{"id":17761,"date":"2013-12-19T20:16:55","date_gmt":"2013-12-19T19:16:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17761"},"modified":"2021-10-08T03:18:02","modified_gmt":"2021-10-08T01:18:02","slug":"krankes-steuersystem-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17761","title":{"rendered":"Krankes Steuersystem (II)."},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Ende einer unendlichen Geschichte.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist der 19. Dezember 2013 und ich halte nach <a title=\"Krankes Steuersystem.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=16726\">einer 6-monatigen Odyssee<\/a> meine erste italienische Steuererkl\u00e4rung in H\u00e4nden. Heureka! Sie hat 24 Seiten und kostete mich mindestens ebensoviele Stunden Lebenszeit sowie bestenfalls 300 Euro.<br \/>\nIm September hatte ich an eben dieser Stelle berichtet, dass ich wegen meiner ersten italienischen Steuererkl\u00e4rung beinahe am Verzweifeln w\u00e4re. Seit Juni wurde ich n\u00e4mlich von Pontius zu Pilatus geschickt und immer wieder an andere meist kostspieligere Stellen verwiesen, f\u00fcr etwas, das ich bisher eigenh\u00e4ndig, online, gratis und in 15 Minuten erledigte.<br \/>\nNachdem man mich bei KVW und Gewerkschaft verschickt hatte, versuchte ich mein Gl\u00fcck bei der <a title=\"Kommentar: Agentur der Einnahmen.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=16726#comment-243153\">Agentur der Einnahmen<\/a>. Nachdem ich auch dort unverrichteter Dinge von dannen zog, ging ich z\u00e4hneknirschend zu einem Steuerberater. Dort erkl\u00e4rte man mir, dass ich mittlerweile zu sp\u00e4t dran sei und 25 Euro Strafe zahlen m\u00fcsste. In meiner Naivit\u00e4t hatte ich n\u00e4mlich geglaubt, dass es fr\u00fch genug sei, sich Mitte Juni um seine Steuerangelegenheiten zu k\u00fcmmern, wo die Frist doch der 30 Juni ist. Zudem lie\u00df mich die nette Steuerberaterin wissen, dass mein CUD und meine Honorarnoten nicht gen\u00fcgen w\u00fcrden. Ich br\u00e4uchte zudem eine Best\u00e4tigung \u00fcber die im \u00f6sterreichischen Bundesdienst erhaltenen Bez\u00fcge, obwohl diese in meiner 3- statt 24-seitigen \u00f6sterreichischen Steuererkl\u00e4rung \u2013 die ich inzwischen mal so schnell zwischendurch gemacht hatte, damit ich wenigstens etwas in der Hand habe \u2013 aufscheinen. Zudem br\u00e4uchte ich die Steuererkl\u00e4rung meiner Frau, viertelj\u00e4hrliche Abrechnungen meiner \u00f6sterreichischen Konten und Depots und meines Bausparvertrages sowie \u2013 es lebe das vereinte Europa \u2013 eine Auflistung s\u00e4mtlicher Kontobewegungen aus dem Jahre 2012 in beide Richtungen zwischen meinem \u00f6sterreichischen Konto und irgendwelchen Konten in Italien \u2013 inklusive Betrag, Datum, IBAN und BIC.<br \/>\nDa ich f\u00fcr letztere in meinem Internetbanking nicht mehr so weit zur\u00fcckgehen konnte, suchte ich meine Bank auf. Dort wollte man dann 150 Euro, da sie die gew\u00fcnschten Bewegungen per Hand einzeln raussuchen h\u00e4tten m\u00fcssen. Ich wurde kreidebleich und lehnte dankend ab. An dieser Stelle sollten wir uns die Betr\u00e4ge vergegenw\u00e4rtigen, um die es hier geht. Mein Gewinn aus selbst\u00e4ndiger Arbeit im Jahr 2012 belief sich auf 623,41 Euro. Abz\u00fcglich s\u00e4mtlicher Absetzbetr\u00e4ge weist meine \u00f6sterreichische Steuererkl\u00e4rung ein Negativeinkommen aus selbst\u00e4ndiger Arbeit von -233,21 Euro auf. Da tun dann 300 Euro f\u00fcr das Erstellen der italienischen Erkl\u00e4rung und 150 Euro f\u00fcr die Ausz\u00fcge schon ordentlich weh.<br \/>\nWieder zur\u00fcck beim Steuerberater erfuhr ich, dass es die ganzen Bewegungen nun doch nicht brauche. Gut also, dass ich die 150 Euro noch nicht ausgegeben hatte. Daf\u00fcr hatte man auf der Gewerkschaft bei der Steuererkl\u00e4rung meiner Frau einen Fehler begangen. Unser gemeinsamer Sohn h\u00e4tte n\u00e4mlich zu gleichen Teilen zu unseren Lasten gehen m\u00fcssen.<br \/>\nWir also wieder zur\u00fcck zur Gewerkschaft, um die Steuererkl\u00e4rung meiner Frau korrigieren zu lassen. Als ich dort meine Geschichte erz\u00e4hlte, zeigte man sich verwundert \u00fcber den Umstand, dass ich vor Monaten verschickt wurde. Wer denn das gewesen sei? Falls der Steuerberater noch nicht begonnen habe, k\u00f6nnte ich nun doch bei der Gewerkschaft meine Erkl\u00e4rung machen lassen. Das k\u00e4me billiger, sagte man mir. Ich hole mir also beim Steuerberater meine Unterlagen, berappe 75 Euro f\u00fcr bisher geleistete Arbeiten und marschiere schnurstracks zur Gewerkschaft. Mittlerweile wird es auch mit unserem Ansuchen f\u00fcr das Kindergeld recht knapp. Aber das nur so am Rande.<br \/>\nTags darauf bekomme ich einen Anruf von der Gewerkschaft, dass das mit meiner Steuererkl\u00e4rung nun doch nicht ginge. Es tue ihnen leid, aber ich k\u00f6nne meine Unterlagen wieder abholen und doch die Dienste des Steuerberaters in Anspruch nehmen. Wie in Trance holte ich meine Steuermappe von der Gewerkschaft ab und brachte sie dem Steuerberater. Dieser erledigte seine Arbeit prompt und schickte mir das Unget\u00fcm heute Nachmittag per Mail. Mit einem Happy End. Steuernachzahlung brauch ich keine zu machen. Die Lust auf meine Nebent\u00e4tigkeiten, die ich mehr aus Passion denn wirtschaftlicher Notwendigkeit mache, ist mir jedoch geh\u00f6rig vergangen. Schade. Dieses System treibt einen f\u00f6rmlich in die Illegalit\u00e4t. Wenn man sein Einkommen ehrlich versteuern m\u00f6chte, wird man bestraft. Demotivierend ist das.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ende einer unendlichen Geschichte. Es ist der 19. Dezember 2013 und ich halte nach einer 6-monatigen Odyssee meine erste italienische Steuererkl\u00e4rung in H\u00e4nden. Heureka! Sie hat 24 Seiten und kostete mich mindestens ebensoviele Stunden Lebenszeit sowie bestenfalls 300 Euro. 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