{"id":1113,"date":"2008-02-23T09:58:53","date_gmt":"2008-02-23T08:58:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1113"},"modified":"2025-10-20T22:38:54","modified_gmt":"2025-10-20T20:38:54","slug":"san-vigilio-statt-al-plan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1113","title":{"rendered":"San Vigilio statt Al Plan."},"content":{"rendered":"<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"image1114\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/logoalplan.jpg\" alt=\"Al Plan.\" width=\"146\" height=\"50\"\/><\/p><\/blockquote>\n<p>Im Anschluss an meine <a title=\"Toponomastica ladina.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1090\">Fotodokumentation \u00fcber Alta Badia<\/a> hatte ich unter anderem einige ladinische Tourismusvereine angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Im Fall von Al Plan de Mareo hatte ich au\u00dferdem bedauert, dass die Ortschaft wenige Jahre lang tats\u00e4chlich ihren ladinischen Ortsnamen (s. obige Abb.) zur touristischen Vermarktung benutzt, dies offensichtlich aber wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht hat.<\/p>\n<p>Am 19. Februar 2008 ist eine sch\u00f6ne, weil offene und ehrliche Antwort von Herrn Dr. Clara aus der <em>assoziaziun turistica<\/em> eingegangen:<\/p>\n<blockquote><p>stim\u00e9 siur constantini,<\/p>\n<p>ehrlich gesagt sprechen sie mir\/uns aus dem herzen. als pressereferent des tv st. vigil und zudem langj\u00e4hriges mitglied der ladinischen kulturvereinigung &#8220;uniun di ladins dla val badia&#8221; und mitglied des bildungsausschusses von st. vigil, war ich es, der den versuch gestartet hatte, al plan als destinationsname f\u00fcr st. vigil einzuf\u00fchren. und zu meiner gro\u00dfen \u00fcberraschung wurde der vorschlag sehr positiv aufgenommen und auch sehr rasch umgesetzt. h\u00e4tten wir es nie getan!<\/p>\n<p>die probleme haben sofort angefangen: die italienische tourismuspresse hat unsere entsprechenden mitteilungen und die folgenden presseschreiben, in denen immer nur von al plan de mareo die rede war, \u00fcberhaupt nicht rezipiert. es wurde konsequent von san vigilio gesprochen. nach der erstmaligen herausgabe des hotel- und dorff\u00fchrers mit dem logo al plan, haben viele g\u00e4ste im b\u00fcro angerufen und gefragt, ob denn al plan ein neues &#8220;villaggio turistico&#8221; bei st. vigil sei. die internetzugriffe sind rapide eingesackt, da san vigilio ein begriff ist, al plan nicht. die deutschen lieben s\u00fcdl\u00e4ndische kl\u00e4nge (vigilio klingt so). al plan klingt f\u00fcr deutsche aber recht unangenehm (plan und so), so haben wir es in erfahrung gebracht und mit unangenehmem sollte urlaub halt nicht assoziiert werden. italiener (80% unseres marktes sind national) sind bereits zu sehr an san vigilio gew\u00f6hnt.<\/p>\n<p>wir haben uns nat\u00fcrlich von experten beraten lassen und der tenor war unisono: um diesen markenwechsel erfolgreich vollziehen zu k\u00f6nnen, h\u00e4tten wir X millionen euro ben\u00f6tigt, um eine werbekampagne zu starten, wie sie beim wechsel von omnitel auf den namen vodafone eingesetzt wurde &#8211; und bereits dieses argument hat alles zunichte gemacht.<\/p>\n<p>wir haben einsehen m\u00fcssen, dass unsere idee im kern zwar gut gewesen w\u00e4re, den vigilern aber leider 30, 40 jahre zu sp\u00e4t eingefallen ist. wir sind wieder auf san vigilio \u00fcbergegangen, haben es m\u00fcssen.<\/p>\n<p>trotzdem versuchen wir im inhalt unseres angebotes sehr wohl das ladinische mit einflie\u00dfen zu lassen: wir machen w\u00e4chentliche wanderungen im ortskern, um historisch wichtige geb\u00e4ude und momente der ortschaft zu vermitteln und da wird sehr viel \u00fcber die ladinische kultur und sprache weiter gegeben, auch weil die g\u00e4ste sehr interessiert sind. wir bieten im sommer zwei bis drei ladinischkurse f\u00fcr g\u00e4ste an, \u00fcber vier tage jeweils und die sind immer ausgebucht. in zusammenarbeit mit dem naturparkhaus werden eigene infoabende und vortr\u00e4ge \u00fcber die ladiner veranstaltet. mit dem ladinischen k\u00fcnstlerbund zusammen wird auf den dorfpl\u00e4tzen von al plan und la pli ladinische musik mit den liedermachern angeboten, etc.<\/p>\n<p>auch wurde in den letzten jahren, erfolgreich, f\u00fcr ladinische inschriften auf den h\u00e4usern, gesch\u00e4ften und firmenautos in unseren d\u00f6rfern geworben und man sieht, dass diese sachen angenommen werden &#8211; von den einheimischen und von den g\u00e4sten.<\/p>\n<p>es ist also nicht wirklich so, dass wir unsere wurzeln verleugnen w\u00fcrden. zugegeben, es hat eine zeit gegeben, wo diese werte wirklich in den<br \/>\nhintergrund getreten sind, vor allem in jener zeit, als die armen ladinischen bauern pl\u00f6tzlich zu wohlstand durch den tourismus gekommen sind. da hat man eine\/vielleicht auch zwei generationen lang dananch getrachtet, diesen wohlstand zu sichern. alles andere war eher unwichtig. heute hat man aber schon verstanden, dass die g\u00e4ste auch kultur erleben wollen. alles braucht halt seine zeit. in st. vigil hatten wir diesen versuch gestartet &#8211; logi zu wechseln. marketingtechnisch war das ein fehlgriff, doch ich bin der \u00fcberzeugung, dass alles andere, was wir an kulturellen und sprachlichen inhalten bieten, wichtiger und n\u00e4her am gast und am menschen ist, als &#8220;al plan&#8221; im logo.<\/p>\n<p>herr constantini, ich m\u00f6chte mich f\u00fcr ihre stellungnahme bedanken, denn oft ist man tats\u00e4chlich &#8220;betriebsblind&#8221;, bis nicht jemand von au\u00dfen einen auf gewisse dinge aufmerksam macht. wir werden sicher auch in zukunft alle m\u00f6glichkeiten nutzen, um unsere sprache und kultur auch preis zu vermitteln, denn seit einiger zeit entwickelt sich wieder so etwas wie ein ladinisches selbstbewusstsein &#8211; diese tatsache ist nicht mehr verkennbar.<\/p>\n<p>mit freundlichen gr\u00fc\u00dfen<br \/>\ndiego clara<br \/>\nofize stampa assoziaziun turistica al plan de mareo<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Gitschberg-Jochtal: Offener Brief.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19102\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a> <a title=\"Wegen Selbstverleugnung geschlossen.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=63866\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>02<\/code><\/span><\/a> <a title=\"Wo geht\u2019s hier nach Al Plan?\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=70049\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>03<\/code><\/span><\/a> <a title=\"Ortsnamen im Tourismus, ein Lichtblick.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=27634\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>04<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Anschluss an meine Fotodokumentation \u00fcber Alta Badia hatte ich unter anderem einige ladinische Tourismusvereine angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. 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