{"id":10617,"date":"2012-03-26T13:06:07","date_gmt":"2012-03-26T11:06:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10617"},"modified":"2018-05-01T00:53:49","modified_gmt":"2018-04-30T22:53:49","slug":"an-diesem-punkt-gibts-kein-zuruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10617","title":{"rendered":"An diesem Punkt gibt&#8217;s kein Zur\u00fcck."},"content":{"rendered":"<p>Supermarktkassa M-Preis Brixen. Die Kassierin fertigt die Kunden vor mir ab. \u00bbSiebzehn Euro Drei\u00dfig, bitte! Schian Tog no!\u00ab \u00bbDreifufzig, bitte. Danke!\u00ab Als eine Frau und deren Tochter \u2014 die offensichtlich indischer oder pakistanischer Herkunft waren \u2014 an die Reihe kamen h\u00f6rte ich \u00bbTre Euro e trenta Centesimi, prego\u00ab in typisch S\u00fcdtiroler Akzent. Die Tochter kramt aus der Geldtasche die M\u00fcnzen hervor und meint: \u00bbMei, kennaten Sie mr net no de poor Cent in fufzig Cent wexln\u00ab. ROFL.<\/p>\n<p>In der Tageszeitung lese ich einen Leserbrief eines gewissen Herrn Regele aus Bozen, der sich dar\u00fcber beschwert, dass die Tourismuswerbung fortan Gr\u00f6den ausschlie\u00dflich unter dem Namen Val Gardena vermarkten m\u00f6chte. Ob sie sich der deutschen Bezeichnung sch\u00e4men w\u00fcrden, fragt Regele. Dabei sind doch sowohl Gr\u00f6den als auch Val Gardena Exonyme. Das w\u00e4re so, wie wenn sich ein Italiener dar\u00fcber aufregt, dass sich M\u00fcnchen als Munich und nicht als Monaco weltweit vermarktet. Das Tal hei\u00dft Gherd\u00ebina. Wobei die Kritik an der Gr\u00f6dner Tourismuswerbung sehr wohl berechtigt ist. M\u00fcnchen wirbt in \u00d6sterreich ja auch nicht mit Slogans wie \u00bbKommen Sie nach Monaco\u00ab.<\/p>\n<p>In den Wirtschaftsnachrichten lese ich, dass VW-Chef Winterkorn seine 17 Millionen Euro Jahresgehalt f\u00fcr gerechtfertigt h\u00e4lt. Das ist das 780-fache eines Raumpflegers, das 550-fache eines Sozialarbeiters und das 230-fache eines Arztes. Winterkorn verdient also pro Tag so viel wie ein gut verdienender Arzt in einem Jahr. Perverse Gesellschaft.<\/p>\n<p>Blick in die Dolomiten. Unverheiratete mit Kindern h\u00e4tten nicht das Recht, sich als Familie zu bezeichnen. Sie w\u00fcrden vielmehr die Familie zerst\u00f6ren, hei\u00dft es dort in einem Leserbrief, der vor christlicher N\u00e4chstenliebe nur so strotzt. Dass wir uns mit riesigen Schritten der 50%-Marke bei den Ehescheidungen n\u00e4hern, weil wir vielfach \u2014 wie auch die Politik zeigt \u2014 immer mehr unsere Konsensf\u00e4higkeit verlieren, ist doch die viel gr\u00f6\u00dfere Gefahr f\u00fcr die Keimzelle der Gesellschaft, oder nicht?<\/p>\n<p>\u00bbAn diesem Punkt gibt&#8217;s kein Zur\u00fcck\u00ab l\u00e4sst Pat Cox, EU-Koordinator f\u00fcr den BBT, wissen. Das ist lustig. Man baut einfach mal drauflos. Setzt ein paar Alibiaktionen zur \u00bbInformation\u00ab der Bev\u00f6lkerung, denn der Tunnel wird ja im Einvernehmen vorangetrieben, und wenn man nur lang genug durchh\u00e4lt, sind irgendwann dann bereits so viele Euros verbaut, dass jeder sagt: \u00bbNa wenn wir jetzt schon ein paar hundert Millionen investiert haben, m\u00fcssen wir schon das Projekt zu Ende f\u00fchren\u00ab. Die Rechtfertigung f\u00fcr den Tunnelbau ist also nicht, dass er die L\u00f6sung des Transitproblems bringt, sondern dass schon hunderte Millionen verbaut wurden und diese vergeudet worden w\u00e4ren, w\u00fcrde man den Tunnel nun nicht fertigstellen. \u00bbDas sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrtum verharren, das sind die Narren\u00ab. Denn nach wie vor wird in Sachen BBT das Pferd von hinten aufgez\u00e4umt. Es werden zwar eifrig Erkundungsstollen vorangetrieben aber weder die gesetzlichen noch die infrastrukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen wurden bislang mit derselben Vehemenz angegangen.<\/p>\n<p>Karl Stecher oder Dr. Karl Stecher, ein weiterer Leserbriefschreiber, ist nicht stolz auf Markus Lanz. Muss er auch nicht sein. Dennoch ist seine Kritik am Gottschalk-Nachfolger bizarr. S\u00fcdtirol k\u00f6nne deshalb nicht auf Lanz stolz sein, da dieser eine flache Talkshow und eine noch flachere Kochsendung moderiere. Aha? Kochsendungen sollten also neuerdings &#8220;Tiefe&#8221; haben und eine Talkshow darf sich niveautechnisch nur vom \u00bbLiterarischen Quartett\u00ab aufw\u00e4rts bewegen? Was ist falsch an einfachen Unterhaltungssendungen? Muss alles immer kopflastig sein um das Pr\u00e4dikat \u00bbsehenswert\u00ab oder \u00bbgut\u00ab zu erhalten? Verlangt nicht auch Unterhaltung, die nicht notwendigerweise seicht ist, ein hohes Ma\u00df an K\u00f6nnen und Kompetenz? Man mag zu Markus Lanz stehen, wie man will. Man mag in langweilig, lustig oder auch egozentrisch finden. Seine Sendungen sind jedenfalls handwerklich gut gemachte Fernsehunterhaltung und heben sich wohltuend vom Unterhaltungsniveau auf den Privatsendern \u2014 Stichworte \u00bbDschungelcamp\u00ab und \u00bbDSDS\u00ab \u2014 ab. Dr. Stecher jedenfalls disqualifiziert sich am Ende seines Leserbriefes selbst, denn er gibt unumwunden zu, sich ein Urteil anzuma\u00dfen, ohne das \u00bbCorpus delicti\u00ab zu kennen. \u00bbIch habe mir &#8216;Wetten dass ..?&#8217; nie angeschaut und werde dies auch weiterhin nicht tun\u00ab. Na bravo! Darauf k\u00f6nnen Sie stolz sein.<\/p>\n<p>Vor Jahren sprang bei einem Begr\u00e4bnis eines J\u00e4gers in K\u00e4rnten ein Reh \u00fcber die Friedhofsmauer, setzte \u00fcber das Grab hinweg und verschwand wieder. Ein Leserbriefschreiber nimmt diese (J\u00e4gerlatein?)-Geschichte zum Anlass, eine abenteuerliche Behauptung aufzustellen. Er meint sinngem\u00e4\u00df, der Vorfall w\u00e4re der Beweis, dass das Weidwerk gottgewollt sei.<\/p>\n<p>Apropos Weidwerk. Nun ist wieder der B\u00e4r los und er fletscht seine Z\u00e4hne auf der Titelseite der Dolomiten. Rottet sie aus, die Unget\u00fcme. Und alle Bienen gleich dazu, denn ich bin mir sicher, dass allein in Mitteleuropa mehr Menschen an Bienenstichen sterben als auf der ganzen Welt Todesopfer durch provozierte und unprovozierte B\u00e4renattacken zu beklagen sind.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Supermarktkassa M-Preis Brixen. Die Kassierin fertigt die Kunden vor mir ab. \u00bbSiebzehn Euro Drei\u00dfig, bitte! Schian Tog no!\u00ab \u00bbDreifufzig, bitte. Danke!\u00ab Als eine Frau und deren Tochter \u2014 die offensichtlich indischer oder pakistanischer Herkunft waren \u2014 an die Reihe kamen h\u00f6rte ich \u00bbTre Euro e trenta Centesimi, prego\u00ab in typisch S\u00fcdtiroler Akzent. 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