{"id":19667,"date":"2014-06-16T20:57:00","date_gmt":"2014-06-16T18:57:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19667"},"modified":"2021-01-14T22:09:01","modified_gmt":"2021-01-14T21:09:01","slug":"keine-gute-werbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19667","title":{"rendered":"Keine gute Werbung."},"content":{"rendered":"<p>Wenn man \u00f6ffentlich plakatiert, ist f\u00fcr die Plakate und Transparente eine Werbesteuer zu entrichten. F\u00fcr die so genannten \u201cBig Prints\u201d an den Einfahrtsstra\u00dfen der Stadt Brixen ist zus\u00e4tzlich eine Genehmigung beim Stadtrat einzuholen. Die Gemeinde hat den Plakatdienst und die Einhebung der Steuer an ein Unternehmen namens Abaco ausgelagert. Mit 80 Plakaten und der Genehmigung f\u00fcr ein Big Print unterm Arm wurde ich unl\u00e4ngst bei Abaco vorstellig. Die Angestellte dort konnte jedoch den auf Deutsch verfassten Bescheid des Stadtrates nicht entziffern und wusste somit nicht, was zu tun war. Nachdem ich ihr aufgeitalienischt hatte, dass es sich um ein Big Print handle, sah sie sich au\u00dfer Stande, den Vorgang abzuwickeln und verwies mich auf den kommenden Montag. Da sei der Chef anwesend. Der wisse, was zu tun sei. Am Montag war ich leider verhindert. So machte ich mich tags darauf neuerdings auf den Weg zu Abaco. Diesmal war ein junger Mitarbeiter vor Ort, der etwas Deutsch verstand. Zumindest vermochte mir dieser jene H\u00e4lfte der Plakate zu stempeln, die ich eigenh\u00e4ndig aufh\u00e4ngen wollte. Die zweite H\u00e4lfte, die von Abaco verteilt werden sollte, konnte auch er nicht abfertigen. Deswegen \u2013 und wegen des Big Prints und der Bezahlung \u2013 verwies er mich ebenfalls an den Chef, der aber nicht zugegen war. Am Freitag darauf startete ich einen neuen Versuch, in der Hoffnung, den Chef anzutreffen. Diesmal stand ich vor g\u00e4nzlich verschlossener T\u00fcr. Es war zwar ein normaler Werktag, aber ein Anschlag an der T\u00fcr informierte, dass Abaco \u201cponte\u201d machen w\u00fcrde, da der Donnerstag ein Feiertag war. Bei meinem vierten Versuch lernte ich endlich den Chef kennen, der auch Deutsch verstand. Die Steuer f\u00fcr das Big Print k\u00f6nne nicht bar, sondern nur per Bankomatkarte bezahlt werden, meinte dieser. Das entsprechende Leseger\u00e4t akzeptiert allerdings nur italienische Bankomatkarten. Meine \u00f6sterreichische Karte produzierte trotz nicht existenter Grenze nur \u201cerrori\u201d. Nach etlichen Versuchen gab der Abaco-Chef auf und stellte mir einen Zahlschein aus, den ich auf der Post einzuzahlen h\u00e4tte. Dazu noch einen weiteren Zahlschein f\u00fcr die Plakate. Denn f\u00fcr Plakate muss man immer zur Post, um die Steuer einzuzahlen. Erstaunlicherweise ist dies nicht bei der Firma m\u00f6glich, an die der Plakatdienst ausgelagert wurde. Dass sein Angestellter meine Plakate zu meinen Gunsten mit dem falschen Tarif gestempelt hatte, quittierte der Chef mit einer R\u00fcge f\u00fcr den Angestellten und einem L\u00e4cheln f\u00fcr mich: \u201cLassen wir\u2019s gut sein!\u201d Auf der Post wollte ich dann die beiden Zahlscheine in Ermangelung des n\u00f6tigen Bargeldes mit meiner Bankomatkarte zahlen. Als ich meine Karte dem Postbediensteten \u00fcberreichte, meinte dieser: \u201cIst das eine ausl\u00e4ndische Karte? Das geht nicht!\u201d Ich: \u201cWas machen wir dann?\u201d \u201cSie m\u00fcssen Geld holen!\u201d \u201cWo ist denn der n\u00e4chste Bankomat?\u201d \u201cWir haben einen vor der T\u00fcr!\u201d Ich holte dann also mit jener Bankomatkarte, die in der Post abgelehnt wurde, an einem Bankomaten derselben Post, das n\u00f6tige Bargeld. Verwunderung ist ein Vokabel, das ich mittlerweile aus meinem Wortschatz gestrichen habe. Mit der Zahlungsbest\u00e4tigung ging\u2019s ein letztes Mal zur\u00fcck zu Abaco. Heureka!<\/p>\n<p>Obwohl ich es in obiger Geschichte mit einer privaten Firma zu tun hatte, habe ich dennoch einen \u00f6ffentlichen Dienst in Anspruch genommen. Die Werbesteuer ist obligatorisch und es gibt keine Alternative zu Abaco. Also m\u00fcsste die Zweisprachigkeitsverpflichtung befolgt werden. Au\u00dferdem ist es \u00fcberaus befremdlich, dass die beiden Angestellten die ureigenen Aufgaben des Plakatdienstes nicht erf\u00fcllen konnten. Aus dieser Inkompetenz resultiert, dass ich vier Besuche brauchte, um eine simple Steuer zu entrichten. Eine unglaubliche Zeitverschwendung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man \u00f6ffentlich plakatiert, ist f\u00fcr die Plakate und Transparente eine Werbesteuer zu entrichten. F\u00fcr die so genannten \u201cBig Prints\u201d an den Einfahrtsstra\u00dfen der Stadt Brixen ist zus\u00e4tzlich eine Genehmigung beim Stadtrat einzuholen. 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