{"id":11286,"date":"2012-05-10T19:02:46","date_gmt":"2012-05-10T17:02:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=11286"},"modified":"2022-05-01T23:21:35","modified_gmt":"2022-05-01T21:21:35","slug":"sarden-fur-konstituierende-versammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=11286","title":{"rendered":"Sarden f\u00fcr \u00bbKonstituierende Versammlung\u00ab."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p>67% der Sarden haben am vergangenen Sonntag JA gesagt zu einer tief greifenden Reform des politischen Systems ihrer Region. Bei einer Beteiligung von 35,5% ist das Quorum von 33,3% deutlich \u00fcbertroffen worden, obwohl das Referendum bewusst von der Regionalregierung von den Kommunalwahlen am 20. Mai abgekoppelt worden war. Die Referenden hatte eine kleine Partei, die &#8220;Riformatori sardi&#8221; um Pierpaolo Vergiu, angestrengt, die daf\u00fcr 30.000 Unterschriften gesammelt hatten. Bei 1,6 Millionen Einwohnern gen\u00fcgen in Sardinien 15.000 Unterschriften f\u00fcr ein solches Referendum. Bei den f\u00fcnf abschaffenden und den f\u00fcnf konsultativen Referenden ging es um die Aufhebung von vier eben geschaffenen, kostentr\u00e4chtigen Provinzen, um die Verkleinerung des Regionalparlaments, um die Direktwahl des Regionspr\u00e4sidenten, um die Aufl\u00f6sung \u00fcberfl\u00fcssiger \u00f6ffentlicher K\u00f6rperschaften. Die W\u00e4hler haben mit 2\/3-Mehrheit auch die Norm abgeschafft, mit der die Di\u00e4ten der Regionalratsmitglieder auf 80% der Geh\u00e4lter der Parlamentarier festgeschrieben werden. Das hatte den sardischen Regionalr\u00e4ten Netto-Monatsbez\u00fcge von 11.000 Euro verschafft. Da auch der Regionalrat selbst von 80 auf 50 Mitglieder verkleinert wird, bringt dieses Referendum ganz wesentliche Einsparungen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand und schw\u00e4cht &#8220;die Kaste&#8221;.<\/p>\n<p>F\u00fcr S\u00fcdtirol und andere Regionen mit Sonderstatut besonders interessant die Entscheidung der Sarden, die rechtlichen Voraussetzungen f\u00fcr eine &#8220;Konstituierende Versammlung&#8221; zu schaffen. Diese direkt von den B\u00fcrgern zu w\u00e4hlende Versammlung (parallel zum Regionalrat) soll ausschlie\u00dflich mit der Reform des Autonomiestatuts der Insel betraut werden. Obwohl die zust\u00e4ndige Senatskommission schon einige kleinere Reformen dieses Statuts bearbeitet, soll dieser Weg die betroffenen B\u00fcrger an der Reform besser beteiligen. Dieser Teil des Referendums vom 6. Mai war allerdings nur konsultativ, nicht zwingend, denn eine echte Volksinitiative <em>(referendum propositivo)<\/em> gibt es auf Sardinien nicht. So liegt nun der Ball beim Regionalrat, der dem B\u00fcrgerwillen entsprechen muss und die Gesetze anzupassen hat.<\/p>\n<p>Das ganze sardische Referendum ist ein gutes Beispiel, wie die B\u00fcrger die Parteienherrschaft eingrenzen und auch in den Regionen tiefgreifende Reformen ansto\u00dfen k\u00f6nnen. Leider werden die Referenden in den Regionen Italiens kaum genutzt, weil sie fast \u00fcberall schlecht geregelt sind. Wenn das sardische Statut nun mit einem offenen, partizipativen Verfahren reformiert wird, muss auch ein Aspekt wesentlich verbessert werden: die direkte Demokratie. Trotz zwei gelungener Volksabstimmungen (2011 gegen jede Art von Nukleareinrichtung; 2012 Reformen der Institutionen) fehlen n\u00e4mlich auf Sardinien wesentliche Instrumente der B\u00fcrgerbeteiligung. F\u00fcr S\u00fcdtirols Reform des Statuts zwecks Vervollst\u00e4ndigung der Autonomie w\u00e4re ohne Zweifel eine direkt gew\u00e4hlte &#8220;Konstituierende Landesversammlung&#8221; mit anschlie\u00dfender best\u00e4tigender Volksabstimmung der K\u00f6nigsweg.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Bahnbrechender sardischer Weg.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10814\"><code>01<\/code><\/a><\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>67% der Sarden haben am vergangenen Sonntag JA gesagt zu einer tief greifenden Reform des politischen Systems ihrer Region. 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