{"id":1298,"date":"2008-09-28T19:24:35","date_gmt":"2008-09-28T17:24:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1298"},"modified":"2021-02-15T22:05:40","modified_gmt":"2021-02-15T21:05:40","slug":"osterreichbayernsudtirol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1298","title":{"rendered":"\u00d6sterreich+Bayern=S\u00fcdtirol?"},"content":{"rendered":"<p>Am heutigen Sonntag haben wichtige Wahlen gleich in zwei L\u00e4ndern stattgefunden, die traditionell gewisse Parallelen zur politischen Situation in S\u00fcdtirol aufweisen.<\/p>\n<p><code>01<\/code> Die gute Nachricht vorweg: In \u00d6sterreich konnte sich die <abbr title=\"Sozialdemokratische Partei \u00d6sterreichs\">SP\u00d6<\/abbr> laut letzten Hochrechnungen \u2014 trotz ihres schlechtesten Wahlergebnisses \u00fcberhaupt \u2014 als st\u00e4rkste Partei behaupten.<br \/>\nAnsonsten haben sich die W\u00e4hler im Nachbarland einmal mehr in die H\u00e4nde von Rechtspopulistinnen und Rassistinnen begeben. Summierte man die Stimmen von BZ\u00d6 und <abbr title=\"Freiheitliche Partei \u00d6sterreichs\">FP\u00d6<\/abbr>, l\u00e4gen die Extremistinnen noch vor den Sozialdemokratinnen an erster Stelle. Die Arithmetik ist legitim, zeichnet sich doch zwischen BZ\u00d6 und FP\u00d6 allm\u00e4hlich ein Verh\u00e4ltnis wie zwischen <abbr title=\"Christlich Demokratische Union\">CDU<\/abbr> und <abbr title=\"Christlich-Soziale Union\">CSU<\/abbr> in Deutschland ab. Die Partei von J\u00f6rg Haider konnte vor allem in ihrem Herkunftsland K\u00e4rnten stark punkten und liegt in allen anderen Bundesl\u00e4ndern eindeutig unter dem Bundesschnitt. Inhaltliche Unterschiede zur FP\u00d6 gibt es kaum.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Sozis k\u00f6nnten die Koalitionsverhandlungen frustrierend verlaufen, da ihnen im Grunde nur eine erneute Koalition mit der Volkspartei \u00fcbrigbleibt \u2014 nachdem Spitzenkandidat Feymann l\u00f6blicherweise eine Regierungsbildung mit den Rechtsextremistinnen ausgeschlossen hat.<\/p>\n<p>Nur zum Teil l\u00e4sst sich das heutige Ergebnis jedenfalls mit der soeben beendeten Gro\u00dfen Koalition begr\u00fcnden. Gro\u00dfe Koalitionen, die immer auch antreten, um weitreichende, oft unpopul\u00e4re Reformen durchzusetzen, st\u00e4rken traditionell extreme Parteien, die dann verst\u00e4rkt vom Oppositionsbonus profitieren k\u00f6nnen. In diesem Fall war es sogar eine au\u00dferordentlich desastr\u00f6se Gro\u00dfe Koalition, von Anfang an zerstritten, die in einem sonst stabilen Land wie \u00d6sterreich noch dazu vorgezogene Neuwahlen zu verschulden hat.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten uns hier herablassend \u00fcber die Alpenrepublik \u00e4u\u00dfern, deren B\u00fcrgerinnen einmal mehr bewiesen haben, dass sie auf Probleme bevorzugt mit Abk\u00fcrzungen durchs rechte Lager reagieren \u2014 und deren mangelndes Schuldbewusstsein f\u00fcr die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs bei einem solchen Wahlausgang immer mitschwingt.<\/p>\n<p>Doch leider stehen hier in S\u00fcdtirol die Vorzeichen ebenfalls auf Rechtsrechts. Im Schlepptau des \u00bbVaterlandes\u00ab k\u00f6nnten die Populistinnen auch hierzulande noch einmal erstarken. Mit einer Macht wie in \u00d6sterreich werden die doch zersplitterten Rechten um <em>Freiheitliche, Union, S\u00fcd-Tiroler Freiheit, Unitalia, Lega<\/em> und PDL vielleicht (und hoffentlich) noch nicht rechnen k\u00f6nnen \u2014 doch daf\u00fcr g\u00e4be es im \u00bbheilen\u00ab S\u00fcdtirol wohl noch weniger Grund als in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p><code>02<\/code> Im fl\u00e4chengr\u00f6\u00dften deutschen Bundesland hat die CSU zum ersten Mal seit Jahrzehnten keine absolute Mehrheit erringen k\u00f6nnen, und das unerwartet deutlich. Anders als in \u00d6sterreich konnten davon jedoch nicht Rechtsextreme profitieren, sondern wohltuenderweise Liberale (FDP) und Freie W\u00e4hler. Nur die SPD konnte aus der Niederlage von Huber und Beckstein keinen Profit schlagen.<\/p>\n<p>Auch hier ergeben sich wom\u00f6glich einige Parallelen zur bevorstehenden Landtagswahl in S\u00fcdtirol. Die SVP regiert das Land seit dem Zweiten Weltkrieg im Alleingang, doch erstmals stehen die Vorzeichen f\u00fcr eine \u00bbAbsolute\u00ab schlecht. Im Mitregieren hat die Volkspartei dennoch mehr Erfahrung als ihre bayerische \u00bbSchwesterpartei\u00ab \u2014 sie ist seit jeher per Statut auf einen italienischen Partner angewiesen, der wohl auch diesmal zum Durchregieren reichen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ein Debakel wie M\u00fcnchen braucht Bozen wohl ohnehin nicht in Rechnung zu stellen: Denn S\u00fcdtirol ist seit jeher bayerischer als Bayern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am heutigen Sonntag haben wichtige Wahlen gleich in zwei L\u00e4ndern stattgefunden, die traditionell gewisse Parallelen zur politischen Situation in S\u00fcdtirol aufweisen. 01 Die gute Nachricht vorweg: In \u00d6sterreich konnte sich die SP\u00d6 laut letzten Hochrechnungen \u2014 trotz ihres schlechtesten Wahlergebnisses \u00fcberhaupt \u2014 als st\u00e4rkste Partei behaupten. 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