{"id":1143,"date":"2008-03-14T19:17:23","date_gmt":"2008-03-14T18:17:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1143"},"modified":"2019-02-11T12:21:25","modified_gmt":"2019-02-11T11:21:25","slug":"auch-die-wirtschaft-will-sie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1143","title":{"rendered":"Auch die Wirtschaft will sie."},"content":{"rendered":"<p>Eine \u00bbReifepr\u00fcfung\u00ab f\u00fcr die Autonomie wurde sie bereits genannt, die Steuerhoheit. Gekommen ist sie aber nie, und dies, obschon sie eine zeitlang zum Greifen nah schien. Doch gerissen hat sich niemand darum, denn nichts verpflichtet so sehr zur Verantwortung. Wer vom Steuerzahler Geld verlangt, der muss daf\u00fcr auch geradestehen.<\/p>\n<p>Eine paradoxe Situation: Das Land beh\u00e4lt rund 9\/10 der hier eingehobenen Abgaben ein oder bekommt sie vom Staat zur\u00fcck\u00fcberwiesen. Der Rest deckt mehr schlecht als recht unseren Mitgliedsbeitrag f\u00fcr Heer, Polizei und andere ineffiziente Dienste. Obschon also fast das gesamte Steueraufkommen in die Landeskassen flie\u00dft, kann Bozen in Steuerfragen nur im Detail mitreden. Die gro\u00dfe Steuerpolitik wird in Rom gemacht, wenngleich dort h\u00f6chstens Brosamen ankommen.<\/p>\n<p>Die Voraussetzungen w\u00e4ren also ideal, um mit Rom einen Deal auszuhandeln: Soundsoviel zahlen wir f\u00fcrs Dabeisein und \u2013 meinetwegen \u2013 f\u00fcr die Abtragung der Staatsschuld, den Rest regeln wir eigenst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Das hie\u00dfe vermutlich Steuersenkungen, denn nichts rechtfertigt in einem reichen Land wie S\u00fcdtirol die hohe italienische Abgabenlast. Wer gewohnt ist, das Landess\u00e4ckel ganz weit aufzuhalten, dem ist diese Perspektive freilich unangenehm. Blieben die S\u00e4tze gleich hoch, w\u00fcrden die B\u00fcrger aber weniger Verschwendung und bessere Dienstleistungen einfordern.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte vielleicht eben mal das Sozialsystem absichern, die Kaufkraft der B\u00fcrger verbessern, innovative Firmen ansiedeln und verhindern, dass S\u00fcdtiroler Topunternehmen der Reihe nach ins benachbarte Ausland abwandern.<\/p>\n<p>Es hat mich immer schon gewundert, warum S\u00fcdtirols Wirtschaftsverb\u00e4nde nie klar und unmissverst\u00e4ndlich die Steuerhoheit \u2013 geschweige denn die Unabh\u00e4ngigkeit vom italienischen Wirtschaftsdesaster \u2013 gefordert haben. Jetzt <em>haben<\/em> sie es getan. Kleinlaut, aber doch. Dieter Steger, Direktor des Verbandes f\u00fcr Kaufleute und Dienstleister:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cDiese hohe Staatsverschuldung schr\u00e4nkt den Handlungsspielraum f\u00fcr unbedingt notwendige Reformen sehr stark ein. W\u00e4hrend die anderen europ\u00e4ischen Staaten, deren Verschuldungsquote um die 60 Prozent liegt, die notwendigen Reformen vorantreiben, tritt Italien auf der Stelle und ger\u00e4t dadurch wirtschaftlich immer mehr ins Hintertreffen\u201d, so Steger.<\/p>\n<p>\u201cIm Anbetracht dieser Entwicklung wird S\u00fcdtirol mit seinen Autonomiebestimmungen zunehmend zum Luxus f\u00fcr Italien, den es sich nicht mehr leisten kann. An diesem Luxus wird der Staat in Zukunft vermehrt versuchen den Sparstift anzusetzen. Wenn wir daher unseren Wohlstand und die Vollbesch\u00e4ftigung sichern und die hohe Lebensqualit\u00e4t in S\u00fcdtirol erhalten wollen, muss der Weg zu einer Steuerautonomie f\u00fcr S\u00fcdtirol konsequent angegangen werden\u201d, meint Dieter Steger abschlie\u00dfend.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Erschienen bei S\u00fcdtirol Online am 12.03.2008.<\/em><\/p>\n<p>Mit dem neuen Autonomiestatut hat Katalonien die Schaffung seiner <a title=\"Ag\u00e8ncia Tributaria de Catalunya.\" href=\"http:\/\/www.atc.cat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eigenen Steuerbeh\u00f6rde<\/a> in die Wege geleitet. Eine staatliche Einnahmen-Agentur gibt es dort nicht mehr. Ein erster Schritt, denn v\u00f6llig autonom kann auch Barcelona nicht \u00fcber seine Steuern befinden.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"A wie Autonomie.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=602\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Los von Visco?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=727\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Contributori netti per oltre un miliardo.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=43262\"><code>03<\/code><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine \u00bbReifepr\u00fcfung\u00ab f\u00fcr die Autonomie wurde sie bereits genannt, die Steuerhoheit. Gekommen ist sie aber nie, und dies, obschon sie eine zeitlang zum Greifen nah schien. Doch gerissen hat sich niemand darum, denn nichts verpflichtet so sehr zur Verantwortung. Wer vom Steuerzahler Geld verlangt, der muss daf\u00fcr auch geradestehen. 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