{"id":11523,"date":"2012-05-28T11:55:10","date_gmt":"2012-05-28T09:55:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=11523"},"modified":"2019-03-22T12:20:25","modified_gmt":"2019-03-22T11:20:25","slug":"astat-studie-zur-immigration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=11523","title":{"rendered":"Astat-Studie zur Immigration."},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2002 hatte das <em>Astat<\/em> die erste Studie \u00fcber die in S\u00fcdtirol lebenden Zuwandererinnen durchgef\u00fchrt. Bis zur zweiten mussten ganze neun Jahre vergehen. Das sind ziemlich viele f\u00fcr ein Land, in dem das Ph\u00e4nomen sprunghaft zugenommen hat \u2014 und wo es massive positive wie negative gesellschaftliche Auswirkungen entfalten k\u00f6nnte. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden soeben ver\u00f6ffentlicht, ich versuche hier die aus <img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\">-Sicht wichtigsten Aspekte wiederzugeben bzw. neu aufzuschl\u00fcsseln.<\/p>\n<p>Die <em>neuen S\u00fcdtiroler<\/em> ohne italienische Staatsb\u00fcrgerschaft machen <strong>8,2% der Gesamtbev\u00f6lkerung<\/strong> aus. In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass Zuwandererinnen aus dem deutschen Sprachraum zu den Ausl\u00e4nderinnen gez\u00e4hlt werden, solche aus dem italienischen Staatsgebiet jedoch nicht.<\/p>\n<p>Nur 32,8% der Einheimischen konnten diesen Wert in einer Umfrage richtig einsch\u00e4tzen, 52% glaubten hingegen, es lebten weit mehr Zuwandererinnen in S\u00fcdtirol.<\/p>\n<p>Aus den EU-Staaten stammen 32,4% der Zuwanderer, aus anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern 34,5%, mit 33,2% sind hingegen nur rund ein Drittel von ihnen <strong>aus anderen Kontinenten<\/strong> zu uns gekommen.<\/p>\n<p>Der Anteil der Nicht-EU-B\u00fcrgerinnen an der Gesamtbev\u00f6lkerung lag 2009 bei 5,3%, sie nahmen aber nur 4,7% der <strong>Sozialleistungen<\/strong> in Anspruch.<\/p>\n<p>Ein sehr hoher Anteil von Zuwandererinnen (92,4%), plant, mindestens 1-2 Jahre in S\u00fcdtirol zu bleiben, 66,4% m\u00f6chten sich langfristig niederlassen. Man k\u00f6nnte also wohl keinen gr\u00f6\u00dferen Fehler machen, als S\u00fcdtirol <em>nicht<\/em> als ein <strong>Einwanderungsland<\/strong> zu betrachten. Vielmehr m\u00fcssen wir auf die Zuwandererinnen zugehen, um ihnen eine m\u00f6glichst gute Integration in ihrer neuen Heimat zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Das durchschnittliche <strong>Bildungsniveau<\/strong> der <em>neuen S\u00fcdtirolerinnen<\/em> ist h\u00f6her, als das der einheimischen Bev\u00f6lkerung: 18,9% haben einen Hochschul- oder Universit\u00e4tsabschluss (bei den Einheimischen sind es nur 9,2%), w\u00e4hrend 22,2% einen Oberschulabschluss haben (20,2% der Einheimischen).<\/p>\n<p>Die <strong>Sprachkenntnisse<\/strong> sind von enormer Wichtigkeit, damit sich Menschen in S\u00fcdtirol wohlf\u00fchlen: 30,4% jener, die keine Landessprache gut beherrschen, f\u00fchlen sich in ihrer neuen Heimat weniger wohl \u2014 unter jenen, die mindestens eine Sprache gut beherrschen, f\u00fchlen sich nur noch weniger als halb so viele (13,1%) unwohl. Unter Integration verstehen denn auch 86,5% der neuen S\u00fcdtiroler, sich in mindestens einer Landessprache verst\u00e4ndigen zu k\u00f6nnen, gefolgt vom Wunsch, einheimische Freunde zu erwerben (82,1% der Befragten). Entsprechend gro\u00df ist auch der Wunsch, die Landessprachen zu erlernen: 45,7% der Zuwandererinnen m\u00f6chten an einem Sprachkurs, 22,2% an einem Vorbereitungskurs auf die Zweisprachigkeitspr\u00fcfung teilnehmen.<\/p>\n<p>Dabei m\u00f6chten 55,1% von jenen, die einen Sprachkurs besuchen wollen, die deutsche Sprache erlernen, 47,1% die italienische und nur 0,3% die ladinische.<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-22367 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/zuwanderer_sprachkurse.jpg\" alt=\"Sprachkurse\/Zuwanderer.\" width=\"560\" height=\"429\" srcset=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/zuwanderer_sprachkurse.jpg 560w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/zuwanderer_sprachkurse-392x300.jpg 392w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Realit\u00e4t sieht jedoch anders aus: Von den 30,7% an Zuwandererinnen, die bereits einen Sprachkurs besucht haben, haben 65,8% einen Italienisch-, aber nur rund halb so viele (34,3%) einen Deutsch- und 1,3% einen Ladinischkurs besucht. Dazu schreibt das <em>Astat:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Italienisch scheint also f\u00fcr Ausl\u00e4nder \u2014 egal welcher Herkunft \u2014 die Sprache erster Wahl zu sein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die EU-B\u00fcrgerinnen, welche rund ein Drittel der gesamten Zuwandererinnen stellen (zu denen aber auch Deutsche und \u00d6sterreicherinnen z\u00e4hlen), sprechen im Durchschnitt besser Deutsch (3,4 Punkte auf einer Skala von 1 &#8211; \u00fcberhaupt nicht bis 4 &#8211; sehr gut), als Italienisch (2,6). Bei den Nicht-EU-B\u00fcrgerinnen, welche an der Gesamtzahl der Zuwandererinnen rund zwei Drittel ausmachen, ist der Unterschied hingegen eklatant: Sie sprechen im Durchschnitt ebenfalls gut Italienisch (2,9 Punkte), aber nur schlecht Deutsch (1,8 Punkte).<\/p>\n<p>Besorgniserregend ist schlie\u00dflich die <strong>finanzielle Situation<\/strong> der Zuwandererinnen: 61,2% von ihnen verdienen weniger als EUR 500,- netto im Monat (Pro-Kopf-Einkommen), auch wenn trotzdem rund 70% ihre finanzielle Lage als gut oder sehr gut beschreiben.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Neue S\u00fcdtiroler in den Schulen.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=7498\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"\u00bbNeue\u00ab Grundsch\u00fcler 2011\/12.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10792\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Spracherwerb am Arbeitsplatz.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10249\"><code>03<\/code><\/a> <a title=\"Zuwanderer zu Italienern.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8504\"><code>04<\/code><\/a> <a title=\"Bevorzugte \u00bbAusl\u00e4nder\u00ab? Nicht wirklich\u2026\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10144\"><code>05<\/code><\/a> <a title=\"Sprachliche Integration auf Katalanisch.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10466\"><code>06<\/code><\/a> <a title=\"Migration: Von anderen lernen?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=9925\"><code>07<\/code><\/a><\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong> Die Studie beinhaltet derart viele Aspekte, dass ich ggf. auf einige davon noch einmal in einem gesonderten Artikel zur\u00fcckkommen werde.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2002 hatte das Astat die erste Studie \u00fcber die in S\u00fcdtirol lebenden Zuwandererinnen durchgef\u00fchrt. Bis zur zweiten mussten ganze neun Jahre vergehen. Das sind ziemlich viele f\u00fcr ein Land, in dem das Ph\u00e4nomen sprunghaft zugenommen hat \u2014 und wo es massive positive wie negative gesellschaftliche Auswirkungen entfalten k\u00f6nnte. 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