{"id":13030,"date":"2012-10-26T14:58:06","date_gmt":"2012-10-26T12:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=13030"},"modified":"2023-01-07T10:09:13","modified_gmt":"2023-01-07T09:09:13","slug":"menasse-uberwindung-des-nationalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=13030","title":{"rendered":"Nachnationale Demokratie."},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Wiki: Robert Menasse.\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Menasse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Robert Menasse<\/a> hat in seinem neu erschienen Buch &#8220;Der europ\u00e4ische Landbote&#8221; <a title=\"Hanser: Der europ\u00e4ische Landbote.\" href=\"http:\/\/www.hanser-literaturverlage.de\/buecher\/buch.html?isbn=978-3-552-05616-9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">[s.]<\/a> nicht weniger als die &#8220;Erfindung einer nachnationalen Demokratie gefordert&#8221;. Menasse, der sich selbst als &#8220;bef\u00fcrwortenden EU-Kritiker&#8221; bezeichnet, hat f\u00fcr seine Recherche zu seinem neuen Buch einige Monate in Br\u00fcssel verbracht und dort eine offene und professionelle EU-B\u00fcrokratie kennengelernt. Menasse geht in seinem Essay mit den Nationalstaaten hart ins Gericht. Aus seiner Sicht wurde Europa als Friedensprojekt initiiert, das angesichts der verheerenden Kriege in Europa nicht weniger als die \u00dcberwindung des Nationalismus zum Ziel hatte. Dieses Ziel wurde in den letzten Jahrzehnte durch die Einf\u00fchrung eines gemeinsamen Marktes und W\u00e4hrung weit vorangebracht, allerdings ist im letzten Jahrzehnt die Entwicklung zum Stillstand gekommen, der Grund ist f\u00fcr Menasse das Festhalten an den Nationalstaaten.<\/p>\n<p>Er fordert deshalb eine neue nachnationale Demokratie, welche in erster Linie in einem Europa der Regionen verwirklicht werden muss, wobei die EU gemeinsame Rahmenbedinungen schafft:<\/p>\n<blockquote><p>Innerhalb der gemeinsamen Rahmenbedingungen k\u00f6nnen die B\u00fcrger an ihrem jeweiligen Lebensort, in ihrer jewiligen Region das gemeinsame Leben je nach ihren Kulturen und Mentalit\u00e4ten, nach ihren Traditionen und ihrer Innovationsf\u00e4higkeit, nach ihren lokalen Anforderungen und Bed\u00fcrfnissen gestalten, also die in der europ\u00e4ischen Verfassung festgeschriebene Subsidiarit\u00e4t mit demokratischem Leben erf\u00fcllen. (&#8230;) Welchen Sinn, welchen Vernunftgrund soll da noch die dazwischengeschaltete Instanz &#8220;Nation&#8221; haben? Rational ist sie durch nichts mehr zu begr\u00fcnden.<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr Menasse hat jeder Mensch eine multiple Identit\u00e4t, die nicht am Begriff Nation festgelegt werden kann, vielmehr sind<\/p>\n<blockquote><p>die Menschen [&#8230;] doch in Wahrheit in ihrer Region verwurzelt, durch das Leben in ihrer Region gepr\u00e4gt. Was ist schon &#8220;nationale Identit\u00e4t&#8221; verglichen mit Heimatgef\u00fchl? Heimat zu haben, ist ein Menschenrecht, nationale Identit\u00e4t nicht. (&#8230;) Die regionale Identit\u00e4t ist die Wurzel der europ\u00e4ischen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Damit er\u00f6ffnet das Buch eine neue Perspektive und versucht, den bisweilen ziemlich inhaltsleeren Begriff des Europa der Regionen mit einer geradezu zwingenden Weiterentwicklung der EU zu verbinden. Diese Br\u00fccke zwischen einer supranationalen EU und weitestgehend unabh\u00e4ngigen, nur durch gemeinsame Rahmenbedingungen miteinander verbundenen Regionen kann zu einer \u00dcberlebensfrage der EU werden. Die gegenw\u00e4rtige Krise in der EU erfordert geradezu neue L\u00f6sungen, die laut Menasse sich von selbst ergeben.<\/p>\n<blockquote><p>Diese Krise wird Europa einen gro\u00dfen, einen wahrscheinlich entscheidenden Schritt voranbringen. [&#8230;] Nein, die Krise ist keine Chance, die Krise ist ein Zwang. Sie wird, bei Gefahr eines ansonsten drohenden Untergangs Europas, jene politischen L\u00f6sungen und die Reformen der europ\u00e4ischen Verfassung erzwingen, die davor wegen nationalstaatlichen Kleingeists nicht m\u00f6glich waren.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Im Gespr\u00e4ch: Robert Menasse.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=13028\"><code>01<\/code><\/a> <span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; font-weight: normal;\">||<\/span>\u00a0<a title=\"Menasse und wir.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19400\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Menasse hat in seinem neu erschienen Buch &#8220;Der europ\u00e4ische Landbote&#8221; [s.] nicht weniger als die &#8220;Erfindung einer nachnationalen Demokratie gefordert&#8221;. 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