{"id":15852,"date":"2013-07-02T14:37:04","date_gmt":"2013-07-02T12:37:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=15852"},"modified":"2023-04-10T22:24:38","modified_gmt":"2023-04-10T20:24:38","slug":"zuwanderer-die-bedeutung-der-deutschen-sprache-wird-immer-noch-stark-unterschatzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=15852","title":{"rendered":"Zuwanderer: Die Bedeutung der deutschen Sprache wird immer noch stark untersch\u00e4tzt."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><em>Nur 9% der ausl\u00e4ndischen Zuwanderer in S\u00fcdtirol haben laut einer k\u00fcrzlich erschienenen, breit angelegten Studie (Paolo Attanasio, Ungenutztes Humankapital &#8211; Qualifikationen von Zuwanderern in S\u00fcdtirol als Schl\u00fcssel f\u00fcr deren Integration am heimischen Arbeitsmarkt, Apollis 2013, EU-15-B\u00fcrgerInnen sind in der Studie nicht erfasst) ihre Deutschkenntnisse besser ausgebaut als das Italienische. Drei Viertel von ihnen sprechen Italienisch gut oder halbwegs gut, aber nur 29% k\u00f6nnen sich laut Selbsteinsch\u00e4tzung zumindest halbwegs gut auf Deutsch verst\u00e4ndigen. Dabei leben die befragten Ausl\u00e4nderinnen zu 71% seit \u00fcber 8 Jahren im Land.<\/em><\/p>\n<p>Kein Wunder, lie\u00dfe sich schlie\u00dfen, dass 35% wegen mangelnden Deutschkenntnissen auf Probleme bei der Arbeitssuche sto\u00dfen, wie in der Studie ermittelt, aber nur 22% wegen zu geringen Italienischkenntnissen. Anscheinend sch\u00e4tzen Zuwanderer, vor allem aus Nicht-EU-L\u00e4ndern, Gewicht und Bedeutung der deutschen Sprache in S\u00fcdtirol falsch ein. Obwohl die allermeisten l\u00e4ngerfristig hier bleiben wollen, hat nur ein Viertel der Zuwanderer Sprachkurse besucht und davon wieder ein geringerer Teil Deutschkurse. Warum wagt man sich nicht ans Deutschlernen? Vielleicht aus der Annahme heraus, die Staatssprache w\u00fcrde ohnehin von allen verstanden. S\u00fcdtiroler &#8211; mich eingeschlossen &#8211; verst\u00e4rken diese unter Ausl\u00e4ndern verbreitete Annahme, indem sie oft ganz automatisch mit Zuwanderern Italienisch reden. Dass in S\u00fcdtirol aber die eigenen beruflichen Chancen mit ausreichend Deutschkenntnissen zusammenh\u00e4ngen k\u00f6nnen, muss vielfach erst durchsickern. Vor allem wenn man den im Heimatland erlernten Beruf hier anwenden, Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten nutzen und einen besser qualifizierten Job finden will, geht das nicht ohne vertiefte Kenntnis der Landessprachen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen auch Arbeitgeber und \u00f6ffentliche Hand daf\u00fcr bessere Rahmenbedingungen schaffen, aber ohne eigene Anstrengung geht es nicht.<\/p>\n<p>Die Fehleinsch\u00e4tzung der Bedeutung der deutschen Sprache wirkt sich in den Familien der Zuwanderer auch auf die Folgegeneration aus, was sich in den Zahlen der Schuleinschreibungen widerspiegelt. 2011\/12 hatte die deutsche Berufsbildung einen Migrantenanteil von 4,3%, die italienische Berufsausbildung von 37%. Der Anteil der ausl\u00e4ndischen Sch\u00fcler in der Mittelschule ist von 2002 bis 2011\/12 in der deutschen Schule von 1,2 auf 4,9% gestiegen, in der italienischen Schule von 9,4 auf 22,1%. Deutsch kann man nat\u00fcrlich auch in der italienischen Schule und au\u00dferhalb der Schule erlernen. Dennoch ist eine gewisse Schieflage nicht zu \u00fcbersehen, denn die Integration der Zuwanderer in die S\u00fcdtiroler Gesellschaft und ihr sozialer Aufstieg kann &#8211; mal abgesehen von 2-3 St\u00e4dten &#8211; nicht mehr nur \u00fcbers Italienische gelingen.<\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur 9% der ausl\u00e4ndischen Zuwanderer in S\u00fcdtirol haben laut einer k\u00fcrzlich erschienenen, breit angelegten Studie (Paolo Attanasio, Ungenutztes Humankapital &#8211; Qualifikationen von Zuwanderern in S\u00fcdtirol als Schl\u00fcssel f\u00fcr deren Integration am heimischen Arbeitsmarkt, Apollis 2013, EU-15-B\u00fcrgerInnen sind in der Studie nicht erfasst) ihre Deutschkenntnisse besser ausgebaut als das Italienische. 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