{"id":19769,"date":"2014-06-30T22:32:40","date_gmt":"2014-06-30T20:32:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19769"},"modified":"2021-01-02T17:22:56","modified_gmt":"2021-01-02T16:22:56","slug":"der-hymnen-gau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19769","title":{"rendered":"Der Hymnen-Gau."},"content":{"rendered":"<blockquote><p><a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/10434198_10152165181984149_8007048319753934154_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-19778\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/10434198_10152165181984149_8007048319753934154_n.jpg\" alt=\"10434198_10152165181984149_8007048319753934154_n\" width=\"960\" height=\"960\" srcset=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/10434198_10152165181984149_8007048319753934154_n.jpg 960w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/10434198_10152165181984149_8007048319753934154_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/10434198_10152165181984149_8007048319753934154_n-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/10434198_10152165181984149_8007048319753934154_n-800x800.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Im Dezember 2011 hat das Parlament die Ab\u00e4nderung des Textes der \u00f6sterreichischen Bundeshymne beschlossen. Statt \u201cHeimat bist du gro\u00dfer S\u00f6hne\u201d hei\u00dft es nun \u201cHeimat gro\u00dfer T\u00f6chter und S\u00f6hne\u201d. Der \u00c4nderung waren lange und hitzige Diskussionen vorausgegangen, die auch nach der Beschlussfassung nie g\u00e4nzlich abgeebbt sind. Neuerlich befeuert wurde die Debatte, nachdem der selbsternannte \u201cVolks-Rock&#8217;n&#8217;Roller\u201d Andreas Gabalier bei einem offiziellen Anlass \u2013 n\u00e4mlich der Er\u00f6ffnung des Formel 1 Grand Prix von \u00d6sterreich in Spielberg \u2013 die Bundeshymne mit altem Text sang. Dies wiederum veranlasste Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek dazu, Gabalier <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo.php?fbid=10152165181984149&amp;set=a.134547299148.108730.122108934148&amp;type=1&amp;relevant_count=1\">via <em>Facebook<\/em><\/a> \u201cNachhilfeunterricht\u201d in Sachen Hymnentext zu erteilen. Es folgte ein gewaltiger Shitstorm gegen die Ministerin, der sogar in Morddrohungen (!) gipfelte.<\/p>\n<p>Zwei Beobachtungen zum Fall \u201c\u00d6sterreichische Bundeshymne\u201d:<\/p>\n<p><strong>Das wahre Problem bez\u00fcglich der \u00c4nderung<br \/>\n<\/strong>Der Shitstorm gegen Gabriele Heinisch-Hosek ist unterste Schublade. Daran gibt&#8217;s nichts zu r\u00fctteln. Wenngleich sie h\u00e4tte ahnen k\u00f6nnen, dass sowas \u00e4hnliches passiert. Und Gabalier seinerseits hat sich \u00fcber geltendes Recht hinweggesetzt. Eine (sachliche) Diskussion \u00fcber den Hymnentext sollte trotzdem auch nach dem Parlamentsbeschluss noch erlaubt sein. Denn das Parlament hat damals einen gro\u00dfen (nicht aber weltbewegenden) Fehler gemacht. Der Fehler war aber nicht der Wunsch, die weibliche Seite \u00d6sterreichs zu betonen, sondern dass in einen literarischen Text \u2013 \u00fcber dessen Qualit\u00e4t man freilich streiten kann \u2013 eingegriffen wurde. Der Hymnentext ist keine Gebrauchsanleitung, die man beliebig sich \u00e4ndernden Umst\u00e4nden anpassen kann, da sie \u00fcber keine so genannte &#8220;Sch\u00f6pfungsh\u00f6he&#8221; verf\u00fcgt. Der Text der \u00f6sterreichischen Hymne darf wenn dann nur von der Autorin (!) Paula Preradovi\u0107 ge\u00e4ndert werden \u2013 und die ist schon lange verschieden. Was das Parlament beschlossen hat ist eine sprachliche (wie rhythmisch-musikalische) Vergewaltigung. Eine wirklich revolution\u00e4re Botschaft und ein starkes Signal w\u00e4re es gewesen \u2013 wenn man schon so etwas Unn\u00f6tiges und Archaisches wie eine Nationalhymne braucht \u2013 einen komplett neuen Text zu verfassen. Der dann in einigen Jahrzehnten wahrscheinlich wieder f\u00fcr Wirbel sorgen wird, da wir heute bestimmt Dinge schreiben w\u00fcrden, die dann im Jahr 2050 als untragbar, undenkbar und politisch unkorrekt empfunden werden w\u00fcrden. Vielleicht sollte man einfach lernen, dass jeder literarische Text im Kontext zu sehen bzw. zu verstehen ist, in dem er geschrieben wurde.<\/p>\n<p><strong>Das \u00f6sterreichische Luxusproblem<br \/>\n<\/strong>Die \u00f6sterreichische Bundeshymne ist eine der friedliebendsten ihrer Sorte. Nicht einmal das Wort \u201cBlut\u201d kommt darin vor. W\u00e4hrend in der franz\u00f6sischen Marseillaise Kehlen durchschnitten werden und unreines Blut die Furchen tr\u00e4nkt und man in der italienischen Fratelli d\u2019Italia zum Tod bereit ist und \u00fcber Nachbarl\u00e4nder sich ausl\u00e4sst, singt man in tu felix Austria \u00fcber die Sch\u00f6nheit der Landschaft, die (tragische) historische Figur und die (hoffentlich) bessere Zukunft. Weder in Frankreich noch in Italien hat man offenbar ein Problem damit, zutiefst anachronistische Texte zu singen, die selbst im historischen Kontext betrachtet nur martialisch bis beleidigend sind \u2013 von einer Gendergerechtigkeit ganz zu schweigen. In \u00d6sterreich hingegen sieht man sich veranlasst, die Hymne zeitgem\u00e4\u00df zu adaptieren. Ein an und f\u00fcr sich l\u00f6bliches Unterfangen, w\u00e4re es nur nicht derart \u201cpotschat\u201d angegangen worden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dezember 2011 hat das Parlament die Ab\u00e4nderung des Textes der \u00f6sterreichischen Bundeshymne beschlossen. Statt \u201cHeimat bist du gro\u00dfer S\u00f6hne\u201d hei\u00dft es nun \u201cHeimat gro\u00dfer T\u00f6chter und S\u00f6hne\u201d. Der \u00c4nderung waren lange und hitzige Diskussionen vorausgegangen, die auch nach der Beschlussfassung nie g\u00e4nzlich abgeebbt sind. 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