{"id":1088,"date":"2008-02-08T00:38:13","date_gmt":"2008-02-07T23:38:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1088"},"modified":"2026-02-02T08:42:13","modified_gmt":"2026-02-02T07:42:13","slug":"trinationale-nachbarschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1088","title":{"rendered":"Trinationale Nachbarschaft."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p style=\"font-style: italic;\">Von einer Schweizer Bekannten \u2013 mittlerweile eine flei\u00dfige Leserin dieses Blogs \u2013 empfange ich dankend und ver\u00f6ffentliche einen Bericht zur grenz\u00fcberschreitenden Kooperation.<\/p>\n<p style=\"font-style: italic;\"><img decoding=\"async\" id=\"image1085\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/agglo-basel.jpg\" alt=\"Agglo Basel.\"\/><\/p>\n<p>Die Stadt Basel hat viele Nachbarn. Die meisten davon sind keine Schweizer. Und ein Grossteil spricht eine andere Sprache. Zwei Staatsgrenzen und eine Kantonsgrenze hindern die Stadt auf allen Seiten am Wachsen und zwingen sie zum Dialog.<br \/>\nDrei Bahnh\u00f6fe und unz\u00e4hlige Grenz\u00fcberg\u00e4nge bilden das Tor zur Stadt. Die Hallen stehen auf Schweizer Grund. Die Gleise sind trinational: einmal schweizerisch, einmal deutsch und einmal franz\u00f6sisch. Sie winden sich als schmale B\u00e4nder durch die Stadt. Ein knapp 10m breiter Streifen Frankreich. Und 20m Deutschland. Man kann diese St\u00fccke Ausland auf Br\u00fccken \u00fcberqueren.<br \/>\nBis zu 120.000 Pendler str\u00f6men t\u00e4glich zur Arbeit in die Stadt. 1Mio. Franzosen, Deutsche und Schweizer n\u00fctzen das vielf\u00e4ltige kulturelle Angebot.<\/p>\n<p>Finanziert wurde alles \u2013 vom Theater bis zur Bew\u00e4ltigung des Verkehrsaufkommens &#8211; bis vor nicht allzu langer Zeit vom Kanton Basel-Stadt mit seinen ca. 190.000 Einwohnern. Das war ein einseitiges Geben. Und gepr\u00e4gt von dauernden Bem\u00fchungen, die Unterlassungen der Anderen auszugleichen.<\/p>\n<p>Also wird ein erstes Netzwerk gekn\u00fcpft. Zuerst ganz klein: die VOK (Vorortskonferenz). Dann die NBK, die NBG und wie sie alle heissen. Dann etwas weiter aber immer noch innerhalb der eigenen Staatsgrenzen. Gemeinden und St\u00e4dte aus vier verschiedenen Kantonen schliessen sich zusammen zur <em>Region Nordwestschweiz<\/em>. Kultur-, Transport- und Bildungswesen treten unter diesem gemeinsamen Label auf.<\/p>\n<p>Parallel dazu erfolgt die Ausweitung der Verkehrskreise \u00fcber die Grenzen hinweg: die <em>Regio du Haut-Rhin<\/em>, die <em>Regio Schwarzwald-Oberrhein<\/em> und die <em>Regio Basilensis<\/em> (<a title=\"Regio Basilensis.\" href=\"http:\/\/www.regbas.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.regbas.ch<\/a>) (als Teil der Region Nordwestschweiz) schliessen sich im Jahr 1995 zur <em>Regio TriRhena<\/em> (<a title=\"Regio TriRhena.\" href=\"http:\/\/www.regiotrirhena.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.regiotrirhena.org<\/a>) zusammen. Jedes Land stellt 25 Vertreter. Obwohl der Anteil der Einwohner sehr ungleich verteilt ist (10%, 30%, 60%). Es geht nicht um Macht und Geld. Sondern um ausgewogene Ideen.<br \/>\nDie <em>RegioTriRhena<\/em> ist ein trinationaler Lebens- und Wirtschaftsraum, der S\u00fcdbaden, die Nordwestschweiz und das Oberelsass umfasst. Dieses Gebiet mit rund 2,3 Millionen Einwohnern und \u00fcber 8.700km\u00c2\u00b2 ist durch eine jahrhundertealte gemeinsame Geschichte gepr\u00e4gt, was sich bis heute in Sprache (Alemannisch, S\u00fcdbadisch, Schweizerdeutsch und Els\u00e4ssisch), Architektur und Kultur ausdr\u00fcckt. \u00dcbergeordnetes Ziel des <em>RegioTriRhena-Rats<\/em> ist es, die <em>\u201ctrinationale Region am s\u00fcdlichen Oberrhein im zusammenwachsenden Europa zu st\u00e4rken, um im Wettbewerb der Regionen besser bestehen zu k\u00f6nnen\u201d.<\/em><br \/>\nDie Zusammenarbeit umfasst Bereiche wie Life Sciences, Banken, Transport und Messewesen. Was bedeutet, dass die Schweizer zum Beispiel endlich die Erlaubnis erhalten, mit eigenen Z\u00fcgen und S-Bahnen die trinationale Agglomeration verkehrstechnisch an den Knotenpunkt anzubinden. Will ich nach Mulhouse in Frankreich, steige ich am Schweizer Bahnhof in die Schweizer S-Bahn. Nat\u00fcrlich kann ich auch auf den franz\u00f6sischen Vorortszug warten, der 50m weiter vom franz\u00f6sischen Bahnhof verkehrt. Aber der Transport im modernen Schweizer Pendlerzug ist ungleich komfortabler. Das gleiche gilt f\u00fcr die Verbindung nach Deutschland. Die Basler Strassenbahnen fahren sowieso schon lange bis an die Grenze. Eine Linie (die l\u00e4ngste Strassenbahnlinie Europas, <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20080212033429\/http:\/\/www.blt.ch:80\/wir_portrait.asp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.blt.ch\/wir_portrait.asp<\/a>) durchquert erst drei Kantone, verl\u00e4sst dann die Schweiz und f\u00e4hrt ein St\u00fcck durch Frankreich, bevor sie auf heimatlichen Boden zur\u00fcckkehrt.<br \/>\nMit der Strassenbahn nach Frankreich. Zum Abendessen beispielsweise. Dann kann mal soviel guten Vin de l&#8217;Alsace trinken, wie man meint, vertragen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image1086\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/oberrhein.jpg\" alt=\"Oberrhein.\"\/><\/p>\n<p>Seit neustem in Planung ist die Verl\u00e4ngerung der Linie 8. Bisher hat sie an der Grenze halt gemacht. Aber das ist so m\u00fchsam. Denn hinter der Grenze muss man dann zu Fuss laufen. Anstatt also Endschlaufen an der Grenze zu bauen und die Strassenbahn \u00fcber die gleiche Strecke zur\u00fcckzuf\u00fchren, soll sie nun in einer grossen Kreisbewegung durch Deutschland \u00fcber die D\u00f6rfer nach Basel zur\u00fcck fahren. Initiiert und finanziert wird das ganze haupts\u00e4chlich wie gew\u00f6hnlich von der Stadt Basel (im Falle der S-Bahnen von der Schweizer Bundesbahn) mit Beteiligung der beschenkten Gemeinden. Die Pendler k\u00f6nnen aufs Auto verzichten. Und die ausl\u00e4ndischen Nachtschw\u00e4rmer in aller Ruhe das Ausgeh-Angebot der Stadt nutzen. Und dabei fleissig Geld ausgeben.<br \/>\nDer Basler Flughafen (<a title=\"Euroairport.\" href=\"http:\/\/www.euroairport.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.euroairport.com<\/a>) ist das Umkehrsystem der Bahnh\u00f6fe: er liegt auf franz\u00f6sischem Boden und nur die Zufahrtsstrasse und die Betriebsgeb\u00e4ude sind schweizerisch.<br \/>\nDie deutschen tragen ihn zu einem Drittel mit. Deshalb heisst er Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg.<br \/>\nVerkehrskreise sind n\u00fctzlich. Und man kann nie genug davon haben. Also gibt es zus\u00e4tzlich seit einem Jahr den <em>Trinationalen Eurodistrict Basel<\/em>, den TEB oder eben ETB (<a title=\"ETB.\" href=\"http:\/\/www.eurodistrictbasel.eu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.eurodistrictbasel.eu<\/a>). Er k\u00fcmmert sich \u2013 in Weiterf\u00fchrung der Aufgaben des TAB (Trinationale Agglomeration Basel, anerkannt auf nationaler Eben in allen drei L\u00e4ndern als Planungsregion) um die grenz\u00fcberschreitende Raumplanung.<br \/>\nUnd die <em>Oberrheinkonferenz<\/em> (<a title=\"Oberrheinkonferenz.\" href=\"http:\/\/www.oberrheinkonferenz.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.oberrheinkonferenz.org)<\/a> begr\u00fcndet ihre Daseinsberechtigung wie folgt: \u201cDas deutsch-franz\u00f6sisch-schweizerische Oberrheingebiet stellt sich f\u00fcr seine Bewohner als gemeinsamer Lebensraum dar. Die unterschiedlichen Kulturen und Traditionen sind heute kein Hindernis mehr, sondern begr\u00fcnden den besonderen Reichtum dieser Region im Herzen Europas.\u201d 9 Arbeitsgruppen setzen sich mit Themen wie Transport und Verkehr, Klimaschutz, Kultur und Bildung, Gesundheit, Wirtschaft u. Raumordnung auseinander. Der Oberrhein als europ\u00e4isches Modell f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Nachbarschaft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image1087\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/trinationaler-eurodistrict.jpg\" alt=\"Eurodistrict.\"\/><\/p>\n<p>Nachbarschaftsbeziehungen sind gem\u00e4ss Definition funktional. Gute Nachbaschaftsbeziehungen ben\u00f6tigen f\u00fcr ihr Gedeihen eine optimale funktionale Verkn\u00fcpfung. In allen Bereichen. Und f\u00fcr alle in der Muttersprache.<\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von einer Schweizer Bekannten \u2013 mittlerweile eine flei\u00dfige Leserin dieses Blogs \u2013 empfange ich dankend und ver\u00f6ffentliche einen Bericht zur grenz\u00fcberschreitenden Kooperation. 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