{"id":19329,"date":"2014-05-26T13:01:27","date_gmt":"2014-05-26T11:01:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19329"},"modified":"2026-05-08T22:44:37","modified_gmt":"2026-05-08T20:44:37","slug":"zum-eu-wahlergebnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19329","title":{"rendered":"Zum EU-Wahlergebnis."},"content":{"rendered":"<p><strong>Fakten und Bewertungen zur gestern Abend zu Ende gegangenen Europawahl 2014 aus <img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\">-Sicht:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die <strong>S\u00fcdtirolerinnen stehen zu Europa<\/strong> und seinen Errungenschaften (Grenzabbau, Integration, W\u00e4hrung&#8230;) und machen den europaskeptischen Schwenk nicht mit, den zum Beispiel die <em>Freiheitlichen<\/em> vorgegeben haben.<\/li>\n<li>Das einzige S\u00fcdtiroler Mitglied des Europaparlaments wird <strong>Herbert Dorfmann<\/strong> (<abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr>) sein, der in der <abbr title=\"Europ\u00e4ische Volkspartei\">EVP<\/abbr>-Fraktion sitzt und somit den <a title=\"Juncker (EVP) gegen Selbstbestimmung.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19128\">Selbstbestimmungsgegner Juncker<\/a> unterst\u00fctzt. F\u00fcr seine Wahl waren f\u00fcr Dorfmann aufgrund des ma\u00dfgeschneiderten Wahlgesetzes 50.000 Vorzugsstimmen erforderlich, erreichen konnte er insgesamt rund 94.000.<\/li>\n<li>Die <strong>Wahlbeteiligung in der <em>Euregio<\/em><\/strong> geht insgesamt zur\u00fcck: In Nord-\/Osttirol beteiligten sich 31,2 Prozent (-4,9), in S\u00fcdtirol 52,3 Prozent (-10,6) und im Trentino 53,05 Prozent (-4,49) der Wahlberechtigten am Urnengang. Den deutlichsten Einbruch gibt es in S\u00fcdtirol, w\u00e4hrend Nord-\/Osttirol nicht nur in der <em>Euregio,<\/em> sondern \u00f6sterreichweit die geringste Beteiligung aufweist.<\/li>\n<li>In S\u00fcdtirol sinkt die Wahlbeteiligung auf dem Land st\u00e4rker, als in den St\u00e4dten, was sich auch auf das Wahlergebnis nach Parteien auswirkt.<\/li>\n<li>Die <strong>SVP<\/strong> sinkt in S\u00fcdtirol <strong>unter 50 Prozent<\/strong>, gesamtstaatliche B\u00fcndnisse erringen (z.T. mit tatkr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung S\u00fcdtiroler Parteien) die Stimmenmehrheit, wobei hierf\u00fcr das Wahlrecht (Sperrklausel, Gr\u00f6\u00dfe der Wahlbezirke&#8230;) mit ausschlaggebend sein d\u00fcrfte.<\/li>\n<li>Die <strong>SVP punktet in Ladinien<\/strong> \u2014 l\u00e4nder\u00fcbergreifend \u2014 stark: Sie ist in allen ladinischen Gemeinden erste Kraft, au\u00dfer in Anpezo (dritte) und Moena (zweite). In den heute zu Belluno geh\u00f6renden ladinischen Gemeinden Col und Fodom ist die SVP sogar st\u00e4rker, als im S\u00fcdtirol-Schnitt.<\/li>\n<li>Im <strong>Trentino<\/strong> ist die <strong>SVP<\/strong> mit 12,02 Prozent drittst\u00e4rkste Kraft hinter <abbr title=\"Partito Democratico\">PD<\/abbr> und <abbr title=\"F\u00fcnfsternebewegung\">5SB<\/abbr>.<\/li>\n<li>Die <strong>PD<\/strong>, die auf gesamtstaatlicher Ebene ein sensationelles Ergebnis einf\u00e4hrt, kann in S\u00fcdtirol ihren Anteil auf 15,7 Prozent verdoppeln, wozu auch (aber nicht nur) die bereits genannte schwache Wahlbeteiligung auf dem Land beigetragen hat.<\/li>\n<li>Sehr stark schneidet in S\u00fcdtirol auch die <em><strong>Liste Tsipras<\/strong><\/em> ab, der sich die <em>S\u00fcdtiroler Gr\u00fcnen<\/em> angeschlossen hatten. Mit einem Anteil von 9,9 Prozent wird sie nach SVP und PD drittst\u00e4rkste Kraft, f\u00fcr Oktavia Brugger reicht es aber trotzdem nicht. Die Unterst\u00fctzung der <em>S\u00fcdtiroler Gr\u00fcnen<\/em> ist f\u00fcr Tsipras ausschlaggebend, um in Italien die 4%-H\u00fcrde zu schaffen und drei Mandatarinnen ins Stra\u00dfburger Parlament zu entsenden.<\/li>\n<li>Die <em><strong>F\u00fcnf-Sterne-Bewegung<\/strong><\/em> (5SB) kann in S\u00fcdtirol (im Vergleich zur Landtagswahl 2013) ihren Stimmenanteil von rund 2,5 Prozent auf \u00fcber 8 Prozent mehr als verdreifachen, was mit Sicherheit auch auf die gute Arbeit des Landtagsabgeordneten Paul K\u00f6llensperger zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/li>\n<li>Die Allianz mit den <strong>belluneser Autonomisten des BARD<\/strong> bringt der <strong>SVP<\/strong> zwar auch im S\u00fcdosten knapp 10.000 wertvolle Stimmen, insgesamt liegt sie in der Provinz Belluno mit 9,6 Prozent jedoch nur auf Platz f\u00fcnf hinter PD, 5SB, <em>Lega<\/em> und <abbr title=\"Forza Italia\">FI<\/abbr>.<\/li>\n<li>In Nord-\/Osttirol wird die <strong><abbr title=\"Freiheitliche Partei \u00d6sterreichs\">FP\u00d6<\/abbr><\/strong> hinter <abbr title=\"\u00d6sterreichische Volkspartei\">\u00d6VP<\/abbr> und <em>Gr\u00fcnen<\/em> drittst\u00e4rkste Kraft, f\u00e4hrt hier jedoch nach Vorarlberg \u00f6sterreichweit das zweitschlechteste Ergebnis ein.<\/li>\n<li>Die <strong>Tiroler <em>Gr\u00fcnen<\/em><\/strong> sind in Innsbruck Stadt, Zirl und Telfs st\u00e4rkste Partei in einem ansonsten fast g\u00e4nzlich schwarz dominierten Bundesland.<\/li>\n<li>Das starke Abschneiden der <strong>PD<\/strong> ist eine Best\u00e4tigung f\u00fcr <strong>Matteo Renzi<\/strong>s Reformpolitik, aber auch f\u00fcr seinen <strong>ultrazentralistischen Kurs<\/strong>. Aus Sicht der Autonomien ist dies kein gutes Omen.<\/li>\n<li>In <strong>Katalonien<\/strong> werden die Selbstbestimmungsbef\u00fcrworter <abbr title=\"Esquerra Republicana de Catalunya\">ERC<\/abbr>, CiU und ICV-<em>Gr\u00fcne<\/em> erste, zweite und viertst\u00e4rkste Kraft. Gemeinsam mit der neuen spanischen, sozialdemokratischen <em>Podemos<\/em>, die eine Abstimmung \u00fcber die Unabh\u00e4ngigkeit des Landes bef\u00fcrwortet, erringen sie in Katalonien \u00fcber 60% der Stimmen. <strong>ERC<\/strong> und <strong>CiU<\/strong> entsenden je zwei Abgeordnete, <strong>ICV-<em>Gr\u00fcne<\/em><\/strong> einen.<\/li>\n<li>Auch die katalanische Region <strong>Val\u00e8ncia<\/strong> schickt erstmals einen Selbstbestimmungsbef\u00fcrworter (von <em>Comprom\u00ed\u00ads<\/em>) nach Stra\u00dfburg.<\/li>\n<li>Sowohl die linke <em><strong>EH Bildu<\/strong>,<\/em> als auch die zentristische <strong><abbr title=\"Eusko Alderdi Jeltzalea\">EAJ<\/abbr>\/PNV<\/strong> entsenden f\u00fcr das <strong>Baskenland<\/strong> einen Unabh\u00e4ngigkeitsbef\u00fcrworter ins EU-Parlament. EH-Bildu wird seinen Sitz nach der ersten H\u00e4lfte der Legislatur zugunsten eines Abgeordneten aus <strong>Galicien<\/strong> r\u00e4umen.<\/li>\n<li>Insgesamt entsendet <strong>Spanien<\/strong> diesmal neun Unabh\u00e4ngigkeitsbef\u00fcrworter ins EU-Parlament, in der letzten Legislatur waren es f\u00fcnf. Dazu kommen die selbstbestimmungsfreundlichen Abgeordneten, wie die f\u00fcnf von <em>Podemos<\/em>.<\/li>\n<li>In Wales beh\u00e4lt <em><strong>Plaid Cymru<\/strong><\/em> seinen Europaabgeordneten, die schottische <strong><abbr title=\"Scottish National Party\">SNP<\/abbr><\/strong> bleibt bei zwei Sitzen (verfehlt den Dritten wegen des starken Abschneidens von UKIP), w\u00e4hrend die linke <strong>Sinn F\u00e9in<\/strong> in Nordirland wahrscheinlich einen Abgeordneten entsenden wird.<\/li>\n<li>Trotz 21,5 Prozent auf <strong>Korsika<\/strong> kann der Autonomist Fran\u00e7ois Alfonsi <em>(Partitu di a Nazione Corsa)<\/em> seinen Sitz im EU-Parlament nicht halten. Er war diesmal kein Wahlb\u00fcndnis mit den <em>Gr\u00fcnen<\/em> von <em>Europe Ecologie<\/em> eingegangen.<\/li>\n<li>Die <em>Demokratische Union<\/em> der <strong>Ungarn in Rum\u00e4nien<\/strong> erringt zwei Sitze im Europaparlament. Auch die <strong>ungarische Minderheit in der Slowakei<\/strong> entsendet zwei MEPs.<\/li>\n<li>Die Volkspartei der <strong>Finnlandschweden<\/strong> beh\u00e4lt einen Abgeordneten wie schon in der vorhergehenden Legislatur.<\/li>\n<li>Die nur 50.000 Wahlberechtigte z\u00e4hlenden <strong>deutschsprachigen Belgierinnen<\/strong>, die \u2014 anders als S\u00fcdtirol! \u2014 einen eigenen Wahlkreis mit einer garantierten Abgeordneten haben, w\u00e4hlten einen Vertreter der <em>Christlich-Sozialen<\/em> nach Stra\u00dfburg.<\/li>\n<li>Die <strong>Minderheiten des italienischen Staates<\/strong> entsenden keine einzige Unabh\u00e4ngigkeitsbef\u00fcrworterin und mit Herbert Dorfmann nur einen einzigen ausdr\u00fccklichen Minderheitenvertreter.<\/li>\n<li>Auf <strong>gesamteurop\u00e4ischer Ebene best\u00e4tigt<\/strong> sich die <strong>EVP<\/strong> als st\u00e4rkste Fraktion, obschon sie von allen Fraktionen die meisten Sitze verliert. <strong>Jean-Claude Juncker<\/strong> erhebt somit den Anspruch auf die Kommissionspr\u00e4sidentschaft.<\/li>\n<li>Besorgniserregend f\u00fcr die weitere Entwicklung der Union sind die Erfolge <strong>ultranationalistischer, rechtsextremistischer und -populistischer Kr\u00e4fte<\/strong> in vielen L\u00e4ndern: Insbesondere in Frankreich (<strong>FN<\/strong>), Gro\u00dfbritannien (<strong>UKIP<\/strong>) und D\u00e4nemark, wo sie zur st\u00e4rksten Kraft aufsteigen, aber auch das gute Ergebnis der <strong>FP\u00d6<\/strong> in \u00d6sterreich, der Einzug der <strong>AfD<\/strong> und gar der <strong>NPD<\/strong> ins EU-Parlament. Die rechtsextremistische <em><strong>Jobbik<\/strong><\/em> wird in Ungarn zweitst\u00e4rkste Kraft.<\/li>\n<li>In <strong>Italien<\/strong> setzt sich der atypische Populismus von <strong>Matteo Renzi<\/strong> durch, der die Rechten in die Schranken weist. Die <em><strong>Lega Nord<\/strong><\/em> schneidet besser ab, als von den Umfragen vorhergesagt. Das Verhalten der <strong>5SB<\/strong> in Europa ist noch schwer einsch\u00e4tzbar. Die deutschlandfeindlichen T\u00f6ne von Beppe Grillo sowie einige seiner \u00c4u\u00dferungen (Euro-Austritt, Volkstribunale&#8230;) im Wahlkampf sind zumindest kein gutes Omen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Zum EU-Wahlergebnis 2019.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=48794\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fakten und Bewertungen zur gestern Abend zu Ende gegangenen Europawahl 2014 aus -Sicht: Die S\u00fcdtirolerinnen stehen zu Europa und seinen Errungenschaften (Grenzabbau, Integration, W\u00e4hrung&#8230;) und machen den europaskeptischen Schwenk nicht mit, den zum Beispiel die Freiheitlichen vorgegeben haben. 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