{"id":17184,"date":"2013-11-01T12:45:04","date_gmt":"2013-11-01T11:45:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17184"},"modified":"2023-09-13T09:21:48","modified_gmt":"2023-09-13T07:21:48","slug":"eu-ausschluss-ist-angstmacherei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17184","title":{"rendered":"EU-Ausschluss ist Angstmacherei."},"content":{"rendered":"<p>Schon einmal hatte sich Professor Bardo Fassbender, der an der Bundeswehr-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen und an der Universit\u00e4t St. Gallen Internationales Recht doziert, <a title=\"\u00bbFl\u00fcgge \u2013 und dann?\u00ab\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=14640\">mit der Unabh\u00e4ngigkeit von Schottland und Katalonien befasst.<\/a> Nun wandte er sich dem Thema in einem <a title=\"NZZ: Bangemachen gilt nicht!\" href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/debatte\/bangemachen-gilt-nicht-1.18175798\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gastbeitrag f\u00fcr die NZZ<\/a> noch einmal genauer zu.<\/p>\n<p>In seinem Kommentar bezeichnet Fassbender das Argument <em>EU-Ausschluss<\/em> als \u00bbBangemache\u00ab, die in den EU-Vertr\u00e4gen keine Best\u00e4tigung finde. Dort n\u00e4mlich sei der Fall einer Abspaltung genausowenig vorgesehen, wie der Zusammenschluss mehrerer Staaten.<\/p>\n<blockquote><p>Die Union \u00abachtet\u00bb zwar die Wahrung der territorialen Integrit\u00e4t als eine Aufgabe jedes Mitgliedstaats und sichert nach aussen die Integrit\u00e4t der Union. Sie verteidigt aber nicht ihren eigenen V\u00f6lkern und B\u00fcrgern gegen\u00fcber die innerhalb der Union bestehenden Staatsgrenzen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zwar stimme, dass ein Land, das sich von einem EU-Staat abspalte, nicht automatisch Mitglied der Union bleibe. Ein Beitrittsverfahren wie bei der Aufnahme eines Drittstaates sei jedoch undenkbar, besonders wenn dies \u2014 trotz Erf\u00fcllung der einschl\u00e4gigen Kriterien \u2014 die Beitrittsverhinderung zur Folge h\u00e4tte:<\/p>\n<blockquote><p>Mit dem \u00abProzess der Schaffung einer immer engeren Union der V\u00f6lker Europas\u00bb (Pr\u00e4ambel des EU-Vertrags) ist ein bestrafender Ausschluss eines Volkes, das sich in einem demokratischen und rechtsstaatlichen Verfahren f\u00fcr seine Unabh\u00e4ngigkeit entschieden hat, unvereinbar. Die EU bekennt sich zu den Prinzipien des V\u00f6lkerrechts, zu denen auch das Recht der V\u00f6lker auf Selbstbestimmung geh\u00f6rt. Die \u00abAufforderung an die anderen V\u00f6lker Europas\u00bb, sich der Union anzuschliessen (Pr\u00e4ambel des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der EU), richtet sich auch und gerade an das katalanische Volk nach einer Erlangung der Unabh\u00e4ngigkeit. Die EU ist auf Inklusion, nicht Exklusion angelegt. Dies ergibt sich auch aus Art. 50 EUV, der sogar f\u00fcr den Fall eines freiwilligen Austritts eines Mitgliedstaates aus der Union vorsieht, mit einem Abkommen einen \u00abRahmen f\u00fcr die k\u00fcnftigen Beziehungen dieses Staates zur Union\u00bb festzulegen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof habe zudem schon 1963 festgestellt, dass nicht nur die Mitgliedsstaaten, sondern auch die Einzelnen als Rechtssubjekte der Union anzusehen seien. Bisherigen EU-B\u00fcrgern die 1992 eingef\u00fchrte Unionsb\u00fcrgerschaft wieder abzuerkennen, ist deshalb wohl keine Option.<\/p>\n<p>Nichtsdestoweniger w\u00fcrde der etwaige Ausschluss eines Landes wie Katalonien nicht nur gegen europ\u00e4ische Werte, sondern aufgrund seiner Wirtschaftskraft und seiner Rolle als Transitland auch gegen handfeste Interessen der Union versto\u00dfen. (S\u00fcdtirol ist \u00fcbrigens wichtigstes Transitland zwischen den zwei G8-Staaten Deutschland und Italien.)<\/p>\n<p>Fassbender kommt zum Schluss, dass die EU im Falle einer katalanischen Unabh\u00e4ngigkeit sogar \u00bbauf eine weitere Zugeh\u00f6rigkeit des Landes in der EU dr\u00e4ngen\u00ab w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Der Weltuntergang laut Zeller.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=15029\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Rechtsexperten unter sich.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=15056\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Reaktion auf Zellers Antwort.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=15236\"><code>03<\/code><\/a> <a title=\"Pressemitteilung: Unabh\u00e4ngigkeit und EU-Mitgliedschaft.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=15191\" rel=\"\"><code>04<\/code><\/a> <a title=\"Demokratie-Botschafter.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17002\" rel=\"\"><code>05<\/code><\/a> <a title=\"Antwort aus Gro\u00dfbritannien.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17005\"><code>06<\/code><\/a> <span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; font-weight: normal;\">||<\/span> <a title=\"Studie bezweifelt EU-Ausschluss.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17953\" rel=\"\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a> <a title=\"Terry Reintke: Rejoining the EU is much easier.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=73101\" rel=\"\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>02<\/code><\/span><\/a> <a title=\"Selbstbestimmung: EU-Verordnung vorgeschlagen.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=80685\" rel=\"\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>03<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon einmal hatte sich Professor Bardo Fassbender, der an der Bundeswehr-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen und an der Universit\u00e4t St. Gallen Internationales Recht doziert, mit der Unabh\u00e4ngigkeit von Schottland und Katalonien befasst. 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