{"id":17655,"date":"2013-12-13T09:57:36","date_gmt":"2013-12-13T08:57:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17655"},"modified":"2025-07-10T16:34:46","modified_gmt":"2025-07-10T14:34:46","slug":"riggertal-antworten-an-bm-amort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17655","title":{"rendered":"Riggertal: Antworten an BM Amort."},"content":{"rendered":"<p>Am 9.12.2013 hat sich die Gemeinde Franzensfeste in einer Stellungnahme gegen das Projekt Riggertalschleife ausgesprochen.<\/p>\n<p>Die <em>Initiativgruppe f\u00fcr die Riggertalschleife<\/em> bezieht mit diesem Dokument zu den Argumenten der Gemeinde Franzensfeste Stellung.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Argument Gemeinde Franzensfeste:<\/strong><br \/>\nDurch organisatorische Verbesserungen lie\u00dfe sich ein Teil der durch die Riggertalschleife angestrebten Zeitersparnis von 12 Minuten erreichen.<br \/>\n<strong>Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:<\/strong><br \/>\nIm Projekt Riggertalschleife wird von einer Fahrzeitverk\u00fcrzung von 15 Minuten ausgegangen. Auch organisatorische Verbesserungen \u00e4ndern nichts an der Tatsache, dass durch den derzeitigen Trassenverlauf auf der Fahrt nach Brixen ein Umweg von ca. 5 km in Kauf genommen wird. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen die Z\u00fcge in Franzensfeste in jedem Falle die Richtung wechseln. Beides f\u00fchrt auch bei bester Organisation zu einem Zeitverlust von mindestens 10 Minuten. Einige wenige Minuten Zeitgewinn durch organisatorische Verbesserungen bringen nichts, da dadurch die definierten Kantenzeiten (die Fahrzeit zwischen zwei Knotenpunkten bzw. Kreuzungspunkten) und das Taktgef\u00fcge im Pustertal nicht tiefgreifend ge\u00e4ndert werden k\u00f6nnen, sodass keine Fahrzeitverbesserung umsetzbar ist. F\u00fcr eine Verbesserung ist aufgrund der Kreuzungspunkte eine Fahrzeitverk\u00fcrzung von 15 Minuten notwendig. Siehe auch Pkt. 2<br \/>\nIm \u00dcbrigen m\u00fcsste die Gemeinde Franzensfeste ausf\u00fchren was unter \u00bborganisatorischen Ma\u00dfnahmen\u00ab zu verstehen ist. H\u00f6here Geschwindigkeiten, schnellerer Fahrgastwechsel oder nicht normkonforme Wendezeiten?<\/li>\n<li><strong>Argument Gemeinde Franzensfeste:<\/strong><br \/>\nGr\u00f6\u00dfere Zeiteinsparungen sind durch die vorgegebenen Kreuzungspunkte nicht m\u00f6glich.<br \/>\n<strong>Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:<\/strong><br \/>\nDas Argument der Kreuzungspunkte wird von den Initiatoren der Riggertalschleife ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nUm die Anpassungen im Bereich der Kreuzungspunkte in Grenzen zu halten oder weitgehend auszuschlie\u00dfen ist eine Zeitersparnis von 15 Minuten notwendig. Alles was auch nur minimal darunter liegt bringt innerhalb eines integrierten Fahrplanmodells wenig. Das Argument der Kreuzungspunkte und der Systemknotenpunkte (Bozen, Brixen, Bruneck, Sterzing usw.) ist ein Argument <em>f\u00fcr<\/em> eine gro\u00dfz\u00fcgige Riggertalschleife und <em>gegen<\/em> einige symptomatische Verbesserungen in Franzensfeste, die zwar einige Minuten bringen, aber keinen Qualit\u00e4tssprung im Bereich der gew\u00fcnschten Kantenzeit zwischen zwei System-Knotenpunkten erwirken. Die Riggertalschleife ver\u00e4ndert das Taktgef\u00fcge nicht.<\/li>\n<li><strong>Argument Gemeinde Franzensfeste:<\/strong><br \/>\nDie Pendler und Studenten Richtung Norden (Sterzing, Brenner, Innsbruck) w\u00fcrden in Zukunft benachteiligt.<br \/>\n<strong>Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:<\/strong><br \/>\nFahrg\u00e4ste aus dem Pusteral nach Innsbruck m\u00fcssten in Brixen Umsteigen. Dort ergibt sich ein schlanker Umstieg Richtung Norden (Ankunft aus dem Pustertal zur Minute 25, ab nach Brenner zur Minuten 30-35. Die Fahrzeit nach Innsbruck w\u00fcrde sich um 15 Minuten erh\u00f6hen.<br \/>\nAllerdings ist es dringend notwendig, dass die Z\u00fcge in Zukunft nicht am Brenner enden, sondern bis nach Innsbruck durchgebunden werden. Das spart am Brenner ca. 6 Minuten. Bis nach Innsbruck verl\u00e4ngert sich f\u00fcr Fahrg\u00e4ste nach Norden aus dem Pustertal die Fahrzeit deshalb lediglich um 9 Minuten, nicht um 15 Minuten. Bei Verkehrsfl\u00fcssen, die zu ca. 75% Richtung Brixen\/Bozen orientiert sind und lediglich zu 25% Richtung Sterzing\/Innsbruck ist dies eine notwendige Anpassung an die Hauptverkehrsrichtung.<br \/>\nDurch den von uns geforderten Erhalt der Bestandsstrecke zwischen Schabser H\u00f6he \u00fcber Aicha nach Franzensfeste k\u00f6nnen in Zukunft, bei entsprechendem politischen Willen, immer noch einige schnelle Direktz\u00fcge vom Pustertal \u00fcber die Bestandsstrecke nach Sterzing und Innsbruck gef\u00fchrt werden.<\/li>\n<li><strong>Argument Gemeinde Franzensfeste:<\/strong><br \/>\nPendler aus dem Wipptal w\u00fcrden benachteiligt und das Wipptal hat die schlechtesten Zugverbindungen im ganzen Land.<br \/>\n<strong>Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:<\/strong><br \/>\nDiese Behauptung ist schlichtweg falsch. Das Wipptal verf\u00fcgt heute mit dem st\u00fcndlichen Regionalzug nach Meran und dem Regionalexpresszug (RV) \u00fcber einen Stundentakt mit zweist\u00fcndlichem Verdichter, genauso wie das Eisacktal und der Vinschgau. Dieses Angebot soll und kann in Zukunft auf einen Halbstundentakt, insbesondere bis Sterzing, verdichtet werden.<br \/>\nDas Wipptal und das Pustertal sollen in Zukunft gleichberechtigt einmal st\u00fcndlich Direktverbindungen und einmal st\u00fcndlich Verbindungen mit Umstieg in Brixen nach Bozen erhalten. Durch diese Verdichtung zum Halbstundentakt w\u00fcrde die gesamte \u00f6stliche Landesh\u00e4lfte, besonders das Wipptal, einschlie\u00dflich Franzensfeste, profitieren.<\/li>\n<li><strong>Argument Gemeinde Franzensfeste:<\/strong><br \/>\nKostenfaktor<br \/>\n<strong>Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:<\/strong><br \/>\nIm Gegensatz zu vielen Stra\u00dfenbauprojekten, deren Sinn tats\u00e4chlich teils fragw\u00fcrdig ist, ist das Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis der Riggertalschleife als sehr hoch einzustufen, da dadurch f\u00fcr die gesamte \u00f6stliche Landesh\u00e4lfte im \u00f6ffentlichen Personenverkehr ein Quantensprung mit entsprechenden Fahrgastzuw\u00e4chsen erzielt wird. Durch keine vergleichbare Investition in die Verkehrsinfrastruktur werden auch nur ann\u00e4hernd 15 Minuten Zeit eingespart.<\/li>\n<li><strong>Argument Gemeinde Franzensfeste:<\/strong><br \/>\nTechnische Machbarkeit, Kreuzungspunkte und Einm\u00fcndung in die Brennerstrecke werden ungen\u00fcgend erkl\u00e4rt.<br \/>\n<strong>Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:<\/strong><br \/>\nAll diese Punkte werden innerhalb der Initiativgruppe diskutiert. F\u00fcr alle diese Punkte gibt es sinnvolle technische L\u00f6sungen, die in den wesentlichen Eckpunkten auch gekl\u00e4rt sind. Im Detail m\u00fcssen diese nun in einer Detailstudie dargestellt werden.<\/li>\n<li><strong>Argument Gemeinde Franzensfeste:<\/strong><br \/>\nLaut BM Amort soll man die Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus im Pustertal f\u00fcr die Zeit nach Fertigstellung des BBT ber\u00fccksichtigen. \u00bbMan sollte sich Gedanken machen, das Pustertal optimal an den BBT anzubinden, da internationale Z\u00fcge zwischen Innsbruck und Bozen nur mehr in Franzensfeste Halt machen werden. Eine funktionierende Verbindung an die in wenigen Jahren wichtigste Nord-S\u00fcd-Achse Berlin-Palermo sollte nicht vers\u00e4umt werden\u00ab, erkl\u00e4rt der B\u00fcrgermeister. Die Fahrtdauer auf der Achse M\u00fcnchen-Franzensfeste werde ca. eine Stunde (!!) betragen.<br \/>\n<strong>Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:<\/strong><br \/>\nEine Fernverkehrsverbindung auf der Brennerbahn wird die Hauptknoten M\u00fcnchen, Innsbruck, Bozen, Trient und Verona verbinden. \u00dcber wichtige Knotenpunkte, wie Rosenheim und W\u00f6rgl, wird man diskutieren m\u00fcssen, obwohl diese nicht mehr in das Konzept eines schnellen Hochgeschwindigkeitsverkehrs passen. Dies ist an den Entwicklungen auf den italienischen Hochgeschwindigkeitsstrecken, wie auch im \u00f6sterreichischen Modell mit wenigen RailJet-Halten ablesbar.<br \/>\nDieselbe \u00dcberlegung gilt f\u00fcr Brixen. Brixen ist wirtschaftlich und touristisch ein bedeutender Faktor. Durch die B\u00fcndelung des Bahnverkehrs aus dem Pustertal und Wipptal in Brixen steigt das Verhandlungsgewicht f\u00fcr einen Systemhalt im internationalen Fernverkehr.<br \/>\nBei nicht koordinierten Aktionen zwischen dem wirtschaftlich starken Brixen und Franzensfeste besteht das Risiko, dass keiner der beiden Halte vom Fernverkehr bedient wird, was f\u00fcr die gesamte \u00f6stliche Landesh\u00e4lfte nicht akzeptabel w\u00e4re. Touristen mit Zieldestination Pustertal\/Eisacktal und auch Wipptal w\u00e4ren also gezwungen, ab Innsbruck oder Bozen den Regionalverkehr zu nutzen, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Akzeptanz. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein Fernverkehrshalt in Franzensfeste nur schwer vermittelbar ist.<br \/>\nDie gesamte \u00f6stliche Landesh\u00e4lfte sollte sich f\u00fcr Brixen als Fernverkehrs-Systemhalt stark machen. Dies setzt eine B\u00fcndelung des Verkehrs voraus. Aus diesen \u00dcberlegungen wird nach Fertigstellung des BBT die Bedeutung der Riggertalschleife nochmals steigen, da Brixen dann zusammen mit dem Pustertal, Wipptal, Osttirol und der Region Anpezo \u00fcber ein Einzugsgebiet von knapp 200.000 Einwohnern verf\u00fcgen w\u00fcrde.<br \/>\nFranzensfeste wird als Logistikpunkt f\u00fcr den Tunnelservice und die Instandhaltung an Bedeutung gewinnen. Durch Vorhaltung der entsprechenden Fl\u00e4chen kann Franzensfeste diese Funktion in Zukunft ausspielen.<br \/>\nDie von der Gemeinde Franzensfeste postulierte Fahrzeit M\u00fcnchen-Franzensfeste von einer Stunde ist eine fehlerhafte Aussage. Realistisch ist nach Fertigstellung des BBT eine Fahrzeit von 2,5 Stunden zwischen M\u00fcnchen und Brixen.<br \/>\nBei entsprechendem Ausbau zwischen M\u00fcnchen und Innsbruck w\u00e4re eine Fahrzeit von etwas \u00fcber zwei Stunden technisch m\u00f6glich. Zeitnah geplant ist dieser Ausbau jedoch nicht.<br \/>\nWas den Regionalverkehr f\u00fcr die Zeit nach der Fertigstellung des BBT betrifft, wurde von der Initiativgruppe ein interessantes Modell skizziert, das unter Umst\u00e4nden zu Verkn\u00fcpfungen \u00fcber Franzensfeste f\u00fchrt. Auch aus diesem Grund setzt sich die Inititiativgruppe daf\u00fcr ein, dass die bestehende Trasse \u00fcber Aicha nach Franzensfeste in Betrieb bleibt. Je nach Fahrplanmodell k\u00f6nnte die alte Trasse f\u00fcr den Regionalzugverkehr Richtung Innsbruck zusammen mit dem BBT eine interessante Perspektive bieten.<\/li>\n<li><strong>Argument Franzensfeste:<\/strong><br \/>\nFehlende Ber\u00fccksichtigung von Natur und Umwelt<br \/>\n<strong>Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:<br \/>\n<\/strong>Die Bahn ist das nachhaltigste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Das Projekt Riggertalschleife f\u00fchrt zu einer massiven Aufwertung des \u00f6ffentlichen Personennahverkehrs in S\u00fcdtirol. Besonders im Bereich der Mobilit\u00e4t k\u00f6nnen die Herausforderungen der Zukunft nur mit einer massiven Aufwertung der umweltfreundlichen Eisenbahn gel\u00f6st werden. Das Projekt Riggertalschleife ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die <em>Inititativgruppe Riggertalschleife<\/em> ist f\u00fcr eine offene Diskussion bereit, appelliert aber an die Gemeinde Franzensfeste und an die politischen Vertreter des Wipptals hier nicht k\u00fcnstlich einzelne Landesteile und Gemeinden gegeneinander ausspielen zu wollen. Eine Aufwertung des Schienennahverkehrs ist ein Win-win-Spiel f\u00fcr alle S\u00fcdtiroler Landesteile. Je mehr Menschen die Bahn ben\u00fctzen, desto leichter werden Angebotserweiterungen auf dem gesamten Schienennetz legitimiert. In diesem Sinne n\u00fctzen die zu erwartenden Fahrgaststeigerungen durch die Riggertalschleife dem Schienenverkehr in ganz S\u00fcdtirol.<\/p>\n<p><em>Initiativgruppe Riggertalschleife 12. Dezember 2013<\/em><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"F\u00fcr die Riggertalschleife!\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17564\"><code>01<\/code><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9.12.2013 hat sich die Gemeinde Franzensfeste in einer Stellungnahme gegen das Projekt Riggertalschleife ausgesprochen. Die Initiativgruppe f\u00fcr die Riggertalschleife bezieht mit diesem Dokument zu den Argumenten der Gemeinde Franzensfeste Stellung. Argument Gemeinde Franzensfeste: Durch organisatorische Verbesserungen lie\u00dfe sich ein Teil der durch die Riggertalschleife angestrebten Zeitersparnis von 12 Minuten erreichen. 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