{"id":12618,"date":"2012-09-06T18:14:23","date_gmt":"2012-09-06T16:14:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=12618"},"modified":"2026-02-02T07:54:29","modified_gmt":"2026-02-02T06:54:29","slug":"dicke-luft-an-der-a22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=12618","title":{"rendered":"Dicke Luft an der A22."},"content":{"rendered":"<p>Durch die Ausschreibung der Konzession zur F\u00fchrung der Brennerautobahn d\u00fcrften f\u00fcr unser Land eine Reihe von Problemen entstehen, die einerseits die Ohnmacht S\u00fcdtirols gegen\u00fcber zentralstaatlichen Begehrlichkeiten offenlegen und andererseits Vers\u00e4umnisse der Landespolitik im Bereich des Schutzes der Gesundheit an der Brennerautobahn best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>\u00dcber die Ausschreibung der Konzession wurde bereits <a title=\"Querfinanzierung weg?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=12460\">berichtet<\/a>. In Zukunft wird es sehr schwer werden, Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Bev\u00f6lkerung durchzusetzen. Die Ausschreibekriterien werden sowieso vom Zentralstaat festgelegt und \u00fcber L\u00e4rmschutzw\u00e4nde oder gar Einhausungen entscheidet morgen m\u00f6glicherweise ein nationaler oder internationaler Konzern, der den Regeln des <em>shareholder value<\/em> Prinzips verpflichtet ist. Die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung, die in den D\u00f6rfern und St\u00e4dten an der A22 lebt, ist diesen Konzernen egal \u2014 Gewinnmaximierung ist angesagt.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang erweist es sich auch als Bumerang, dass der Einsatz der S\u00fcdtiroler Politik und Verwaltung zugunsten einer Verbesserung der Situation an der Brennerautobahn in der Vergangenheit m\u00e4\u00dfig war. In etlichen Bereichen, etwa einem LKW-Nachtfahrverbot, einer Mauterh\u00f6hung f\u00fcr LKWs oder einer fl\u00e4chendeckenden technischen Kontrolle der LKWs fuhr man jahrelang komfortabel im Kielwasser Nordtirols. Die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr ein LKW-Nachtfahrverbot oder eine Mauterh\u00f6hung liegen beim Zentralstaat. Die Landespolitik vers\u00e4umt es hier, wie in vielen anderen Bereichen, massiv Druck gegen\u00fcber Rom aufzubauen, um diese Ma\u00dfnahmen auch in S\u00fcdtirol anwenden zu k\u00f6nnen. Die Europaregion Tirol l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen \u2014 besonders auf Sonntagsreden.<\/p>\n<p>Der Dachverband f\u00fcr Natur- und Umweltschutz S\u00fcdtirol hat erst im April 2012 den Pr\u00e4sidenten der Brennerautobahn, Herrn Walter Pardatscher und den S\u00fcdtiroler Landeshauptmann ersucht sich f\u00fcr ein Geschwindigkeitskontrollsystem nach dem TUTOR-Prinzip einzusetzen. Neben der Verkehrssicherheit w\u00fcrden dadurch die L\u00e4rm- und Schadstoffemissionen wirksam reduziert. W\u00e4hrend Pardatscher abwimmelte steht die Antwort des Landeshauptmannes noch aus. Dies ist nicht verwunderlich. Bei einer Regionalratssitzung im Jahre 2008, hat die SVP mehrheitlich <a title=\"Kommentar: Tutor.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1299&amp;cpage=1#comment-9914\">gegen die Einf\u00fchrung dieses Systems gestimmt.<\/a><\/p>\n<p>Der Sterzinger Naturwissenschaftler Armin Wisthaler, internationaler Experte im Bereich der Umweltphysik mit Spezialgebiet Luft, bem\u00e4ngelt in der ff 35 vom 30.08.2012, dass die Landespolitik im Bereich der Schadstoffemissionen nie f\u00fcr die entsprechende Sensibilit\u00e4t in der \u00d6ffentlichkeit gesorgt hat.<\/p>\n<p>Auf die Frage ob er bei seinen wissenschaftlichen Arbeiten schon mal auf Widerstand gesto\u00dfen sei, antwortet Wisthaler:<\/p>\n<blockquote><p>Einmal ja, und das sogar hier in S\u00fcdtirol \u2013 eine kuriose Geschichte. Ich wollte die Schadstoffbelastung in Schulen und Kinderg\u00e4rten entlang der Brennerautobahn messen und Messungen mit einem mobilen Labor durchf\u00fchren, um die tats\u00e4chlichen Emissionen von LKWs zu messen. Es kommt n\u00e4mlich weit mehr aus den Auspuffen, als am Papier angegeben oder in der Werkstatt gemessen wird. Das Projekt wurde vom damaligen Chef der Landesumweltagentur (Walter Huber, Anm. d. Red.) zu Fall gebracht, weil solche Messungen keinen \u201cMehrwert f\u00fcr S\u00fcdtirol\u201d erbr\u00e4chten und man Forschungsergebnisse \u201caus dem Internet herunterladen\u201d k\u00f6nne. So etwas habe ich in zehn Jahren Forschung auf drei Kontinenten nur in S\u00fcdtirol zu h\u00f6ren gekriegt. (Lacht). Damit war das Thema Messungen in S\u00fcdtirol f\u00fcr mich erledigt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Keine guten Rahmenbedingungen f\u00fcr die betroffene Bev\u00f6lkerung, die an der A22 lebt. Die EU ist in erster Linie dem wirtschaftsliberalen Prinzip eines m\u00f6glichst freien Verkehrs verpflichtet. Eine wirksame Verlagerung von der Stra\u00dfe auf die Schiene erfolgt nur verbal.<\/p>\n<p>Der Zentralstaat entrei\u00dft dem Land S\u00fcdtirol als Aktion\u00e4r der Brennerautobahngesellschaft mit der Ausschreibung der Konzession eine wirksame M\u00f6glichkeit direkt L\u00e4rmschutzw\u00e4nde oder andere Ausgleichsma\u00dfnahmen zu fordern. Von den finanziellen Einbu\u00dfen f\u00fcr die regionale Wirtschaft ganz zu schweigen. Zudem liegt die Zust\u00e4ndigkeit in wesentlichen Bereichen sowieso in Rom. Das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention wurde von Italien \u00fcbrigens bis heute nicht unterzeichnet.<\/p>\n<p>Das Land S\u00fcdtirol wiederum hat in der Vergangenheit die gesundheitlichen Folgen des ausufernden Transitverkehrs auf der Brennerautobahn nie als zentrales Problem definiert und entsprechend lasch reagiert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die Ausschreibung der Konzession zur F\u00fchrung der Brennerautobahn d\u00fcrften f\u00fcr unser Land eine Reihe von Problemen entstehen, die einerseits die Ohnmacht S\u00fcdtirols gegen\u00fcber zentralstaatlichen Begehrlichkeiten offenlegen und andererseits Vers\u00e4umnisse der Landespolitik im Bereich des Schutzes der Gesundheit an der Brennerautobahn best\u00e4tigen. \u00dcber die Ausschreibung der Konzession wurde bereits berichtet. In Zukunft wird es sehr [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-12618","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","entity-a22","entity-dachverband-natur","entity-eu","entity-euregio","issue-zitac","location-sudtirolo","language-deutsch","topic-ecologia","topic-gesundheit","topic-mobilitaet","topic-politik","topic-zentralismus"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12618","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12618"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12618\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24721,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12618\/revisions\/24721"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12618"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12618"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12618"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}