sprache zu erleichtern:<\/p>\n<p>a) Eine hohe Treue zur katalanischen Sprache einhalten (vgl. Thema 1.1). Es empfiehlt sich, stets die katalanische Sprache beizubehalten, ganz unabh\u00e4ngig davon, was die Ursprungssprache des Gespr\u00e4chspartners ist, es sei denn sie oder er fordert uns ausdr\u00fccklich zu einem (zeitlich begrenzten) Sprachwechsel auf.<\/p>\n<p>b) Speziell im sportlichen Umfeld sollten Trainer\/Lehrer die jeweilige Fachsprache benutzen, damit sich bestimmte Ausdr\u00fccke nicht ausschlie\u00dflich in kastilischer [spanischer] Sprache durchsetzen. Gegebenenfalls k\u00f6nnen auch katalanische Fachw\u00f6rterb\u00fccher n\u00fctzlich sein, die gro\u00dfteils kostenlos im Internet zug\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p>c) Spiele ausw\u00e4hlen, die den Spracherwerb unterst\u00fctzen. Im Internet gibt es zahlreiche Bibliographien und Unterlagen zu diesem Thema.<\/p>\n<p>d) Aktivit\u00e4ten organisieren, die sich au\u00dferhalb der Freizeiteinrichtung im direkten Kontakt mit der katalanischen Gesellschaft abspielen, indem wir darauf achten, dass die Sprache beibehalten wird.<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p><strong>3. Die gesellschaftlichen Beziehungen<\/strong><\/p>\n<p><strong>3.1. Beziehung zu den neuen Sch\u00fclern<\/strong><\/p>\n<p>Die Schul- und Freizeiteinrichtungen sind R\u00e4ume, in denen sich menschliche Beziehungen entfalten. Deshalb kann das Interesse, eine Sprache zu lernen, zunehmen, wenn ein der Integration und Inklusion zutr\u00e4gliches Klima vorherrscht. Einige Empfehlungen:<\/p>\n<p>a) In der Beziehung zu den neuen Sch\u00fclern m\u00fcssen Lehrer, Ausbilder usw. wissen, dass weder exzessiv paternalistisches, noch \u00fcberm\u00e4\u00dfig distanziertes Verhalten von Vorteil sind. Dies gilt auch w\u00e4hrend des Sprachunterrichts. H\u00e4ufig werden die F\u00e4higkeiten der zugewanderten Kinder untersch\u00e4tzt (\u00bbdie Armen, und jetzt sollen sie auch noch Katalanisch lernen\u00ab), oder es wird aufgrund von Vorurteilen vermieden, sie auf Katalanisch anzusprechen (\u00bbsie wollen es ja gar nicht lernen\u00ab). Es ist wichtig zu wissen, dass Kinder mit Migrationshintergrund h\u00e4ufig bereits mehrere Sprachen beherrschen, weshalb es f\u00fcr sie nichts Besonderes ist, die Landessprache des Aufnahmelandes zu erlernen.<\/p>\n<p>b) Allgemeinpl\u00e4tze \u00fcber das Ph\u00e4nomen der Migration m\u00fcssen entkr\u00e4ftet werden, da sie in manchen F\u00e4llen rassistische oder ausgrenzende Verhaltensweisen f\u00f6rdern k\u00f6nnen. Das Vorurteil, dass \u00bbsie sich nicht integrieren wollen\u00ab kann Exklusion rechtfertigen. Doch die verf\u00fcgbaren Daten beweisen, dass das Vorurteil nicht der Realit\u00e4t entspricht: Die steigenden Einschreibungen zu Katalanischkursen zeigen etwa, dass es eine immer gr\u00f6\u00dfere Integrationswilligkeit gibt. Es ist sehr wichtig, die Vorurteile als solche zu erkennen und sowohl den Sch\u00fclern als auch unseren Mitarbeitern die falschen Annahmen zu erkl\u00e4ren, auf denen sie beruhen. Hierf\u00fcr ist auch die Faktensammlung \u00bbDaten zur Entkr\u00e4ftung von Vorurteilen\u00ab der Generalitat de Catalunya n\u00fctzlich.<\/p>\n<p>c) Wir k\u00f6nnen Kommunikationsstrategien anwenden, die die kulturelle und sprachliche Herkunft der Kinder ber\u00fccksichtigen, zum Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>Ihre Namen korrekt aussprechen.<\/li>\n<li>Gru\u00dfformeln der Herkunftssprache benutzen.<\/li>\n<li>Themen ausw\u00e4hlen, die mit ihrer Herkunft oder ihrem Leben in Verbindung stehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p><strong>3.2. Beziehungen zu den Familien<\/strong><\/p>\n<p>Im Laufe des Schuljahres ist es wichtig, dass wir die Erwartungen und die Perzeption der Familie im Zusammenhang mit den Lernfortschritten ihrer Kinder in Erfahrung bringen:<\/p>\n<p>a) Mit den Eltern von Kindergarten- und Grundschulkindern k\u00f6nnen wir informell in Kontakt treten, wenn sie ihre Kinder von der Schule abholen (wenn sie sie bringen, w\u00e4hrend eines gemeinsamen Ausflugs etc.).<\/p>\n<p>b) Mittelschulkinder werden nur noch selten von den Eltern abgeholt, deshalb m\u00fcssen Treffen w\u00e4hrend des Schuljahres vereinbart werden. Aufgrund der Arbeitszeiten der Eltern k\u00f6nnte es u.U. schwierig sein, einen Termin w\u00e4hrend der Schulzeit zu finden. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, das einheimische Schulsystem und die Besonderheiten der jeweiligen Schule zumindest am Anfang gut zu erkl\u00e4ren (vgl. Thema 1.4).<\/p>\n<p>Andererseits m\u00fcssen die Familien die Wichtigkeit der Sprache erkennen, die ihre Kinder lernen, damit sie sie beim Spracherwerb direkt unterst\u00fctzen bzw. motivieren.<\/p>\n<p>Die Elternvereine k\u00f6nnen in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle einnehmen:<\/p>\n<p>a) Abkommen mit Sprachb\u00fcros oder \u00f6rtlichen Sprachschulen abschlie\u00dfen, damit Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund ebenfalls die Gelegenheit bekommen, Katalanisch zu lernen.<\/p>\n<p>b) Die Zuwandererfamilien bewusst in die Elternvereine einbinden und den Gebrauch der katalanischen Sprache im Umgang mit ihnen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>c) Gemeinsame T\u00e4tigkeiten (Koch-, N\u00e4h- oder andere Kurse f\u00fcr Eltern) auch daf\u00fcr nutzen, sich einerseits \u00fcber die Herkunftskultur der Familien zu informieren und andererseits die katalanische Sprache und Kultur zu vermitteln. Es ist sehr wichtig, sowohl die Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten wertzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Accoglienza e coesione.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=4837\" rel=\"\"><code>01<\/code><\/a> <span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; font-weight: normal;\">||<\/span> <a title=\"Canada: immigrazione a tutela delle minoranze.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=70430\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die offizielle Integrationssprache hierzulande die Staatssprache ist, Zuwandererkinder (auch auf einheimische Empfehlung) \u00fcberdurchschnittlich oft die nationalsprachliche Schule besuchen und im \u00dcbrigen vor allem viel Improvisation vorherrscht, werden in Katalonien seit langem N\u00e4gel mit K\u00f6pfen gemacht. 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